Schräge Vögel
Heute Vormittag war erneut Gartenarbeit angesagt. Bei angenehmeren Außentemperaturen könnte diese vielleicht sogar ein wenig Spaß machen? Davor allerdings schwang ich mich auf mein E-Bike und holte vom " REWE " Brötchen. Schließlich stand Kräfte zehrendes Graben und Holz sägen an. Da benötige ich anschließend ein kleine Stärkung.
Gegen 8.30 Uhr war noch nicht so viel Betrieb in dem nahe gelegenen Supermarkt. Dennoch standen einige Kleintransporter und PKW auf dem Parkplatz. Der Grund hierfür sind Bauarbeiten an dem Gebäude, dass sicherlich längts in die Jahr gekommen sein dürfte, womit sich das Flachdach als nicht mehr wasserdicht zeigte. Der Reparaturtrupp hatte seine Fahrzeuge gleich vor dem dort abgesperrten Gebäude geparkt und damit einen Teil der Fläche in Beschlag genommen. Somit standen viele Autos dort, jedoch befanden sich kaum Kunden in den beiden Filialen von " PENNY " und eben " REWE ".
Das änderte sich allerdings bald, denn eine Horde jüngerer Männer kamen mir nach dem Einkauf auf dem Parkplatz entgegen. Sie hatten zum Teile ein sehr eigenartiges Outfit. Krachlederne, Kniestrümpfe, karierte Hemden und noch komischere Hüte waren da zu sehen.
Aha! " Brass Wiesn " - Besucher?
Eine Gruppe zog einen Bollerwagen, gefüllt mit Bierdosen hinter sich her. Leicht schwankend bewegten diese sich zum " PENNY ", der Billigheimer - Tochter von " REWE ", denn dort wird jene Plürre verkauft, die gemeinhin dafür bekannt ist, dass sie bei übermäßigen Konsum heftige Kopfschmerzen verursachen kann.
Die Jauche ist ungenießbar. Die Eigenmarke " Turmbräu " kostet 0,39 Euro zuzüglich Pfand je 0,5 Liter - Dose. Mag auch sein, dass die Herren zuvor sich mit einem anderen Angebot eingedeckt hatten. Der Handwagen war jedenfalls bis oben voll mit Leergut. Im Gänsemarsch entschwand die Truppe in Richtung des " PENNY " - Eingangs. Davor traf ich bereits weitere " Brass Wiesn " - Anhänger, die ein eher gewöhnungsbedürftige Kleidung trugen. Breitkrempige Hüte waren da zu sehen, Lederhosen auch und karierte Hemden ( für mich ein absolutes No Go ).
Okay, alles nur Geschmackssache?
So, wie jene Männer und wenige Damen sich auf dem zirka 830 Kilometer entfernt liegenden Wacken - Festivalgelände, auf dem sich seit Donnerstagnachmittag 85.000 Besucher eingefunden haben, um der Heavy Metal - Musik zu frönen. Die Bedingungen um vier Tage lang auf einem professionell vorbereitetes Gelände als Bühne für Musik und Selbstdarstellungen nutzen zu dürfen, waren in diesem Jahr nahezu ideal. Feinstes Sommerwetter, sternenklare, flauschige Nächte sowie ausreichend vorhandene Verpflegungsangebote, könnten das Herz des Metallmusik - Anhängers höher schlagen. Selbst dann noch, wenn er davor die nicht unübliche Dosis Blutdrucksenker eingenommen hat.
Die in den Medien gezeigten Bilder lassen untrüglich erkennen, dass dieses Publikum bereits in die Jahre gekommen ist, So, wie die Veranstaltung selbst. Das Musikfest startete nämlich 1990 und registrierte lediglich 800 Besucher. Und die sahen vielleicht völlig anders aus als jene in diesem Jahr; nämlich viel jünger.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wacken_Open_Air
Wie dem auch immer sei, solche Großveranstaltungen werfen nicht erst seit dem die Eintrittspreise im mittleren dreistelligen Bereich liegen, viele Fragen auf. Nicht wegen der sich hier tummelnden schräg aussehenden Besucher, sondern wohl eher wegen der permanenten Umweltbelastungen.
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