Wird der Ladendiebstahl zum Sport?




Vor einigen Tagen hörte ich bei dem Nachrichtensender " MDR aktuell " einen Beitrag über die angebliche Zunahme von Ladendiebstählen. Hierzu wurde beispielhaft ein Betreiber eines Supermarktes in Berlin heran gezogen. Dieser beklagte sich über die rapide Zunahme von Diebstählen in dem von ihm geführten Geschäft. Insbesondere höherpreisige Artikel, wie alkoholische Getränke, Zigaretten und Kosmetika würden zunehmend von Kunden unbezahlt eingesteckt. 

Nun versuchte der MDR - Bericht die Gründe für jene Entwicklung zu eruieren. Dabei dürften die Ursachen der vermeintlichen Zunahme von Ladendiebstählen auf der Hand liegen. Die problematische konjunkturelle Lage und einen damit verbundenen Anstieg der prekären Lebenssituation eines erheblichen Teils der Bevölkerung ist wohl der Auslöser für jene Entwicklung.

Denn wenn immer mehr immer weniger Geld zur Verfügung stehen haben, ist der Anreiz, begehrte, jedoch unerschwingliche Artikel einzustecken, größer. 

Doch: Ist dieses wirklich ein zunehmender Trend? 

Einschränkend dürfte zunächst konstatiert werden, dass die von dem Supermarktbetreiber medial aufgegriffene Behauptung oder eventuell getroffene Feststellung eines enormen Anstiegs von Ladendiebstählen zwar durchgängig über bestimmte Online - Ausgaben in die Öffentlichkeit kolportiert wurden, exakte Zahlen dazu aber nicht benannt werden. Zudem haben sich die Marktführer bei den Discounter, wie " Aldi ", " EDEKA " oder " LIDL " zu diesem Thema nicht äußern wollen. 

Warum wohl nicht?

Schließlich wird der Warenschwund durch Diebstahl in der Preiskalkulation eingebettet. Will heißen: Am Ende zahlt der " ehrliche " Kunde für den Ladendieb mit.

Auch der Ruf nach schärferen Strafen für Ladendiebe verhallt in dem täglich Meinungsbrei, den die Medienmeute über ihre vielen Rezipienten auskübelt. In der Praxis ist ein Umsetzen schärfere Sanktionen für diese Form von Eigentumskriminalität eh kaum umsetzbar, denn die Justiz ist bereits jetzt mit mehr als 1.000.000 ( eine Millionen! ) noch nicht abgehandelten bzw. unbearbeiteten Fällen vollkommen überlastet. De jure kommt dieser Zustand einem Stillstand der Rechtspflege gleich.

Und so darf nahezu unbehelligt weiterhin fleißig weiter geklaut werden; der Verbraucher wird es schon mit den höheren Preisen ausgleichen:       



https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/deutschland-ladendiebstaehle-in-innenstaedten-nehmen-deutlich-zu-a-3dbe2008-853f-4230-a648-ecdb8c0f399c

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

" Oh Adele, oh Alele, ah teri tiki tomba, ah massa massa massa, oh balue balua balue. " und die Kotzfahrt nach Wangerooge.

" Eine Seefahrt, die ist lustig. " - nur nicht in den 60er Jahren zum AOK - Erholungsheim auf Norderney.

Letztes Lied - Mascha Kaleko und die traurige Wahrheit über den Tod.