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Donnerstag, 3. November 2016

Was ist ein Betrug? ( 3. Episode )





Der Einfallsreichtum von Menschen, die anderen ihrer Gattung " über das Ohr hauen wollen " ist auf diesem Sektor unerschöpflich. Da gibt es die großen Halunken, die dabei im großen Stil vorgehen und es gibt die ungezählten Fälle von kleinen Gaunereien. Aber auch dabei gilt der Grundsatz, wonach Kleinvieh auch Mist macht oder viel Kleinvieh, eben auch viel Mist produziert.

Da stand ich doch heute an der Kasse einer Tengelmann - Filiale. " Kaiser´s Tengelmann ", das ist die Lebensmittel - Kette, die ja eigentlich zerschlagen werden sollte, weil sie deren Eigentümer nicht mehr genügend Profit einbringt und sich ein Käufer nicht durchsetzen konnte, weil andere Konkurrenten und auch das Kartellamt etwas da gegen hatten. Das ist - vielleicht - nun doch geklärt worden. Der dicke Sigmar von der SPD gab sich zum selbst erklärten Retter wider des Abbaus von mehr als 15.000 Arbeitsplätzen. Immerhin doch eine Erfolgsmeldung - so kurz vor Weihnachten.

Also: Ich hatte meine 7 Artikel in aus dem Einkaufswagen auf das Einkaufsband gelegt und wartete. Vor mir kassierte ein Mitarbeiter, so um die Mitte Zwanzig, bei einem englischsprachigen Paar, die Artikel ab. Ich hatte die Frau und den Mann, beide so um Ende Dreißig, Anfang Vierzig, wohl kinderlos und wohl besuchsweise in der Stadt, kurz davor vor dem Weinregalen stehend, beobachtet. Sie unterhielten sich über die viel zu hohen Preise für die verschiedenen Sorten und nahmen dabei einige Flaschen in die Hand. Während sie die Flaschen mit dem Rebensaft begutachteten, hörte ich
ihrem Gespräch zu. Bei allen Weinen hielten sie die Preise für zu hoch und ließen die Flaschen wieder in die Regale zurück gehen. Daraus schloss ich, dass es die beiden englischsprachigen Kunden nicht gerade " dicke " haben müssen.

Nun, ja,der Unterschied zwischen einem so genannten Fachgeschäft und einem Supermarkt oder Discounter liegt sehr oft in den Preisen. Dieses gilt aber auch bei den Märkten untereinander. Die " Tengelmann " - Kette hat ein anderes Sortiment als andere Lebensmittelanbieter. Hier liegen die Preise in der Regel über denen der Konkurrenz, weil es andere Hersteller sind, die dort ihre Waren anbieten.

In Kenntnis dessen stand ich also immer noch an der Kasse und wartete. Das Paar hatte nämlich inzwischen seine Waren eingepackt und übergab eine Giro - Karte, nachdem der Kassierer ihnen den Betrag benannt hatte. Dieser führte die Karte in das Lesegerät neben dem Band und wartete auf die übliche Zahlungsbestätigung. Kaum war diese erfolgt, druckte der Mitarbeiter den Kassenbon aus und bat diesen zu unterschreiben. Doch die Kundin überprüfte die eingegebenen Positionen und intervenierte: " Was ist das ? ", wollte sie von dem Kassierer wissen. Der stotterte herum. " Ist das der Kohlrabi? ", ergänzte sie ihre Frage. " Nein, der ist hier berechnet. ", antwortete der Mitarbeiter. " Ja, was ist das hier nun? ", lautete die weitere Frage der Frau.

Der Kassierer wollte den Disput mit den beiden Kunden beenden. " Her unterschreiben!", forderte dieser die beiden, zunehmend misslauniger werdenden, Wartenden auf. " Nein, das mache ich nicht!", gab die Frau ihm zur Antwort. " Dann zahle ich Ihnen  den Betrag in bar wieder aus!", lenkte der Mann an der Kasse daraufhin ein. Die Frau zog die gesamte Ware wieder aus ihrer Tragetasche heraus und ließ sie zurück auf das Band rutschen. Der Mitarbeiter bat seine Kollegin von der zweiten Kasse, ihn zu unterstützen. Diese kanzelte ihn ab: " Du musst doch wissen, was Du da eingetippt hast!"
" Ich habe mich nur vertan. ", räumte dieser kleinlaut ein.
" Dann zahlst Du eben die Differenz in bar wieder aus. Ganz einfach!", schulmeisterte diese ihn.

Der Kassierer strich an dem Bon herum und ließ die Kassenlade von der Kollegin mit einem Schlüssel öffnen. Er Griff in die Kleingeldfächer und zahlte dem Paar ganze 98 Eurocent zurück.
Daraufhin unterschrieb die Kundin den Bon und wischte diese - sichtlich genervt - in Richtung des Mitarbeiters. Nachdem ihr Begleiter die Artikel wieder in die Tasche eingeräumt hatten, verließen beide grußlos die Kassenzone. Eine Entschuldigung gab es von dem " Tengelmann " - Mitarbeiter nicht. Eigentlich eine Unverschämtheit.

Ich hatte mittlerweile meine Artikel in den Einkaufswagen zurück gelegt und diese dann auf das Band der weiteren Kassen gelegt. Die Mitarbeiterin kam heran gerauscht. " Entschuldigung, dass Sie warten mussten!", sagte sie. " Ja, nicht so schlimm. Irren ist menschlich, nur Computer machen meistens keine Fehler. ", antwortete ich ihr. "
Sie kassierte meine Ware ab und ich bezahlte - in bar. Danach verließ ich die " Tengelmann " - Filiale. Bei dem Rückweg erinnerte ich mich an einen ähnlichen Vorfall, bei dem mir eine Kassiererin in dem " Lestra " - Supermarkt in Bremen - Horn für einen der Artikel 10 Deutsche Pfennig zu viel eingab und selbst auf meinen Hinweis sich streitsüchtig gab. Ich bezahlte den Betrag und erklärte ihr, dass sie keine Ahnung habe.

Genervt fuhr ich in mein knapp 19 m² - Studentenloch im Mensa - Wohnheim an der Universität zurück, lud dort meine Ware aus und ärgerte mich dabei immer noch. " Blöde Kuh ", dachte ich bei mir. Als ich in der Butze auf meinem Stuhl saß, holte ich einen Schreib - Block hervor und begann einen Strafantrag gegen die Kassiererin zu formulieren. Als das an die Staatsanwaltschaft Bremen gerichtete Schreiben abgefasst war, legte ich es in den Schreibblock zurück und dort blieb es solange, bis ich es irgendwann wieder fand, zerriss und in den Papierkorb war.

Was war das nun? Strafrechtlich betrachtet? Diebstahl geringwertiger Sachen oder Unterschlagung oder vielleicht sogar Betrug? Von allem etwas. Ein guter Fall für eine Strafrechtsklausur?. Vielleicht!
In der Realität eine Michael - Kohlhaas - Variante. Würde jeder Betrogene mit einem Kohlhass - Syndrom die ungezählten Betrügereien zur Anzeige bringen, die Ermittlungsbehörden würden in Arbeit ertrinken.

Ich löste das Problem auf eine andere Weise: Ich betrat den " Lestra " - Laden danach nie wieder.

Aber: War es nun im Fall der beiden englischen Kunden ein Betrug? Oder war es nur Dummheit des Mitarbeiters? Vielleicht hat er irrtümlich den Fantasiebetrag eingetippt?
Oder wollte er nur seine Vorurteile gegenüber Ausländern ausleben, obwohl er selbst türkisch - stämmig war? Es kann auch sein, dass er dachte, das Paar hätte keinen Durchblick, keine Ahnung, so, wie die " Lestra " - Kassiererin in Bremen, damals, in den 1980er Jahren. Oder hatte die einfach nur etwas gegen langhaarige, junge Studenten?

Manchmal liegt die Wahrheit, der Grund für ein solches Verhalten, irgendwo dazwischen. Von jedem etwas, eben.
Dieses lässt sich nicht strafrechtlich festmachen; es wäre dann nicht justitiabel, so, wie die menschliche Dummheit es auch nicht ist.

" Errors on my way " - " Wishbone Ash ", 1970:








1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

Ja, beim Einkaufen kann man wirklich feine Beobachtungen machen, schon für den lieben Til_O. war der Edeka zu Cotta ein nicht versiegenwollender Quell der Inspiration, was haben wir uns manchmal beömmelt! Das ist und bleibt einfach so...

Was mir beim Lesen so durch die dreieinhalb Windungen ging:
- Wo kamen die englischsprechenden Freunde denn her? Nirgends ist der Alkohol so billig wie in Deutschland, da muss es doch, egal ob Russe, Schwede oder Brite, ne wahre Freude sein, hier durch die Regale zu streifen...

- Schulmeistern ist zumindest Wort der Woche!

- Beschiss war das bestimmt keiner, eher Tapsigkeit. Die darauffolgende Reaktion zeugt von geschultem und wirklich hochmotiviertem Personal. Nicht...

- Ich hab bis heute Wishbone Ash nur vom Namen her gekannt, noch nie gehört. Nun nachgeholt. Als du vor öchzig Jahren Atomic Rooster erwähntest, bei denen es sich ebenso verhielt, war ich begeisterter... ;o)

So und nun guts Nächtle!