Wer ist denn Smac?



Die Stadt Chemnitz im Bundesland Sachsen kann bekanntlich auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Da sie die neben Leipzig und Dresden die drittgrößte Stadt im Freistaat ist, hat Chemnitz auch auf dem kulturellen Sektor einiges zu bieten. Nachdem das einstige Karl - Marx - Stadt 2020 zu europäischen Kulturhauptstadt ernannt wurde, forcierte die damalige Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (  https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Ludwig ) noch die Planungen zur Ausgestaltung der Stadt, um 2025 den erhaltenen Titel entsprechend umsetzen zu können. Auch ihr Nachfolger Sven Schulze (    https://de.wikipedia.org/wiki/Sven_Schulze_(Politiker,_1971) setzte dieses im Laufe seiner Amtszeit fort. 

Die Stadt wurde nach 1989 / 1990 durch den Einwohnerschund von mehr als 110.000 Menschen gewaltig zur Ader gelassen. Aus der einstigen Industriemetropole am Rande des Erzgebirges blieb nicht mehr sehr viel übrig. Auch auf dem kulturellen Sektor mussten die Chemnitzer eine Vielzahl von Umbrüchen sowie Veränderungen hinnehmen.

Nach all den vielen Dürrejahren in der Haushaltsplanung kam die Zuerkennung als europäische Kulturhauptstadt 2025 den politisch Verantwortlichen gerade recht, denn mit diesem Titel wurden einige Millionen in die ewig klammen Kassen gespült. 

Doch die hierfür geplanten und später durchgeführten Veranstaltungen sowie entsprechende bauliche Maßnahmen verschlangen viel Geld. geld, dass die Stadt gar nicht hatte. 

Die ganze Schose kostete nämlich rund 115 Millionen Euro, die auf mehrere Finanzierungssäulen verteilt, so eingespeist werden konnten:

- Bund: 25 Millionen Euro

- Freistaat Sachsen: Vorerst 20 Millionen Euro

- Stadt Chemnitz: 25 Millionen; später auf 33 Millionen aufgestockt

- Diverse Sponsoren, Partner sowie regionale Beteiligung


Damit hatte sich die Stadt finanziell überhoben. Als Konsequenz sinnieren nun Landes - sowie Kommunalpolitiker über radikale Sparmaßnahmen im Kulturetat. Es wird dabei nicht in Monat oder Jahren gedacht, sondern in einem Zeitraum von beinahe 1 1/2 Dekaden. Bis 2040 ( das ist noch sehr lange hin ) sollen bis zu 9.000 Stellen ( ! ) sukzessive abgebaut werden. Das riecht nach starken Tobak. Aber, ist es auch solcher?

Der MDR berichtet hierzu, wie folgt:

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/kommunen-reformkommission-verwaltungsreform-bericht-100.html

 Im Zusammenhang mit den so genannten Reformvorschlägen werden Umstruktrurierungspläne des " Landesamtes für Archäologie Chemnitz ( kurz: Smac ) verlautbar, innerhalb derer tiefgreifende Veränderung auf diese Einrichtung zukommen könnten. Das " Smac " könnte zukünftig dem " Landesamt für Denkmalpflege " zugeschlagen bzw. in dieses integriert werden. Damit einhergehend werden massive Stellenkürzungen befürchtet.

Das " Smac " wurde einst in das bis 2014 bestehende Kaufhausgebäude der Gebrüder Schocken eingebettet und gilt seitdem als Vorzeigeobjekt der gesamten Region um Chemnitz.

https://www.outdooractive.com/de/poi/chemnitz.zwickau.region/kaufhaus-schocken-heute-smac-staatliches-museum-fuer-archaeologie/34316304/

Mit den Änderungsplänen und der geplanten Umstrukturierung droht dem " Smac " nicht nur der Verlust der Eigenständigkeit, sondern ein eventueller Bedeutungsverlust für die Stadt und die Region sowie eine einhergehende erhebliche Kürzung finanzieller Mittel. Letzteres dürfte entscheidend für die wissenschaftliche Qualität der Einrichtung, in der zurzeit 5.200 Objekte ausgestellt werden. Für die Exponate wäre sodann ein Leihvertrag mit dem Landesamt für Archäologie bzw der Landesregierung abzuschließen, um den sich ändernden status quo rechtlich verbindlich darzustellen.

Nun ja, die Zeit schreitet voran und mit ihr wohl auch die in aller Munde propagierte Forcierung der Digitalisierung, die im Schneckentempo sich bewegend, eine Vielzahl von derzeitig noch vorhandenen Stellen obsolet werden ließe. Arbeitsplätze, die selbstredend viel Finanzmittel benötigen und von Menschen ausgefüllt werden, die irgendwann bis 2040 nicht mehr berufstätig sind, womit sie zu ersetzen wären. Doch von wem? Die Chemnitzer Bevölkerung ist überaltert, die Stadt in einer durchaus prekären finanziellen Schieflage. Der Doppelhaushalt 2025 / 2026 weist eine Unterdeckung von Satten 166 Millionen Euro auf, was einer pro Kopf Verschuldung von mehr als 4.100 Euro ausmacht.

Die Quintessenz aus alledem dürfte deshalb lauten: Das Abenteuer " Europäische Kulturhauptstadt " endete in einem finanziellen Fiasko ( außer Spesen, nichts gewesen ? ). Womit Gelder an allen Ecken und Kanten des Haushaltes fehlen. Warum also nicht bereits jetzt sparen?  



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