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Freitag, 9. September 2016

Schwäbische Schimpfkanonade


Die nord - östlichen bis zentralen Küstenabschnitte Sardiniens zeichnen sich durch kleine, an reizvollen Buchten liegende Sandstrände aus. Hier kann der Urlauber, der Meer - Anhänger oder Sonnenhungrige oft nahezu alleine am Wasser liegen. Dieses gilt besonders in der Nachsaison, ab der letzten Augustwoche des Jahres.

Das gemietet. orts - typische Steinhaus mit Gartenanlage, liegt zudem an einem Privatweg, der durch ein riesiges Metalltor abgesperrt wird. Egal, was der Tourist darüber denkt: Es dient vornehmlich dazu, den einstreifigen, unbefestigten Steinweg vor Wildparkern zu schützen.

Auch auf Sardinien gilt längst: Eigentum ist Eigentum und Eigentum geht vor, wenn der Eigentümer hierfür ordentlich Geld bezahlt hat.

So war es uns ein Leichtes, über die Verlängerung des Rumpel - Weges an eine nahezu abgeschlossene, kleine Meeresbucht zu gelangen und hier einen Strandabschnitt zu nutzen, der eigentlich nur vom Wasser aus erreichbar ist.

Doch wer damit den Glauben verbindet, an allen Tagen für sich zu sein, der hat in jedem Fall die Rechnung ohne die einheimischen und ortskundigen Sarden gemacht. Diese klettern nämlich über die vielen Steine, der ansonsten felsigen Küste, und nutzen die dortigen Sandstrände. Bezahlt werden muss allenfalls für einen Parkplatz.

Da saßen wir am frühen Nachmittag mit den Enkeln und genossen das heiße Spätsommerwetter. Mir war es beinahe schon zu heiß und ich verzog mich in den späteren Nachmittagsstunden in das kühle Innere des zweiten Steinhauses. Das hätte ich lieber nicht getan, denn dadurch verpasste ich einen denkwürdigen Auftritt eines aus Baden - Württemberg angereisten Ohne - Kind - Ehepaars.

Das Duo war just frisch angereist und hatte ein eher luxuriöseres Haus unterhalb der von uns bewohnten Anlage bezogen. Nun standen die zwei Frischlinge an dem Rand der winzigen Meeresbucht und guckten wie 30 Tage - Regenwetter, weil der Sandbereich bereits von uns sowie weiteren Italienern belegt war. Was nun, lieber Schwabe?

Dieser stolzierte nebst devot und unsicher gebenden Frau über die ausgebreiteten Handtücher und weitere Utensilien der verbliebenen Familien - Majorität und platzierte seine beiden Taschen mit Tauch - und Badezubehör in eine größere Felsspalte. Dann stellte sich der schwäbische Hobbytaucher breitbeinig in Richtung der sitzenden Italiener und lederte im dunkelsten, schwäbischen Sprech los:
" Da sind jetzt auch noch die Italiener am Privatstrand. Dabei haben wir hierfür bezahlt. Was haben die hier zu suchen? Das ist doch ein Privatgelände. Warum sind hier Italiener? "

Je mehr er sich selbst, jene eigentlich unbeantworteten Fragen, in breiter schwäbischer Mundart stellte, desto mehr geriet der Spätzle - Fresser in Rage. Dabei zog er seinen teuren Neopren - Anzug zurecht, ließ sich von seiner schwäbischen mit der typischen Drahthaarfrisur und teurer, in dieses Gestrüpp gesteckten " Rodenstock " bis " Gucci " - Sonnenbrille bewehrten Mamsel den  Profi - Anzug am Rücken zu ziehen  und setzte seine Taucherbrille auf. Er komplettierte damit den Eindruck, von einer Art Over Dressed - Man  bei 24 ° C Wassertemperatur.

Seine Frau stand neben ihm, wie Pik Sieben auf Bahnsteig Acht des noch im Bau befindlichen Stuttgarter Hauptbahnhofs; und während sie, eher klein, hässlich, wie 95 % aller Schwaben - Frauen, just mit jener sattsam bekannten, dort aber auch sehr modischen Drahthaarfrisur und der teuren Sonnenbrille sowie Designer Badeanzug, nach wie vor zu seinen Schimpfkanonanden nichts zu sagen hatte.

Die hässliche, schwäbische Nur - Hausfrau wartete einfach ab. Sie harrte der Dinge, die da kommen würden und rührte sich einfach nicht vom Fleck.

Meine bessere Hälfte, die einige Meter vom dem Rumpelstilzchen mimenden Schwaben auf einem Felsvorsprung saß, begab sich gemächlich zu dem Schwaben - Duo und wartete noch einige Minuten ab, ehe der Rest der Familie aus dem Wasser kam. Dann erzählte sie unserer Tochter von der bühnenreifen Showeinlage des schwäbischen Touristen.

" Wir wohnen hier auch in einem Haus an der Privatstraße. ", eröffnete unsere Tochter ihr Gespräch mit dem geifernden Schwaben - Mann. " Das ist hier kein Privatstrand. Wir können den auch nutzen. ", gab sie noch hinzu. " Aber wir haben doch das Haus mit Privatstrand gebucht. ", erwiderte, sichtlich erschrocken, ob der nahezu hochdeutschen Sprache, der schwäbische Motzki. " Nein, haben Sie nicht. Das steht auch so nicht in ihrer erhaltenen Objektbeschreibung. ", gab sie dann zurück.

Als dann auch noch meine bessere Hälfte im besten Deutsch, dieses bestätigte, brach für den biederen Schwaben beinahe eine Welt zusammen. Hatte er diese wegen ihres dunklen Teints doch glatt als Italienerin eingestuft. Sichtlich geschockt, gab der Schwabe dann kleinlaut zu, dann wohl doch irgendetwas überlesen zu haben.

Nein, hatte er nicht. Aber die Beschreibung der Ferienhäuser war so allgemein gehalten, dass der Gast meinen könnte, er besäße neben der privaten Zuwegung über der steinigen Kartoffelacker, der als Privatstraße ausgeschrieben ist, noch weitere Rechte an dem Areal. Pustekuchen!

Und so trollte sich der Schwabe leicht beschämt und in Kenntnis, dass sein Auftritt eine erstklassige Slapstick - Einlage war, ins Wasser. Immer noch in voller Hobby - Taucher  - Montur; bei 24 ° C Wassertemparatur.

Diese schwäbischen Kotzbrocken sind doch einfach unerträglich. Erst verlangen sie, so wie das Bayernvolk auch, eine starre Sommerferienregelung für sich, damit sie mindestens drei Wochen in der billigeren Nachsaison, ihre Urlaubsplanung umsetzen können, dann erwarten die Geizhälse auch noch, dass ihnen für das günstigere Ferienhaus auch noch ein exklusiver Zugang zum Meer gewährt wird.

Und während wir uns abends bei einem Glas Rotwein auf der Terrasse mit Meerblick über diesen aufgeblasenen Schwaben - Hansel köstlich amüsierten und unsere Witze dabei rissen, kamen mir Erinnerungen an eine, als Bootsexkursion zu den Tausend Grotten, angepriesenen Kahnfahrt an der Costa Brava. In dem Prospekt war dieses Tagesreise für 1.000 Peseta = knapp 12 DM angeboten. Hierbei sollte es Verpflegung auf dem Boot geben. Diese bestand jedoch aus geräucherten Fischen, Weißbrot und Sangria.

Ein schwäbischer Mitreisender regte sich furchtbar auf, weil nach seiner Ansicht, das Preis - Leistungsverhältnis inakzeptabel war. Voll des guten Gesöffs, erklärten meine einstigen Bekannten diesem, dass er vielleicht besser zuhause geblieben wäre, wenn es ihm nicht zusagen würde. Danach war Ruhe an Bord.

Wie sich doch die Erlebnisse nach über 40 Jahren gleichen!

Gut´s Nächtle mit: Roxy Music und " Do the strand ":




Passt, nicht nur thematisch, in diese Zeit.

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