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Dienstag, 27. September 2016

Berlin und zurück oder The Bargain.


 Das Wochenende sollte eigentlich der Entspannung dienen. Allenfalls ein wenig Gartenarbeit könnte dabei die relaxten Stunden unterbrechen. Wer aber als Ebayianer bundesweit auf Schnäppchen - Jagd geht, der sollte sich die beiden Wochenendtage Samstag und Sonntag nicht zu sehr verplanen.

Da stüöberte meine bessere Hälfte seit geraumer Zeit in dem weltweit größten Online - Markt nach Möbeln, genauer gesagt, nach Sitzmöbeln; und ganz genau ausgedrückt, nach Coaches, Sofas oder so was ähnlichem (  https://de.wikipedia.org/wiki/Sofa ) herum. Vor mehreren  Wochen wurde sie fündig. Eine elfenbein - farbiges, drei Meter langes, achtzig Zetimerter tiefes und 65 cm hohes Prunktstück aus einer Designer - Herstellung ersteigerte sie für sagenhafte 16, 50 Euro. Der einzige Nachteil war: Sie stand zur Abholung in Berlin.

Unsere polnischen Freunde bei " Shiply ", der den gesamten Ferienemonat
August nicht erreichbar, weil im Urlaube, waren, zeigten offensichtlich kein Interesse, eine kostengünstige Transportfahrt anzubieten. Somit blieb die Möglichkeit eines Mietfahrzeuges. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für einen Sieben - Sitzer von Ford ( einstiger Werbeslogan:  " Die tun was " ), die ich online bei einem hieisgen Anbieter bestellte.

So machten wir uns dann am vergangenen Samstag auf den Weg zur Mietwagen - Niederlassung und starteten, nach dem üblichen Prozedere mit Führereschein - und Personalausweis - Vorlage sowie Entrichtung des Mietpreises sowie einer Kaution, in Richtung der Landeshauptstadt.

Sicherlich diese Kinder - Kutschen, auch Vans genannten, sind schon bequem, aber, weil es zwar ein Diesel, jedoch mit einer Automatik - Schaltung war, dann doch nicht besonders freundlich im Kraftstoffverbrauch. Immerhin kamen wir nach gut 2 1/2  Stunden Fahrtzeit heil und vollen Mutes in der Landeshauptstadt an.
Und dieses, obwohl uns das eingebaute Navigationssystem dann doch einen großen Umweg fahren ließ. Es wird wohl daran gelegen haben, dass die schnelleste Route eingegeben war und nicht die kürzeste Strecke.

Der Verkäufer wartete bereits vor dem Wohnblock und staunte nicht schlecht, als das rollende Kinder - Zimmer in die Straße einbog. Das sehr kommunikative Paar hatte den Umzug von Berlin nach Hamburg bereits bis kurz vor der Wohnungsabnahme und - übergabe getrieben. Bis auf die an die Nachmieter verkaufte Küche, eine, wenige Möbelstücke, die am Sonntag abgeholt werden sollten und unserem riesigen Sitzelement, waren beinahe sämtliche Zimmer ausgeräumt. 

Der Verkäufer schrieb hierzu: " You made a bargain ". Und so war es auch, denn an dem Ledersofa waren kaum Beschädigungen. Nur: Es wurden zwei Teile und zwei Transport - Chargen. Stichwort: " Iuris non calculat ". Pech gehabt!
So kutschierte ich den Siebensitzer von " Ford " wieder auf die Autobahn und fuhr erneut einen Umweg. Warum auch immer!

Nachdem wir die großen Lederauflagen und Rückelemente aus dem Van heraus gewuchtet hatten, war der einzige Lichtblick dieses, dann eher gebrauchten Samstags, dass meine Werderaner endlich einen ersten Sieg einfuhren.

Berlin und zurück, am folgenden Sonntagmorgen, nachdem uns eine eher völlig gestresste Mitarbeiterin das wahre Leben rund um die Autovermietung herunter gebetet hatte. Kleintransporter gibt es nur Samstags zu ergattern, wenn diese Wochen vorher gebucht werden. Häh? Dennoch verständlich, weil die mobile Gesellschaft auch Mobilität auslebt und der Herbst traditionell mit vielen Umzügen in Verbindung zu bringen ist. Hätten wir es gewusst? Eher ja, dann aber auch wiederum nicht so richtig. Egal, nach dem die krawallige Dame hinter dem Tresen erklärt bekam, dass eben just ein solcher Transporter wieder gewünscht wird und auch ohne übliche Grundreinigung auf Tour geht, erhellte sich ihr Gesicht ein wenig.

So fuhren wir am Sonntagmorgen in einen sonnigen Herbsttag auf der Stau - und Baustellen geplagten A 13 in Richtung Berlin. Das Internet hatte mich dieses Mal vorgewarnt: Der diesjährige " Berlin Marathon " stand an. Auch die Verkehrsmelungen irgendeines dieser Private - Sabbel - Radiosenders textete pausenlos eine Litanei von Straßensperrungen herunter. Doch die Bundeshauptsadt war noch weit entfernt.

Dann fuhren wir - dieses Mal völlig - Navi - konform  - die kürzeste Strecke, deshalb die " Johannisthaler Chaussee " auf der A 113 ab und gerieten in die Straßensperrungen aufgrund des Berlin Marathons.

Imposant war der Anblick jener Menschenmassen, die sich zwischen den Absperrungen in Richtung des Ziels bewegtem, schon. Doch: Für einen Klein - LKW - Fahrer, trotz des Navigationsfreundes als ständigen Begleiter, war es eine elende Tortur. So empfohl uns " Else ", die Stimme aus dem kleinen Wunderding, nur zu häufig, dort abzubiegen, wo ein Richtungswechsel wegen der aktuellen Sperrung, eben nicht erlaubt war.

Während die Massen an uns vorbei liefen, dabei schwitzend, aber durchaus in sichtbar guter Kondition, Tausende von Plaste - Trinkbecher auf die parallel zur eigenen Fahrtroute verlaufenden Straßenzüge warfen, kam für uns endlich Licht in die Wirrnis der Straßensperrungen. Wir konnten endlich in die vorgegebene Richtung abbiegen. Kreuzberg - wir kommen!

Doch die Freude darüber, sie wärte nur kurz. Bereits nach wenigen Minuten waren Straßen wieder gesperrt oder nur in der entgegengesetzten Richtung befahrbar. Ich umfuhr einen mit Blaulicht stehenden Polizeiwagen und geriet dadurch in eine vorübergehende Sackgasse. Am Ende einer dieser typischen Kiez - Straßen war die Durchfahrt durch jenes sattsam bekannte Plaste - Absperrband untersagt worden. Es hieß also, einen mehr als 5 Meter langen Transporter auf einer zu geparkten und allenfalls 3 Meter breiten, einstreifigen Straße zu wenden.

Während ich auf Anleitung meiner besseren Hälfte, die inzwischen ausgestiegen war, um mich per Handzeichen zu navigieren, das Gefährt Zetimeter für Zentimeter in eine andere Richtung drehte, erinnerte ich mich dabei, was mein damaliger Fahrschullehrer gepredigt hatte: Beim Ausparken oder Wenden immer sehr langsam an das Hindernis heran fahren, dann abbremsen und das Lenkrad bis zum Anschlag in die andere Richtung einschlagen. Und: Es funktionierte! Nach fünf Minuten war der Spuk vorbei und wir fuhren erleichtert aus der Autofalle heraus. Allerdings in die nächste hinein, denn am Ende der Straße war nur ein Abbiegen in jene Richtung erlaubt, aus der wir zuvor gekommen waren.

Ich entschloss mich links und damit verbotswidrig in die Straße einzubiegen. Egal, wir wollen unser " Bargain " abholen - koste es, was es wolle!

Mittlerweile hatte sich unser englischer Verkäufer " Richie " per Whats - App gemeldet. Er war nicht mehr vor Ort, sondern auf einem 80er - Jahre - " Dallas " - Retro - Event. Spass muss auch bei einem beinahe abgeschlossenen Umzug von Berlin nach Hamburg sein.

Nach knapp 6 Kilometern, dann jedoch ohne weitere Umleitung, erreichten wir unser Ziel.

Ich stellte den Transporter vor einigen Parkplätzen und visavis vor dem Wohnblock einfach ab, stieg aus und öffnete die Tür zum Laderaum. Ein Anwohner kam mit seinem Fahrrad heraus und fragte sehr höflich, ob ich nicht ein Stückchen weiter fahren könne, weil er seinen Kofferraum zum Einladen der Fahrräder benötigte. Klar doch! Dann folgte ein weiterer Bewohner, der seine floten, glänzenden BMW aus der Tiefgarage fahren wollte. Er schloss uns dafür die Tür auf. Eine dritte Anwohnerin gedachte aus der Parkbucht heraus zu fahren. Ich bewegte den Klein - LKW noch einen Meter weiter in Richtung Straßenkreuzung.

Nun war die Tür auf, die Sicht auf das " Bargain " unverhüllt und wir standen vor der Aufgabe, das riesige Längliche, in das noch größer Eckige hinein bekommen zu müssen. Es war zwar nicht die Angst des Torwarts vor dem Elfmeter, wohl aber, jenee Bedenken, dass die Kraft meiner zuverlässigen Beifahrerin, dann doch nicht dafür ausreichen könnte.

Ein sportlicher, großer, schlanker Mitbewohner, der just sein Rennrad in den Hausflur plazierte, sah unser Dilemma und fragte spontan: " Brauchen Sie Hilfe?" Hocherfreut antwortete ich ihm: " Ja! Ich glaube schon!". Sofort fasste er das erste Sitzteil des " Bargain " mit an.
Nach zwei Minuten war das Problem auf die Berliner Art gelöst. Ich bedanke mich artig, nachdem ich ihm zuvor erklärt hatte, dass unser Verkäufer einen Termin, nämlich eine Einladung wahr nehmen musste.
" Richie " mache 80er - Jahre - Retro - Party.  Das sei wichtiger, was wir genauso sehen, gab ich dem sehr netten Helfer zur Kenntnis.

" The Bargain " war verstaut und wir wieder auf dem Weg zur Autobahn.  Und auf jenem, kamen wir - wieder dank einer Umleitung, an den physischen Überbleibsel jener Epoche nach 1961 bis Ende 1989 vorbei, die als " Berliner Mauer " in die Geschichtsanalen eingegangen ist. 
Ich schwadronierte über das einstige DDR - Unrechtsregime und bekam hierfür überwiegend Zustimmung von meiner besseren Hälfte. Wären die Ereignisse ab November 1989 anders verlaufen, wir hätte jene - wohl eher unfreiwillige Fahrt - entlang der Spree und den Relikten der Teilung, so wohl nie durchführen können.

Dann durften wir - nach einer weiteren Umleitung - wieder auf die A 113 fahren und kamen nach mehr als 2 Stunden Reisezeit wieder vor der Haustür an.

Wir wuchteten " The Bargain " in das Wohnzimmer und legten erst eine längere Kaffee - Pause ein, ehe die Umräumaktion gestartet wurde. Ein Sessel bekam in einem der oberen Zimmer seinen vorläufigen Platz, die weitere Coach stellten wir in das Arbeitszimmer und " The Bargain " asteten wir in das Wohnzimmer, unterhalb des Fensters.

Nach zwei weiteren Stunden hatten wir unser Tagwerk erfüllt. Glücklich, leicht geschafft und geläutert von der Annahme, dass ein Schnäppchen immer ein solches sein muss, aber mit der Erkenntnis, dass ein " Bargain ", dann noch eines ist, wenn die Erlebnisstadt Berlin hierbei eine Rolle spielt.
Die Bundeshauptstadt mag zwar überwiegend arm sein, aber sexy ist sie alle Male.

So tankte ich den gemieteten Lasten - Esel an der Zapfsäule, einer von der Filiale der Mietwagen - Niederlassung belegenen Tankstelle voll und fuhr  zur Fahrzeugrückgabe auf den dortigen Hof. Nun ja, das Ambiete hier erinnerte mich an alte Zeiten. Doch kostengünstig ist der dortige Anbieter dennoch. Nur die Mitarbeiterin hatte erneut nicht ihren besten Tag. Sollte dieses - was zu befürchten steht - als Dauerzustand verzeichnet werden müssen, so gilt demnach der Grundsatz : " Billig und durch "! Als " Bargain ", eben!  


Das meinen auch " The Who " in ihrem Klassiker " Bargain " aus dem 1971er - Album " Who´s Next ":


Und " The Kinks " wussten bereits 5 Jahre vorher: " Sittin´On My Sofa ":





Genau so sollte es sein!


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