Spaziergang durch Prerow


 

Am fünften Tag unseres diesjährigen Prerow - Aufenthalts schlenderten wir über die " Küster´s Allee " und die " Marienstraße " zur " Waldstraße ". Von dort dann in ortsauswärtiger Richtung zur " Lentzallee ". Hier hatten  wir vor 10 Jahren eine Ferienwohnung in der Anlage " Lentzallee 2 " im Spätsommer gemietet. 

Die Straße war einst ein vielen Schlaglöcher übersäte Zuwegung , die bei jeden Regen weiter ausgewaschenen wurden und dann ein großes Problem für jeden Radfahrer darstellte. Inzwischen wurde sie komplett asphaltiert. Auch die Auf - und Abfahrt zu dem hinter den Grundstücken verlaufenden Rad - Fußweg ist neu.

Verändert hat sich aber auch das an der Einmündung zur " Waldstraße " liegende Geschäft. Hier befand sich bis zum Sommer des vergangenen Jahres ein " Wrangler " -  Bekleidungsgeschäft. Nunmehr wird dort ein Fahrradverleih betrieben. Beim Vorbeigehen überlegten wir, ob sich ein weiterer Anbieter überhaupt über Wasser halten kann. Schließlich existieren bereits 9 weitere Anbieter.

Auch die nebenan liegenden Geschäftsräume, in denen sich zuletzt Büroräume eines Hausmeisterservices befanden, sind wieder leer geräumt. Der Betrieb ist aufgegeben worden. 

Seit unserem ersten Prerow - Urlaub hat einiges verändert. Die Postfiliale in der so genannten Darß - Passage an der Strandstraße 24 wurde ja bereits im Dezember 2022 geschlossen. Jetzt ist hier das Geschäft " Wünsch dir was ", ein Geschenkartikelanbieter, ansässig.

Gegenüber war noch vor drei Jahren eine Filiale der Bäckereikette " Lila Bäcker ", die im Januar 2024 für immer geschlossen wurde. Der Betreiber aus Neubrandenburg meldete Insolvenz an und wickelte seine 160 Filialen in Mecklenburg - Vorpommern, Brandenburg, Berlin sowie Schleswig - Holstein ab. Die 1.400 bzw. 900 Mitarbeiter wurden entlassen.

https://www.handwerksblatt.de/betriebsfuehrung/insolvenz-lila-baecker-entlaesst-900-mitarbeiter

https://de.wikipedia.org/wiki/Unser_Heimatbäcker

Weniger spektakulär verliefen die Aufgabe der kleineren Essenstände rund und entlang des Hauptübergangs zu der Seebrücke. Hier wechselten Imbissbunden, Souvenirstände und kleinere Bekleidungsgeschäfte ihre Besitzer; einige blieben vorübergehend ganz geschlossen. Diese Entwicklung verdeutlicht sich auch an der " Waldstraße ", die den Ort in Form einer Magistrale durchläuft. 

Ebenso veränderte sich auch das Gesamtbild von Grundstücken an einigen Stellen des Ortes, der 1.269 ständige Einwohner verzeichnet und seit der so genannten Wende fast 600 Menschen weniger hat. Dafür wuchs die Zahl der Ferienunterkünfte auf derzeit 7.700 Betten. Der Wandel setzte sich seit dem Jahr 2000 bis 2015 fort und erfolgte dabei zu Lasten der Einzelzimmervermietung mit sehr einfacher Ausstattung sowie Tausender Zeltplätzen. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Prerow

Mit der strukturellen Veränderung im Tourismussektor ging aber auch eine Tendenz zur Bereitstellung günstiger Übernachtungsmöglichkeiten zu Ende. Ein Ostseeurlaub kostet damit durchschnittlich nicht erheblich weniger als ein Aufenthalt in den südlichen Reiseländern Europas. Wobei der typische Pauschalurlaub hier nicht so häufig vorkommt. Bedingt durch den priorisierenden sanften Tourismus, werden die sattsam bekannten Bettenburgen mit unmittelbarer Strandnähe nicht genehmigt. Das wiederum verhindert die Landschaftszerstörung und die drastischen Eingriffe in die Natur.

Andere, eher ökonomisch bedingte Wandelungsprozesse lassen sich dauerhaft nicht verhindern. Das wurde uns bei der Durchfahrt des Seebades Ahrenshoop deutlich gezeigt. Hier hat der Inhaber des vormals bekannten Gastronomiebetriebes " Restaurant und Galerie Lehmann " an der Dorfstraße für immer die Türen geschlossen. Die Auswirkungen der Corona - Jahre ließen dem Mann wohl keine andere Wahl. Schade!



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