Positiv erfreut


 Das werbefianzierte Privatfernsehen hat ja im Laufe seiner Existenz eine Unzahl an Sendungen in den Zuschauer leeren Raum abgesondert, deren Sinnhaftigkeit nicht einmal bei der xten Wiederholung auch nur ansatzweise erkennbar wird. Das ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass der überwiegende Teil der privaten TV - Stationen ihre Formate den US - amerikanischen Verblödungsfernsehen angepasst hat, sondern wohl eher den ökonomischen Zwängen geschuldet sein dürfte.

 Diesen Bedingungen ist der Zwang, bewährte , weil akzeptable Einschaltquoten garantierende Formate ständig fortschreiben zu müssen, immanent. So  manche Sendung mit einem überschaubaren Niveau wurde deswegen zu Dauerbrenner. Dazu zählt zweifelohne auch die Kuppelshow " First Dates ". Hier sind in schöner Regelmäßigkeit diverse Damen und Herren aus unterschiedlichen Altersgruppen zu sehen, die auf der Suche nach einem geeigneten Partner, sich in dem Restaurant des Roland Trettel treffen, um später zu erkennen, dass es dann doch nichts war mit der großen Liebe.

Dass hier so mancher Protagonist nicht gerade den intelektuelle Aufsteiger abgibt, dürfte angesichts des allgemeinen Anspruchs der Sendung sowie deren hier Verantwortlichen, nahezu selbst redend sein. Dementsprechend sind die zeitlich begrenzten Unterhaltungen der Eingeladenen von eher sehr überschaubaren Inhalt. Neben dem obligatorischen Abfragen nach Alter, Interessen, Beruf, Wohnort und Vorstellungen von einem künftigen Partner, gibt es dann und wann dabei so manchen sprachlichen Faupax. 

So entwicht denn einem Informatikstudenten kürzlich die sprachliche Entgleisung zu der Wertschätzung seines weiblichen, durchaus apart aussehenden Gegenüber in Form der Aussage, dass er hierüber " positiv erfreut " sei,

Aha! Von dieser Seite aus betrachtet wäre ich denn eher mit der allegemeinen Feststellung herüber gekommen, dass mir das Aussehen der jungen Dame gefällt. Aber die heutigen Studentengenerationen nehmen es mit dem sprachlich Korrekten nicht mehr so genau. Neben dem unsäglich Denglisch kommt nicht selten ein pseudo - intellektuelles Kauderwelsch aus den Damen und Herren zum Tragen, dass einem nahezu sprachlos werden lässt.

" Positiv erfreut ", " positiv überrascht " oder nur eine " zweite Alternative "? Grausam, was die Sprachet des Landes der einstigen Dichter und Denker in dieser Zeit der allgemeinen Dauerverblödung so alles ertragen muss.  


IF  -  Waterfall  -  1972:




 




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