Sonntagslauf zur Brass Wiesn
Die ersten beiden Augusttage des Jahres 2026 gehören bald der Vergangenheit an. So, wie die 13. Ausgabe der Blechmusik - Veranstaltung " Brass Wiesn " nun auch. Es war die letzte in der Litanei von Müll, Moneten und Mumpitz. Jedenfalls für die Gemeinde Eching, denn ab dem 05. August 2027 - das ist ja noch lange hin - hat der Veranstalter des Klamauks, die Gemeinde Maxlrain bei Rosenheim ( Nie gehört, aber bitte sehr, dieses könnte sich noch ändern ). Der Blechbläser - Bimbes soll dann vor dem Schloss und der dortigen Brauerei abgehalten werden.
https://brasswiesn.de/griass-di-maxlrain-unsere-neue-heimat-ab-2027/
So trieb mich die pure Neugier denn heuten Morgen auf die Laufpiste in Richtung Mallershofer Holz, von wo ich mir die Kleinstadt in der Gemeinde etwas genauer ansehen wollte. Ab kurz nach 07.00 Uhr startete ich meine sportliche Aktivität und lief zunächst bis zum Hollener See, dort weiter zu der Staatsstraße 2035.
Auf dem staubtrockenen Waldweg bog ich dann in südlicher Richtung nach Garching ab. Nach zirka 1 1/2 Kilometern hatte ich das Holz durchquert und die Heideflächen vor dem Kieswerk erreicht. Ein Schäfer hatte seine kleine Herde auf einer der inzwischen bräunlich gefärbten Grasflächen getrieben und steckte die Fläche mit einem mobile Elektroweidezaun ab, Beim Vorbeilaufen wurde ich von unzähligen Fliegen umschwirrt, die mein tropfnasses Hemd und die verschwitzten Arme aufsuchten. Mit kurzen, heftigen Handbewegungen versuchte ich mich der Plagegeister zu erwehren. Allerdings nur mit mäßigen Erfolg. Erst nach einigen Hundert Meter war ich die geflügelten Tierchen endlich los.
Stattdessen dröhnte mir nun Musik von der " Brass Wiesn " entgegen. Am Ende des Waldstückes vor der Querverbindung zur Staatsstraße 2035 wurde der Krach aus Hochleistungslautsprechern lauter. Ein Geschepper, Gewummer, Gekrächzte, verursacht von einer deutschsprachigen braunen Kanalratten - Band begleitete mich bis zur übernächsten Absperrung und steigerte sich zu einem infernalischen Getöse bis zum Heidefriedhof. Diesen kleinen Umweg musste ich nehmen, da der gegenüber liegende Wirtschaftsweg nicht nur abgesperrt, sondern zudem von einem Parkplatzwächter, der gelangweilt auf seinem Smartphone herum wischte, besetzt war.
Ich lief also einige Hundert Meter an der Querstraße zur Staatsstraße entlang und erkannte dabei, dass dort zwei Polizei - Kleinbus den abfahrenden Verkehr kontrollierten. Da viele in diesen frühen Morgenstunden garantiert noch Restalkoholmengen im Blut haben, machen derartige Kontrollen natürlich auch Sinn. So mancher werte diese allerdings als reine Schikane. Warum auch immer?
Der Radau wurde immer lauter. Was der Brüllaffe dort sang war unisono nicht zu verstehen, unabhängig von dem Klangbrei, der über das dazwischen liegende Maisfeld sowie die Veranstaltungsflächen herüber waberte.
Vor dem hier aufgestellten mobilen Halogenscheinwerfer hielt ich kurz an und betrachtete das Gerät etwas genauer. Was es nicht so alles gibt, um die Sicherheit der Sauftruppen auf dem Gelände zu gewährleisten und sich möglicher Regressansprüche im Falle eines Unfalls entziehen zu können.
Am Friedhof erkannte ich ein auf dem Parkplatz campierendes Paar, das gerade das Sonntagsfrühstück beendet hatte. Na, ja, es gibt attraktivere Plätze als ausgerechnet einen Friedhofsparkplatz. Da der Platz von weiteren Campern belegt war, liegt die Vermutung nahe, dass sie alle die hohen Übernachtungs - und Stellplatzgebühren vermeiden wollten, aber dennoch den Rummel besuchen wollten.
Egal! Nun ist es endlich vorbei mit dem Vermüllen des Park - und Seegeländes. Der Klamauk hat ein längst ersehntes Ende. So, wie mein 9 Kilometerlauf am Sonntagmorgen auch.
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