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Mittwoch, 29. August 2012

Aus der Mitte nach ganz unten und zurück: Wie ein Enthüllungsjournalist selbst enthüllt werden soll.


Günter Wallraff kennt in der BRD fast jeder politisch Interessierte, der nicht den gesamten Tag mit dem iphone oder dem smartphone bewaffnet, dann nur damit verbringt, um sinnlose Informationen in die Welt des Internets abzusondern. Wer ein wenig belesen ist, hat auch von seinen Veröffentlichungen über seine, als " under cover " - Journalist gehört und kennt zumindest seine Bücher, die er jeweils im Anschluss an seine Einschleichaktionen geschrieben hat.
" Der Aufmacher ", " Ganz unten " oder " Aus der schönen neuen Welt " gehören zu den bekanntesten Publikationen des Kölner Schriftstellers.

Günter Wallraff, der am 1. Oktober 70 Jahre alt wird, versteht sich aber als kritischer Beobachter, der regelmäßig die Finger in die offenen Wunden einer - bereits damals - ungerechten Welt, eines undemokratischen Europas, in dem faschistische Militärdikataturen existierten ( Spanien, Portugal,Griechenland ) und eines zunehmend sozial kalten Deutschlands, legte. Die so ertappten Verbrecher, Lügner und Ausbeuter schrien laut auf, wenn ihre Schurkenstücke und Verfehlungen von Günter Wallraff publiziert wurden.

Wallraff´s Hang zur Verkleidung in eine Rolle als Benachteiligter wird ihm bereits seit den frühen 60er Jahren nicht allzu schwer gefallen sein, denn er hat Unrecht in vielfacher Weise an eigenem Leib erfahren müssen. Seine Biografie darf deshalb als durchaus bewegt bezeichnet werden.


http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff

Mit seinen enthüllenden Publikationen rief er aber auch jene Geister hervor, die sich selbst zum Hüter des gesunden deutschen Volksempfindens aufgeschwungen haben. Die Dauerfehde mit dem Axel Springer - Verlag und dessen Latrinenblatt " BILD " ( " BILD Zeitung " ) belegt dieses nur zu deutlich. Wer sich mit den Exponenten der bundesdeutschen Meinungsmafia auseinander setzten möchte, der muss entweder eine starke Persönlichkeit entwickeln, viele Knete einsammeln und einen langen Atem antrainiert haben, denn die Mühlen der Justiz mahlen auch auf diesem Gebiet sehr langsam. Das jene - von Günter Wallraff´s Recherchen und die daraus resultierenden Veröffentlichungen - sich " angepisst " fühlenden Herren im Dienste der Eheleute Springer handelnd, dann zentnerweise mit Dreck umsich werfen und sich dabei als Schar eitler Gockel aufplustern, dürfte ebenso unstrittig sein, wie die Tatsache, dass die von ihnen aufgestellte Falschbehauptung, der Journalist sei als " IM Wagner " als Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit aktiv tätig gewesen, wohl die Retourekutsche der " BLÖD " - Zeitung zu sehen ist.

 http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wallraff#Verdacht_auf_Stasi-T.C3.A4tigkeit

Wenn Günter Wallraff in seinen selbst gewählten Rollen auf gesellschaftliche Missstände hinweist, auf strafbewehrtes Handeln aufmerksam macht und dem angeblich demokratisch - orientierten Bundesmichel der Zerrspiegel vor das eigene Gesicht hält, dann verschafft er sich - das dürfte selbst dem politisch Desinteressierten klar sein - damit nicht nur Freunde. Der investigantiv agierende Journalist darf jedoch nicht mit dem Mainstream schwimmen. Deshalb muss ihm bewusst sein, dass er immer Gefahr läuft, irgendwo anzuecken. Wer sich aalglatt verhält, das nur publiziert, was andere - meist aus monetären Erwägungen heraus - hören, lesen und sehen wollen, ist de facto nichts anderes als eine billige Wanderhure oder ein Callboy mit Laptop.

Günter Wallraff gehört nicht zu dieser Kategorie der Schriftsteller und Journalisten. Dass er innerhalb seiner Projekte nicht immer getreu der Gesetzesbuchstaben vorgegangen sein muss, liegt auf der Hand. Wer Unrecht beim Namen nennen will, muss auch manchmal dazu das Recht brechen, weil nämlich Gesetze auch diejenigen schützen sollen, die in ihrem Namen Unrecht begehen. Wallraff wusste das und hat sich bei seinen Enthüllungen ihrer bedient. Nun soll gegen ihn ermittelt werden.
Die rechts-konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung ( FAZ ) berichtete
im August 2012  über von Wallraffs langjährigem Mitarbeiter André Fahnemann gegen den Journalisten erhobene Vorwürfe, er habe auf Wallraffs Anweisung hin Eidesstattliche Versicherungen von Informanten gefälscht. Außerdem  habe Wallraff ihn vier Jahre lang ohne Vertrag und bei geringem Gehalt beschäftigt, während Fahnemann mit seinem Wissen staatliche Leistungen bezogen habe, was den Tatbestand der Beihilfe zum Sozialbetrug erfülle.
Auch das Hamburger Nachrichtenmagazin " DER SPIEGEL " widmete in der Ausgabe 33 / 2012  ab Seite 126 diesen Vorwürfen einen längeren Artikel. Hierin konnte der Leser auch erfahren, dass ein langjähriger Mitarbeiter Gunter Wallraffs diesen Vorwürfen widerspricht.
Gleichfalls weist der " SPIEGEL " - Artikel daraufhin, dass der Kölner Schriftsteller sich regelmäßig der Dienste eines so genannten " Ghostwriter " bedient hat.

Warum der jetzt mit Günter Wallraff über Kreuz liegende Ex-Gehilfe Andre´Fahnemann mit diesen Behauptungen an die Öffentlichkeit geht, dürfte in die Rubrik " Geldverdienen " fallen. Nur wer sich interessant macht, ist es auch für die voyeurstische Gesellschaft und ihrer Publikationsorgane. Ob die erhobenen Vorwürfe gegen Günter Wallraff strafrechtliche Relevanz haben, bleibt indes dahin gestellt. Die Abgabe falscher eidesstattlicher Versicherungen zur rechtlichen Unterlegung aufgestellter Tatsachenbehauptungen sind zwar kein Kavaliersdelikt, gelten jedoch in diesem Genre als übliches Mittel, um sich gegen drohende Zivilprozesse zu wappnen, die dann regelmäßig vom Zaum gebrochen werden, wenn ein Betroffener versucht die veröffentlichte Behauptung zu unterbinden.

Häufig liegt der Grund für ein übles Nachtreten bei der Beendigung einer zwischenmenschlichen Beziehung eher darin, dass eine Seite sich gekränkt, ungerecht behandelt oder sie einfach nur aus Rache es dem anderen Teil noch einmal so richtig zeigen will. Dieses Verhalten ist nicht nur bei Eheleuten in dem Scheidungsverfahren anzutreffen, sondern auch in den Bereichen der Arbeitswelt oder bei gescheiterten wirtschaftlichen Beziehungen.
Wer in einer sich ständig ungerecht zeigenden Gesellschaft aus deren Mitte kommend, sich nach ganz unten begibt und danach den Rückweg wählt, muss damit rechnen, dass ihm Steine nachgeworfen werden. Oder anders formuliert:

Vox audita perit, littera scripta manet!

( Das gesprochene Wort verweht, das Geschriebene bleibt bestehen! )

1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

was der Nichtlateiner nicht versteht...