Nanu, da hoppelt ja ein Hase

 



Nach einer regenreichen Nacht zeigte sich der Ostseehimmel am frühen Morgen von seiner freundlichen, sonnigen Seite. Allerdings wehte ein frischer Wind vom Westen her. Von dort zogen zudem vereinzelnd Wolken auf. 

Wir überlegten, ob es ein Tag für eine Fahrradtour oder eher ein Strandtag werden könnte. In jedem Fall beschlossen wir in unserer Unterkunft zu brunchen. Hierfür bekam ich Order, noch einige Lebensmittel beim nur einige Hundert Meter entfernt liegenden " Edeka " - Geschäft einzukaufen. 

Gegen 8.30 Uhr verließ ich deshalb die Ferienwohnung und nahm den kürzesten Weg über die Marienstraße zur Waldstraße an der sich die " Edeka " - Filiale befindet.

Kaum hatte ich das Grundstück an der Küsters - Allee verlassen, sah ich ihn in einem Abstand von vielleicht 5 Metern auf der asphaltierten Straße hoppeln: einen Hasen. Oder war es doch ein Kaninchen?

Aus dem " Naturkunde ", später auch kurzzeitigen " Bio " - Unterricht wusste ich noch, dass sich Hasen von Kaninchen durch einige prägnante Körpermerkmale unterscheiden. Der Körperbau des Hasen ist schlanker, deutlich länger, das Tier ist damit größer. Der Hase weist längere Ohren ( Löffel ) mit schwarzen Spitzen auf. Vor allem ist er aber Einzelgänger, der vornehmlich in Feld - und an Waldgebieten in Erdkuhlen lebt.

Also: Es war ein Feldhase, der vor mir her hoppelte. Er bewegte sich immer in einem gleichbleibenden Abstand, obwohl er manchmal kurz anhielt, um dann leicht schneller werdend, seinen Irrweg fortzusetzen. Er gehörte nämlich nicht auf die Straße, sondern auf ein Feld, eine Wiese oder in der Nähe des Waldes.

Die Tiere auf der Halbinsel haben sich zum Teil mit den Menschen, die sie bewohnen oder Beschen längst arrangiert. Sie bleiben zwar tagsüber kaum sichtbar, doch wissen oft sehr genau, ob ihnen durch das größte Raubtier der Erde eine Gefahr droht.

Nach einigen Metern verschwand der Feldhase unter einer Grundstückshecke. Mag sein, dass er dort seine Ruhe suchte, denn bald würde es auch auf dieser Nebenstraße lebendiger werden. Von weitem hörte ich einen Müllwagen, ein Radfahrer kam mir alsdann entgegen und so mancher früher aufstehende Urlauber würde sich bald aus seiner Unterkunft herauswagen, um  in den Tag zu starten.

Beim Weitergehen erinnerte ich mich an den Text eines " Pixi " - Büchleins, das ich vor zirka 3 Jahrzehnten meiner Tochter immer wieder vorlesen musste, bis sie es selbst auswendig vortragen konnte:

" Nanu, da schimpft ja ein Hase 

  und rümpft seine Nase.

  Die Möhren sind mir viel zu rot,

  drum es ich lieber ein Butterbrot. "

Es könnte sein, dass das " Pixi " den Titel " Hasengeschichten " heißt.

Ich ersetzte dabei das Wort " schimpft " mit " hoppelt " und musste grinsen. Meine Tochter hat mittlerweile das Alter von 35 Lenzen erreicht. Sie wird mit Sicherheit keine " Pixi " - Büchlein mehr lesen.

Wie die Zeit vergeht.


  


   

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