9 Fische für 147 Euro!




Irgendwie ist bei mir die Frühjahrmüdigkeit eingekehrt. Meine Motivation, den Blog hier weiter zu pflegen, ist seit knapp zwei Wochen rapide gesunken. 

Aber, es gibt dennoch immer das ein oder andere Erlebnis, das es wert ist, einen Post abzusetzen.

So fuhren wir am letzten Freitag in Richtung Unterschleißheim, um uns in der dortigen Filiale der " Fressnapf " - Kette wegen der Ergänzung des Goldfischbestandes umzusehen.

Hierbei zeigte sich allerdings, dass der vollmundigen Internetwerbung - wie in vielen anderen Dingen auch - nicht vertraut werden darf. Es waren nämlich keine Fische im Verkaufsraum zu sehen. Die freundliche Mitarbeiterin des bekanntermaßen teuren Tierbedarfsanbieter verwies uns auf die Filiale in München.  

So führte uns der weitere Weg zu einer " Fressnapf " - Filiale in den Münchner Vorort Unterföhring, dort wo gewöhnlich die geballte Medienkompetenz ansässig sein soll. Mein " Sky " - Abo ist jedoch seit Jahren ausgelaufen. Kein Verlust, denn das Abo wurde immer teurer und seit dem " Dazn " bei dem Übertragungspoker das Sagen hat, gibt es eh nur ein kastriertes Angebot.

Nun, gut, da standen wir am frühen Vormittag vor der Filiale des " Fressnapf " an der Feringastraße 14 und hofften, hier die goldenen Fische zu bekommen.

Doch die Hoffnung war vergebens. Es waren nur Aquaristik - Fische im Wasser zu sehen. Schade. 

So verließen wir enttäuscht die menschenleere Halle bzw. die Filiale ohne Kunden wieder und starteten einen letzten Versuch. In der Moosacher Straße 24 des gleichnamigen Stadtteils zeigte Tante Google uns einen weiteren Treffer an. So floateten wir dann mit dem E - Auto inmitten des Freitagsverkehrs der Millionenstadt dorthin.

Das Geschäft sah von außen eher wenig einladend aus. Ein längst in die Jahre gekommener Flachdachbau mit einer herunter gekommenen Fassade machte mich sehr skeptisch. Rechtsseitig davon wird eine der vielen Spielhallen, in denen Männer ihr letztes Geld verzocken, betrieben.

In disem Ambiente sollen also lebende und auch tote Lebewesen ihr Dasein fristen.

Punktgenau um 10.00 Uhr öffnete ein Oberarm tätowierte Dame im Rentenalter die aus den 70ern des letzten Jahrhunderts stammende Eingangstür. Beim Eintreten in den muffig riechenden Verkaufsraum traf mich beinahe der Schlag. Ein Tohuwabohu par excellence, verursacht von Verpackungen, losen Artikeln, alten Zeitungen, das durch an der Decke hängenden Gedöns komplettiert wird.

Wie schreibt ein Kunde dazu?

Ein Relikt aus vergangenen Zeit. Erster Eindruck im EG ist ein bisserl wüst und wirkt wie ein großer Tante Emma Laden. "

- Zitatende - aus:

Münchner Zoo-Fachmarkt GmbH Rezensionen

Auch das ist die Weltstadt München!

Tatsächlich hatten die drei Damen Goldfische in ihrem Verkaufs -  Repertoire. Die bewegten sich eher lethargisch in einem kleinen Aquarium und harrten der Dinge, die noch auf sie zukommen könnten.

Die propere, junge Frau - eine Auszubildene - fischte im Glasbehälter nach den Bewohnern und setzte einen nach dem anderen in unseren mitgebrachten Baumarkteimer um. Neben sieben Goldfischen gelangten auch zwei in Japan heimische Shubunkin in den Plasteiemer.

Erleichtert begaben wir uns von dem Keller in Richtung Verkaufsraum. Dabei begleitete uns das leichte Krächzen der beiden Graupapageien, die unseren Stopp vor der Kellertreppe für einen Moment verlängerte. Die armen Vögel. In einem solchen Umfeld ist nur ein  tristes Dasein denkbar.

Die dickliche Mitarbeiterin befragte uns etwas demotiviert, ob wir lebende Larven für die Fische mitnehmen möchten. In dem von ihr hoch gehaltenen Plastebeutel bewegten sich einige Dutzend Stechmückenlarven. Na, gut, das kann ja nicht schaden. Sie nahm den Beutel mit in den Verkaufsraum.

Die Dame hinter dem Verkaufstresen sah in unseren mitgebrachten Baummarkteimer und tippte dann einige Zahlen über die Tastatur der Kasse ein. Dann präsentierte sie uns die Rechnung. 147 Euro!

Mich traf - gelinde gesagt - der Schlag.

Na, ja, eine einmalige Anschaffung. Und die erworbenen Goldfische können sogar bis zu 20 Jahre alt werden. Immerhin eine positive Eigenschaft, die den Preis gerade noch so rechtfertigen könnte.

Zuhause angekommen schüttete meine bessere Hälfte die teure Neuanschaffung in den Teich. Die neun Zugänge schwammen sofort munter kreuz und quer herum. Später waren sie nicht mehr zu sehen. Es war ihnen offensichtlich zu kalt. Doch die Stechmückenlarven vertilgten sie alle.

9 Fische nebst Futter für 147 Euro. Wer hat das hier schon?

 

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