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Mittwoch, 26. Oktober 2011

Meine Steuern - deine Steuern- keine Steuern!

                                                                                         (C) Armin Kübelbeck-WIKIPEDIA

Hoppla, da kursierte doch gestern eine Meldung durch die Nachrichtensender, die einem Fußballanhänger aufhorchen ließ. Beim DFB in Frankfurt soll am Montag die Steuerfahndung aufgekreuzt sein und habe dort die Geschäftsräume durch sucht. Na, so was!
Angeblich werde gegen mindestens 20 Schiedsrichter wegen vorgeworfener Steuerhinterziehung ermittelt.
Angeblich?

Nun, der Deutsche Fußball Bund ist seit 2005 immer wieder in die Schlagzeilen der Medienindustrie geraten. Erst war es ein Schiedsrichter mit dem wohl klingenden Namen Robert Hoyzer, der sich später öffentlich dazu bekannte, von ihm geleitete Spiele manipuliert oder wie es im Jargon zutreffender heißt " verschoben " zu haben.
Dann kam die so bezeichnete Sex-Affäre zwischen dem Ex-Schiedsrichter Wolfgang Amarell aus München und dem einstigen Schiedsmann Michael Kempter, der bereits 2009 wegen Steuerhinterziehung in mehreren Fällen rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 23750 € verurteilt wurde, jetzt folgt ein weiteres Skandälchen.

Ob es sich hierbei um gravierende Vergehen handelt, müssen jedoch die weiteren Ermittlungen und die Ergebnisse hieraus belegen. Zunächst gilt die übliche Unschuldsvermutung, wie in anderen Strafverfahren auch.

Das Gekreische der Medien indes, insbesondere der Latrinenzeitung mit den vier Buchstaben und den sonstigen Krawallblättern ist groß. So groß, dass dabei die Relationen zwischen den vorgeworfenen Vergehen und dem tatsächlichen Schaden für den Fiskus, also der Allgemeinheit, dem geschröpften Steuermichel, völlig in den Hintergrund geraten.
Endlich hat es auch jene Gruppe von vermeintlichen Saubermännern getroffen, die vielleicht gar nicht klinisch getestet sind.

Was wirklich hinter der aufgeblasenen Medienhype steht, lässt sich bei näherer Betrachtung leicht ermitteln.
Der Schiedsrichter, genauer gesagt der Fußballschiedsrichter, ist keine im Vakuum schwebende, tabuisierte Person dieses Sports. Jedenfalls nicht in der BRD. Er kommt auch nicht aus der Tiefe des Raumes auf den Rasen, um dort mehr als 90 Minuten ein Spiel zu leiten. Vielmehr wird er hierzu ausgebildet und muss sich selbst den aufgestellten Regeln des DFB unter ordnen.

" Schiedsrichter kann in Deutschland nur werden, wer Mitglied in einem dem DFB angeschlossenen Verein ist. Die Anmeldung zu einem Anwärterlehrgang erfolgt regelmäßig über den Verein, das Mindestalter beträgt 12 Jahre, wobei einige Landesverbände auch ein höheres Mitgliedsalter fordern; in Österreich beträgt das Mindestalter 15 Jahre. Im Lehrgang werden die Kenntnisse der Fußballregeln vermittelt, zum Abschluss muss die Regelkenntnis auch durch eine Prüfung nachgewiesen werden. Gleichfalls ist die körperliche Fitness, vor allem im läuferischen und konditionellen Bereich, nachzuweisen. Hierfür gibt es verschiedene Tests, wobei teilweise jeder Kreis andere Auswahlkriterien anwendet. Auch wenn dies nicht zu den ausdrücklich erklärten Voraussetzungen zählt, so ist jedoch eine gewisse charakterliche Festigung der Persönlichkeit ebenfalls eine unabdingbare Voraussetzung, um die gebotene Neutralität gewährleisten zu können und sich auch durch Anfeindungen von Zuschauern und Spielern nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. "

- Zitatende - aus WIKIPEDIA ( Fußballschiedsrichter )

Goldene Löffel gibt es auch hier nicht zu verdienen. Im Gegenteil: die Möglichkeiten mit dem Hobby auch ordentlich Moneten zu erzielen sind eher gering; zumindest während der aktiven Laufbahn und die ist bereits mit 45 Jahren beendet.

" Das Schiedsrichteramt ist ein Ehrenamt.In Deutschland gibt es offiziell keine professionellen Schiedsrichter. Allerdings erhält man für seine Spielleitungen so genannte Spesen (faktisch ein Entgelt), die je nach Landesverband   und Spielklasse variieren, der geringste Satz wird für Jugendspiele gezahlt, während bei Erwachsenen im unteren Amateurbereich etwa 20 Euro gezahlt werden. Bei Oberligaspielen werden an Schiedsrichter etwa 50 Euro, an die Assistenten etwa 25 Euro ausgezahlt (abhängig vom jeweiligen Landesverband). Über dieses Niveau kommen über 99 % der Schiedsrichter (ebenso wie über 99 % der Spieler) nicht hinaus. Zusätzlich wird noch eine - wiederum vom jeweiligen Landesverband festgelegte - Aufwandentschädigung für die Reisekosten gezahlt, die teilweise pauschaliert ist oder sich nach den tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel bzw. den gefahrenen Kilometern bei einem festen Kilometersatz richtet. Die Beträge sind, soweit sie 500 Euro im Jahr übersteigen, nach § 3 Nr. 26a des Einkommensteuergesetzes zu versteuern, wobei ein vorheriger Abzug von Werbungskosten zulässig ist.
Einem Schiedsrichter im professionellen Fußball werden folgende Beträge pro Spiel gezahlt:
  • in der 1. Bundesliga 4000 Euro + 500 Euro vom Sponsor DEKRA 
  • in der 2. Bundesliga 2000 Euro
  • in der 3. Liga 750 Euro.
Ein Assistent erhält die Hälfte des Schiedsrichters, der vierte Offizielle ein Viertel des Betrages. Für einen Schiedsrichter der Bundesliga kommt es dabei aber zu einem sehr hohen Aufwand: Für ein Spiel an einem Samstag muss er freitags anreisen und kommt erst spätabends am Samstag oder sogar erst sonntags zurück. Die Fahrtkosten, sowie Hotel- und die Verpflegungskosten werden vom DFB erstattet. Zum Zeitaufwand der Schiedsrichter kommen mehrere mehrtägige Lehrgänge des DFB und seines Verbandes pro Monat. Zudem bekommt er einen täglichen Trainingsplan, der auch überprüft wird. "

- Zitatende - aus (WIKIPEDIA, a.a O.,Fußnote 3 entfernt; Verlinkung "Ehrenamt " und " DEKRA" abgeändert - d.Verf. - ).

Wer nun den fatalen Fehler begeht und die "Vergütung" der Referees mit den Gehältern der der übrigen Beteiligten an dem Fußballzirkus zu vergleichen, wird vielleicht zu dem Ergebnis kommen, dass es sich nicht lohne, den Unparteiischen zu mimen. Fakt ist jedoch: Es geht hier nicht um Geld, sondern um eine persönliche Einstellung zum Sport. Schiedsrichter müssen neutral sein, sonst wird der Manipulation nicht nur Tür und Tor geöffnet,; es werden vor allem die anerkannten Regeln nicht mehr beachtet und dieser Sport mutiert alsbald zum Unsport.

Was nun an den Vorwürfen sich letztendlich erhärten wird bleibt indes abzuwarten. Bis dahin sollte der Spielbetrieb nicht durch wechselseitige Vorwürfe gefährdet werden.

Kommentare:

Octapolis hat gesagt…

Mal abgesehen davon, dass der Profifussball so oder so ein turbokapitalistischer Sport ist, hängt Bestechlichkeit, meines bescheidenen Erachtens nach, weniger von der Vergütung, als von Charakterstärke ab. Ebenso wie das Zahlen von Steuern.

Lobster53 hat gesagt…

Aus den Untiefen des globalisierten Turbo-Kapitalismus können die angeblichen "Dynamo-Fans", deren Bengalos gestern Abend selbst den bräsig-verknöcherten ZDF-Oldtimer Wolf-Dieter Poschmann zu wahren Kritikorgien hinreißen ließen, nun nicht gekommen sein. Grundsätzlich hast Du natürlich die Finger in die klaffende Wunde des Profi-Fußballs gelegt, denn der ist - bei allen Millionen, in der Tat immer noch eine Frage des eigenen Charakters. Wer das Götzenbild dieser Gesellschaft, die Kohle, nicht in den Vordergrund stellt, kann sich auch gegen jenes Lumpenpack wehren, dass jede Schwäche ausnutzt, um eigene Kohle zu machen.

Octapolis hat gesagt…

Zu den Fans, die mit Sicherheit keine sind, fällt einem nichts ein. Die Dortmunder dachten wahrscheinlich, sie hätten es mit direkten Nachkommen der Skythen zu tun. Unglaublich!