Mit DocMorris sparen?
Wenn bei nicht wenigen Bundesbürgern der Arztbesuch nicht nur eine Ausnahme darstellt, wenn die dort vorgenommenen Untersuchungen dazu führen, dass ein Medikament oder sogar mehrere, über ein dabei ausgestelltes Rezept wird, dann könnte es unter Umständen teuer werden. Wobei es nicht auf das einzelne Präparat ankommt, sondern vielmehr auf die Anzahl derer. Weil die so genannte Zuzahlung zu jedem einzelnen, rezeptpflichtigen Präparat 10 % des Abgabepreises, mindestens 5 Euro auf bald 7, 50 Euro, bei einer Höchstgrenzen von derzeit noch 10 Euro, die geplant auf 15 Euro angehoben werden soll, hierbei eine gewichtige Rolle spielt, können mehrere ausgestellte Rezept dann mal locker einen 50er und mehr ausmachen.
Das geht ins Geld. Damit stellt sich so mancher die Frage, ob und wie er diese ärgerlichen Zuzahlungen für die erforderlichen Arzneien vermeiden kann. Seit einiger Zeit bieten verschiedene Online - Versand - Apotheken in nennenswerten Rabattaktion Medikamente von 10 % bis zu 60 % günstiger an. Auch die verschreibungspflichtigen Arzneien zählen dazu.
Als ich am Donnerstag zu unserer Hausärztin wegen verschiedener rezeptpflichtiger Medikamente vorsprach und diese auf die Krankenkassenkarte hinterlegen ließ, war klar, dass wir diese bei der Versand - Apotheke " DocMorris " einlösen werden. Der Grund ist simpel, denn der niederländische Händler wirbt mit dem Wegfall der in Deutschland geltenden Zuzahlungspflicht.
Wie soll das denn funktionieren?
Die rechtliche Argumentation des Versandhändlers ist simpel. Der Anbieter beruft sich auf die geltenden EU - Vorschriften, die unter anderen vorsehen, dass ein Gewerbetreibender mit Sitz innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten einen Sofortrabatt gewähren darf, wenn eine Ware per Klick in den virtuellen Einkaufskorb gelangt ist. Hierüber kann der Händler die in Deutschland geltende Zuzahlungspflicht legal umgehen. Eine finanzielle Wohltat für den eh schon arg gebeutelten Pflichtversicherten. Denn die regelmäßige Einnahme von Medikamenten führt zu einem entsprechenden Verbrauch. Da die industriell hergestellten Einheiten nur beschränkte Inhalte vorsehen, muss ein Konsument natürlich mehrfach pro Jahr bei seinem Arzt vorsprechen, um dort ein neues Rezept zu erhalten. Dabei werden jeweils erneut Zuzahlungen fällig. Das schlägt sich im Portemonnaie nieder.
In unserem Fall dürfen wir regulär mit Zuzahlungen von mindestens 75 Euro je Jahr rechnen. Diese Summe entspricht in etwa einem Wocheneinkauf in einem Supermarkt.
Beim Bestellvorgang fragte ich mich deshalb, ob denn der Online - Apothekenbetreiber überhaupt noch etwas an Kunden wie uns verdienen kann, zumal er noch die üblichen Versandkostenpauschale von rund 4 Euro erlässt?
Ja! Er verdient dabei noch ordentlich, denn die mit der Krankenkasse vorgenommen Abrechnung je Quartal sieht wohl so aus:
- Bisohexal 1,25 g Filmtabletten, 100 Stück, Verkaufspreis regulär, 13,01 je Packung
- Metoformin Heumann, 500 mg, Filmtabletten, 180 Stück, Verkaufspreis, regulär 16, 47 Euro je Packung
. Camlostar 16 mg / 10 mg, Hartkapseln, 90 Stück, Verkaufspreis regulär 41,47 Euro je Packung
- Rosuvastatin 5 mg, Filmtabletten, 100 Stück, Verkaufspreis regulär, 14,05 Euro je Packung
- dito für die Ehefrau
Tja, warum soll ein von diversen Alters Wehwehchen Heimgesuchter nicht von den Bedingungen des so genannten freien Marktes partizipieren?
Merke also: Bei DocMorris kaufen und mit den Tücken der virtuellen Welt leben, heißt aber auch Geld sparen? Alte, wollt ihr ewig leben?
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