KiK hat umgeräumt
Als wir heute Vormittag die Filiale des Bekleidung - Discounters " KiK " in Unterschleißheim besuchten, staunte ich nicht schlecht. Die Verkaufsflächen sahen dieses Mal vollkommen anders aus. Wo eingangs die Ständer und Regale mit Kinderbekleidung platziert waren, befanden sich nun Tische auf denen jede Menge kitschige Artikel stehen. Buntes Zeug, dass mich eher an die schlimmsten Geschmacksverirrungen aus dem fernen Amerika erinnert.
Troll ähnliche Figuren sind jetzt dort zu sehen, deren Nutzen nicht erkennbar ist. Das dürfte auch bei vielen der weiteren Artikel, die ich erkenne, der Fall sein. Die " KiK " - Filiale ähnelt denn eher jener, die wenige Meter davor von " Tedi " betrieben wird. Nur die Verkaufsfläche wirkt aufgeräumter, strukturierter und sauberer.
Ich zücke mein Smartphone und halte meine Eindrücke in Fotos fest. Dabei kommen erinnere ich mich an Berichte, wonach " KiK " einige Filialen schließt, weil diese zu umsatzschwach sind. Die Medien schlachteten jene Meldung weidlich aus. Schließlich ist die " KiK " - Handelsketten schon einige Male in Verruf geraten.
Unter dem Akronym " Kunde ist König ( KiK ) " startete das Handelsunternehmen im April 1994 mit Sitz in Bönen / Landkreis Unna durch Eröffnung der ersten Verkaufsstelle im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim. Sukzessive steigerte die Geschäftsführung die Anzahl der Filialen auf 228. Aktuell weist " KiK " 4.200 europaweit unterhaltene Filialen mit zirka 32.000 Mitarbeitern auf, die einen Gesamtumsatz von 2,4 Milliarden Euro generieren.
https://de.wikipedia.org/wiki/KiK
Die Expansion der Handelskette verlief allerdings nicht vollkommen geräuschlos, sondern war in den mehr als 3 Dekaden von kleineren, aber auch bedeutenden Skandalen begleitet. So gab es Missstimmungen rund um die geplante Wahl eines Betriebsrats in Österreich, mehrfach angeprangert wurden die vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohns die gezahlten " Dumpinglöhne ", die Arbeitsbedingungen in den Verkaufs Niederlassungen, die in den Fabriken der Herstellländer sowie auch die Qualitäten der vertriebenen Waren, vornehmlich Textilien, die mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet waren.
Dadurch rangierte die Handelskette in der ermittelten Kundenimage - Rangfolge in den unteren Bereichen. Obwohl " KiK " einen hohen Bekanntheitsgrad bei den Menschen vorweisen kann, konnte die Geschäftsführung dieses Negativum nicht ablegen.
Nun wird das Warensortiment erneut kräftig ausgetauscht. Statt Bekleidung wird offensichtlich mehr auf Haushalts - und Gebrauchswaren gesetzt. Ob dieses der mutmaßlich wegen signifikanten Umsatzeinbußen durchgeführten Verschlankungsstrategie entgegen wirken kann, bleibt aber eher zweifelhaft.
So sind Textilien im Billig - bis Ramschsegment nicht durch Kitschartikel ersetzbar, nur um die Verkaufsflächen ausfüllen zu wollen. Wer Bekleidungsstücke kaufen möchte, wird kaum bunte Plasteartikel für den Haushalt oder Garten in seinen Einkaufskorb legen, wenn er nichts passendes findet.
" KiK " hat erneut die Tapete in den Filialen gewechselt, um die Umsätze zu steigern. Allerdings wohl ohne durchschlagenden Erfolg, was sich an der Aussage der Teilzeitmitarbeiterin im Rentenalter erkennen lässt, die auf die Frage einer ankommenden Kollegin nach dem gestrigen Umsatz nur die Stirn runzelnd mit einem " Schlecht " antwortet.
Kommentare