Rechnung vom Zahnarzt ihres Vertrauens
Vor einiger Zeit musste meine bessere Hälfte den Zahnarzt aufsuchen. Ein Schneidezahl hatte sich gelöst und sollte ersetzt werden. Das wird teuer! Bei der Kontrolle entdeckte der Unterschleißheimer Zahnarzt noch eine weitere Baustelle. Ein Backenzahn war angegriffen. Nach und nach waren vier Behandlungen erforderlich.
Dabei flatterten drei Rechnung ins Haus. Eine über 306, 89 Euro, eine weitere über 346,35 Euro und die letzte übe 105,54 Euro. Von der - Gesundheitskasse - AOK Bayern gab es dafür einen sagenhaften Zuschuss über 16,97 sowie 50, 11 Euro. Immerhin, Kleinvieh macht auch Mist.
Weshalb der so genannte CDU nahe Wirtschaftsrat sogleich eine komplette Streichung der Zahnbehandlungskosten aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen diskutiert haben möchte. CDU - Wirtschaftsrat? Wer ist das denn?
Das Online - Lexikon " wikipedia " schreibt dazu:
" Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. ist ein CDU-naher[2] Lobby- und Berufsverband[3], der die Interessen seiner Mitglieder aus der Wirtschaft vertritt.
.......
Laut einem Bericht der Organisation Lobbycontrol ist der Wirtschaftsrat de facto ein Lobbyverband mit privilegiertem Zugang zur Spitze der CDU, inklusive einer kooptierten Mitgliedschaft im CDU-Bundesvorstand.... "
- Zitatende - aus:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftsrat_der_CDU
Aha, also ein schwarz - gefärbter Interessenverein, der sich ausschließlich dem Wohlergehen der deutschen Unternehmern widmet. Die Richtung dieses als " Reformvorschlag " in die Öffentlichkeit hinein posaunten Hirnschißes ist klar. Wenn jener gesetzlich Versicherte keinen Bezuschussungsanspruch bei einer Zahnbehandlung mehr reklamieren kann, sondern dafür eine separate Versicherung abschließen muss, können die viel zu vielen gesetzlichen Krankenkassen / Ersatzkassen einen zweistelligen Milliardenbetrag sparen. Und damit wäre es möglich die eh explosionsartigen gestiegenen Beiträge auch für die Unternehmen zu reduzieren, denn die haben bekanntlich die Hälfte des Grundbeitrages zu berappen.
Was auf den ersten Blick als ein vielleicht diskussionswürdiger Vorschlag erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als blanker Unsinn, denn die unisono durch stark gestiegene Beiträge belasteten Versicherten, werden kaum gezwungen werden können, einen privaten Versicherungsanbieter auszuwählen, um über einen, mit einem möglicherweise differenzierten Leistungskatalog ausgestatteten Vertrag, die Behandlungskosten abdecken zu können.
Schon die vielfach existierenden Zahnzusatzversicherungen sind in Wahrheit eine Milliardengeschäft für das Versicherungswesen, denn diese - mittels unlauterer Werbung - angebotenen Versicherungen decken lediglich die Differenz zwischen dem gesetzlich vorgesehenen Zuschuss und den tatsächlichen Kosten für hochwertigeren Zahnersatz ( Brücken, Implantate, Kronen ). Den Hauptanteil hat der Versicherten selbst zu übernehmen. Zudem darf ein Zahn bei Abschluss und innerhalb einer Karenzzeit von bis zu acht Monaten nicht behandelt werden. Sonst gibt es reinweg gar nichts.
Wer glaubt, damit rundum versorgt und abgesichert zu sei, der irrt sich gewaltig. Weshalb der CDU - Wirtschaftsrat mit seinem " Reformvorschlag " am eigentlichen Problem vorbei schwadroniert. Nicht die Zahnarztkosten sind der Knackpunkt, sondern die vielen Krankenkassen und jene Anspruchsberechtigtem, die nie in die Beiträge entrichten haben und dennoch - wenn auch stark verminderte - Leistungen beanspruchen dürfen.
Dümmer geht´s nimmer!
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