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Donnerstag, 8. November 2012

Tucker Zimmerman, ein fast vergessener Poet und Singer-Songwriter und seine Balladen über die amerikanische Tristesse.



Wenn sich am 7. November 2012 die Frage stellen sollte, welche Namen und Begriffe auf diesem Planeten einige zehntausend Mal in den Medien benannt worden sind, so müsste die eindeutige Antwort hierauf lauten:

1. Barack Obama

2. Mitt Romney

3. Präsident

Und weil der inflationäre Umgang mit den beiden Namen und des damit verbundenen politischen Amtes nun endlich beendet werden muss, habe ich mit dem heutigen Tag bereits abgeschlossen und mir vorgenommen, ab sofort der Entwicklung in den USA keinerlei besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Denn einst dürfte wohl klar sein: Auch in der zweitem Amtszeit des Mr. Obama werden die Bäume in den Vereinigten Staaten von Amerika - trotz der Überbleibsel aus den vergangenen Erdzeitaltern im Redwood - oder Yosemite - Forrest - nicht in den Himmel wachsen. Wie es der Kollege Octa schön formuliert hat: " Abschalten - Es ist genug der US - Präsidentenwahl !"

So erinnerte ich mich beim Wegkehren der Hinterlassenschaften des nächtlichen Herbstwindes, an eine Zeit zu Beginn der 80er Jahre als der Hollywood-Darsteller Ronald Reagan im Weißen Haus residierte und seine militaristische Politik von dort aus betrieb. Für uns als kritische Studenten war " Ronny " eine Hassfigur. Stellte er ja den Prototyp des US-Amerikaners dar, der mit flotten, nationalistischen Sprüchen so hemmungslos umging, wie der einstige Cowboy mit dem Colt. Und so war die einstige US-Außenpolitik geprägt von dem Bestreben der Weltpolizist im Kampf gegen das Böse zu sein. Dabei hätte es auch diesen Politiker gut zu Gesicht gestanden, wenn er die vielen Probleme und Mißstände im eigenen Land angegangen wären.

Von diesen - oft geschriebenen und auch besungenen - sozialen Verwerfungen lassen sich ganze Regalwände an Bücheern, Tonträger und anderen Medien füllen. Ob dabei das wahre Leben, jenseits der Glitzerfassaden des großen US - Kinos, immer korrekt wieder gegeben wird, mag dahin gestellt bleiben. Fakt ist jedenfalls, dass viele US - Künstler und Literaten sich jener Menschen angenommen haben, die den großen amerikansichen Traum erst gar nicht leben können, weil sie von Geburt an zu den Abgehängten gehören. Neben jenen sozial - kritischen Inhalten, die sich in ungezählten Werken offenbaren, gibt es auch ein Genre, welches die amerikanischen Besonderheiten zwischen dem Land selbst, den dort lebenden Menschen und ihren Erlebnissen oder Sehnsüchten vom Leben oder nach einem solchen in absoluter Freiheit erzählen.

Neben Vertretern der schreibenden Zunft, befassen sich auch viele Musiker mit diesem Thema. Ob nun Woody Guthrie, dessen Sohn Arlo Guthrie, Bob Dylan oder auch Pete Seeger, gehören Interpreten, wie Willie Nelson, der leider viel zu früh verstorbene Townes Van Zandt oder auch Jimmy Buffett zu jener Singer-Songwriter - Gruppe, die sich mit den vielen Eigenarten dieses großen Landes befassen.
In diese Kategorie ist auch Tucker Zimmerman einzuordnen.

Er wurde am 14. Februar 1941 in Kalifornien geboren, wo er sich nach einem Hochschulstudium ab Mitte der 60er Jahre nur noch der Musik widmet.
Ab 1969 veröffentlicht der Musiker die Debüt - LP:


Ten Songs by Tucker Zimmerman

Auf der so illustre Musiker wie Tony Visconti, der vormals als Studio-Bassist bei David Bowie fungierte; sich aber vor allem einen Namen als Produzent zahlreicher Alben von " T-Rex, Gentle Giant oder Osibisa " machte. Mit von der Partie sind auch: Shawn Phillips als Gitarrist, Aynsley Dunbar, der auch Schlagzeug bei " Fleetwood Mac " spielte und der Tasten-Virtose Rick Wakeman, dessen Mitarbeit bei " Yes " inzwischen legendär ist.
Tucker Zimmerman´s " Ten Songs by Tucker Zimmerman " blieb indes nur einer Minorität bekannt und beachtet, da sein Stil nicht unbedingt in die den Endsechszigern immanenten  Rock und Pop - Schubladen passte. Der Gesangsvortrag erinnerte zudem an längst zu Folk - Größen gewordene Interpreten wie Gordon Lightfood. So blieb die durchaus hörenswerte LP des Amerikaners weitesgehend unbeachtet in den unzähligen Schubern der Läden liegen.

http://eil.com/shop/moreinfo.asp?catalogid=546171

So schrieb ein - wohl frustrierter - TZ - Fan vor mehr als 10 Jahren in dem " Rolling Stone  Forum " unter der Rubrik " Unbekannt und vergessen: Geheimtipps ":


" aufmerksamen alleslesern hier im forum und im neuen stone dürfte dieser name über den weg gelaufen sein.
bowie erwähnte ihn bei seinen vinyl-faves und otis war darüber so erfreut, dass er in einem post zum neuen stone dazu was schrieb.
ich weiß, dass es kaum einen interessieren kann, wer dieser mann ist und was es mit ihm auf sich hat, aber er begleitet mich musikalisch nun mal seit 34 jahren.
deshalb und durch den neuerlich besitz, zumindest der musik des von bowie genannten albums, will ich ihn noch mal in erinnerung rufen.

tz ist ein schlauer, musikstudierter kopf aus kalifornien, meines wissens. ende der 60er kam er nach europa. in england lernte er tony visconti und damit auch wohl bowie kennen. visconti produzierte seine erste scheibe, die von bowie genannte: ten songs. selbige habe ich nun als kopie zumindest (i.ü. eine nicht allzu gute). es ist ein sehr schönes stückchen musik, etwas verschiedenartig in seinen songs:von bluesigerern titeln über ziemlich folkiges bis hin zu ganz leicht ätherischem (letzter song). klasse ideen und feine produktion. diese platte ging natürlich völlig unter!!

dann kam tz auf den kontinent, wo er anfang der 70er von folkfestival zu folkfestival reiste (beliebte events damals) und jeweils ziemlich abräumte. ich selbst habe ihn 70 einmal in münster gesehen in einem kleinen club, als er seine 2. lp vorstellte. hometaped nur mit gitarre und elekt. orgel im hintergrund. in meinen augen die geschlossenste, schönste und zwingendste scheibe von ihm. sie hat eine ganz eigene atmosphäre, von der ich nie wusste, wie wertig sie sei, auch weil ich die scheibe so fürchterllich geliebt habe. heute denke ich, sie ist seeehr gut!

die danach ist foot tap. schon wieder ein bisschen aufwändiger produziert und ebenfalls wunderschön. aber nicht ganz so geschlossen. dann gibt es wohl noch ein paar mehr sachen, die ich aber nicht kenne. "

- Ziatatende - aus:  http://forum.rollingstone.de/showthread.php?t=6173

Nun, inzwischen kann dem Hilferuf aus der Zeit, in dem das WWW nicht über mehrere Milliarden Seiten verfügte, enstprochen werden. Die Alben von Tucker Zimmerman sind allesamt wieder zu erhalten. Wenn auch die Vinyl-Scheiben zum Teil astronomische Preise vorweisen.

Wie der Fan schon schrieb, der Musiker begab sich in den frühen 70er Jahren nach Europa, wo er an einigen Folk-Festivals auftrat. Inzwischen war 1971 sein zweites Album auf dem Markt, das - unter dem gleichen Label produziert - dieses Mal 11 Stücke enthält:


http://www.lastfm.de/music/Tucker+Zimmerman/Songpoet


TZ´s " Songpoet ", wie das Album heisst, bringt in etwa jene Mischung aus folkloristischen -, psychedelischen und rockigen Elementen dem Hörernäher, wie sie schon aus dem Debüt-Album bekannt sind. Immerhin spülte ihn die in den anglo-amerikanischen Musikgefilden zu Beginn der 70er noch grassierende Folkwelle mit hoch. Tucker Zimmerman tourte fleißig weiter und trat auch in diversen, kleinen Clubs in Westdeutschland auf.
Seine musikalische Entwicklung ließ er dann 1974 in die LP " Over here in Europe einfließen. Die unter dem eher Insider bekannten Laben " Splax " veröffentlichte Scheibe enthält 10 Lieder, deren Spieldauer sich zwischen 2,5 bis knapp über 5 Minuten bewegen.


http://www.lsdreamsrecords.com/psych/tucker-zimmerman-over-here-in-europe.html

Das TZ sich bei deren Produktion einer Reihe von französischen Studiomusikern bediente, kommt nicht von ungefähr. Die dortige Folk - und Liedermacherszene erlebte ihre Blütezeit, zumal sie sich von dem vorherrschenden Maistream des so genannten " Bombast - Rocks ", der mit riesigem elektronischen Aufwand und massigen Showelementen, die immer größer werdenen Veranstaltungsplätze beschallte, nicht nur akustisch abzusetzen suchte. Es war die Hochzeit der französischen, aber auch westdeutschen Liedermacher und der insich gekehrten Bewegung des " Auf - dem Land - Leben -  wollens ", die zu dem folkloristischen Musikstil denn eher passte, als Hard - Rock mit verzerrten Gitarren, deren Energie bekanntlich von der Steckdose und der Stromgewinnung erzeugt werden muss.

  http://www.discogs.com/Tucker-Zimmerman-Over-Here-In-Europe/release/1628951

TZ´s " Over here in Europe " - Studioalbum wurde sodann in den europäischen Gefilden durchaus bekannt. Und entpuppte sich als Geheimtipp einer Landkommunen-Bewegung Mitte der bewegten 70er Jahre.

Als dann drei Jahre später, nämlich 1977 sein viertes Album mit dem Titel " Foot Tap " veröffentlicht wurde, hatte TZ inzwischen einen Namen in der BRD erlangt. Nach dem sattsam bekannten Muster produzierte er von Juli 1976 bis Juli 1977 seine 10 Stücke, die musikalisch nicht sehr viel Neues bieten, dennoch auch 8 Jahre nach der Erstveröffentlichung der " Ten Songs.. " - Scheibe immer noch als hörenswert einzustufen sind.

http://www.discogs.com/Tucker-Zimmerman-Foot-Tap/release/2060284

Dass er unter dem " Parsifal " - Label seine 10 Lieder in der üblichen Länge von 2,5 bis 5 Minuten vertreiben durfte und hierfür auch durchaus Abnehmer fand, lag vornehmlich daran, dass sich der gesamte Musikmarkt weiter entwickelt hatte und ungezählte " Mini " - Plattenfirmen, die jedoch oft einem Konzern gehörten, ihre Produkte auf den enorm gewachsenen Markt warfen.
TZ hatte sich zwar wieder schnell nach seiner französischen Episode in die britischen Gefilde verzogen, blieb aber - auch musikalisch betrachtet - den frankofonen Klängen durchaus weiter gewogen.

http://www.amazon.de/Foot-Tap/dp/B00956BHQG

Noch ehe der Brüll - Schrammel - Dreiriff - Punklärm die süß - sauren Musikträume der Spät - Landkommunen - Hippies jäh zerstörte, begab sich Tucker Zimmerman auf Europa-Tournee´, wo er nicht in jenen Massenkäfigen von Hallen und Stadien auftrat, sondern die gepflegte Atmosphäre kleiner Klubs suchte. Leider hat er aus dieser Zeit keine offiziellen " Live " - Alben veröffentlicht, so, wie es seine Pop - Rock - und Hardrock - Kollegen in schöner Regelmäßigkeit taten. Nun, ja, es mag wohl daran liegen, dass sein Liedgut eher in Studioform gehört werden muss.

Noch ehe der musikalische Schrott der angelaufenen 80er - Dekade, bestehend aus Punk - New Wave - und MDW - Eintagsfliegen und begleitend durch Neon-Licht, Vokuhila bis Hahnenkamm -Kopfverunstaltungen sowie Popper-Parasiten und Friedensbewegten, voll durschlug, produzierte TZ dann 1980 das Album " Square Dance ", dass noch im selben Jahr heraus gebracht wurde.

Auf der LP befinden sich wiederum 11 Stücke:

Spit into the Wind

Half Crazy

Levi Strauss Waltz

Whatever Happened to the Radio?

Brother John

Bottom of the Wishing Well

I’m a Good Man

Classified Want-Ad Section Blues

Tall Taled / Short Changed

Point of View (Don’t Look at Me)

The Only Show in Town


Auch dieses Album unterscheidet sich nicht sonderlich von seinen Vorgängern. TZ hat die Spieldauer seiner Songs nur leicht variiert, denn sie betragen nunmehr zwischen 2 und mehr als 6 Minuten. Seine leicht nölige, zart kehlig klingende Stimme,die in  einen vielleicht zu oft, zu monotonen Singsang verfällt, hat sich auch mehr als eine Dekade kaum verändert. Die instrumentale Begleitung reduziert sich allerdings nicht nur auf seine Gitarre, sondern auf einigen Stücken kreist auch eine elektrische Orgel.

Als ich irgendwann im Jahre 1981 das Album " Square Dance " bei einem Studienkollegen mit dem Namen Lothar Gronefeld hörte, war mir die Musik eher suspekt. Vielleicht lag es daran, dass ich längst zum eingeschworenen Hardrock-Fan mutiert war und damit musikalische Scheuklappen aufgesetzt hatte. Lothar lieh mir dennoch das " Square Dance " - Album von Tucker Zimmerman, dass ich dann ein Jahr später auf eine C90 " Fujtsi " - Kassette aufnahm. So munitionierte ich mich für die elendig langen Fahrten von Bremen nach Bad Eilsen und  zurück auf, innerhalb derer ich mich dann von meiner - sich  durchaus im höheren Preissegment - erworbene Stereo-Anlage mit Konservenmusik beschallen ließ.

Das Album von Tucker Zimmerman gehörte zwar immer noch nicht zu den häufig abgenudelten Kassetten, dennoch lag diese ständig in der Plaste-Ablage meines marine-blauen R4.

Warum ausgerechnet der Folkloresänger Tucker Zimmerman zu den Favoriten des Studienkollegen Lothar Gronefeld zählte, war mir einst nicht so richtig bewusst. Seine LP - Sammlung war zwar sehr überschaubar, dennoch bestand sie nicht nur aus Singer - Songwriter - Alben, wie jenes von TZ nun einmal einzuordnen ist. Ein Jahr später hätte mir eigentlich die Erleuchtung kommen müssen. Lothar, den wir alsbald " Lötre " nannten, war mit einer Französin aus der Nähe von Bourdeaux liiert. Er besuchte sie einige Wochen während der Sommersemesterferien, die damals mehr als 3 Monate umfassten. Erst später erfolgte von Marie - Pierre ein Gegenbesuch, das dann im Sommer der frühen 80er Jahre in einem Fiasko endete und die Beziehung der Beiden auseinander krachte. Diese französische Freundin hatte ihn wohl davor aber zu einem Konzert mit Tucker Zimmerman eingeladen, worauf sich " Lötre " gleich dessen Album " Square Dance " zulegte.

Das ein Jahr später, nämlich 1983 produzierte Studioalbum " Word Games " befand sich indes danach nicht in der LP-Sammlung von " Lötre "., denn die deutsch - französische Freundschaft vor zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung schon zerbrochen.


Taoist Tale

Two Nice Guys Down on Mainstreet

Standing on the Stone

As Long As the Rivers Run

Everybody’s Business

Ghost Train

Different Ways of Drawing Lines

Rock & Roll Waltz


Auf diesem Album befinden sich jetzt nur noch 8 Titel, deren Länge zwischen 3, 5 ( immerhin! ) bis 7,5 ( hui ! ) Minuten variiert. Insgesamt ist die Mehrzahl der Stücke flotter, mit mehr Drive vorgetragen und zeigt einen leichten Stilbruch zu dem sonst üblichen TZ - Repertoire des Liedermachers; wenngleich beide, längeren Titel ( As long as the River flow und  Ghost Train  ) wieder mehr zu dem balladenhaften Songs des US - Amerikaners zählen.

http://www.amazon.com/Word-Games/dp/B0094TXZUU


Um den wurde es dann ab Mitte der 80er Jahre sehr still. Erst zu Beginn der ersten Nachmilleniumsjahre erschienen weitere Tonträger des inzwischen 60jährigen Poeten und Musikers.

Das Bootleg - Doppelalbum mit dem eher nichts sagenden Titel " Tucker Zimmerman´s Nightshift Trio " enthält sage und schreibe 26 Stücke, die allesamt live aufgenommen wurden.
TZ spielt hier zusammen mit:

Didier Bourgignon: voc, bj, harm

Jef van Gool: b

und trägt eine Vielzahl von älteren Lieder aus seinen fünf Alben sowie einige neuere Stücke vor.


http://www.musik-sammler.de/media/661380

In selben Jahr noch wird ein offizielles sechstes Studioalbum von ihm vorgelegt, das den Titel
" Walking on the Edge of the Blues (Nightshift Trio) " trägt. Und tatsächlich, diese CD ist keine Mogelpackung, der Musiker bewegt sich in einem leicht veränderten Gewand auf der breiten Bühne der Bluesmusik. Warum es ihm erst fast 25 Jahre später eingefallen ist, sich dieses , dann ja wohl näher liegenden Stils, der seine schwer melancholischen und oft mit kritischen Grundgedaken behafteten Texte auf den Rezipienten herüber bringt, wird vielleicht sein Geheimnis bleiben. Das Album ist, insbesondere, weil bei TZ fast 2 Dekaden lang Funkstille herrschte, eine absolute Sahnescheibe. Nicht, weil er musikalisch längst zu den Gereiften seiner Zunft zählt, sondern weil er den Blues sehr eigenwillig interpretiert. Die 10 Stücke - wie schon gehabt - haben es allerdings in sich. Prima vorgetragene Stücke mit texlichem Tiefgang und sich bewusst abhebend von dem Zeitgeistdreck der Fast-Food-Generationen und ihren oktroyierten Geschmacksautomations - Unterhaltungsmüll mit Wegwerf - sowie Einweggarantie.

http://www.amazon.com/Walking-On-Edge-Blues/dp/B004H048VG


No More Running Around


Walking on the Edge of the Blues

Nightshift

The Law of the 12-Bar Blues

Past Crying

Talking to the Demon

Highway 101

Fool for Locomotion

Shipyard

Back to the Blues


Zwei Jahre darauf bringt TZ dann sein bislang letztes Album heraus: " Chautauqua " .

Wieder die üblichen 10 Stücke. Allerdings auch hier ein wilder Mix aus bekannten Melodien. Lieder, deren Verfallsdatum zwar nicht auf der CD-Hülle eingepresst wird, die sich aber - leider, leider - mit den zuvor schon seit fast 35 Jahren bekannten Titeln von Tucker Zimmerman austauschen lassen. Demgemäß ein musikalischer Rückschritt. Dennoch: Tucker Zimmerman, inzwischen 71jährig, gehört längst zu den Singer - Songwritern, deren Werke ihre Existenzberechtigung mit Sicherheit zu hundert Prozent unter Beweis gestellt sind.

So flog ich beim Trinken einer heissen Tasse Kaffee und dem Abhören der mehr als 3 Dekaden alten Kassette zurück in jene Jahre, in denen ich mich bemühte, das eigene Leben anders zu gestalten und auf viele materielle Annehmlichkeiten zu verzichten. So, wie der von TZ besungene " Brother John " vielleicht, der in dem großen Land mit dem Namen Vereinigte Staaten von Nordamerika irgendwo in der weiten Landschaft, in der Wildnis, jenseits der Zivilisation, lebt, in einem Provisorium aus Resten eines schrottreifen Wohnwagens, einer selbst kontruierten Dusche und umgeben von eigenem Zivilsationsmüll, wie Konservendosen, Bierflaschen  und Pornoheften. Dabei verknüpfte ich dieses Lied und dessen sozial-kritischen Text von TZ mit dem seit Jahren gezeigten Realzustand der Millionen Arbeitslosen, Obdachlosen und Perspektivlosen in den USA, die ohne Hilfsangebote in der Wildnis oder vor den rieisgen Metropolen campieren müssen, in ihren schrottigen PKW zu schlafen haben oder von den in Doppelstreife auftauchenden NYPD - Beamten mittels pendelnden Gummiknüppels von den Bänken verscheucht werden. " Brother John ", 32 Jahre danach? Die Yankees haben nichts verstanden, trotz Obama-Wahl, dem gesamten Mediengeschisse drum herum und dem verbrecherischen Umtrieben ihrer Ausbeuter und Halunken in den dortigen Konzernen, die die übrige Welt als Müllhalde ihrer Lebensinhalte missbrauchen.















1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

Der Knabe tönt angenehm. Hab ich noch nie vorher gehört; besten Dank für die Empfehlung! ;o)