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Looksmaxxing, wenn der Rassenwahn wieder in Mode kommt.

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  Die nicht nur über die so genannten Sozialen Medien in bestimmte Bevölkerungsgruppen hinein getragenen und forcierten Trends, das eigene Aussehen durch diverse Manipulationen nachhaltig verändern zu wollen, sind seit vielen Jahren ein Indikator für die schleichende Verdummung der Gesellschaft. Ob es nun mittels Influencer in mehr oder weniger professionell vorgetragener Form beworbenen Tinkturen, Cremes oder Apparaturen erfolgt oder durch zusammen geschusterte Privatvideos, der Zweck bleibt gleich, nämlich den Rezipienten zu manipulieren. Dieser wird als angeblicher Nutzer ( User ) tatsächlich zum Spielball des Versenders solcher unkritischer Informationen, wenn er selbst diese nicht mit einer jederzeit erforderlichen Distanz aufnimmt. Nun wird - mutmaßlich aus den großartigen Vereinigten Staaten von Nordamerika kommend - eine Abart des Schönheitswahns in den Internet - Kanälen zelebriert, dass als " Looksmaxxing " verbreitet wird. Meine eher rudimentären Englischkenntnisse...

Alea iacta est

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  Nun ist sie beinahe vorbei, die Saison 2025 / 2026 in den drei Bundesligen. Lediglich vier Pflichtspiele stehen noch aus, ehe die Fußballanhänger sich der Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA auf in sehr unterschiedlicher Form widmen dürfen. Mal ehrlich: Selten war es in der ersten deutschen Liga so langweilig wie in der letzten Spielzeit. Die Fußballmeisterschaft war bereits nach wenigen Spieltagen entschieden.  Dafür hatte es der Abstiegskampf in sich. Beinahe die hälfte der konkurrierenden Klubs war irgendwie, irgendwann darin verwickelt. Nun ist auch das entschieden. Nicht der HSV sondern der FC St. Pauli steigt in die Zweite ab. Ebenso der baden - württembergische Verein aus Heidenheim, der eigentlich schon zur nach 17 von 34 Begegnungen abgeschlagen am Tabellenende stand. Überraschend war allerdings, dass der VFL Wolfsburg in die tabellarische Gefahrenzone rutschte und nun nachsitzen muss. Schließlich pumpte VW als Eigentümer des Klubs 70 Millionen in diesen...

ESC - Boykott?

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  Seit heute Morgen, um ca. 1.20 Uhr wissen wir als Interessierte, dass der nächste " European Song Contest ( ESC ) " in der bulgarischen Hauptstadt Sofia stattfinden soll. Seit diesem Zeitpunkt stand nämlich fest, dass die bulgarische Vertreterin an jener Klamauk - Veranstaltung mit großem Vorsprung zur Siegerin erklärt wurde. Der zweitplatzierte Künstler kommt mit Israel aus einem Land, das geografisch besehen mit Europa so wenig gemeinsam, wie der weitere Teilnehmer Australien.  Business as usual? Na, klar. Es geht vor allem um Moneten, aber insbesondere auch um Politik. Und schon allein deshalb ist auch die Ausgabe des " ESC " 2026 keine unbelastete Veranstaltung.  Warum also soll sich ein Zuschauer diese öde Brüll - Blöd - Banalität antun? Nur, um dabei gewesen zu sein, wie aufgepoppte, mittelmäßige Sänger sich wechselseitig qua Bühnenauftritt im Playback - Verfahren die Show zu stehlen gedenken? Nö, dafür ist die längst begrenzte Lebenszeit zu schade. Die Phra...

Viagogo, ist das Abzocke?

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  Gestern Abend sendete die Hauptausgabe der " Tagesschau " einen Bericht über das Eintrittskartenportal mit dem Fantasienamen " Viagogo ". Der Name der Firma, die hier im Mittelpunkt der Berichterstattung stand, sagte mir nur bedingt etwas. Ich hatte zwar im Internet gelesen, dass diese im Ticketverkauf eine Rolle spielt, doch worum es in dem " Tagesschau " - Beitrag konkret ging, wurde mir erst nach erneuter Recherche zu der Firma " Viagogo " klar. https://de.wikipedia.org/wiki/Viagogo Über die " Viagogo " - Plattform werden Eintrittskarten zu diversen Veranstaltungen angeboten, deren Preise zumeist um ein Vielfaches dem vom Veranstalter verlangten Entgelten entspricht. Na, gut, das ist eben der Unterschied zwischen Marktwirtschaft und der nicht mehr existierenden Planwirtschaft. Doch darum ging es in dem gesehenen Fernsehbeitrag nicht.  Hierin wurde suggeriert, die Firma " Viagogo " vertreibe unautorisiert Eintrittskarten f...

Vatertag 2026: War da was?

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  Der zweiten Sonntag im Monat Mai wird traditionell  als Muttertag begangen. Bekanntlich sollten an diesem Wochenende die Floristikhändler Hochkonjunktur haben. Allerdings mehren sich seit längerem Stimmen, die den Ehrentag abschaffen möchten. Er sei nicht mehr zeitgemäß. Wie dem auch immer sei, auf dem Muttertag folgt Christi Himmelfahrt oder aber der Vatertag ( auch als Herrentag geläufig ). Was den Floristen ihr Muttertag, ist den Gastronomen ( eher Kneipenwirten ) ihr Vatertag. So treffen sich Horden von - bestenfalls - angesäuselter Männern und ziehen mit Bollerwagen oder ähnlichen Konstruktionen, in denen sich reichlich Bier und andere, den Geist vernebelnde Getränke befinden, zu einem festgelegten Ort los. Dieses öde und zudem nicht  sehr gesunde Brauchtum macht vor keinem Bildungsstand halt. Wenngleich in den Bevölkerungsgruppen mit eher überschaubaren intellektuellen Fähigkeiten das Saufen am Vatertag ausgeprägter sein dürfte. Allerdings ist seit längerer Zeit v...

Gepranze, Gesülze, Gelaber

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  Als ich vor vielen Jahren in einem Fußballforum des MDR einen Beitrag las in dem die Begriffe " Gesülze ( Gesülz ) " und " Gebranze ( Gebranz ) " vorkamen, stellte ich mir sofort die Frage, woher ein offensichtlich durch die DDR - Gesellschaft sozialisierter Mitdiskutant das Wort " Gesülze " kennt. Vielleicht hatte er einst West - Verwandtschaft, denn von dort her war mir dieses bekannt.  " Gesülze " bedeutete für mich einst soviel wie dummes Geschwätz, Gelaber, Gerede, inhaltloses Geschwafel, Herumgerede, Gefasel usw. usf. Substanzloses Gerede, also. Den Begriff " Gebranz " kannte ich hingegen nicht. Er existiert offiziell im Sprachgebrauch auch nicht. Eine KI - Abfrage gab mir zumindest diese Antwort. Das Wort " Branzen " kommt im sächsischen Sprachgebrauch standardmäßig nicht vor. Es könnte sich allerdings um ein regional verwendetes / angewandtes Wort handeln, das als Synonym für " Aufschneiden ", " groß A...

Fliegende Blumentöpfe

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  Recht haben und Recht durchsetzen sind nicht selten zwei verschiedene Schuhe. Diese Binsenweisheit ist nicht erst seit dem die Legislative im Minutentakt immer neue Regelungen ausstößt, die das gesellschaftliche Zusammenleben zwar ordnen können, doch keineswegs dazu führen, dieses einfacher zu gestalten. Als in den frühen 1990er Jahren als Rechtsanwalt selbst die banalen Mandate übernahm, um Geld einnehmen zu können, damit ich überhaupt um die Runden komme, erhielt ich eines Tages einen Fall auf den Schreibtisch, der zunächst so klar wie Kloßbrühe zu sein schien. In einer der engen, schon damals durch PKWs zugestellten Straßen des Bremer Steintorviertels befand sich das kleine Büro einer Steuerberaterin, die ich mit meiner Buchführung betraut hatte. Ihr Mann war Soldat bei der Bundeswehr und versuchte seine dort aufoktroyierte Sicht der Dinge, die im menschlichen Zusammenleben wichtig zu sein schienen, auf den realen Alltag anzuwenden. Das gelang ihm nur bedingt.  Dieser Ber...