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Samstag, 15. Oktober 2016

Blöde Onkels!



Der Freund der populären, der modernen Musik, mag den deutschsprachigen Ablegern von Beat, Pop und Rock vielleicht viele schlechte Dinge nachsagen können. Doch eines mit Sicherheit nicht: Dass dieses Genre nicht kreativ sein kann.
Was hat es in den letzten 5 Jahrzehnten nicht so alles an Interpreten und Richtungen auf dem riesigen Markt der musikalischen Beliebigkeiten gegeben?  Da kam nach der Beat - Musik, der Rock und Pop, der Reggae, die Folkmusic,; irgendwann ab den späten 1970ern und den frühen 1980ern der Punk, die NDW, der Austro - Pop und hiernach weitere Abarten des Zusammenklaubens von Tönen und Texten ( die allerdings immer schwachsinniger wurden ).

Irgendwo dazwischen hatten findige Geschäftemacher die glorreiche Idee, dem " aktueller Jargon der Deutschnationalen: " linksversifften ) deutschsprachigen Rock - Musik, einen nationales Gedankengut heraus brüllenden, eigenen Stil ( hier: ohne " e " ) entgegen zu setzen. Aus dieser braunen Brühe entsprangen Bands ( deutscher: Musikgruppen ), wie " Störkraft ", " Kraftschlag " oder " Landser ". Die Truppen sind allesamt eindeutig der neo - nationalistischen Szene zuzuordnen. Deren Texte und / oder ihr martialischen Auftreten nicht nur Gewalt verherrlichen, sondern zudem oder auch gerade deshalb, permanent strafbare Handlungen darstellen.

Es gibt innerhalb des Dunstfeldes der braunen Musik, auch Bands, die sich nicht so eindeutig erklären und deshalb keine unumstößliche Zuordnung zulassen. Ob dazu die über die bundesdeutschen Lande bekannte Gruppe " Rammstein " des Rambower Till Lindemann (  https://de.wikipedia.org/wiki/Till_Lindemann ) zählt, stelle ich hier mal streitig. Der Kollege Octapolis sieht es - durchaus nachvollziehbar - etwas anders als ich. Wobei sich Lindemann´s einstige Kamikaze - Einheit auf der Bühne wohl eher einen völkisch - germnischen Anstrich gab, als es die Lieder / Texte der späteren Jahre erkennen lassen.

Nun, gut, Musik war, ist und bleibt eine reine Geschmacksfrage.

Die von der Spießer - Mehrheit in diesem, unserem Lande, gezogenen Grenzen des " guten " Geschmacks, überschritt allerdings die Brüll - Einheit mit dem Namen " Böhse Onkelz ". Sie entfleuchte in den frühen 1980er Jahren, als die Jugend gegen das vermeintlich hippieske Establisement über die " Punk " - Musik revoltierte. Die Gegenbewegung zu den Blechtrommlern rund um Johnny Rotten und Konsorten, nannte sich " Skins "; deren Schlachtruf " Oi,Oi! " war.

Aber auch für deren musikalischen Ausfluss galt, was der kapitalistischen Wirtschafts - und Gesellschaftsform immanent ist: " Geld stinkt nicht ! " Auch dann nicht, wenn die Clowns der subkulturellen Szenen, nach durch zechten Nächten, etwas streng riechen, bevor sie ihre Ausdünstungen von den Vortagen, in den späteren Nachmittagsstunden probeweise in einen verschmutzten Übungskeller eingeben.

Die Berufs - Krawallos der Formation um den Frontmann Kevin Russell machte aus der stringent, positiven Haltung zu dem schnöden Mammon nie ein Hehl und war sich deshalb auch nicht zu schade, auf einem so genannten Sampler, der zu dem Film " Untergang " mit dem Titel " Soundtrack zum Untergang 2 " im Jahr 1982 auf den Markt geworfen wurde, beizusteuern.
( https://de.wikipedia.org/wiki/Soundtracks_zum_Untergang#Soundtracks_zum_Untergang_2 )

Dass Geld - im krassen zu den berufsmäßigen " Punks "  und " Skins " nicht stinken kann, erkannten Russell und seine Mannen zwar sehr schnell; weshalb sie sich dazu entschlossen, das braune, rassistische Gegröle, alsbald auf weitere Tonträger einzubrennen. Auch der aufkommende Hype rund um die CD, begünstigte den Aufstieg der Truppe, da es natürlich auch Silberlinge mit dem Schund der " Böhse Onkelz " in Hülle und Fülle zu kaufen gab.

Ab Mitte der 1980er Jahre distanzierte sich das Quartett von der " Skinhead " - Szene; wohl auch, weil das Album " Der nette Mann " in Westdeutschland indiziert und dessen Verkauf damit untersagt wurde, Zudem gab es - wie sollte es anders sein - Zoff wegen der Finanzen mit dem " Label - Chef " Egoldt und es gab den " Deutschen Gruß " bei den Auftritten im " Skin " - Milieu.

Die Gruppe vollzog danach einen musikalischen Wandel, hin zum Metall - Rock und konnte damit in der dortigen Szene landen. Mit der Veröffentlichung weiterer Alben, die trotz der Heroinabhängigkeit des Sängers Russell, eingespielt wurden. erhielt die Gruppe einen steig steigenden Bekanntheitsgrad.
Dieser Erfolg vervielfachte sich mit der " Wende " ab den 1990er Jahren. Die Band erhielt innerhalb der national - ausgeprägten bis neo - nazistischen Szene einen breiten Zuspruch.

Nun könnte in der Folgezeit die existenzielle Frage: " Was war zuerst da? Das Ei oder die Henne? " auch auf das - wohl auch gepflegte - Image und die musikalischen Darbietungen der Band sowie deren Anhänger einerseits und die öffentliche Kritik für dieses Umfeld, eine gewisse Rolle spielen.
Grundsätzlich gilt auch hier - wenn auch eingeschränkt - die These, dass Gesellschaftskritik nicht von allein entsteht sowie, dass Jugend ein verbrieftes Recht auf Andersein und Kritik hat.

Ob sich dieses in provozierenden Texten, Schrammelmusik oder jaulenden Gitarren nebst Brüll - Gesang äußern darf, ist unstrittig mit " Ja bis Jawoll " zu beantworten. Wenn es jedoch in eine Richtung läuft, dass rassistisches und volksverhetzendes Gedankengut in dieser Art von Kunst verbreitet wird, dürfte die flexible Grenze des " guten " in den schlechten Geschmack überschritten worden sein. Und just so verhielt es sich mit der Rammel - Rumpel - Truppe rund um Russell in den frühen 1980er Jahren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Böhse_Onkelz#1981_bis_1986:_Die_Jahre_in_der_Skinhead-Szene_und_Indizierung

Dass bereits ein Jahrzehnt danach die Formation aus Westdeutschland in den Olymp der Großverdiener aufstieg, ist vor allem ihren Live - Auftritten vor Zuschauermassen von bis zu 120.000 Besuchern zu verdanken. Russell und seine Mitstreiter durften sogar in jenem Jahrzehnt als Vorgruppe der " Rolling Stones " auf die Bühne.

Nun dürfte der kommerzielle Erfolg und der schlechte Ruf der Band sehr wohl miteinander korreliert haben, als anlässlich einer Fernsehsendung mit dem reißerischen Titel " Unsere Besten des ZDF ", die Truppe zwar  in der dortigen Umfrage " nur " Platz 25 erreichte, die Gesamtzahl der abgegeben Stimmen wegen einer nachträglichen Veränderung der Stimmenbewertung die Gruppe auf den ersten Platz gehievt hätte. Das CDU - ZDF wollte dieses wohl nicht und mit Absegnung des damaligen Programmdirektors Bellut, änderte die Mainzer - Anstalt flugs den Modus.

Obwohl die Formation sich bereits 2004 aufgelöst hatte, besuchten bei späteren Live - Auftritten der Band Zehntausende die diversen Veranstaltungen.

Das Märchen der faschistoiden Gruppe kursierte nach wie vor in der braunen Szene und auch darüber hinaus. Deshalb ist die Band in jenen einschlägigen Kreisen immer noch beliebt und dieses, obwohl aus den ehemaligen Krawallmachern längst etablierte Musiker mit sechstelligen Gagen geworden sind. Dieses passt nicht so ganz mit dem ihnen angehängten Image zusammen; womit sich die Frage stellt, ob die Krachmacher überhaupt für oder gegen eine bestimmte Richtung einstehen und nicht doch eher dem Geld gut sind ( so, wie es viele andere Künstler auch vorexerzieren )?

Sei´s drum, denn auch die rechte Gossen - Lyrik und ihre lärmende Umsetzung hat die Triebfeder in sich eingebaut, dass mit ihr Moneten verdient werden soll. Nichts anderes ist das Bestreben der " Onkelz ", auch wenn deren Texte abstoßend sind.
Immerhin ist es den Kultur - Banausen gelungen, ihre schwachsinnigen Texte mit braunem Anstrich zu vergolden.

Ce la vie und Gut´s Nächtle mit den goldenen " Stranglers " und ihrem Klassiker aus den frühen 1980ern:






1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

Nun ja... Das ist breit gefächert. Wenn man manchem Text, der in klassischen "völkstümlichen Schlager"-Sendungen läuft, die Schunkeligkeit nähme, so bliebe mitunter auch nur streitbare Nationaltümelei...
Und was Rammstein angeht: Die Vorgeschichte der Band klärt da vieles, der Rest ist Anstrich und zwar kein brauner! ;o)