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Freitag, 9. November 2012

Novemberverbrecher



                                                                          (c) Erich Greifer - bei WIKIPEDIA " Novemberrevolution "

Die deutsche Geschichte ist vielfältig. Sie umfasst dabei sämtliche Facetten der menschlichen Irrungen und Wirrungen. Sie hat aber auch viele, eigentlich zu viele, dunkle Kapitel. Zu jenen schwarzen oder zutreffender formuliert: braunen Abschnitten zählt mit Sicherheit die faschistische Diktatur von 1933 bis 1945.
Der 9. November 1938 fällt in diesen Zeitraum und dürfte für viele, denen die - wie es der Ex-Bundeskanzler " Birne " Kohl einmal formulierte " Die Gnade der späten Geburt " - zuteil kommt, eher ein unbedeutendes Datum sein.
Für wenige, die inzwischen betagt oder hoch betagt sind, ist dieser Tag mit Sicherheit noch in guter Erinnerung. Er ist in die deutsche Historie als " Reichsprogromnacht " oder " Reichskristallnacht " eingegangen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938

Was damals geschah, ist längst in ungezählten Büchern, Artikeln oder Filmen dokumentiert worden. Trotzdem gibt es genügend Gründe, die dafür sprechen, dass eben jene Verbrechen, die von Tätern verübt wurden, deren Herkunft sich eher in mitten der einstigen Gesellschaft lokalisieren lassen, auch 74 Jahre danach nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Dieses gilt umso mehr, als dass in den Elternhäusern, den Schulen und in der Öffentlichkeit das Thema Faschismus kaum noch eine große Rolle spielt. Sicherlich ist es einfacher, den Folgegenerationen zu sagen, dass dieses Kapitel nun mehr als 8 Jahrzehnte her ist und der Einzelne damit nichts mehr zu tun haben kann. Allerdings zeigt sich gerade das Wiedererstarken der nationalsozialistischen Strömung in diesem Land, dass das Thema Faschismus längst nicht ad acta gelegt werden darf.

Als ich vor fast 50 Jahren die ersten Geschichtsunterrichtsstunden erhielt, vermittelten mir die damaligen Lehrer viel von den glorreichen Kaisern, Königen und Fürsten, den erfolgreichen Persönlichkeiten aus den einstigen Volksstämmen, von Armin, den Cherusker, von Christopher Columbus, von Hannibal, den großen Heerführe oder von vielen Kriegen, großartigen Friedensvereinbarungen und ungezählten Handelsabkommen. In den Geschichtsbüchern gab es Abschnitte über die Hanse, Hansestädte, über Reichtum und Armut, Seuchen und Völkerwanderungen. Alles interessante Kapitel der Weltgeschichte, der Entwicklung der Menschheit und der Kontinente. Dabei wurde aber auch die deutsche Geschichte in einem besonderen Umfang behandelt.
Es stand dort viel geschrieben über die unterschiedlichen Völker, deren Einflüsse auf dieses Land, das in seiner jüngeren Geschichte irgendwann durch Ablegen der Kleinstaaterei, des Zusammenschlusses Preußens mit anderen eigenständigen Ländern, plötzlich einen Krieg anzettelte, der dann als Erster Weltkrieg in die Annalen eingegangen ist, der dann verloren ging und mittels des Versailler Vertrags beendet wurde.

Das angebliche Diktat von Versaille und seine Folgen wurden zwar dort auch behandelt, aber in einer eigenartigen Form. Es war dort von Reparationszahlungen, von Gebietsverlusten und Entmilitarisierung die Rede. Dann stand dort zu lesen, dass der Friedensvertrag von Versaille von der Mehrheit der Deutschen als Diktat und Demütigung empfunden worden sei und deshalb abgelehnt worden wäre. Dass Großindustrielle wie Alfred Krupp glänzend an dem Krieg verdiente, wurde in diesen Büchern indes nicht erwähnt.

http://www.stupidedia.org/stupi/Krupp

Dass Rüstungskonzerne wie die Thyssen AG für Kriegsgerätelieferung von Deutsche Reich noch Geld verlangte, obwohl der Krieg ja verloren war, kam in diesen Büchern auch nicht vor.
Solche Informationen waren in der Adenauer-Ära nicht erwünscht. Auch nicht jene, dass die vielen nationalistischen, reaktionären und konservativen Deutschen die sich am 9. November 1918 gegründete erste Republik, die Weimarer Republik, bis aufs Blut bekämpften, mittels bewaffneter Aktionen, Morden und Lügenkampagnen, deren gewählte Vertreter vernichteten und deshalb behaupteten, dass die einstigen Politiker das Deutsche Volk in Versaille verraten hätten. In jenen Schulbüchern fand sich auch kein Wort darüber, dass Faschisten, Nationalisten und Reaktionäre die Lügen über angebliche " Novemberverbrecher " nur deshalb in die Öffentlichkeit streuten, um die innere Sicherheit zu gefährden.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberverbrecher

Was sich in diesen Märchenkapiteln wieder fand, waren Behauptungen, dass die Weimarer Republik an der Vielzahl der Parteien, an dem Wahlsystem und der Radikalisierung der Menschen gescheitert sei. Dass die Faschisten nur deshalb an die Macht kamen, weil es keine gemeinsamen Ziele der Parteien gegeben habe.
Dann war plötzlich der 2. Weltkrieg da, der 1945 durch die Kapitulation Deutschlands beendet wurde.
Und vier Jahre später gab es die Bundesrepublik Deutschland, die aus den 3 estalliierten Besatzungszonen entstand. Millionen ermordete jüdische Menschen, gefallene Soldaten und verhungerte Kriegsgefangene sowie Flüchtlinge kamen in der von oben verordenten Geschichtsschwarte nicht vor. Auch nicht, dass die vielen Faschisten, die einige Jahre zuvor Menschen umbrachten oder umbringen ließen, wieder in Amt und Würden waren. Auch die Kirchen hatten mit den deutschen Nationalsozialisten nie etwas zu tun gehabt.

Wer sich Geschichte so einfach gemacht hat, muss sich nicht darüber wundern, dass diese systematischen Verdummungsversuche auch heute noch dazu führen, dass junge Menschen den Holocaust leugnen, die Faschisten verehren und von Novemberverbrechern faseln - eben weil sie von der Historie nichts wissen.



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