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Dienstag, 18. Oktober 2011

Flieger zeig'mir Australien, zeig'mir Skandinavien, zeig'mir Taschkent und 88 Eurocent.



Das nächste Jahr wir teuer. Das steht bereits heute schon fest, auch wenn das alte 2011 noch 74 Tage zu leben hat. Die neuen Hiobsbotschaften für 2012 lauten in etwa so: Strompreissteigerungen um bis zu 12 %, Gaspreiserhöhungen um mindestens 10 %. Auch in anderen Bereichen der Lebenshaltung werden die Kosten deutlich steigen.

Da ist es nur recht und billig, dass die best gehasste GEZ auch ihre Gebühren um 0,88 Eurocent je Haushalt und Monat anhebt. In den Meldungen liest sich dieses so:

" Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD. ZDF, Deutschlandradio und Arte haben für die nächste Gebührenperiode 2013 bis 2016 eine Steigerung der Einnahmen aus den Rundfunkgebühren um insgesamt 1,47 Milliarden Euro beantragt. Das berichtet die Zeit in ihrer am heutigen Donnerstag erscheindenden Ausgabe. Konkret wolle die ARD 900 Millionen, das ZDF 435 Millionen Euro, das Deutschlandradio 100 Millionen Euro und Arte 35 Millionen Euro mehr. Die Rundfunkgebühren (besser bekannt als GEZ-Gebühren) könnten damit ab 2013 von von derzeit monatlich 17,98 auf 18,86 Euro steigen – ein Plus von 88 Cent. "

 - Zitatende - aus:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Oeffentlich-rechtliche-Sender-fordern-hoehere-GEZ-Gebuehren-1347927.html 

Nun, die 88 Eurocent werden zwar erst ab dem 01.01.20113 monatlich und quartalsweise zahlbar fällig, dennoch müssen sich die öffentlich rechtlichen Rundfunk - und Fernsehanstalten per gesetzlich vorgegebenen Genehmigungsverfahren die zunächst nur als Vorschlag eingebrachte Gebührenerhöhung genehmigen lassen. Das Prozedere regelt hier der Rundfunkgebührenstaatsvertrag.

http://de.wikipedia.org/wiki/GEZ

Tja, und da die permanenten Gebührenerhöhungen mit der Finanzierung ständig wachsender Aufgaben und veränderter Techniken begründet werden, fragt sich der Zwangsgebührenzahler, wie das erhöhte Aufkommen tatsächlich verbraten wird. Dafür hat Oliver Kalkhofe einen simplen, aber einleuchtenden Erklärungsansatz, in dem er schreibt:

" Die öffentlich - redlich bemühten Sender gaben kürzlich bekannt, dass sie in den nächsten Jahren gern ein ganz klein wenig mehr GEZ-Kohle von uns hätten, Nicht wirklich viel, im Grunde die niedrigste Erhöhungsrate ever, geade mal pissige 1,5 Milliarden. Im Vergleich zu Griechenland quasi ein Ouzo aufs Haus, fast schon peinlich, so wenig zu verlangen.
Eine vollkommen nachvollziehbare Summe, wenn man einfach mal nachrechnet. Rund 500 Millionen gehen für den Sport drauf, von der WM und EM bis zum Völkerball, Sackhüpfen oder Dackelweitwurf. 150 Millionen kommen noch mal extra für die Champins League obendrauf, damit wir nicht mehr umsonst bei Sat 1 gucken müssen.
Dann kann man natürlich nie ausschließen, dass mal wieder irgendein europäischer König/Prinz/Fürst seinen Wurm nicht bei uns behalten kann und unbedingt heiraten möchte. Was dann tagelang live und mit teurer Krawatte moderiert werden muss, sagen wir mal für 20 Millionen. Das ganze mal zwei, denn ARD und ZDF übertragen selbstverständlich alles parallel, aber separat. Also zusammen 50 Millionen inklusive Trinkgeld und begleitenden Beiträgen bei " Brisant " und " Volle Kanne ". Lass nur zwei notgeile Titelträger in den nächsten fünf Jahren riemig werden, sind bereits wieder 100 Mio durch den Schornstein.

Zack, ist die Hälfte vom Kuchen auch schon weg! Aberweiter gehtś: 100 Mio an die Seite für Moderatoren-Rückkäufe von den Privaten, 50 Mio. für das erhöhte Aufkommen an Talkshowgästen, noch mal 50 für Gottschalk-Transfers und die Suche nach einem neuen Moderator für "Wetten,dass...?". Um die 100 müssen noch mal auf den Tisch, um einige tausend Redakteure die letzten 25 Jahre Programm sämtliche Privatsender danach sichten zu lassen, ob noch irgendwelche alten Trends existieren, die man demnächst kopieren könnte. Die gleiche Summe wird fällig, um weltweit nach den anspruchsvollsten und besten Serien und Filmen zu suchen., um diese dann zu kaufen und von den eigenen Hauptprogrammen fernzuhalten. "

- Zitatende - aus: Kalkhofes Letzte Worte, tvspielfilm, Ausgabe 22/11, S. 210

Der TV-Kritiker Oliver Kalkhofe stellt sodann abschließend fest:

" Da das Nachtprogramm und ZDFneo zum Verstecken all diese Highlights nicht reichen, muss noch ca. ein Dutzend weiterer Spartenkanäle eröffnet werden ( ARDprocto, NDRdormo, ZDFmorte, etc. ), macht weitere 200. Die Hälfte  davon noch mal für das erweiterte Spitzel- -und Verhörtraining der GEZ-Fahnder, was übrig bleibt, wird aufgeteilt für Redakteursruheräume zur kreativen Entschleunigung und neue Schreibtischdrehstühle. Damit man sich in alle Richtungen bewegen kann, nur nicht vorn. Also ich zahl dafür gern!".

- Zitatende - aus: a.a.O.

Was hier nach allen Regeln der Kunst in blumigen und markigen Worten dem Leser vermittelt wird, bedeutet nichts anderes, als das die öffentlich rechtlichen Anstalten die zwangsweise beigetriebenen Gebühren mit beiden Händen verschleudern, da der Druck, nach wirtschaftlichen Grundsätzen zu handeln nicht vorhanden ist. Hauptsache teuer und schlecht.

Da versteht es sich von selbst, dass die Schmonzetten-Serien und vor Dummheit nur so triefenden Soaps nicht nur im Schickeria oder Neureichambiente abgedreht werden, sondern vor allem - weil sie eben kein Handlung haben - in einer exotischen Umgebung ihre Spielwiese einrichten. Ob nun an den Fjorden Norwegens, den Bergen Neuseelands oder den Stränden Thailands: kein Flug ist zu lang, zu kostspielig oder zu strapaziös, um nicht die GEZ- alimentierten Fratzen aus der Schauspielerzunft dieser Republik einen Fernsehfilm drehen zu lassen.

Wenn nun ab 2012 eben alles teurer wird, müssen ja deren Gagen auch steigen, denn der Inflationsausgleich soll zumindest den manchmal auch temporär arbeitslosen Damen und Herren für ihre nächste Rolle gewährt werden, damit sie nicht ganz in die Gefilde des Prekariats abdriften. Der Sozialstaat hat eben auch für die Sozialfälle ein Herz, wenn auch auf einem hohen Niveau. Dafür kann doch jeder Verständnis aufbringen und zahlt gerne die 0,88 Euro je Monat. Oder?
 

1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

88 Cent... damit der MDR auch morgen noch in Grosny tanzen kann.

Das schöne am Gas ist, dass ich nur so viel bezahle, wie ich verbrauche. Das schlechte an der GEZ ist, dass es genau nicht so ist. Pay per view ist das Stichwort, alles andere ist doch sittenwidrig. Aber irgendwann stirbt das auch aus!