Dienstag, 28. Oktober 2008

Herbstzeit-Jahrmarkts - oder Rummelzeit?

Einst waren die vier Jahreszeiten voneinander so scharf getrennt, dass sich jeder Mitteleuropäer fast exakt darauf einstellen konnte. Der Frühling begann ab Mitte März, nachdem Mitte Februar die Schneeglöckchen, die Krokusse, die Tulpen von den Narzissen, den Vergissmeinnicht und den Primeln, den Maiglöckchen abgelöst wurden. Die Kirschbäume blühten, mit ihnen der Ginster oder der Flieder. Es folgte die Apfelbaumblüte, zusammen mit den übrigen Obstbäumen. Wenn im Februar, nach einem oft sehr kalten Winter mit Eis, Schnee und heftigen Winden, mit Temperaturen unter 10 Grad Minus, der Schnee und das Eis langsam schmolzen, wenn die ersten zarten grünen Blättchen aus dem Schnee und dem dunkelbraunen Boden hervor lugten, dann kam nach der dunklen, der grauen und kalten Jahreszeit, auch die Sonne häufiger hervor. Die schon recht warmen Temperaturen und die Sonnenstrahlen tauten die Menschen dann wieder aus der Winterstarre auf.

In der Schule mussten wir die obligatorischen Frühlingsgedichte auswendig lernen.Edurad Mörike, Johann Wolfgang von Goethe oder aber auch Hugo von Hoffmannsthal waren die standardisierten Lyriker. Neben diesen Pflichtübungen gehörte aber auch der Frühjahrsputz dazu. Winterschuhe wurden gesäubert und in das Regal gestellt, Fahrräder gewienert, Fenster geputzt. Im Garten wurde gepflanzt, was grün macht. Der Frühling ließ die Menschen wieder zu neuen Ideen kommen, sie mobilisierten Kräfte, um ihr Leben neu zu ordnen. Oft waren wir Kindern daran eher unbeteiligt. Wir sahen nur staunend zu, wie sich unser Umfeld veränderte. Manchmal wurden wir zum Arbeiten mit eingeteilt. Mehr nicht! Eigenen Wünsche blieben sehr oft nur außen vor.

Wenn die Tage länger wurden,blieben wir auch länger zum Spielen draußen. Die lagsam grüner werdenden Felder, die sich an einem Grasweg entlang zogen, die grünen Bäume an den Walldichtungen und die vielen Spielmöglichkeiten entlang des kleines Bächleins, sie faszinierten uns immer wieder neu. So vollzog sich der Übergang vom Frühling zum Sommer eher nahtlos. Am 21. Juni, die kalendarischen Sommeranfang, an dem der Tag mehr Helligkeit bietet, als sonst in einem Jahr, fiebert wir den Großen Ferien, den Sommerferien und den Zeugnissen entgegen. Ab der ersten Juliwoche war es dann soweit, die Schule schloss für genau 6 Wochen ihre Türen. Nur im Sportverein, in der Turnhalle und auf dem Bolzplatz herrschte nach wie vor reger Betrieb. Der Juli und auch der August zeigten sich schon bald von seiner Hochsommerseite. Brütend heiße Tage mit Temperaturen von bis 30 Grad oder sogar darüber hinaus. Plötzliche Hitzegewitter mit sintflutartigen Regengüssen. Dann wieder Badetage von morgens ab 10.00 Uhr bis zum Nachmittag und in den Abend hinein.

Nach den Sommerferien gab es sogar einige Tage im August, an denen hitzefrei gegeben wurde, weil ab 12.00 Uhr die Temperaturen längst über 28 Grad gestiegen waren. Mit dem Ende des August kehrten dann plötzlich kühlere Tage ein. Es regnete regelmäßig und die Sommerzeit war so schnell vorbei, wie sie ab Mitte Juni gekommen war. Ab Mitte September färbte sich das Laub langsam bunt und die Blätter fielen zunächst nur spärlich von den Bäumen. Spätesten ab Anfang Oktober änderte sich dieses jedoch. Es gab jetzt einige warme Tage mit angenehmen Temperaturen und Sonnenschein. Es war die Zeit der Märkte. Der Jahrmärkte oder des Rummels. In Bückeburg fand dieser immer auf einem unbefestigten Platz neben der Kirche statt, später dann neben dem Rathaus. Die überschaubare Anzahl von Fahrgeschäften , Schaustellern und Kirmesbuden machten diese Veranstaltungen einst eher familiär. Jahrmarkt, Rummel oder Kirmes - das waren für uns richtige Ereignisse. Mit einigen Freunden fuhren wir per Bahn oder später mit dem Bus zur Schulstraße oder bis zur Bahnhofsstraße, wo wir noch einige Meter zu laufen hatten, ehe das Gedröhne aus den Lautsprechern der Fahrgeschäfte uns entgegen schallte. Mit bis zu fünf DM in der Tasche versuchten wir für 50 oder 70 Pfennig ein Maximum an Fahrten heraus zu holen.Das bisschen Geld reichte natürlich nie. Der Auto-Scooter war die Attraktion Nummer Eins, gefolgt von City-Express
oder dem Kettenkarussell. Wenig war damals einfach mehr.

Die Jahre verflogen, es wurden weitere Jahrmärkte eröffnet, die den Besucher weglocken sollten. Die Zahl der Geschäfte und die Arten der Schaustellbetrieb änderten sich. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung stiegen die Preise an. Die Reizüberflutung stieg enorm an: Schneller, höher, weiter, teurer! Nach meinem Wegzug nach Wilhelmshaven, in eine Großstadt, verschoben sich für mich die Dimensionen des Rummels. Hier wurden nicht nur größere Fahrgeschäfte platziert, sondern auch eine höhere Anzahl ihrer. Später kam der Bremer Freimark, an dem ich eher unregelmäßig erfreute. Im Laufe der Folgejahre erlosch das bis dato eher geringe Interesse nun völlig. So habe ich mich dann auch nicht weiter gewundert, dass der " gute alte " Bückeburger Jahrmarkt von Jahr zu Jahr immer weniger Schausteller registriert und die zu hohen Preise die potentiellen Kauflustigen abschrecken. Der Herbstmarkt des Jahres 2008 war - das dürfte eben keine große Überraschung gewesen sein - eine einzige Enttäuschung,sowohl für die Gewerbetreibenden, die Stadt, als auch für die vielen Besucher. Massen schoben sich von rechts nach links,von oben nach unten - nur an den Buden stand niemand. Zu teuer, zu wenig Geld, zu viel Angst? Das dürften wohl die Hauptursachen sein, wenn der Rummel nicht läuft. In den Zeiten der Globalisierung macht auch der ungewisse Ausgang der nächsten Lebensjahre vor keiner Haustür halt. Arbeitslosigkeit ist auch in der Provinz längst kein Schimpfwort mehr, sondern bittere Realität. Die Arbeitplätze von einst, aus den goldenen 50 - bis 70er Jahren, sie sind nicht mehr vorhanden. Das Geld ist nicht mehr da, um auf den Rummel zu gehen und zu konsumieren, also wird flaniert und gegafft. Sehen und gesehen werden eben - im Schlepptau der Finanzkrise natürlich kostenlos!

Dienstag, 14. Oktober 2008

Herbstzeit - Zeit zum Nachdenken und bilanzieren?

Als ich vor einigen Wochen, es muss in der ersten Septemberwoche gewesen sein, die Filiale eines Lebensmitteldiscounters aufsuchte,prangten mir in einem der prall gefüllten Universalregalen, bereits Weihnachtgebäck, Marzipan -und Schokoladenartikel entgegen. " Meine Güte, im September, wollen die schon wieder Weihnachtklamotten verkaufen ", so dachte ich damals.Inzwischen schreiben wir den 21. Oktober, und es sind nur noch 64 Tage bis zum Heiligen Abend. Die Zeit rast dahin! Die Tage vergehen, wie im Fluge, die Wochen laufen im Schnellzugtempo ab und die Monate, als wäre ich auf einem Schiff, das von Europa nach Südamerika fährt. Zeit als Faktor bekommt, wenn das eigene Leben im zweiten Drittel ertragen werden muss, eine besondere Bedeutung. Der Mensch erinnert sich. Er resümiert, er bilanziert und er sinniert - über sich selbst.

Jetzt, wo die Wertigkeiten völlig andere sind, als sie es vor 10, vor 20 oder vor 30 Jahren waren, tritt eine gewisse Gelassenheit hinzu, die dem reiferen Individuum es ermöglicht, auch Eines aus der bisherigen Lebensbiographie, die nun häufiger, wie im Zeitraffer sich gedanklich abspielt,aus der rosaroten Brille zu betrachten. Die Erinnerung, als eine gütige Gabe der Natur, die es einem ermöglicht, alles durch eine schöngefärbte Brille zu sehen und dann auf ein erfülltes Leben zurückblicken zu können, auch wenn man sein Lebtag eben doch nur Scheiße gemacht hat. So drückte es Hannes Wader einmal aus, als er anlässlich seines 60igen Geburtstags ein grandioses Konzert mit seinen beiden Kollegen Reinhard Mey und Konstantin Wecker in Bielefeld gab.
Jene einseitig gemalten Lebenserinnerungen sind es aber auch, die viele Dinge, die einst negativ verliefen und die sich wie ein Kainsmal in der menschlichen Haut einbrannten, auszublenden.

Der Herbst als symbolisch dritte Lebenszeitphase als von der Natur vorgegebenen Jahreszeit ist bunt. Er malt viele Farben, die der Sommermit seinen satten Grüntönen und der blühenden Farbepalette oder der Frühling in seinen zarten Pastellfarben eigentlich so nicht kennt. Herbstzeit ist auch Laubzeit, ist Zeit, um an manchen schon recht kühlen Abenden über die vergangenen 10 Monate zu denken. Wenn dann die ersten Blätter fallen, die ersten Herbststürme wehen und der Himmel sich schon in einer Art Vorahnung für den November grau einfärbt, dann heisst es auch bald Abschied nehmen von dem Jahr. Mir fällt der Song der Rockgruppe Gunś an'Roses ein: " November rain ":

When I look into your eyes,
I can see love restrained.
But darlin'when i hold you,
don t you know i feel the same.

'Cause nothin'lasts forever,
and we both know hearts ca change.
And itś hard to hold a candle
in the cold November rain."

In the cold November rain - der November ist eigentlich der Todesmonat und soll ja die kalten Vorzeichen für den kommenden Winter setzen. Graue Nebelbänke, wie sie einst üblich waren, habe ich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Das Einheitwetter in einer Gr0ßstadt lässt diese Wetterkapriolen vielleicht gar nicht mehr zu. Mit den Nebel und dem grauen Himmel verbindet sich in meiner Erinnerung das krächzende Geschrei der Krähen. Wie sie über die längst kahlen Felder ziehen und in Schwärmen sich urplötzlich niederlassen, um aus dem umgepflügten Feldern doch noch Nahrung zu suchen. Die Reste des Jahres liegen jedoch nur sehr spärlich an der Erdoberfläche, denn die Ernte ist bereits im August eingefahren worden.

Herbst heisst Abschied nehmen von den Sonnentagen und Ferienträumen, von den Badevergnügen und Meeresrauschen, von den Autobahnstaus und den überfüllten Flughäfen. Keine Saure Gurkenzeit mehr bei den Medien. Die Nachrichtenmaschinerie läuft einige Wochen wieder auf vollen Touren. Sie bringt im Herbst auch jene Gutachter des Wirtschaftrates auf den Plan, diese fünf Waisen stellen ihr sogenanntes Herbstgutachten vor. Die Zahlen und Fakten werden sodann analysiert und in Meldungen, Berichte und Meinungen eingeflochten.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und hiermit endet auch die Saison, so wie es von Reinhard Mey beschrieben wird:

Ich liebe das Ende der Saison
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Montag, 13. Oktober 2008

Wo beginnt Neo-Faschismus und wo hört Rechtsradikalismus und wo Konservativismus auf?




Eine Meldung in der WDR Fernsehsendung " Westpol " zeigt einmal mehr, auf welch schmalen Grad die CDU und ihre Anhänger in der BRD oft wandeln. In der Partei gibt es ja so allerlei Strömungen, deren Ursprung sich manchmal gar nicht exakt definieren lassen. Neben Karrier geilen Jünglinge, trutschenhaften Muttchen und Blendax lächelnden Ministerinnen, hält eine Vielzahl von neoliberalen, konservativen und sonst Zurückgebliebenen der Partei die Treue. Das Sammelsurium an eitlen Selbstdarstellern und Möchte-gern-Politikern ist groß, die intellektuellen Fähigkeiten jener Protagonisten verlaufen oft diametral zu deren medienwirksamen Auftritten. Es gibt deshalb s manchen Verirrten, der der CDU etwas mehr rechtsradikale Würze beigeben möchte, indem er mit zwielichtigen Gestalten aus dem nationalistischen und faschistischen Lagern paktiert.
So geschehen in dem CDU - Kreisverband Oerlinghausen.

Das Kaff liegt in Ostwestfalen, also in NRW, dort, wo zurzeit noch die CDU mit der FDP koaliert und die Regierung stellt. Oerlinghausen ansich ist eher beschaulich. Felder, Wälder, Wiesen, Landwirte, Kleinbürger und sonstige Durchschnittsmichel wohnen hier. Es liegt direkt an der BAB 2, der " warschauer Allee ", der Autobahn, die einst zu Zeiten des " tausenjährigen Reichs " die Reichshauptstadt Berlin mit dem Schmeltiegel Ruhrgebiet, also der Region ab Dortmund und weiteren Eisen-, Kohle,- und Stahlstädten verband. Inzwischen ist se die vielbefahrene Ost-West-Tangente in Europa geworden. Hier quälen sich werktäglich über 10.00 LKW und mehr las 50.000 Fahrzeuge insgesamt herüber. Oerlinghausen liegt allerdings abseits jenes Klassenkampfes der PS-Enthusiasten, die den Freifahrtschein und Jagdschein mit dem Führerschein verwechseln, sobald sie das rollende Wohnzimmer anlassen und die BAB-Auffahrt nutzen.

In dem Bericht des WDR ging es ja eigentlich auch um so etwas, wie Kampf. Nämlich den Kampf der Rechtsradikalen gegen die Demokratie und deren Vertreter in der Politik. In einem von der CDU verlegten Blättchen mit dem vielsagenden Namen Ost-West-Panorama lassen sich regelmäßig Exponenten der NPD und aus deren Umkreis über die rechte, die wahre, die nationale Gesinnung aus. Das in einer Stückzahl von 10.000 Exemplaren verlegte Hetzblatt, verkommt deshalb im Namen und unter dem Deckmantel der Integration von Rußlanddeutschen zu einer Schmieren-Postille, in der über faschistisches Gedankengut schwadroniert und innerhalb deren Artikel per se Geschichtsklitterung betrieben wird. Schlimm, was die CDU sich da leistet.

Samstag, 11. Oktober 2008

Warte, warte, nur ein Weilchen, dann kommt der Sensenmann auch zu dir!







Wir schreiben Samstag, den 11. Oktober 2008. Die Frühnachrichten bei MDR Info ließen mich aufhorchen. In einer Meldung hieß es: " Der österreichische Rechtspopulist und Landeshauptmann von Kärnten Dr. Jörg Haider ist in den frühen Morgenstunden dieses Tages bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Eigentlich nicht schaden um ihn, so dachte ich zunächst. Haider war eine Hetzer und Vereinfacher, wie er bei den Nationalsozialisten hätte nicht besser in das ideologische Weltbild gepasst. Nicht von ungefähr waren seine Eltern während der NS-zeit und der Heimholung Österreichs in das Großdeutsche Reich glühende Parteimitglieder.

Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm!

Im Verlaufe seiner politischen Karriere hat er nichtnur einmal gezeigt, dass er in Menschenverachtenden Kategorien denkt. Seine - von vielen Vorurteilen - geprägte Denk - und Handlungsweise hat ihn allerdings auch eine Unzahl von Freunden und Sympathisanten eingebracht - die Feinde kamen jedoch in der Mehrzahl zu der richtigen Überzeugung, dass Haider eben auch nur ein Trommler war. Dennoch sind es gerade jene Protagonisten, die - wie er einst - in der Öffentlichkeit jene Dinge beim Namen nennen, wo andere Mitmenschen eher noch schweigen. Sein faschistoides Gedankengut ist deshalb bei all jenen Menschen populär, die keine Toleranz kennen, die auf der Verliererseite stehen oder, bei denjenigen, die sich davon eben Vorteile versprechen; keine Vorteile, welche in Macht, Geld und Einfluss eingehen.

Haider ist tot! Es lebe sein Nachfolger! Es werden andere Haider folgen. Seine FPÄÖ, einst ein Haufen rechter Gesinnungfreunde und Plattitüden-Drescher, ist längst gespalten. Er hat eine neue Partei gegründet.Das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Dieses Sammelbecken von Rechtsnationalisten errang in Kärtnen satte 39, 4 % und bundesweit 11.14 % der Stimmen bei der letzten Bundeswahl und zieht damit in den Wiener Nationalrat ein. Auch seine Ex-Partei, die FPÖ erzielt beachtliche 17.47 %. Ein Rechtsrutsch vollzog sich somit in dem Nachbarland Österreich.

Die Probleme, die in der BRD und in anderen europäischen Staaten mehr oder minder gleichartig vorhanden sind, gibt es in Österreich natürlich auch: Arbeitslosigkeit, Verarmung der einstigen Mittelschicht, Diskrepanzen zwischen Armen und Reichen, Jugendkriminalität, Zerfall alter Strukturen in den Familien, Neid, Missgunst, Menschenverachtende Handlungen in allen gesellschaftlichen Bereichen, Korruption, Politikverdrossenheit und jetzt aktuell die Finanzkrise.
Haider hat in seinen rechtspopulistischen Parolen zwar immer das Negative hervorgebracht, von der Unfähigkeit der Regierun, der übrigen Parteien schwadroniert. Eigene Lösungen hatte er jedoch nie parat. Ein kleiner Beckmässer bene, ein Gnom unter den Zwergen der nationalistischen Lager, ein Möchtegernegroß und ein Faktenverdreher.

Nun ist er unter der Erde und kommt nie wieder. Dafür stehen allerdings seine Nachfolger bereits Mikrophon bei Fuss bereit, um ihre Hetztiraden und Vereinfachungsalven auf die Österreicher loszulassen. Die sollten bei der nächsten Wahl dann doch mal endlich wach werden und erkennen, dass ihre Nation nicht der Nabel der Welt ist, Kärten nicht das Wallhalla der Neuen Zukunft und jene Rechtsideologien auch nur Blender par excellance sind. So wie jener Gefreite einst, der geboren in Braunau am Inn, auszog, um die Welt zu knechten - mit idiotistischen Parolen und Lügenmärchen, die dann als Propaganda in die ganze Welt verstreut wurden.
Wehrte den Anfängen!

Freitag, 10. Oktober 2008

Mer soan mer, aber keine CSU-Dauerwähler mehr.

Der 28. September 2008 wird als der Schwarze Sonntag in die Annalen der Christlich Sozialen Union ( CSU ) eingehen. Bei der Landtagswahl 2008 verlor diese Partei 17,4 % der Wählerstimmen im Vergleich zu denen aus 2004. Ein Erdrutsch, eine Sensation auch? Nein!
Wer die Querelen seit dem Sturz von Eddi Stoiber in 2007 verfolgt hatte, der musste sehr schnell zu der Erkenntnis gelangen, dass das dynamische Duo Beckstein / Huber dem einstigen CSU-Kronprinzen Stoiber nie das Wasser reichen konnte.Auch die Generalsekretärin Christine Haderthauer blieb nicht nur blass, sie zeigt sich zunehmend als überfordert.

Das Trio Infernale aus München schrumpfte alsbald auf Pygmäen-Größe zusammen.Damit aber auch die Akzeptanz ihrer Partei, die es über vier Jahrzehnte gewohnt war, alleine, ja in absolutistischer Form, zu regieren. Es gab seit der Ära Seidel ab 1957 nur noch Ministerpräsidenten aus dieser Partei, die dann mit absoluten Mehrheiten regieren durfte.
Was waren das nicht alles für ehrenwerte Politiker, die in dem CSU-Sumpf ihre Heimat fanden:
Strauß, Zimmermann, Schreiber, Tandler, Strauß jun.,Wildmoser,Hohlmeier, die Tochter des Partei-Übervaters FJS, usw. usf. Sie alle stehen mehr oder weniger für das bayrische Lebensgefühl, dass angebliche Überlegenheit suggerieren soll.
Mer san mer, und dann lange garnichts!

Nun hat der gemeine CSU-Wähler am 28. 09. 2008 eben nicht nur CSU gewählt. Und das ist gut so. Ein kräftiger Tritt in den Allerwerstesen zur rechten Zeit und an der rechten Stelle, kann den Rechten in diesem Lande nie schaden. Wer abgehoben und arrogant seine Posten schachert, wer betrügt, lügt, Steuern hinterzieht und die anderen Menschen für dumm verkaufen will, der muss sich nicht wundern, dass er irgendwann von diesen eine saftige Watschń bekommt.
So geschehen am 28. 09. 2008!

Der vor 20 Jahren rechtzeitig verstorbene Übervater der CSU, der Ex-Ministerpräsident FJS hat ja nun auch einige Tiefen und Höhen in seiner einstigen Laufbahn durchlebt. Sein Ziehsohn Stoiber weniger, weil er sich rechtzeitig nach rechts geöffnet hatte und damit den Rechtsradikalen in diesem Lande die rechte Heimat bescherte. Joa, ham mer denn scho Woihnachten? To be or not to be, thatś the question!
Diese Frage dürfte für den CSU-Haufen alsbald von existenzieller Bedeutung sein, kommt in ihren Reihen nicht schnellsten wieder Ruhe hinein.
FJS hätte wie Rumpelstilzchen getobt und ausgekeilt, das war ja einst seine Spezialität. Dabei machte er keine Unterschiede. Er schlug von links nach rechts und zurück. Bernd Neumann, der Ex-CDU-Vorsitzende in Bremen, war der kleinste Häuptling eines Zwerg-Pygmäenstammes. Bernt Engelmann, den hervorragenden Schriftsteller,titulierte er als " Ratte " und " Schmeißfliege ". Den CDU - Ex-Kanzler und einstigen Parteivorsitzenden qualifizierte er als " total unfähig " ab.

Strauß wäre nicht Strauß hätte er selbst nicht genug Gras gefressen, bevor er ins Selbige biss. Das die Bazis ihn nun ehren und eine mit viel Brimborium aufgeblasene Gedächnisfeier im katholiken Dom veranstalteten macht nur überdeutlich: Wer kriminell war, kommt zu was, war des CSU-Parteibuch inne hat, darf fast Alles, wer von oben nach unten durchtritt hat Erfolg!
Die Erinnerung ist eine barmherzige Gabe der Natur, die es den Menschen ermöglicht, die Vergangeheit auch dann noch in rosigen Zügen zu sehen, wenn er selbst sein Leben nur Scheiße gemacht hat.
Es lebe FJS, die CSU-Ignoranz und die künftige Koalition in München.