Dienstag, 22. März 2011

Der Burgenlandkreis, ein Hort für Menschen mit national-sozialistischer Gesinnung?

Sachsen-Anhalt hat gewählt! Das Bundesland, dass von Thüringen im Westen, Sachsen im Süden, Brandenburg im Osten und Niedersachsen im Norden eher eingekesselt, geographisch betrachtet in Mitteldeutschland liegt. Das Land der "Frühaufsteher" (einstiger Werbeslogan, der für viel Geld durch teure Hinweistafeln an den Autobahnen sichtbar gemacht wurde)hatte nach der Wende eine ungesunde ökonomische und demographische Entwicklung hinter sich. Das Bundesland zählt zu den eher schwach besiedelten Flächenstaaten der BRD. Es liegt mit 2,3 Millionen Einwohner auch im unteren Bereich der Bevölkerungsstatistik. Es steht allerdings mit 12,3 % in der Statistik der offizielle als arbeitslos geführten Personen mit ganz oben.

Dieses Bundesland mit der Landeshauptstadt Magdeburg besteht verwaltungstechnisch besehen aus 11 Landkreisen und 3 kreisfreien Städten. Einer der Landkreise ist der Burgenlandkreis (BLK). Er liegt am südlichen Zipfel von Sachsen-Anhalt; zählt von der Fläche zu den eher größeren Landkreisen und befindet sich im Mittelfeld der Einwohnerstärke. BLK ist mit der Verwaltungsstadt Naumburg nach der Wende ebenfalls arg gebeutelt worden. Mehr als 50.000 Einwohner kehrten der Region den Rücken. Die Arbeitslosenquote liegt
aktuell bei 15,2 %. Und hierin liegt auch eine nicht unerheblich politische Brisanz.

Bei der LT-Wahl 2011 zeigte sich anhand der Ergebnisse für die NPD, die eher knapp den Einzug in den Landtag verpasste und mit 4,6 % immer ein durchaus beachtliches Ergebnis einfuhr, dass die BLK-Wahlkreise hier noch erheblich nach oben abwichen,denn im:

WK 42 Nebra          kam sie auf  9, 1 % bei einer WBT von 52,6 %;

WK 43 Zeitz           kam sie auf   6,0 % bei einer WBT von  47,2 %;

WK 44 Naumburg kam sie auf  6,4 %  bei einer WBT von 50,0 %;

WK 45 Hohenmölsen-Weißenfels kam sie auf 6,5 %  bei einer WBT von 48,3 %.

Nun klingen diese Ergebnisse nicht sehr dramatisch, wenn der Hintergrund dieser Resultate betrachtet wird. Die NPD als Bundespartei lanciert seit vielen Jahren an der Grenze zur Pleite. Die Landtagspartei in Sachsen-Anhalt dürfte dieses bereits sein. Der Wahlkampf kostete auch hier Geld. Geld, dass die Partei schon allein aufgrund der schwachen Mitgliederzahlen nicht aufbringen konnte. So wurde getrickst und auf Pump Wahlpropaganda betrieben. Mit dünnen Argumenten, scheinheiligen Floskeln und schwachsinnigen Plattitüden ( "Arbeitsplätze für Deutsche schaffen" etc. ).
Nun wird Sachsen-Anhalt nicht gerade von ausländischen Bürgern oder Menschen mit Migrationshintergrund überschwemmt. Eine - von der NPD behauptete - Überfremdung ist hier genauso unwahrscheinlich, wie die Frage, wann Ostern und Pfingsten auf einen Tag fallen. Die Trommler aus dem national-sozialistischen Umfeld verbreiten somit dreiste Lügen, wenn sie von einer Islamisierung des Landes, einer Überfremdung und einer steigenden Kriminalität warnen.

Das haben denn wohl auch die Mehrzahl der Wähler erkannt und der NPD eine Abfuhr erteilt. Diese ist besonders schmerzlich,denn es gibt nun keine Wahlkampfkostenerstattung. Es drohen jetzt sogar weitere Zahlungsprobleme aufzutauchen.

Weiterhin dräut dem Spitzenkandidaten der NPD in Sachsen-Anhalt massiver Ärger mit der Justiz. So ist auf der HP der " Tagesschau " zu lesen:

"Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist der rechtsextreme NPD-Spitzenkandidat Matthias Heyder ins Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft geraten. Er hat nach Recherchen von tageschau.de offenbar unter dem Pseudonym "Junker Jörg" in einem Internet-Forum über mögliche Anschläge und den Bau von Bomben diskutiert. Zudem soll er aufgerufen haben, linke Politikerinnen zu "schänden".(Zitatende)

Was bleibt, dürfte eine Melange aus Provinzialismus, Frustration und Intelligenzschwäche sein, die der NPD und den aktiven Anhängern zu attestieren ist. Die NPD-Wähler - soweit nicht sie nicht als Protestler zu qualifizieren sind - können in die gleichen Flachdenkerbereiche eingeordnet werden.
Was bleibt sind die nüchternen Ergebnisse, aus denen sich heraus lesen lässt, dass ein Wechsel an der Landesführung nicht erfolgen wird, da die Schwarzen unter Haseloff mit der SPD eine Große Koalition eingehen werden und demnach in der Böhmerśchen Weise, den von ihm umgeplügten Ackern weiter bestellen wird.

http://www.statistik.sachsen-anhalt.de/wahlen/lt11/index.html 

Da die biederen Schwarzen seit 20 Jahren Landespolitik als Verantwortliche betreiben, bleibt zu befürchten,dass auch im Burgenlandkreis bis zur nächsten Wahl kein Hort für national-sozialistische Blindfische entstehen wird.           

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