Zeit zum Sterben?

 

Anhörig borderline? Denna blogg handlar mest om de problem de anhöriga har med en borderline, hur kan vi möta dem, hur kan vi stödja och hur kan vi sätta gränser. Skall man bryta upp eller stanna kvar i en ohållbar relation. Hur lär man sig stå upprätt i stormen?


Bei der immer von der Neugier getriebenen Suche nach längst aufgegebenen Blogs fand ich einen solchen, der von einem Peter Midas aus Schweden vor mehr als 19 Jahren eröffnet worden war.  Er befasste sich schwerpunktmäßig mit dem schwer verdaulichen Thema der Borderline-Erkrankung ( BPS ). Jedoch sind auch Beiträge eingestellt worden, die aus dem alltäglichen Leben stammen. So auch der erste des Bloggers aus dem skandinavischen Land.

Da ich nun mal die schwedische Sprache nicht beherrsche, bat ich ein entsprechendes Google-Übersetzungsprogramm, mir den Inhalt des Posts näherzubringen. Okay, das Ergebnis des virtuellen Helfers lässt sehr zu wünschen übrig. Aber, davon mal ganz abgesehen, ich erfuhr zumindest in groben Zügen, worum es in diesem Artikel geht. Der Blogger aus Schweden skizziert die Tücken des telefonischen Kundendienstes. Und das liest sich - in mäßiger Qualität übersetzt – dann so:


Wer ist anwesend?

Ein Anruf bei einem schwedischen Unternehmen oder einer schwedischen Behörde ist oft, aber nicht immer, wie die Teilnahme an einem Hürdenlauf über 110 Meter. Warum ist das so, willst du nicht mit mir reden. Der Weckruf zum Parkplatz: Drücken Sie die Nummer auf Ihrem Bußgeld. Was! Ich habe keine Geldstrafe erhalten. Drücken Sie 3, um zum Kundendienst 2 zu gelangen, und bleiben Sie dort. Sie haben die Zugnummer 34. Wir arbeiten so schnell wir können, es rufen viele Leute an. Drücken Sie Stern, um in der Schlange zu bleiben, Sie sind jetzt abgemeldet. Vielen Dank für Ihren Anruf. Du glaubst nicht, dass es wahr ist. Der Parkplatz ist nur eines von all den schrecklichen Beispielen, die die Unternehmenskultur des Unternehmens widerspiegeln. Meiner Meinung nach rufen nicht alle an, nur wenige antworten. Ich habe mir einmal die Zeit genommen, mit einem lebhaften Agenten zu scherzen und sagte: Warum sagst du, dass viele Leute anrufen, nur wenige antworten. Huh, sagte die temperamentvolle Dame, du weißt nicht, wie viele von uns antworten. Ja, ich weiß es genau. Du bist im Zimmer? Nein, aber als ich anrief, waren Sie einer zu wenig, hauptsächlich weil Sie meinen, Ihre Zeit sei mehr wert als meine, und da sind wir uns nicht einig. SPASS, sagte sie, ich nehme das mit zum Nachmittagskaffee!
Einmal neugierig geworden, scrollte ich einige Seiten des Blogs von Peter Midas aus Schweden herunter. Ab September 2007 streut der Blogger einige Beiträge über psychische Erkrankungen und die daraus resultierenden gesellschaftlichen Probleme ein. Die folgenden Posts, in unregelmäßigen Zeitabständen eingestellt, befassen sich mehr oder minder mit dem breiten Komplex der Borderline-Erkrankung. Einer psychischen Abnormität, die Menschen zu einer Gefahr für sich sowie seinem Umfeld werden lässt:

" Die Borderline-Persönlichkeitsstörung fasst auffällige Verhaltensweisen und Gefühle zusammen, die sehr unterschiedlich sein können. Die Betroffenen wandern auf einem schmalen Grat und fühlen sich zerrissen und orientierungslos. Weil damit oft wechselnde Regeln und Grenzen einhergehen, kann die Borderline-Störung verwechselt werden mit den unzuverlässigen Grenzen, die eine narzisstische Persönlichkeit in der Familie vorgibt. Und ebenso wie Narzissten scheinen Borderline-Betroffene ohne Rücksicht auf andere zu handeln. Aber nicht, weil sie so selbstbezogen sind, sondern weil sie aufgrund ihrer manchmal sehr impulsiven Art oft nicht an die Konsequenzen ihrer Handlungen denken. Der Begriff “Borderline” geht auf Adolph Stern (1938) zurück, der Patient:innen im Grenzbereich zwischen Neurose und Psychose beschrieb. Heute wird “Borderline” als eine Ausprägung einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung verstanden. Kennzeichen der Erkrankung sind zum Beispiel Instabilität in Beziehungen, Stimmung und Verhalten, extreme Stimmungsschwankungen und vermeintliche Launenhaftigkeit. Betroffene drohen mit Selbstverletzung, halten Trennungen nicht aus, Hass und Liebe wechseln sich ab. "


Diese Form von psychischer Erkrankung ist nicht nur in den Industriegesellschaften, sondern weltweit verbreitet. Laut Google - KI wird die Häufigkeit mit 0,7 % bis zu 2,7 % aller Erkrankungen angegeben. Die Dunkelziffer liegt jedoch bei etwa 5,9 %; in Deutschland liegt die Prävalenz bei 1,5 % bis zu 3 % der Allgemeinbevölkerung ( bei Jugendlichen gar bei 6 % ); in Schweden wird BPS mit 0,9 % bis 1,9 % ermittelt.

Am 8. Oktober 2007 schrieb der Blogger Peter Midas dazu Folgendes:

" Viele psychotische Menschen verfügen über Selbstbewusstsein, allerdings meist nur bis zu einem gewissen Grad. Sie können viele Eigenschaften haben, die Sie nicht bestätigen, aber sofort nicht mögen. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es für psychotische Menschen leicht, diese auf ihre Angehörigen zu projizieren. Sie können paranoid, gemein, erstickend, dominant und alles andere sein. Als Verwandter wird Ihnen vorgeworfen, all diese Eigenschaften zu besitzen, was eine schreckliche Erfahrung ist, gegen die Sie sich nur schwer wehren können. Wenn Sie dies bei einer Person erleben, mit der Sie eine Beziehung haben, denken Sie darüber nach! Es gibt überhaupt keine Möglichkeit, das Psychotische zu ändern, lernen Sie einfach, damit zu leben. Nicht einmal das funktioniert. Es hilft nichts, sie zu bitten, sich niederzuschlagen!!! Stellen Sie sich vor den Spiegel und fragen Sie sich, ob Sie so leben möchten. Die wahrscheinliche Antwort ist NEIN!!!  "


Der Schwede engagiert sich alsdann in den Jahren danach für einen Verein, der sich " ANBO " nennt und Hilfestellung für Angehörige und insbesondere Erkrankte bietet. Borderline ist längst zu einer sich stark ausbreitenden psychotischen Erkrankung geworden. So verwundert es nicht weiter, dass auch weitere Blogger – nicht nur wie hier in Schweden – zu diesem Komplex sich vernetzt haben und in einem regen Austausch stehen.

Peter Midas ist  auf seinem Blog bis Juli 2013 aktiv, dann schreibt er dieses:

"  Dinge ändern sich im Leben. Die mit Sand gefüllte Sanduhr entwässert bei unserer Geburt langsam und das Ende der Zeit wird Wirklichkeit. Ich bin 64 Jahre alt, habe einen Abschluss in Verhaltenswissenschaften mit einem Bachelor of Arts und einem Bachelor of Economics. Schön gelungen, ziemlich gut bestellt mit allem: Villa mit Seeblick, Sommerhaus in Båstad, etwas Küstenkreuzer, Auto, Antiquitäten und Geld auf der Bank.

Jetzt muss ich es Ihnen und allen anderen sagen, die meinen Blog lesen könnten. Nur meine engsten Freunde und meine Familie wissen es.

Ich sollte den Namen meines Blogs in „Human Veleases“ ändern. Im Herbst 2012 fühlte ich mich ziemlich schwach und machtlos. Ich könnte immer noch die vier Stufen zum Büro in Gamla Stan hinaufsteigen und möglicherweise auch etwas als Unternehmensberater tun. Ich bemerkte, dass meine geistigen Fähigkeiten nachließen und ich Schwierigkeiten hatte, komplexen Schlussfolgerungen in mehr als drei oder vier Schritten zu folgen.

Die Ärzte stellten fest, dass ich niedrige Blutwerte und leicht seltsame Leberwerte hatte und anderen Dingen vertraue. Da kein zusammenhängendes Bild meines Gesundheitszustands erstellt wurde, zwang ich mich zu einer Röntgenaufnahme. Am 6. März wurde mir mitgeteilt, dass ich Probleme mit meiner Bauchspeicheldrüse habe. Ich spürte, dass es sich um einen Tumor handelte und war nicht überrascht, als ich eine Woche später erfuhr, dass er unheilbar war, nicht operiert werden konnte und dass Strahlung bei den in der Leber gefundenen Metastasen nicht wirkt.

Die Botschaft war hart, aber überhaupt nicht unerwartet, ich wusste, dass der Sand in meiner Sanduhr zur Neige ging. Über den Stand der Dinge nachgedacht. Mir wurde klar, dass ich 63 Jahre bei ziemlich guter Gesundheit gelebt habe und dass es ein ziemlich gutes Alter ist, dem Leben ein Ende zu setzen. Meine Kinder 14 und 16 sind nicht wirklich einverstanden, aber wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsalter der Männer 100 Jahre bei 60 Jahren lag, fühlte es sich in Ordnung an, vor 163 Jahren geboren zu werden... dh. wie es hätte sein können. Aber ich bin etwas aus der Phase mit der Zeit, weil ich kleine Kinder habe.

Im Moment spüre ich, wie die Tumore schnell wachsen und sich mein Bauch mit diesen unerwünschten Parasiten füllt.

Mein Fokus hat sich also vom Treffen zum Abschied verlagert. Mein Vater hat ein Sprichwort abgeändert: „Sterben heißt, sich ein bisschen zu trennen.“ Mein Vater sagt: „Sterben heißt, sich ein wenig zu trennen.“ Darin liegt viel Weisheit.

Mein Fokus auf den Tod bedeutet, dass Borderline etwas in den Schatten gestellt wurde, aber natürlich ist es sehr interessant.

Vielleicht werde ich über meine Prozesse in der Einigung schreiben, vielleicht auch nicht. Habe heute dem 29-jährigen Kristian Gidlund zugehört, der wie ich zum Tode durch Krebs verurteilt ist. Sein Fall fühlt sich unfairer und tragischer an, ich habe 35 Jahre länger gelebt als er. " 


Einige Zeit später verstarb Peter Midas. Seinen weiteren Blog mit dem Titel " Drei Jungen " hat er gelöscht. Einen weiteren, den er " Think Tank Easter Station“ nannte, wird er wohl nie fortgeführt haben.
Während ich den letzten Post mehrmals las, scrollte ich andere Artikel nur durch. Die Übersetzung vom Schwedischen in die deutsche Sprache ist halt eher mäßig, sodass das Lesen der an sich in geschliffenen Formulierungen eingestellten Beiträge sehr schwerfällt.
 
Der Blogger wurde nur 64 Jahre alt; er wäre jetzt 77 geworden. 
Borderline ist eine schlimme Erkrankung, denn sie zerstört die Persönlichkeit eines Menschen. Bauchspeicheldrüsenkrebs indes ist eine todbringende Krankheit, denn sie ist unheilbar.


BUFFALO SPRINGFIELD  -  To An END For What It´s Worth  -  1967:







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