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Freitag, 6. Mai 2011

Nachtfahrt - Darfst nun getrost die Augen schliessen - Gute Nacht: Ein Liedermacher wird zum Romantiker und umgekehrt?



Dass ich ein 100 %iger Hannes Wader- Anhänger bin, habe ich in meinem Blog schon mehrfach betont. Ich könnte ihm - allerdings nach Tageszeit und Laune - dann stundenlang zuhören. Meine Vorliebe teile ich jedoch wohl alleine. Aus meinem Bekanntenkreis hat eigentlich niemand etwas mit Hannes am Hut. Nun, dass muss nicht sein,denn Musik ist bekanntlich Geschmackssache.

Von den vielen Tonträgern, die Hannes Wader im Verlaufe seiner Karriere veröffentlicht hat liegen einige - wenn auch nicht alle - im Archiv. Als LP, als Musikkassette oder als CD.Seit 1973 begleiten mich Titel von ihm. Das Erfolgsalbum " 7 Lieder ", mit dem ihm der Durchbruch in der nationalen Musikszene gelang, legte mir einst ein guter Bekannter vor. Obwohl ich damals eigentlich eher auf Rock und Hard Rock stand, gefielen mir die Stücke auf der LP so gut, dass ich sie später auf eine C90 Kassette aufnahm.

Vor einigen Tagen hörte ich,dass Hannes zusammen mit Konstantin Wecker wieder auf Tournee geht. Immerhin wird er am23. Juni diesen Jahres 69 Jahre alt. Hannes, eigentlich Hans Eckhard Wader, gilt neben Reinhard Mey als der wohl bekannteste deutsche Liedermacher. Mit ihm verbanden sich zahlreiche Auftritte in den frühen 60er Jahren, so auch auf dem legendären Festival der Liedermacher auf Burg Waldeck. Die einstigen Gefährten der frühen Jahre gingen dann in den 70ern getrennte Wege. Hannes wurde politischer und trat der DKP bei. In Zuge seines Engagements für jene Partei geriet er wohl auch in den Focus des Verfassungsschutzes. Als er 1970 seine Wohnung in Hamburg-Poppenbüttel an die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin überließ, geriet er nach seiner Rückkehr von einem monatelangen Aufenthalt in Südeuropa,in das Visier der Fahnder und der Justiz, was ihn auch berufliche Nachteile brachte.

Sein musikalisches Wirken war seit jenen Jahren von gesellschaftskritischen Liedern durchzogen. Seine oft unkoventionellen Texte, in denen er Elend,Unrecht und Tod beschrieb, wurden zum Hauptbestandteil bis zum Ende der DDR, des Ostblocks und der sozialistisches  Staaten, zu Beginn der 90er Jahre.
Hannes widmete sich hiernach zunehmend klassischem Liedgut. Und interpretierte auch Schubert.

Nun tourt er wieder, zusammen mit Konstantin Wecker. " Kein Ende in Sicht ", so haben sie den Namen ihrer Auftritte benannt.
Auch nach 40 Jahren ist für mich kein Ende in Sicht, wenn es um anspruchsvolles, deutsches Liedgut, um unbequeme, weil non - konforme Texte und exzellentes Gitarren - und Klavierspiel geht.

Hannes tritt in Leipzig auf. Am 1. Juli 2011 - hmm, da war doch etwas, an diesem Tag? Ein Wiedersehen mit ihm nach über 5 Jahren, als er im Dresdner "Schlachthof" auftrat und einen Querschnitt seiner 4 Dekaden andauernden Aktivitäten als Folkloresänger und Liedermacher darbot. Unvergessen!

Ich habe mir seine CD " Auftritte wieder mal angehört und ließ sie einfach beim Hausputz in voller Lautstärke laufen. Die über 1 Stunde andauernden Reinigungsarbeiten vergingen wie im Fluge, so sehr war ich damit beschäftigt, seine Texte mitzusingen.
" Schön wieder hier zu sein. ", so beginnt das legendäre Konzert mit seinen beiden Mitstreitern Konstantin Wecker &; Reinhard Mey, begleitet von Jo Barnickel an den Tasteninstrumenten.
Aber auch " Heute hier, morgen dort. " ist ein Klassiker.
Auch wenn er jene, wie Schubert, Beethoven und Mozart dann selbst interpretieren sollte, klingt es gekonnt.

Also dann, auf eine Nachtfahrt nach Leipzig und während des Konzerts darf ich getrost die Augen schliessen und mir später eine gute Nacht wünschen - mit Lieder von Hannes!

Bin auf meinem Weg,
Schon so lang.
Verschlagen und träg,
Schon so lang.

Bin müde und leer,
Will nach Süden ans Meer.
Bin auf meinem Weg ohne Wiederkehr,
Schon so lang.

Seh die Kriege, die Not,
Schon so lang.
Ruinen und Tod,
Schon so lang.

Seh die Tränen, die Wut,
Seh die Wunden, das Blut.
Erwürgt und verfault,
Schon so lang.
Hab die Liebe gesehn,
Schon so lang

Seh die Hoffnung, den Mut,
Seh den Glauben, die Glut
und was sich in Gesichtern von Kindern tut,
Schon so lang.

Bin auf meinem Weg,
Schon so lang.
Verschlagen und träg,
Schon so lang.

Bin müde und leer,
Will nach Süden ans Meer.
Bin auf meinem Weg ohne Wiederkehr,
Schon so lang.


Darfst nun getrost die Augen schliessen
Gedanken fliehen, Sorgen zerfliessen
in deinem Schlummer
und aller Kummer
schwindet mit dem letzten Abendlicht
bis der neue Tag anbricht
Hör dich im Traum noch leise lachen
ich werde deinen Schlaf bewachen
dass dir nichts geschieht
niemand der uns sieht
Schlaf, schlaf, schlaf ein bei meinem Lied
Der Buchfink, den Kopf unter dem Flügel
schläft schon
und Wolken sind über die Hügel
heraufgezogen
ein Regenbogen
leuchtet purpur, grün und gold
überm Meer der Donner grollt
und sanfte Böen treiben den Regen
weit fort, dem Horizont entgegen
Abendsonnenschein
strahlt zu uns herein
nur für dich, für dich und mich allein
Alles ist still, nur sanftes Rauschen
von fern, ich will nun schweigend lauschen
Wind in den Bäumen
möchte jetzt träumen
leise atmen, so wie du
höre deinem Herzschlag zu
Ich lass es nun bei diesem Lied bewenden
kurz ist die Nacht, sie wird bald enden
Habe gern gewacht
seh, wie jetzt ganz sacht
Das Licht erlischt, drum gute Nacht.

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