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Samstag, 8. September 2012

Lavendel - Apfelgelee: Ein Hauch Südfrankreich aus dem eigenen Garten.





In den sehr bewegten Endsechziger und Siebziger Jahren spaltete sich die westdeutsche Republik nicht nur politisch in einige Lager, nein, auch die Ferien - und Urlaubsgestaltung unterschied sich gewaltig voneinander. Während der Plebs, das gemeine Fußvolk, der Prolet, der Werktätige, der Industriearbeiter, der de facto Ausgebeutete und Unterdrückte, die spanischen Kanaren, die Balearen oder die Küste präferierte, zog es die Intellektuellen, insbesondere die Linksintellektuellen nach Frankreich. Besser gesagt, nach Südfrankreich und noch exakter beschrieben: in die Provence.
Dorthin, wo die Sommermonate knackig sind, wo das Thermometer schon die 35 ° Celsius - Marke locker überschreitet und wo jene einzigartige Landschaft zum Rückbesinnen auf die eigentlichen Werte des irdischen Lebens einlädt.


So zuckelten denn ganze Karawanen in Richtung Südfrankreich. Nicht nur, dass sie dieses Land wegen des vermeintlich unbeschwerteren Lebensstils der Franzosen verehrten, die französische Küche in den Himmel hoben; es wurde auch noch eine französische Automarke gekauft und gefahren. Heerscharen an Renaults, Peugeots und Citröens klapperten ab Anfang Juli über die Grenzübergänge in Richtung der französischen Mittelmeerküste. Dem damals weitesgehend noch unter entwickelten, ländliche geprägten und ärmlichen Landstrich kamen die deutschen Touristen gerade recht. Sie brachten nämlich ordentlich Franc in die Schatullen.
Die eher konservativen Franzosen und nicht gerade Freunde der Deutschen dankten es ihnen und ließen die Berufs - und Freizeitrevolutionäre in oft verfallenen Steinhäusern wohnen, wo der Urlaub oft durch Wein ( exzellenter Rotwein ), Weib ( meist jedoch mit gebrachte weibliche Begleitung, weil die Sprachprobleme spätestens nach reichhaltigem Genuss des Erstgenannten beinahe unüberwindlich wurden ) und Gesang ( am Lagerfeuer, einer ausgehobenen Feuerstelle, wegen der immer vorhandenen Brandgefahr, wurde diese Variante dringend empfohlen, brachte den Karl -Gustav, Klaus - Peter oder Franz - Josef - kurz Kalli, Piet oder Joe - die mit geschleppten Gitarren zum Klingen, die zum Absingen anglo-amerikanischer Folksongs animierten ) in dem eher sehr bescheidene Ambiente verschönert werden konnte.

Ein absolutes Muss für jeden Provence - Urlauber aus West- Teutonien, stellte ein Besuch und ein stundenlanges Verweilen in den malerischen Landschaften rund um die blühenden Lavendelfelder dar. Hier durfte die geschundende Seele baumeln gelassen werden. Da vergaß so mancher studios maximus im 33 Semester der Soziologie, Philosophie oder Politiologie, die immer noch vorhandene Prüfungsangst, das ständig präsente Agitationspotential gegen die westdeutsche Spießergesellschaft und das Träumen von der Weltrevolution, nach der der Mensch, ja, die gesamte Erde, sofort ein/e Bessere/r werden sollte.
Ab Mitte Juni bis Mitte August konnte der Ausgestiegene von dem alltäglichen universitären Stress sich Erholende, seine Blicke für die Mutter Natur schärfen und dabei erkennen, dass die Gesamtausgabe der MEW ein Nichts gegen jene eindrucksvollen Landschaftsbilder mit dem herrlichen blühenden Lavendel ist.

Die Semester, die Jahre, die Jahrzehnte, sie verflogen. Aus dem verkappten Gesellschafts - und Weltverbesserer, den über Papa´s Transferzahlungen sich selbst findenen Westentaschen - Che, den Jünger und eisernen Verfechter der Mao - Politik, wurde ein gedresster, gestresster und geleckter Industriemanager, ein Oberregierungsrat oder Studiendirektor, mindestens aber ein Pädagoge mit Pensionsansprüchen. Die wilden Zeiten waren längst vorbei, die Provence nicht mehr "in" und der 5er BMW kurvte jetzt lieber die Ein-Kind-Brut zum Geigenunterricht, zum Tennistraining oder der Nachhilfe in Mathe.

Jene blühenden Lavendelfelder blieben fortan aus den Augen, aus dem Sinn.
So habe ich dennoch eine gute Antwort auf die gestellte Frage, ob es sie denn überhaupt noch gibt, hier gefunden:

Blütezeit des Lavendels ist je nach Region Mitte Juni bis Mitte August. In den verschiedenen Gebieten haben sich Lavendelstraßen etabliert, auf denen man den Lavendel zu seiner Blütezeit ganz besonders erleben kann : • von Vercors bis Diois • von der Drôme Provençale bis zum Haut-Vaucluse • zwischen Ventoux und Luberon • Voralpen provençales und les Baronnies du Buëch • zwischen Luberon und Lure • die Haute-Provence am Verdon Weitere Infos über dieses Thema erfahren: http://www.coquelicot.com/provence-luberon-lavendel-p-367.html

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Tja, und da der Lavendel nicht nur industrielle verwurstet wird und seinen wunderbaren Duft für allerlei Gedöns rund um die Körperpflege hergeben muss, sondern auch in der avantgardistischen Küche einen festen Platz hat, sind uns am Wochenende jene eigenen Lavendelpflanzen wieder in den Sinn gekommen, die sich mühsam durch den scheiß kalten Winter in unserer Region im Wuchs gehindert, im eigenen Garten dennoch ihren Platz erkämpft haben.
In Erinnerung kam meiner besseren Hälfte denn auch jenes Rezept, das sie von einer Kollegin erhielt:

Lavendel - Apfelgelee

Zugaben:

1500 g Äpfel ( Sorte darf beliebig sein; wir haben jene aus dem Gartenanbau genommen )

750 g Gelierzucker ( 2:1 )

1 Zitrone

2 Teelöffel Lavendelblüten

Lavendelstengel

Apfelsaft, klar

Wasser


Zubereitung:

Die Äpfel abwaschen und in Würfel schneiden. Dabei die Druckstellen oder bräunlichen Verfärbungen heraus schneiden.
Äpfel in gewürfelter Form in einen Kochtopf geben
Den Saft einer ausgepressten Zitrone über die Äpfel träufeln.
2 Teelöffel Lavendelblüten hinzugeben.

Das Ganze mit einer Wasser - Apfelsaftmischung ( Verhältnis 3:1 ) auffüllen, so dass die Äpfel bedeckt werden.
Die Äpfel so lange köcheln lassen, bis sie weich werden. Danach den Mus einige Stunden erkalten lassen.

Den Mus dann in ein Geschirrtuch geben, dieses oben zu drücken und den heraus laufenden Saft in einen Topf fließen lassen.

Danach den Saft mit 750 g Gelierzucker ( Marke/Mischung 2:1 ) einige Minuten aufkochen. Die heiße Flüssigkeit in Schraubdeckelgläser ( handelsübliche Industriegläser für Honig,Wurst, Marmelade etc. ) einfüllen. Danach 1 Lavenstengel einlegen. Das Glas mit dem Schraubdeckel auf einer Unterlage ( Handtuch ) in umdrehen und erkalten lassen. Prüfen, ob die Flüssigkeit geliert ist. Fertig!

Das Rezept entstammt der - na, woher schon? - Französischen Küche und der Lausitz (die wissen alle Male, was gut schmeckt ! ).

Viel Erfolg und guten Appetit!



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