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Mittwoch, 20. Juli 2011

Das Rheiderland - Schreibt es eigene Geschichten?

                                                                      (c)H. Boedeker -WIKIPEDIA
 Ein Film aus dem Jahr 1991 mit dem viel sagenden Titel " Schnaps im Teekessel ", dessen Regisseur Hans - Erich Viet oder exakter: Professor Hans - Erich Viet, beschreibt die Region, in der der Geburtsort des waschechten Ostfriesen Viet liegt. Eine Gegend, deren geographische Gegebenheiten den Durchschnittsdeutschen eher zum Schmunzeln bringen können. Hier liegen weite Teile Ostfriesland um ca. 1, 5 Meter unter dem Meeresspiegel. Das satte Grün der Wiesen und die eigene Melodramatik des von Hans-Erich Viet ab 1986 produzierten Dokumentarfilms zeigen dem Betrachter, dass er sich am nord-westlichsten Zipfel der BRD befindet. Während der niederländische Gegenpart Westfriesland mit der Verwaltungsstadt Groningen den Abschluss bildet, führt der bundesdeutsche Teil zwar den Namen Ostfriesland, er liegt jedoch keineswegs im Osten der Republik.

Der "Ossi" West, wie er seit 1990 eigentlich in verniedlichender Weise bezeichnet werden müsste, hat mit dem " Ossi " Ost nicht sehr viel gemein. Grundsätzlich aber lässt sich feststellen, dass sowohl hier wie dort die Mundart als Umgangssprache gepflegt wird. Wenn nun ein "Ossi" aus Ostfriesland einen Film über seine Heimat produziert, dann könnte ein Nichtsahnende geneigt sein, zu behaupten, er würde diesen Film mit den Augen eines Ostfriesen drehen.

Was dieser Film allerdings nur zum Teil wieder gibt. Ein weiterer Aspekt der Dokumentation über Ostfriesland,genauer gesagt, das Rheiderland, zeigt sich in den eingespielten Sequenzen der dort lebenden Menschen. Eine betagte Frau spielt Mundharmonika, obwohl sie die Töne kaum noch halten kann. Eine Milieustudie über die Ostfriesen als solche, gibt auch der begleitende Weg eines Rheiderländers zu seiner Arbeitsstelle nach Emden wieder. Er hat in dem damaligen VW Werk einen Job gefunden. Das ist nicht selbstverständlich für diese Region.
Einst gehörte Ostfriesland zu den Zielgebieten,mit der höchsten Subventionsstufe. Arbeit war hier ein hohes Gut.
Dann kam der relative Aufschwung durch den Massentourismus, der Verfall der Landwirtschaft in Form der Konzentration und Brachflächenförderung durch die EU zeigte jedoch die Negativseiten des WiWU im "Ossi"-Land.
                                       (c)H.Boedeker-WIKIPEDIA
Das Rheiderland in den 80er Jahren war noch nicht diesem strukturellen Wandel unterworfen, wie er ein Vierteljahrhundert später eingeläutet wurde.
Die begleitende Fahrt zu der Arbeitsstelle VW Werk Emden führte den Filmemacher über eine beinahe Fahrzeug freie Autobahn. Einer A 31, den so genannten " Ostfriesenspieß ", die westlich bei dem Autobahndreieck Bottrop und der A 30 beginnt und später dann bei dem Autobahndreieck Leer in die A 28 mündend um Emden herum ihr Ende nimmt. Hier fahren zu der Hauptreisezeit einige zehntausend Fahrzeuge in Richtung der Ostfriesischen Inseln, um dort den Jahresurlaub zu verbringen.

Das Rheiderland selbst hat hiervon nur bedingt partizipiert.Es sind eher die regionalen und auf Natur bezogenen Sehenswürdigkeiten, die diesen Landstrich eben einzigartig machen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Rheiderland

Keine spektakulären touristische Attraktionen werden im Rheiderland aufzufinden sein. Der Einklang zwischen Natur und Mensch ist hier das Besondere.

http://www.wikivoyage.org/de/Rheiderland  
                               (C) H. Boedeker-WIKIPEDIA

Demgemäß führt der Film den Betrachter in einen Landstrich, der den Eindruck erwecken könnte, dass hier die Zeit fast stehen geblieben ist. Die eher noch blassen Farben aus den 80er Jahren machen aus dem Stück eine filmische Zeitgeschichte über eine - eher unbekannte - Region zwischen dem Fluss Ems und dem Meeresbusen Dollart. Geprägt von kleinen Orten, viel Grünflächen und urigen, ja knorrigen Bewohnern, deren "Platt " nur für " Plattdütsche to verstan is ".
Trotzdem ist es dem gebürtigen Rheiderländer Hans-Erich Viet gelungen, dieses Manko durch exzellente Kameraführung, dem eingespielten Blues und einer sparsamen Kommentierung mehr als wett zu machen.

Er hat mit seiner Dokumentation " Schnaps im Teekessel " einen film-historischen Beitrag hinter lassen, der auch 25 Jahre nach Beginn des Projekts und 20 Jahre nach der Premiere in Berlin Eindruck hinter lässt.

Kommentare:

Octapolis hat gesagt…

Klingt interessant. Warst du selbst schon da? Sicher, als altes Nordlicht... ;o)

Was den Tourismus angeht: Schöne, dass die Helgoländer diesem jüngst den Mittelfinger entgegenstreckten!

Lobster53 hat gesagt…

Joh, als Ex-Buten-Bremer habe ich den Ostfriesen ja nicht nur durch seine Begeisterung für den SVW kennen gelernt. nein, auch Bosseln, Klootschießen und Teebeutelweitwurf sind Sportarten, deren Sinn mir längst geläufig ist. Dafür gibt es aber auch sehr einsilbige, aber liebenswerte Menschen dort - Ostfriesen eben! Ein Besuch lohnt sich alle Male, weil - abseits von jedwedem Touristenrummel - der Mensch noch Mensch sein kann und seine geschundene Seele im Wind - Wasser - Weite - Gemisch richtig baumeln darf.
Versuch es mal! Es lohnt sich wirklich.

Octapolis hat gesagt…

Mist, und ich dachte, den Teebeutelweitwurf selbst erfunden zu haben, haha!

Irgendwann führt die Reise sicher auch mal wieder nordwärts. Dann bestell ich schöne Grüße von dir! ;o)

Lobster53 hat gesagt…

Na, macht nix. Dafür werden sie Dir einen exzelenten Tee mit Kluntje und der obligatorischen Weißen Wolke ( Sahne) kredenzen, bei dem die "Tommys" nur neidisch werden können. Auch die Ostfriesische Bohnensuppe ( die hat's in sich ) oder den Friesengeist solltest Du probieren ( auch der ist hochprozentig).Dabei aber immer mit dem Fahrrad fahren, denn sontś könnte der nächste Düker Endstadion sein. Schönes WE.