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Freitag, 10. März 2017

Interbrew braut böses Blut



Was veranstaltet ein Unternehmen, wenn es seine Marktanteile vergrößern möchte? Richtig, es wird selbst größer. Entweder durch den strukturellen Ausbau, indem es Niederlassungen gründet oder auch flächenmäßig expandiert. Das birgt jedoch das Risiko, dass sich auch die Konkurrenz erweitert. Deshalb ist es häufig ratsam, diese aufzukaufen, sie zu übernehmen, sie sich einzuverleiben. Der globale Kapitalismus kennt derartige Verfahrensweisen zur Genüge. Konzerne schlucken konkurrierende Konzerne durch Übernahme von Aktienanteilen oder mittels vollständigen Aufkaufs.

Aus Großunternehmen werden Großkonzerne und daraus wahre Giganten, die weltweit operieren und in vielen Ländern sehr oft eine marktbeherrschende Stellung einnehmen.

Aber Giganten sind oft unbeweglich. Sie reagieren zumeist träge und manchmal zu spät auf Marktänderungen. Dann drohen enorme Verluste in den Konzernbilanzen. Der operative Gewinn kann dabei aber auch nur schrumpfen. Das ist schlecht für die Aktionäre, denn die möchten wiederum satte Renditen erhalten.

Der größte Brauereikonzern der Welt, die Anheuser - Busch InBev aus Belgien und Brasilien ist ein namhaftes Beispiel für eine solche Entwicklung.
Einst startete die Brauerei als Den Hoorn in Belgien. Diese Brauerei wurde dann von Artois aufgekauft. Der Betrieb übernahm hier die Brauerei Leffe. Später die niederländische Brauerei Dommelsch, Es folgte Motte Cordonaier in Frankreich . 1984 kaufte Piedboeuf  aus Belgien den Konkurrenten Lamot auf.  Drei Jahre später schlossen sich Artois und Piedboeuf als Interbrew zusammen. Unter diesem Konzernnamen folgten Übernahmen von Hoegaarden und Belle - Vue in Belgien. Nach der Börsennotierung in 2000 erfolgte durch Interbrew der Aufkauf der Baruereien Diebels und Beck´s sowie die Übernahme der Gilde - Gruppe. Ein Jahr danach, nämlich in 2003 kaufte der Konzern die serbische Brauerei Apatinska pivara und hiernach die deutsche Spaten - Löwenbräu - Gruppe, zu der auch Franziskaner zählt. Ein Jahr darauf schluckter Interbrew die Dinckelacker - Gruppe aus Schwaben, die jedoch seit 2007 wieder eigenständig ist. Im gleichen Jahr kaufte Interbrew eine chinesische Brauerei auf.

Aus dem Zusammenschluss von Interbrew mit der Ambev - Gruppe entstand dann der InBev - Konzern, der dann mit der Übernahme des Anheuser - Busch - Konzerns als  Anheuser - Busch - Inbev firmiert.


https://de.wikipedia.org/wiki/Inbev


https://de.wikipedia.org/wiki/Anheuser-Busch_InBev

Nun hat dieser Gigant seit Oktober 2016 den Konkurrenten SABMiller geschluckt und dabei erhebliche Verluste zu verzeichnen gehabt, so dass ABInBev zum Ende des letzten Jahren eine aktienrechtlich vorgeschriebene Gewinnwarnung heraus geben musste.
ABInBev hat seit dem somit Schluckbeschwerden.

http://www.deraktionaer.de/aktie/anheuser-busch-inbev-katerstimmung-284230.htm

Ein altes Hausmittel gegen Schluckauf ist schnell und in kurzen Abständen die Luft anhalten. Bei einen Verschlucken, helfen ein und mehrere kräftige Schläge mit der flachen Hand auf den Rücken oder ein paar kräftige Schluck klares Leitungswasser. Bei andauernden, erheblichen Schluckbeschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, der sich der Sache dann in professioneller Weise annimmt. Dieser verschreibt eventuell eine Medizin.

Und just diesen Weg ist nun ABInBev gegangen. Der Arzt nennt sich Unternehmensberater und die verordnete Medizin heißt - betriebswirtschaftlich besehen - Straffung der Vertriebswege. Aha!
Was sich dahinter verbirgt, lässt sich kurz skizzieren:
Die Konzernteile des ABInbev und ihre angebotenen Getränke - vornehmlich Biermarken - setzen dem Handel bestimmte Bedingungen, unter denen sie bereit sind, das Gebräu zu verkaufen. Darunter könnten Verträge zu verstehen sein, in denen die Exklusivität der ABInBev - Produkte erklärt und der Verkauf von Konkurrenzprodukten abbedungen wird. Im Gegenzug werden Rabatte eingeräumt. Oder, der Handel wird verpflichtet, eine bestimmte - oft zu große - Menge von ABInBev - Artikeln kaufen zu müssen, ehe ein Rabatt - oft gestaffelt - gewährt wird. Der Vertrieb wird genötigt, die ABInbev - Getränke so anzubieten und auf den Verkaufsflächen zu platzieren, dass die übrigen Anbieter bewusst benachteiligt werden. Im Gegenzug werden ABInBev - Produkte rabattiert. Häufig werden jedoch die Artikel zu einem überzogenen Einkaufspreis avisiert, so dass dem Händler keinerlei Gewinnspanne verbleibt.
Im Extremfall könnte sich ABInBev sogar weigern, an bestimmte Händler zu verkaufen, sofern diese Knebelverträge nicht eingegangen werden.

Dieser plumpe Versuch, den Handel massiv unter Druck zu setzen, hat nun auch in Deutschland, dem Land der Biertrinker Platz genommen. Einige Getränke - Ketten haben bereits darauf reagiert und die ABInBev - Produkte aus dem Sortiment genommen. Dieses nennt sich dann Handelsboykott , der auf den angedrohten Lieferboykott als adäquate Antwort ausgesprochen wurde.

Richtig so! Denn auf einem unseriösen Handelspartner kann mit einem solchen Mittel durchaus geantwortet werden.

Da las ich vor einigen Tagen eine Aushang an der elektrischen Schiebetür des " Drinky " - Getränkemarktes an der Saalhausenerstraße 51, auf dem just diese Entwicklung kurz beschrieben wurde. Es war darin von " Erpressungsversuch " und von " Herausnahme der InterBrew - Artikel " die Rede.
Ich befragte den Mitarbeiter, der mir - etwas wortkarg allerdings - bestätigte, dass es ABIntBev - Gebräu demnächst nicht mehr zu kaufen gibt.
Aja!
Erpressung ist auch im Versuch strafbar. Im Wirtschaftsleben jedoch so nicht.

Fakt ist aber: Der kleine Käufer, der eher unbedeutende Verkäufer als Händler, er muss sich diese mafiösen Machenschaften eines weltweit operieren Konzerns nicht gefallen lassen.
Jawoll, ja, ich kann gerne auf das Gesöff und Gebräu von Interbrew verzichten, wenn mir der Gerstensaft von anderen Herstellern sogar noch besser schmeckt.
So füllte ich die 12er - Bierkiste mit deutschen, irischen und tschechischen Bieren und bezahlte gerne einige Cent mehr.

Konsumentenverhalten beginnt immer im Kopf. Deshalb sollten viele Biertrinker dieses genauso beherzigen, sonst wir eines Tages ein einziger Konzern den Markt beherrschen und seine enormen Profite durch überteuerte Artikel ergaunern.

" Cream " mit " Strange Brew " aus dem ´67er - Album " Disraeli Gears ":








1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

Dem Bierfreund wohl bekannt... aber dennoch fragt man sich, wie es da mit den zuständigen Behörden (Kartellamt, klopf klopf) so bestellt ist.