Montag, 30. Juli 2007

Regentropfen, die an mein Fenster klopfen.

Was wird das Wort des Jahres 2007? Handball-Weltmeisterschaft, Doping-Tour oder Klimawandel? Das Wort " Klimawandel " hat wohl alle Chancen, hier mit absoluter Mehrheit gewählt zu werden. Aber was bedeutet dieser Begriff nun wirklich? Wenn das Klima sich verändert, muss es nicht automatisch einen Wandel zur Folge haben.


Wandel bedingt zunächst, dass etwas Vorhandenes sich bewegt. Bewegung kann aber auch Rückschritt sein. Rückschritt wiederum beinhaltet jedoch eine Umkehr zu einstigen Positionen. Sie sind per se nicht negativ. Wenn eine Schritt zurück gegangen wird, könnte es mit der darin liegenden Erkenntnis zu tun haben, dass der eingeschlagene Weg eventuell ein Irrweg oder eine Sackgasse ist.




Der Mensch ist lernfähig. Er ist in der Lage aus der Vergangenheit zu lernen und Fehler daraus nicht mehr zu wiederholen. Fehler, die zu einer Veränderung geführt haben, die sich in den Konsequenzen schädlich auf den Menschen auswirkt. Philosophisch betracht muss deshalb Wandel als Prozess zur Wiederherstellung eines ursprünglichen Zustandes verstanden werden.


Das Weltklima ist veränderlich.Es gab Abschnitte, in denen Extrem-Wetter die Regel waren. Eiszeiten, Dürreperioden sind seit dem es Klimaforschung gibt, keine Seltenheiten.Die Erde hat seit ihrer Entstehung viele jener abwechselungsreiche Perioden durchlaufen.
Inzwischen hat sich der Mensch jedoch auf fast 6, 4 Milliarden Exemplaren vermehrt, die ihre technischen Errungenschaften ständig zur Schau stellen müssen und damit Immissionen produzieren, von denen eine Vielzahl sich schädlich auf das Weltklima auswirken.

Was einst, nämlich vor mehr als 30 Jahren, der " Club of Rome " in wissenschaftlich fundierter Form zu den Grenzen des Wachstums veröffentlichen ließ, hat sich nicht nur mehr als bewahrheitet, es ist sogar - in negativer Weise - um ein Vielfaches verstärkt aufgetreten. Der Kampf um die endlichen fossilen Brennstoffe, u Energie, um Resourcen, wie Luft, Wasser,Wärme, er hat längst begonnen. Jeder gegen Jeden! Die Industrienationen fordern nun jene Schwellenländer auf, mehr für den Klimaschutz und gegen die Umweltzerstörungen zu veranlassen. Welch ein blanker Zynismus. Waren sie es doch, die unter der Führung der USA, sich primär jener Rohstoffe ungehemmtund ungezügelt bisher bedient haben. Jene Verschwenungsmentalität, die durch Konsumdenken und Egoismus geschürt wird, bahnt sich nun auch in den grössten Ländern der Erde, in China, Indien, Russland den Weg. Es wird ein Weg in den klimatologischen Bankrott sein, ein irrweg als, eine Sackgasse. Hier wieder heraus zu kommen, ist die grosse Aufgabe der Folgegenerationen - der Weltgemeinschaft.

Wenn nun in dem kleinen Deutschland das Wetter eher milder wird, es mehr regnet statt im Winter schneit und die Flora und Fauna sich verändert, muss dieses als Chance geshen werden, diesen Veränderungen eine sinnvolle Bahn zu bereiten. Mit der Weltklimaveränderung eröffnen sich vielleicht mehr positive Chancen, denn negative Auswirkungen. Vielleicht?

Jene Regentage haben somit den Vorteil, dass sie zum Nachdenken anregen können, auch wenn die depressive Grundstimmung in diesem Lande weiter geführt wird.

Was spricht dafür, den Solidaritätszuschlag noch weiterhin zu erheben?

Es ist Ende Juli 2007 - es herrscht saure Gurkenzeit auf dem Nachrichtensektor! Die Sensationspresse und sonstige Bunt - und Klatschkolumnen überbieten sich im Darbieten von langweiligen Meldungen, deren Gehalt meistens nur einen Viertklässler zu erreichen scheint.
Da trifft es sich, wenn ein alter Hut erneut aus der Garderobe hervor geholt wird. Damit kann - zu mindestens zeitweise - bei den Daheimgebliebenen eine erwünschte Quote erreicht werden.
Das Sommerloch-Thema heißt in diesem Jahr: " Weg mit dem Solidaritätzuschlag! ".
Nun denn, der während der Kohl-Zeit erfundene " Soli " ist nichts anderes, als eine Zwangsabgabe für den Steuermichel. Er trifft eben jenen Teil der Bevölkerung - und damit die Mehrheit - dem es verwehrt bleibt, sich durch steuerrechtliche Tricks und Kniffe " arm " zu rechnen. Es sind die Raumpflegerinnen und Teilzeitbeschäftigte in irgend einem Call-Center von Kiel bis Burghausen und von Prenzlau bis Aachen, die hier zur Kasse gebeten werden. Der kleine, privilegierte Rest, zahlt nichts. Er unterstützt damit auch nicht den Aufbau Ost und den Reparaturbetrieb Staat und staatliche Transfers, der immer dann eintreten muss, wenn das ökonomische System versagt. Der Soli stellt somit kein Almosen dar, den der " reichere " Wseten dem " ärmeren " Osten gnädig gewährt. Er ist als konsequente Umsetzung der grundgesetzlichen Verpflichtungen jeder Regierung und der sie tragenden Parteien zu sehen, eine Angleichung von sozio-ökonomischen Bedingungen in allen 16 Bundesländern erreichen zu müssen.
Wer jetzt, wie einige Unbelehrbaree es erneut versuchen, einen Keil zwischen den Bewohnern der Alten und Neuen Bundesländer schieben will, indem er den Soli in Frage stllt, sägt sich selbst den Ast ab, auf dem er bisher - konfortabel - gesessen hat. West.

Nun entbrennt dennoch eine Diskussion über den Sinn oder den Unsinn dieser Sondersteuer. warum wird sie noch erhoben? Weshalb sollen die Wessis, die reichen Brüder und Schwestern in den Alten Bundesländern, überhaupt noch Geld in den Osten transferieren lassen Wieso muss ein Arbeitnehmer in Bottrop für einen Arbeitslosen in Chemnitz zahlen? Warum soll die Stadt Duisburg noch für die Stadt Frankfurt an der Oder Geld zahlen? Diese Fragen, sie spalten nach wie vor die Nation. Da prügelt der konservative Wessis aus Münster auf den Linken aus Potsdam ein und der Liberale aus Karlsruhe wirft dem Grünen aus Quedlinburg vor, dass dieser eben zu faul und zu egoistisch sei.

Was ist denn nun eigentlich der Solidaritätzuschlag? Als 1990, genauer gesagt am 1. Juli 1990, die Wirtschaft - und Währungsunion durch die CDU/FDP-Koalition in Bonn ins Leben gerufen wurde, mussten - dem Aufbau Ost sei dank - die enormen Kosten für dieses Projekt refinanziert werden. Der Staat, die Öffentliche Hand kann, ja darf, eben nicht mehr Geld ausgegeben, als sie nach Art. 115 GG vorgeschrieben bekommt. Dennoch hat Kohl das Wahlversprechen der Blühenden Landschaften abgegeben. Es musste - schon allein wegen seiner geplanten Wiederwahl - auch eingehalten werden. Die Kosten waren jedoch nur über Steuererhöhungen zu bestreiten. Deswegen ersann der Bundesfinanzminister Theo Waigel den Solidaritätszuschlag, der mit 7, 5 % auf die sich nach dem Bruttoverdienst bzw. die zu versteuernden Einkünfte ergebenen Steuerschuld herauf geschlagen wird. Nun wurden die Vereinigungtrunkenen, die Lobhudeler der Deutschen Einheit schon bald nüchtern. Es geht an ihr Geld!

Fast 17 Jahre später sind die alten Gräben zwar politisch und infrastrukturhell zugeschüttete, in den Köpfen vieler BLÖD-Zeitungslesern spukt jedoch die Mär vom dem inzwischen reich gewordenen, dem Wohlhabenenden aus dem Osten der Republik herum. Die Kommune, das kleine Dorf, die Kleinstadt oder die Landesmetropolen in den Alten Bundesländern, ihnen allen geht es jetzt besser als denen im Westen. Deshalb: Weg mit dem Soli! Runter mit den Steuern! Raus aus der Verantwortung, die Lasten aus der 40 - jährigen DDR-Diktatur weiter tragen zu müssen. Es wird nun gezerrt und gehetzt; es werden uralten Vorurteile aus dem Petto gezogen, um die Argumente für eine Abschaffung zu bestärken.
Natürlich, ist eine Steuererleichterung notwendig, denn die Abgabenlast für den Bundesbürger ist exorbitant. Nur: Der Soli gilt für sämtlich Bundesländer, denn er wird über den Bund an diese verteilt. Nach dem Gießkannen-Prinzip. Dort wo´s trocken ist, wird eben gegossen. Dort wo gewählt wird, wird gelogen und das Blaue vom Himmel versprochen. Deshalb muss das Scheckbuch, mit dem die Oggersheimer - Statur ab dem Jahr der Wiedervereinigung hausieren gegangen ist, eben weiterhin zur Finanzierung der Versprechungen herhalten -. ob mit oder ohne Soli!

Dienstag, 17. Juli 2007

Liedermacher















Es ist schon ewig lange her, als in einer Nachmittagssendung auf WDR II ein Titel mit Hanns Dieter Hüsch gespielt wurde, den dieser " Liedermacher " nannte. In seiner - oft penetranten - Stimmlage, reimte er über die damalige Szene der Vertreter von - meistens deutschsprachigen - verstehen wollte, denn ich hasste sie, die meisten deutschen Texte und damit auch ihre Interpreten. Allenfalls politisch orientierte Künstler nahm ich zur Kenntnis. Wobei sich dabei meine Palette auf nur wenige von ihnen reduzierte. Hannes Wader, Dieter Süverkrüp, Franz Josef Degenhardt, Dietrich Kittner, aber auch die Rockgruppe Floh de Cologne gehörten dazu. Mit einigen der sogenannten " Blödelbarden ", wie Otto Waalkes oder Nonsenmachern, wie die Truppe um Insterburg und Co, konnte ich mich nur bedingt identifizieren. Sie waren zwar damals in der " Szene " in aller Munde, es war " in " auch von ihnen LP´s oder Aufnahmen zu besitzen, dennoch war diese Musikrichtung nicht mein Geschmack. Obwohl mein zur damaligen Zeit absoluter Lieblingssender der WDR war, hörte ich ab und zu auch den NDR oder HR sowie die Hansawelle von Radio Bremen. Hier gehörte zu meinen favorisierten Sendungen auch der Popkarton, Hit line international mit Christian Günter oder der NDR II - " Club " mit Henning Venske, Klaus Wellershaus, manchmal auch Jazz-Sendungen mit Michael Naura, beim HR III hörte ich ab und zu in die späten Abendsendungen hinein. Dann waren natürlich Winfried Trenklers " rock in " - und " Donnerstag´s Radiothek " - Sendungen, die er zusammen mit Tom Schröder moderierte, ein absolutes Muß.







Von einem einstigen Pop-Fan, der überwiegend anglo-amerikanische Hitparaden-Titel gekauft hatte, der in den Mitt-Sechzigern, die " Stones " und die " Beatles ", die Gruppen " Manfred Mann " oder die " Kinks ", die " Monkees " oder die " Tempatation " verehrt hatte, wurde ich zum Rock - und Hard-Rock-Anhänger. Je lauter, je intensiver, die Gitarren-Soli, die Bass- Figuren oder die Drum-Einlagen, desto besser. Gruppen, wie " Deep Purple ", " Grand Funk Railroad ", " Santana " oder " The Who ", das waren jetzt meine Favoriten. Live-Stücke waren erst dann erwähnenswert, wenn sie die 10 Minuten-Grenze längst überschritten hatten.



In der Folgezeit kaufte ich mir deshalb nur noch LP´s. Diese hütete ich wie ein Schatz. Sie wurden nicht verliehen. Obwohl die Musikanlage in dem " Beat-Keller " des elterlichen Hauses, nur sehr bescheiden war. Zu dieser Zeit also, zu Beginn der Siebziger bis Mitte der Achtziger, gehörte mein Interesse ausschließlich der Rockmusik.







Es gab jedoch, und zwar ab Mitte der Sechziger Jahre, eine so genannte " Liedermacher - Szene ", die sich eines wachsenden Zuspruchs erfreute. Es waren junge Damen und Herren, deren Musik oft mit gesellschaftskritischen Inhalten oder mit Beschreibungen des eigenen Lebens einher ging, die häufig deutsch-sprachige Texte vortrugen und deren " Woodstock " das " Festival der Liedermacher " auf Burg Waldeck wurde. Hier trafen sie sich ein Mal im Jahr. Die Zahl der Interpreten wuchs deshalb von Jahr zu Jahr, von Festival zu Festival, die - wie im Rock - und Pop - Bereich ebenso - ebenfalls eine bald unübersehbare Anzahl annahmen.



Eine wahre Flut von Veranstaltungen ergoss sich über den Musikinteressierten, über den Fan, der schon bald kaum Zeit und vorallem Geld hatte, alle Angebote zu besuchen. Hier ein Auftritt in der unmittelbaren Nähe, dort ein Konzert in der Großstadt, da ein Open-Air-Festival auf dem Lande. So zerbröckelte denn auch sehr schnell die einstige Beat-Musik, der rock´n roll - Verschnitt und die Pop-Richtung, in unüberschaubare Stilrichtungen. Folklore, Jazz-Rock oder Blues-Rock, Folk-Rock, Free-Jazz oder Country-Rock, die gesamte Palette wurde derartig Facetten-reich, dass der Musikfan schon kaum noch durch blicken konnte. Jeder, der Gitarre spielen konnte, versuchte eine Band, eine Gruppe oder eine Formation zu gründen, um irgendwann öffentlich aufzutreten. So war es bald nicht mehr möglich, alle Formationen und Musikstile, alle Tonträger und Veröffentlichungen zu überschauen. Es blieben, um überhaupt noch einen Überblick zu erhalten, eben jene Musiksendungen im Radio, in denen für mich hörbare Stücke gespielt wurden. das war vornehmlich der WDR, genauer gesagt das II. Programm des WDR. Das Radio dudelte deshalb in der Küche







Auch in der deutsch-sprachigen Musikszene gingen die Richtungen weit auseinander. Der einstige Schlager, die Schnulze oder das Heimatlied, sie mutierten zu populär-angehauchter Musik, mit oft eigenwilligen Stilrichtungen. " Kraut - Rock ", " Deutsch-Rock " oder auch " Polit-Rock " gehörte ebenso dazu, wie die Musik der Liedermacher. Jener Spezies also, die dem Zeitgeist folgend, dem Deutschen Michel nicht nur auf´s Maul schauten, sondern ihm auch seine historischen Missetaten permanent unter die Nase rieben, ihm sein typisches " Deutschsein " vermiesen zu versuchten oder Heilslehre verkündeten und mit gesungenen und durch oft blasser Musik untermalte Parolen zum Anderssein, ihr Glück auf dem Markt der Eitelkeiten, der Monetenmacher und Karrierehengste, versuchten. Viele von ihnen scheiterten schon nach kurzer Zeit, andere verschwanden nach einigen Jahren in der Versenkung, weitere Interpreten schafften es, zu Geld und Bekanntheit zu gelangen, in den Medien ständig aufzutreten und eine Institution zu verkörpern.














In den Gründungsjahren war für mich " Burg Waldeck und das Festival der Liedermacher " kein begriff. Wie konnte es auch? Ich hatte - schon allein wegen des Alters von 12 Jahren - keinerlei Möglichkeiten, mich mit dieser Musikszene zu befassen. In den Medien ( es gab damals nur 2 Fernsehprogramme, ein Dutzend Radiostationen und eine überschaubare Anzahl von Printerzeugnissen ) wurde dieses Art Musik zu machen völlig ignoriert. Hier waren - wenn überhaupt - allenfalls Pop - und Schlagermusik ein Thema. Über gesellschaftskritische Interpreten wurde kein Wort verloren. Auch einige Jahre später, in den " wilden " Endsechzigern, war die Berichterstattung - wenn sie denn erfolgte - einseitig, ablehnend, ja sogar mit Hass erfüllt. Weltverbesserer, Revoluzzer, linke und kommunistische Spinner, von Moskau bezahlte Künstler, die es nie gelernt haben, richtig zu arbeiten. Ein nur bedingt politischer, junger Mensch nimmt diese einseitigen Informationen zwar auf, hinter fragt se dennoch nicht. Kritisch sein, dass wurde in meinem Freundeskreis den Oberschülern, den Abiturienten, den Studenten, überlassen. Wir durften eh nicht mitreden, denn wir gehörten nicht dazu. Ich empfand diese Zeit als Leerzeit, den als Lehrzeit. Sinnlose Pflichterfüllung, Tätigkeiten ohne Ausbildungbezug und Schikanen durch die Gesellen, deren geistiger Horizont sich auf das Stammtisch-Geschwafel, das " Bild " - Zeitunglesen und die spießigen, provinziellen oder militärischen Lebenseinstellungen reduzieren ließ.








Nein, das politische Lied, es war zur damaligen Jugendzeit kein Thema für mich. Auch in den Jahren darauf, galt mein Hauptaugenmerk eben der Rockmusik oder der populären Richtung von artverwandten Musikstilen. In dieser Zeit, also Mitte der 70er, plärrte das Kofferradion in der Küche meiner Eltern von früh bis spät. Das WDR II - Programm mit den sehr unterschiedlich Formaten, es bestimmte den Tagesablauf über jene der 52 Wochen im Jahr - über Jahre hinweg eben! Als der Titel " Liedermacher " des öfteren dort gespielt wurde, hielt ich ihn für langweilig, für unzeitgemäß oder für zu deutsch - also nicht Aufnahme - geschweige denn kaufwürdig. Hanns Dieter Hüsch, okay, der Name fiel im Freundeskreis schon mal. Der Hüsch ist gut. Warum ist er gut? Warum sollte er so gut sein, dass wir Jugendlichen von ihm Tonträger haben mussten? Was macht er eigentlich, der Hanns Dieter Hüsch? Macht er nun Kabaret, macht er Lieder oder macht er Nonsens. Singt er nun, leistet er nur vor oder textet er ausschließlich. Hanns Dieter Hüsch war Hüsch und Hüsch war in - out. Bei mir auf jeden Fall.








Es war meiner Kinder - und Jugendzeit, die ich in der platten Provinz verbracht hatte, geschuldet, dass weder Wader, noch Süverkrüp, noch Mey, geschweige denn Hüsch auf den Plattentellern in dem Beat-Keller lagen. Während dieser Zeit, die bei mir geprägt war von wieder lange Haare tragen, von Diskotheken - Besuchen in verräucherten und mit Haschisch - Schwaden geschwängerten Lokalen, von Besuchen auf Musikfestivals, von den ersten kleinen und großen Lieben und von LP - Läden - Aufenthalten, in jener Zeit, war vielleicht kein Platz für die feinen, die kritischen, die entlarvenden Texte und Lieder. Ab und zu spielte ich über mein Telefunken TDK-Tonbandgerät einige, von Bekannten ausgeliehene und aufgenommene Platten ab, die sich mit dem zeitkritischen Strömungen befassten. Da war Floh de Cologne mit der LP " Fließbandbabys ", da war Wader mit seinen " 7 Liedern ", da war Franz Josef Degenhardt mit " Spiel nicht mit den Schmuddelkindern! ". Auch diese Alben war noch eben populär. Es galt auch als " in ", sie zu besitzen, sie zu spielen, die Texte zu kennen. Nur kaufen - kaufen wollte ich sie nicht. Viel Geld, nämlich fast 20 Deutsche Mark, für eigentlich mir nichtssagende Musik.








Die LP von Hanns Dieter Hüsch " Nachtvorstellungen ", die Mitte 1975 auf den Markt kam, sie war mir deshalb auch unbekannt. Auch dann noch, als ein Freund sie sich kaufte und - weil sie mit der Kunstkopf-Stereophonie-Technik aufgenommen war - zu Besuchen regelmässig abspielte. Nein, Hüsch, den Hüsch, den ignorierte ich trotzdem. Auch wenn er von dem Freund hoch gepriesen wurde. Dieser Freund war denn eigentlich auch kein wahrer Mitstreiter um die bessere Musik, weil er sich mehr für die Technik, als für die Musik interessierte, weil er mit schöner Regelmässigkeit als verwöhntes Einzelkind " Einen raushängen ließ " - er gehörte zwar dazu, aber er war eher, wie ein Wurmfortsatz zu sehen. Er, der mehr Geld hatte von Zuhause aus, um sich eine exzellente Stereo-Anlage mit Revox_- Tonbandgerät, mindestens drei Kopfhörern und sonstigen, teueren Zubehör kaufen zu können; er, der auch LP´s hatte, die ich gerne besessen hätte und sich Frechheiten gegenüber seinen Eltern heraus nahm, die ich auch gerne gesagt hätte; er war dennoch kein Gruppen -, kein Gang - oder Freundeskreismitglied, wie die vielen Anderen zu der damaligen Zeit.








So war denn sein Musikgeschmack mit dem meinigen fast identisch, aber " Liedermacher ", die bei ihm im Plattenschrank standen, die gab´s bei mir eben doch nicht. Diese - eher ablehnende oder ignorierende - Haltung behielt ich auch dann bei, als ich zum BWL-Studium nach Wilhelmshaven zog, als ich endlich - spät, aber wohl nicht zu spät - das Elternhaus verließ, ohne es dennoch wirklich zu verlassen, als ich mich aufmachte, die studentische Welt zu erforschen. Schon ab 1976, dem Beginn meines Studiums, verbrachte ich weiterhin viele Stunden in den Plattenschäften - bei JPC, bei 2001 oder bei einem kleineren Geschäft. Während dieses Musikstudiumskam mir die Doppel-LP " Nachtvorstellungen " von Hanns Dieter Hüsch ebenso unter die Augen, wie viele weitere Alben von ihm. Die Erinnerung hieran verblasste jedoch mit den Jahren zunehmend. Der Hüsch verschwand irgendwann ganz aus meinem Gedächtnis, so wie viele, nicht gekaufte Alben und Musikstücke auch. Von Wilhelmshaven aus setzte ich dann ab 1978 das BWl-Studium in Bremen fort, zog Ende 1978 ganz dort hin und hielt mich fortan in Vinyl-Shops, wie " Ear ", " " Karstadt - Plattenladen " oder später dann in Köln bei Saturn auf, dem damals größten LP-Geschäft in Deutschland.








Ab den 80ern und mit Beginn des Jura-Studiums wurden meine Lebenseinstellungen politischer. Ich hörte ebenso viel Lieder von Hannes Wader, Reinhard Mey, Franz Josef Degenhardt und anderen Polit-Barden. Ich las den " links-liberalen " SPIEGEL auch weiterhin, der immer noch über Politszenen schrieb, in denen auch diese Interpreten benannt waren.








Nur Hüsch, den nahm ich auch weiterhin nicht wahr. Vielleicht war es auch schon zu spät, um auf sein zu diesem Zeitpunkt bestehendes, künstlerischen Wirken, einzugehen, um ihm so zu sehen und zu bewerten, wie er damals bereits sich zeigte: ein nonkonformer Alleskönner auf der Orgel spielend, rezitierend und schwadronierend, unverbindlich bleibend, aber tiefgründig, neutral und dennoch gesellschaftskritisch, reflektierend oder selbst ironisierend, sarkastisch und oft anbiedernd neutral. Hüsch war immer noch Hüsch. Nur: ich war älter geworden, zeitkritischer und lebensmutiger. Die Neon-Licht beherrschenden 80er, mit all ihrem Plastikpop, mit der NDW und den " Ich - will - Spaß - Jugendlichen ", mit den beinahe Neureichen aus den 68ern, mit den aus England herüber schwappenden Punk-Rock, der gekennzeichnet war von noch schrillerem out-fit und Frisuren, die wie Hahnenkämme aussahen, mit den " Supergroups ", wie " The Police ", mit ihrer Kampfansage an die Hippie-Generation, die zum Teil schon ihre Eltern waren und dem a-politischen " Ich will jetzt leben " - Slogan. Das war weder musikalisch, noch von meinem Lebensanspruch für mich interessant. Punk-Musik war lautes Geschrammel auf irgendwelchen Instrumenten - meistens Gitarren und das Herausgrölen von oft obzösen Texten, die sich nicht einmal reimten. Ich wandte mich von dieser Szene völlig ab. Sie widerte mich an. Das war für mich bereit die nächste Generation, die sich hier vorallem musikalisch artikulierte.







Es folgte ein Rückzug in die schönen und wilden Siebziger. Ich kaufte mir viele LP´s, die ich zuvor eher stehen gelassen habe und war überrascht, was ich oft zuvor verpasst hatte. Inzwischen tobten in der BRD-Gesellschaft die Umverteilungskämpfe. Die ersten Krisen in den 80 -ern hinter ließen deutliche Spuren. Das Werftensterben begann und endete in der BRD mit einem Desaster, parallel dazu entstand die Fischereikrise, die Binnenmärkte formierten sich um. Unzählige japanische Hersteller drangen auf die hiesigen Konsumartikelmärkte, auf den Automarkt, der Deutsche konnte sich dadurch mehr materiellen Wohlstand leisten, er wurde jedoch dafür mit dem Risiko der Arbeitslosigkeit bestraft. Traditionsfirmen verschwanden oder wurden aufgekauft, fusionierten oder expandierten. Die einheimische Wirtschaft war im Umbruch. Auch der Musikgeschmack veränderte sich noch einmal. Es wurden Diskotheken-Stücke produziert, die eine Glitzer - und Glamourwelt vermitteln wollten. Musikfilme entstanden, in denen flache Handlungen durch Show-Einlagen aufgepeppt wurden. Dann verabschiedete sich die Vinyl-Platte von dem Markt. Die Compact-Disc, kurz " CD " genannt, geriet auf ihren unaufhaltsamen Vormarsch zum Erfolg. Für eine nur kurze Zeit produzierten Interpreten ihre Alben sowohl auf CD, als auch auf LP. Das war Ende der 80er vorbei. Die Langspielplatte hatte als Tonträger Nummer Eins ausgedient. Ebenso die Cassette, das Miniband, zum aufnehmen und mitschneiden. Es verlor immer mehr an Bedeutung.







Dann kam die Wende. In den Ostländern rebellierten die Menschen. Die Völker wollten ihre Freiheit. Die Diktaturen wurden abgesetzt. Deutschland erhielt seine Wiedervereinigung. Die Euphorie war groß. Auch viel Musiker nahem sich dieser Ereignisse an. Eine wahre Schwemme von West-Interpreten ergoß sich über die Neuen Bundesländer. Die 90er waren eingeleitet. Die Zeit mit jener musikalischen Vielfalt, in der ich auch Gruppen, wie " Gun´s ´n ´Roses " hörte, mir Musik von Udo Lindenberg kaufte, selbst Peter Maffay stand in meinem CD-Archiv. Mein Musikgeschmack wurde facetten-reicher. Er war nicht nur auf eine Stilrichtung fixiert. Dennoch blieb mein Hauptaugenmerk bei den Rockinterpreten, vorallem bei den englisch-sprachigen Künstlern. Die Möglichkeiten, sich für mein Hobby weiterhin zu interessieren, wurden mit Tag zu Tag eingeschränkter. Der Beruf, die Familie, die täglichen Kämpfe um den Fortgang des Lebens, sie wurden intensiver. Gleichzeitig nahm auch das Bedürfnis, auf dem Gebiet der populären Musik noch mitreden zu können, stetig ab. Der Einschnitt kam unmittelbar nach der Ehescheidung. Ich lebt wieder auf. Auch musikalisch. Ich holte nun ein Jahrzehnt im Schnelldurchgang nach. Ich legte mir hunderte von CD´s zu, dessen bewusst, dass ich sie mir eigentlich nicht mehr leisten konnte. Die Scheidung hat mich ruiniert, die Ehe zuvor noch mehr. Mit der Geburt meiner Tochter wurde ich ein anderer Mensch.











Es folgte die Jahrtausendwende. Der Musikgeschmack hatte sich nicht wirklich verändert, die Bereitschaft, auch andere Musikstile zu hören, wurde mit zunehmenden Alter meiner Tochter immer größer. Nun waren Tic-Tac-Too, die Boygroups und Girliebands im CD-Wechsler. Ich veränderte mein out-fit ein wenig, um jugendlicher, frischer, dynamischer zu wirken.






Es war nur eine Episode in meinem Endvierziger - Leben, der Hauch einer midlife-crises, der mein Umfeld durch wehte. Jüngere Frauen waren jetzt in. Sie bedeuteten mir allerings nur so viel, dass ich sagen konnte, ich lebe wieder. Mit dem Fortzug aus der Peripherie der Großstadt, schlief sukzessive der Kontakt zu meiner Tochter ein. Das belebende Element wurde nun zur Altlast. Die Kindesmutter, die Ex-Frau verlangte Unterhalt. Tja, ich floh in die Neuen Bundesländer, lernte hier eine gleichaltrige Frau kennen, die ich sofort einbezog in meine Vergangenheit und aus deren Umfeld eine neue Zukunft erwuchs. Ich besann mich auf meine Wurzeln. da wo ich einst ausgeflogen bin, die Welt kennen zu lernen, aus der musikalischen Richtung des Rocks heraus, da wurde ich wieder zurückgeholt. Ich hörte nun jene Musik aus den 60ern, 70ern und 80ern wieder, die mich und meine Frau, die uns mit einander verbanden.






Ohne wehmütoig in Erinnerungen längst vergangener Zeiten, ohne an die unzähligen Chancen , die das Leben mir einst geboten hat und die ich genutzt, aber auch vertan hatte, zu denken, ihnen nach zu trauern, lebe ich nun wieder auf. Jugend ist ein Alter, aber Alter kann auch Jugend bedeuten. Wer sich nicht ständig verbiegen lässt, wer nicht jedem Modetrend hinter her hechelt, wer nicht opportunistisch mit den Wölfen heult und sich der Karriere verschreibt, wer eher auf dem Boden der gegebenen Realitäten steht, der kann sich mit dem Älterwerden sogar postiv identifizieren - ja er muß es sogar.






Eines Tages hörte ich von einem Gastspiel des Liedermachers Hannes wader im Dresdner Schlachthof. Es war ein Aprilabend, als er dort saß. Alleine, vor mehr als 2000 Zuhörern. Nur seine Gitarren spielend, über sein Leben singend, sein Lebenswerk vorstellend und selbst kritisch auch das erzählend - mit spärlichen Worten allerdings -, das er bevorzugt, das er hasst, das er erhofft. Ein Mann in die 60er gekommen, aus den Endsechzigern stammend, aber intellektuell taufrisch wirkend. Er gestandener Mann, von dem sein Liedermacher-Kollege Konstantin Wecker sagte, er habe sich aufrecht gehend in die Jahre des Alterns begeben. Wie wahr!






Hannes sang, erzählte, sang und spielte Gitarre. Herrlich! Meine Welt? Tja, wohl auch ein teil meiner Jugend, meines Lebens, meinesAlters. Irgendwie war ich so fasziniert von ihm, obwohl ich ihn aus den frühen Jahren als Student im Pumpwerk geshen hatte, im DKP-Zelt erleben durfte und auch seine Platten und CD´s im Schrank habe, dass ich ständig seine Lieder summte, sie - oft falsch sang - und von ihm schrieb. Auf diversen Internet-Seiten seine Texte rezitierte. In dieser Phase kam mir der Gedanke an Hanns Dieter Hüsch. Er ließ mich nicht mehr los. Seine Fanseite habe ich bis dato einige Male angeklickt, habe einen Wortbeitrag dort hinter lassen und mich über seine Musikstücke kundig gemacht. Er war mehr als nur ein Liedrmacher. Er war Poet, er war Gaukler, er war Pädagoge, Philosoph, er war ein Kleinkünstler, wie es nur noch wenige in der heutigen Gesellschaft, von ihnen gibt. Liedermacher! Eine vom Aussterben bedrohte Spezies? Nein! Es gibt auch heute noch gute Lieder, gute Texte, gute Musik - es ist nur eben anders als Damals. Damals hiessen diese Interpreten eben Liedermacher.











_____________________Damals_______________________


Musik: K. Johnson

Orginalinterpret: Gordon Lightfood

Deutsche Textübersetzung: Hannes Wader

Jung war ich, mein Hunger, nach dem Leben übergroß.

Ging fort, riß mich von Zuhause und allen Freunden los.

Kam in die großen Städte, wo ich nicht nur Freunde fand.

Meisten halfen meine Träume, mir oft mehr als der mein Verstand.

Kaufte mir eine Gitarre, übte tage - nächtelang.

Schrieb meine aller ersten Lieder, die ich auf der Straße sang.

Und trug einen Ring im Ohr, auf den ein Name stand.

Der Name eines Mädchen, eingeritzt mit eig´ner Hand.


Große Ziele, Träume, alles liegt soweit zurück.

Vertane Zeit, verpasste Chancen und oft unverschämtes Glück.
Zuviel von dem, was ich mir wünschte, habe ich niemals erreicht

und heute klingen meine Lieder nicht mehr so damals, frei und leicht.

Heute singe ich, um mein Leben.



Den Ohrring gab mir Cisco, es ist ewig lange her.

Er, der zehntausend Lieder kannte. Cisco lebt schon lang nicht mehr.

Ist verschwunden und gestrandet, in einem freien Land,

an ihrgend einer Straße, unbeachtet, unerkannt.



Die Jahre die vergingen. Viele Lieder dieser Zeit.

Vertraute Stimmen, sie verklingen. Sind entfernt, so weit so weit.

Die Erinnerung an das Mädchen ist geschmolzen, wie der Schnee.

Ich wollte es vergessen, warf den Ohrring in die See.



Auf der Straße, abseits von Verkehrslärm und Gestank.

Zwischen Läden, Blumenkübeln und dem Eingang einer Bank

warten ein paar Leute. Auch ein Junge steht davor.

Singt wieder neue Lieder und trägt einen Ring im Ohr.

Und wieder lauschen Mädchen, ihre Neugier schlecht getarnt.

Wie oft haben ihre Mütter, sie vor so einem gewarnt.

Viele geh´n zugrunde, einer wird vielleicht ein Star.

Ein Traum, der heiß und lange brennt, wird manchmal sogar wahr.





















Montag, 9. Juli 2007






Nachrichten sind oft unangenehm. Vorallem solche, die einen Menschen dazu noch persönlich berühren, ja, sogar beeinträchtigen. Vor einiger Zeit erhielt ich eine solche.

In dem kleinen, beschaulichen Badeort Bad Eilsen rumort es seit einiger Zeit gewaltig. Es sieht auf den ersten Blick eher wie eine Provinzposse aus, die dort inszeniert wird. Beim zweiten Hinsehen wird jedoch überdeutlich, dass es mehr als die Notizen aus der Provinz sind, die dort aufgenommen werden. Hier geht es um egoistische Interessen einesEinzelnen gegen die Mehrheit der Bevölkerung. Es geht um das Gehetze nach dem Geld und dem Einfluss auf wirtschaftliche Abläufe.

Was war geschehen?
Nun der gewählte Bürgermeister Rinne ist ein wohlhabender Mann; ein angesehener Bürger und ein ganzer Kerl. Er hat es zu etwas gebracht in seinem bisherigen Leben. Er hat mehrere Häuser, eine Familie mit zwei Kindern, die er auch im zarten Alter von jenseits der 18 Jahre noch tatkräftig unterstützt. Er ist ein politisch, lokales Schwergewicht, an dem so schnell niemand vorbei kommt. Der Machtmensch Rinne, er ist eben wer. Ein CDU´ler durch und durch. Ein Schwarzer, der schwarz malt, wenn es um seine Interessen geht und der rabenschwarz sieht, wenn diese gefährdet werden.
So ist denn Rinne jüngst in den Kampf gezogen, als ein großer Lebensmitteldiscounter einen neuen Markt in Bad Eilsen ansiedeln wollte.
Er zieht nunmehr sämtliche Register, um diese Ansiedlung zu verhindern.
Er lamentiert öffentlich, dass der Markt Lärm und Schmutz in den beschaulichen Ort bringen würde. Das LKW den zarten Straßenbelag übermäßig Schaden zufügen würden, die Immissionsgrenzwerte überschritten werden; es schlichtweg schädlich und für das Staatsbad nicht hinnehmbar sei, wenn ein Discounter sich hier niederlässt.

Rinne steht jedoch allein auf weiter Flur. Die Mehrheit befürwortet die Neuansiedlung. Zu Recht, denn die Mehrheit, das sind Frauen und Männer über 65 Jahre, die ihren wohlverdienten Ruhestand erleben möchten. Die andererseits aber auch nicht auf einen Einkauf von Waren des alltäglichen Bedarf verzichten wollen. Die gibt es nur begrenzt in Bad Eilsen zu erwerben. Der mobile, aber auch nicht mobile Bürger muss auf die nächst belegen Orte ausweichen, in denen ein Supermarkt existiert. So hangelt sich Rinne von einem fadenscheinigen Argument zum Nächsten; und das seit Wochen und Monaten.

Rinne torpediert mit allen Mitteln den Planungablauf des Marktes. Warum?
Nun, weil er Eigentümer des Grundstückes ist, auf dem sich ein Lebensmittelmarkt befindet, für dessen Pächter Monat für Monat über 8.000 € Pachtzins fällig werden, die Rinne kassiert.
So einfach ist Politik immer schon gewesen, wenn solche Drecksäcke, wie Rinne einer ist, an die Macht kommen.
Bereits nach der Wahl zum Bürgermeister hat er gezeigt, wessen Geisteskind er ist. Bauland seiner Parteifreunde wurde an die Gemeinde zu horrenden Preisen verhökert und dieses wiederum an Bauinteressenten zu überzogenen Preisen weiter verkauft. So kann jeder einen ordentlichen Schnitt machen.
Das mit jedem Neubau die Kanalisation, die alte, veraltete blieb, ist Rinne egal. Hauptsache Kasse machen.
Wehe denen, die beim nächsten Starkregen, nicht rechtzeitig die Klappen zu bekommen. Land unter, wird es dann dort heißen.
Klappe zu, Rinne und Markt her, bevor der andere in die Insolvenz geht!

Donnerstag, 5. Juli 2007

Warum die Tierheime zu den Sommerferien wieder überfüllt sind?

Ein Artikel der SZ, der Sächsischen Zeitung aus Dresden, er brachte es an das Tageslicht: Die Tierheime im Freistaat quellen über. Mal oder besser: Immer wieder? Wer - so wie ich - sich seit seiner Kindheit mit Tieren beschäftigt, sie kennt und sogar liebt, dem versetzt es jedes Mal einen kalten Schauer über den Rücken, ja, sogar ein Wutanfall ist nicht ausgeschlossen, wenn die Horror-Meldungen über die Zustände in den bundesdeutschen Tierheimen zu Beginn der Sommerferien, ab Mitte Juni, durch die Medien geistern.
Allein in NRW sind in diesem Sommer täglich etwa 500 Katzen und Hunde in den landesweiten Einrichtungen entsorgt worden. Teilweise einfach über den Zaun geworfen, teilweise unter Angabe eines Lügengebildes, dass manchmal absurde Züge annimmt, dort abgegeben und entledigt worden.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Das Tier, was einst zum Spielzeug für seines Herrchen´s oder Frauchen´s Eitelkeiten oder zum vorübergehenden Lebensinhalt seines Halters wird, steht plötzlich dem Urlaub, der ungetrübten Urlaubsfreude oder der Flugreise im Wege. Es muss nun abgewogen werden zwischen den Erholungsinteressen des Menschen und den Versorgungverpflichtungen gegenüber dem Tier. Was tun? Es gibt selbstverständlich die Möglichkeit, den nichtmehr geliebten Hausfreund in eine Tierpension, bei Freunden oder Verwandten abzugeben. Das kostet. In Einzelfällen bis zu 20,-- € je Tag und Tier. So könnt sich schnell für den Jahresurlaub von 10 bis 21 Tagen, ein erkleckliches Sümmchen von einigen hundert EURO addieren. Teuer sind die gehaltenen Vierbeiner, Kriechtiere oder Flugfreunde eh schon. Neben den Kosten für Futter, Tierarzt und sonstigen Tierhaltungzubehör, wie Käfig, Kratzbaum, Spielzeug, müssen nun noch weitere Beträge berappt werden. Vielen ist das denn auch zu viel; sie geben das Tier einfach wieder ab.

So müssen denn die entsprechenden Einrichtungen all jährlich mit tausenden Neuzugängen rechnen, deren Vermittlung oft schwierig und zum Teil unmöglich ist, weil die oft spezifischen Umstände in der Vergangenheit und der Haltung des Tieres, eine Neuvermittlung mehr als problematisch erscheinen lassen.
Die Zeichen der Zeit, die Lebensweise in unsere auf Konsum und Moneten getrimmten Weg-Wer-Gesellschaft, sie deuten auf eine egoistische Einstellung auch gegenüber den übrigen Lebewesen dieser Erde hin. Das Raubtier Mensch wütet nicht nur in der Flora und Fauna, nein, es degradiert durch eine auf Spaß - und Gewinnstreben orientierte Lebensphilosophie, die übrigen Kreaturen zu Dauerstatisten, denen einziger Ausweg es ist, in eigens ausgewiesenen Schutzgebieten, ihr Dasein zu fristen. Dieses gilt oft nicht für jene Spezies, die sich der Mensch zum Dauerbegleiter heran gezogen hat, das Haustier.
So verwundert es nicht, dass jene skrupellosen Egoisten, die Tiere zu Weihnachtsgeschenken herab würdigen, sich ihrer regelmäßig dann entledigen, wenn sie mit den eigenen Lebensfreuden kollidieren. Das ist in unserer hoch-technisierten Gesellschaft eben der Urlaub.

Dann eben: Guten Flug, liebes Mohrchen, lieber Struppi, liebes Goldichen - über den Schutzzaun des nächsten Tierheimes, bei nacht!