Tausche Zink - Regenrinnen - Set gegen Honig
Der Abbau der Gartenhütte schreitet voran. Inzwischen liegen bereits drei Haufen aus unterschiedlichen Baustoffen auf dem Pflaster. Einer besteht aus mehreren Zentnern Dachpappe, die schon vormals selbstklebend war, sowie in der Mehrzahl aus Schindellagen. Eine Schweiß treibende Arbeit, denn die Dachpappenlagen hatten ordentlich Gewicht. Ich wuchtete die aufgenommen Lagen auf das Pflaster und sah, wie der Haufen immer höher wurde.
Als am folgenden Tag die ersten Bretter der Dachkonstruktion hinzu kamen, wurde es am Boden langsam eng. Ein kleiner Garten ist eben nicht für eine derart große Hütte geeignet. Deswegen starteten wir vor einigen Tagen das Projekt " Hütten - Abriss ".
Die vor mehreren Jahren erneuerte Zink - Dachrinne sollte zuerst demontiert werden. Gedacht, getan! Am letzten Sonntag startete ich die Abbauarbeiten. Inzwischen hatte meine bessere Hälfte die im Garten liegende Zink - Dachrinne über Ebay - Kleinanzeigen für 50 Euro angeboten. Tatsächlich reagierte ein Interessent aus Starnberg und bot einen eher ungewöhnlichen Tausch an. Er wollte statt der 50 Euro zwei Kilogramm Bienenhonig aus eigener Herstellung abgeben.
So fuhr ich heute Mittag in Richtung Starnberg, dorthin, wo statistisch betrachtet, die meisten Millionäre in Bayern leben. Nach knapp einer dreiviertel Stunde hatte ich das eingegebene Ziel erreicht.
Und, nachdem ich auf den Hobby - Imker eine gute halbe Stunde warten musste, weil er sich noch um weitere Bienenvölker zu kümmern hatte, kam das Tauschgeschäft zustande. Weil wir dem Imker aus Starnberg die Dachrinnen auch noch direkt vor die Haustür gekarrt hatten, sattelte er noch glatt ein Kilogramm des wohl schmeckenden Naturprodukts auf.
Nach einem Gespräch mit ihm am Kaffeetisch des einstigen Anwesens eines vormaligen BMW - Managers, verabschiedeten wir uns voneinander.
Während ich die Fahrt von der Kreisstadt am See, an dem sich nicht nur viele Reiche, Millionäre oder Prominente tummeln, antrat, überlegte ich mir, auf welchen sozialen Irrweg sich die Landeshauptstadt München und ihr herum aufgebauter Speckgürtel befinden. Grundstückspreise von mehr als 2.000 Euro je Quadratmeter, Häuser in nicht mehr so gut erhaltenen Zustand für mehrere Millionen Euro oder Wohnungsmieter für ein 30 Quadratmeter Loch von bis zu 800 Euro Kaltmiete. Wo soll diese Entwicklung noch hinführen?
Dazu kommen drohende Preissprünge bei der Energieversorgung durch die von den beiden Vollpfosten Trump und Putin vom Zaun gebrochenen Kriege, damit einhergehende hohe Inflationsraten, die sich bei der Lebensmittelversorgung bemerkbar machen und steigende Verarmung breiter Bevölkerungsgruppen. Qui vadis, Germania?
Nach knapp einer Stunde Fahrtzeit, die ich im Nachmittagsverkehr durch die bayrische Landeshauptstadt für die etwa 51 Kilometer benötigte, holte ich die sech Glaser besten Landhonigs aus den Kofferraum. Damit sind wir bis in das Jahr 2028 abgedeckt. Das Tauschgeschäft hatte sich tatsächlich gelohnt.

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