Gewitter über Eching
W
enn ein Gewitter irgendwann, irgendwo aufzieht, kündigt sich dieses Ereignis bereits vorher an. Der Himmel verhängt sich mit dunkler werdenden Wolken, begleitend dazu frischt öfters der Wind plötzlich auf und bläst die Hitze umgehend weg. Dann donnert es, Blitze zucken am Horizont. Das Szenario nähert sich in bedrohlicher Weise. Ein Sommergewitter zeigt sich so oder in ähnlicher Weise nahezu täglich.
Als ich vorgestern für einen Einkauf das E - Bike aus dem Keller wuchtete, konnte ich nicht ahnen, dass mich ein solches Wetterereignis noch treffen würde.
Als ich gegen 10.00 Uhr los fuhr, hatte sich mittlerweile eine gelblich - graue Wolkenwand am westlichen Teil des Horizonts gebildet. Sie bewegte sich nur langsam in Richtung Osten und ließ mich deshalb eher unbeeindruckt weiter fahren. Das war eine Fehleinschätzung, denn nach vielleicht 100 Metern hinter dem Ortsausgangsschild wehte es plötzlich so stark, dass ich meine Spur kaum halten konnte. Zeitgleich prasselte ein heftiger Regen los.
Ich kämpfte mich nur mühsam vorwärts kommend auf der Hollener Straße ihn Richtung des Bio - Hofes. Der schauerartige Regen nahm zu. Weitere 100 Meter goss es wie aus Kübeln. Ein so genannter Wolkenbruch war nichts dagegen. Die Welt schien unterzugehen. Mein chinesischer Freund blieb indes unbeeindruckt. Er zog mit mir durch die jetzt wadenhohen Pfützen bis zur Verkaufshütte des Hofes.
Als ich dort endlich angekommen war, stellte ich mich zunächst in den Eingang der Holzhütte, ließ das Regenwasser aus den leichten Sommerschuhen laufen und begab mich zu dem Eierautomaten. Mit jedem Schritt wurde weiteres Wasser aus den Schuhen gedrückt. Es gluckste wie bei einem Moorspaziergang.
Während ich die Münzen in den Automaten warf, stand plötzlich eine kleine, ältere Frau mit eindeutig asiatischen Einschlag hinter mir. Sie nahm das Gewitter ebenso wie ich eher mit Humor und lachte als ich auf den dunklen Himmel draußen zeigte. Sie sprach kein einziges Wort deutsch, schien mich aber dennoch zu verstehen. Wir unterhielten uns deshalb in einer Art von Zeichensprache.
Nach etwa einer halben Stunde ließ der Regen nach. Ich schwang mich wieder auf das E - Bike und fuhr davon. Die Straße sah jetzt wie eine Wasserrutsche aus. Ich versuchte die Wasserlachen so gut es ging zu meiden. Es gelangt mir jedoch nicht immer, so dass sich die Schuhe wieder mit Regenwasser füllten und die Jacke nun endgültig durchtränkt wurde. Die nasse Bekleidung legte ich später in die Waschküche, um sie erneut zu waschen.
E - Biken im Regen, fahren durch Wasserlachen:
Ein Gewitter ist eben immer ein besonderes Erlebnis.
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