Vom See zur See
Nun ist das Pfingstfest 2026 vorbei. Im vergangenen Jahr fiel es auf den 8. und 9. Juni; in 2024 durften wir es sogar am 19.sowie 20. Mai begehen. Das ist bereits länger her. Die Erinnerungen daran sind nicht nur bei mir verblasst.
Als wir gestern ab Mittag bei sommerlichen 28 ° C am Hollener See in einem Campingstuhl saßen, erinnerte ich mich dennoch an unseren letzten Ostseeurlaub, der bereits mit Beginn der letzten Maiwoche begann. Wir kamen nach einer mehr als 10stündigen Fahrt von Eching nach Prerow im strömenden Regen an, hatten die gesamten vier Wochen über ständig Regen und fuhren am vorletzten Junisonntag im Regen wieder ab.
Schließlich war dann auch noch der Juli sowie der August in Bayern eher regnerisch. Der Sommer 2025 war dann mit den den ersten Septembertagen längst wieder vorbei.
Während ich mir meine Gedanken über den verregneten Sommer 2025 machte, knallte einige Meter hinter uns die Sektkorken. Später waberte ein süßlicher Geruch in unsere Nasen. Ein Trio rauchte Marihuana. Nun, jedem das Seine.
Die Konsumenten der Drogen waren allerdings nicht mehr taufrisch. Eine Dame hatte bereits das Rentenalter überschritten. Sei´s drum. Ein Rausch - egal, ob legal oder illegal - ist nicht altersgebunden.
Als die Sonne ihren Zenit längst überschritten hatte, ds Wasser am Baggersee eine eher angenehme Badetemperatur aufwies, wagte ich mich auch in das immer noch kühlende Nass. Beim Schwimmen stellte ich mir die Frage, warum jedes Jahr Millionen Milliarden an Geld dafür ausgeben müssen, um irgendwo sich irgendwo hin karren zu lassen? Zuhause ist es doch auch warm.
Es kann sein, dass es an dem krampfhaften Bemühen, sich irgendwie aus der breiten Masse herauszuschälen liegt. Es kann aber auch sein, dass es Möglichkeit ist, aus dem grauen Alltag auszusteigen. Es mag eventuell daran liegen, dass viele Menschen dem Drang, einfach mal etwas anderes machen zu wollen, nachgeben.
Ob es in den nächsten Wochen an der mecklenburgischen Ostsee voller wird als sonst, weil das Reisen erneut teurer geworden ist, bleibt abzuwarten, denn auch dort sind die Preise stark gestiegen. Nicht wenige Ostsee - Fans reduzieren die Aufenthaltsdauer, lassen Restaurantbesuche öfters weg oder buchen erst gar keinen Urlaub. Das zeigt sich beispielsweise an den erfassten Daten. Dennoch zeigen diese, dass die Preise insbesondere in dem gastronomischen Bereich zwar seit Jahren signifikant gestiegen sind, trotzdem registriert der Tourismusverband in Mecklenburg - Vorpommern im ersten Jahresquartal einen leichten Anstieg der Übernachtungen. Der Grund hierfür sind die unsicheren, durch Kriege und bewaffnete Konflikte in der Welt geschürte Marktunsicherheiten.
Statt sich in ein Flugzeug zu setzen, präferieren Urlauber von daher andere Reisemöglichkeiten.
https://statistik.tourismus.mv/statistische-daten/monatsstatistiken
Warum auch immer, die Mehrzahl der Deutschen lässt sich von allen widrigen Umständen nicht abschrecken und reisen nach wie vor. So wie wir auch - vom See zur See und zurück.
Kommentare