Donnerstag, 5. November 2009

" Kann ich mir ma'Eine drehen? " - Wie der Tabak sich aus meinem Leben einschlich und wieder verabschiedete.












Es waren die Pubertätsjahre ab 1968, in denen ich die ersten Erfahrungen mit der Droge Tabak machte. Es waren die letzten beiden Schuljahre, die ich auf Volksschule in Heeßen absitzen durfte, ehe es in eine dreijährige kaufmännische Lehre ging. Von den Zigaretten, die ich wohl bei den Erwachsenen und einigen älteren Schülern gesehen hatte wusste ich nicht viel. Nur aus der Fernsehreklame, aus den Werbeanzeigen in einigen Zeitungen ud von Werbetafeln an den Geschäften, kannte ich einige Zigarettenmarken. Peter Stuyvesant ( Der Duft der großen weiten Welt ), HB ( Wer wird denn gleich in die Luft gehen ) oder Lux ( Nehmen Sie Lux Filter ) waren einige bekannte Marken.
Einst standen sie in den Tabakläden, bei den Einzelhandelsfachgeschäften in einem Regal oder im Kiosk zwischen der Eistruhe und den Zeitschriften - wie Paradesoldaten, fein säuberlich aufgestellt. Die 1DM-Schachteln von Juno, Reval,Ernte 23,von Attica,lucky-strike oder Overstolz.
Für uns Kinder oder Jugendliche unerreichbar und oft unerschwinglich.

Der Gang zu manchmal versteckt liegenden Zigarettenautomaten war auch nicht ganz unproblematisch. Heimlich musste er erfolgen, denn es könnte ja ein Nachbar, ein Arbeistkollege der ltern oder ein Mitschüler den kindlichen Zigarettenkäufer dabei beobachten, wie er etwas verbotenes tut: Unter 21 Jahren gab's eben keinen weißen Qualm aus den " Fluppen ", " Lungentorpedos ", " Kippen " den " Zichten ", " Mallen " oder " Retten ". Nach all der Heimlichtuerei kam dann - endlich - das Ende der Schulzeit, der empfundenen Bevormundung. Der Schritt in das vermeintlich so andere Erwachsenenleben erfolgte schleichend. Fast über Nacht. Als ich am 01. 04. 1969 meine Lehre begann, wusste ich nicht viel. Dennoch kannte ich jene Zigarettensorten, die mich dann eine zeitlang durch jene drei Jahre ( Leere ) begleiten sollten.

Da war die Peter Stuyvesant. Die es in einer Sorte zu kaufen gab, die angeblich für längeren, intensiveren Genuß sorgen sollte. Die " de Luxe " - Packung war mit einem gold-farbenen Folienpapier versehen, die eher teuer aussehende Packung musste deshalb - verkaufsstrategisch - Peter Stuyvesant 100 bezeichnet werden. Damals war ich eher Gellegenheitsraucher. Mehr als 2 oder 3 Zigaretten am Tag wollte ich nicht rauchen - weil ich zunächst zu geizig war.
Später stieg ich dann auf HB um. Die Stuyvesant war mir zu teuer.

Nach der ehre kam der Bund. Ich hatte zwischenzeitlich mit dem Rauchen ganz aufgehört, um körperlich fit zu bleiben und um die sportliche Prüfung bei der BW zu bestehen. Die Zeit verging, ich wurde in eine andere Kaserne versetzt und meine Stammkompanie musste Zimmer verlegen, damit die Mannschaftsdienstgrade dort unter gebracht werden konnten. Ein oldat, der als Koch für eine Einheit abgestellt wurde, kam auf die glorreiche Idee, mir nach einer von ihm durch zechten Nacht, den Rest seiner Zigaretten zu geben. Nach vielen Brimborium um jene halb leere Schachtel begann ich wieder zu rauchen.
Hörte dann aber wieder auf, weil ich kurz vor der Entlassung stand.

Der 31. 12. 1973 bedeutete das Ende meiner Dienstzeit. Ab dem 02. 01. 1974
war ich wieder bei meiner Ausbildungsfirma als Verkäufer angestellt. In dieser Zeit begann ich erneut zu rauchen. Das änderte sich auch nicht, als ich mit der BAS und FOS in Stadthagen mein Fachabitur ablegte. Aus den Zigaretten wurden Tabakpäckchen zum Selbstdrehen. Da lag dann " Samson ", " Van Nelle " oder " Drum auf dem Tisch. Die obligatorischen Blättchen gehörten dazu. Manchmal eine Zigarettendreher aus Plastik oder aus Leichtnmetall, der in der Tasche steckte, falls ich neue Zigartten drehen musste. Ansonsten wurde auf Vorrat produziert.

Während des Studium lagen die " Drum "-Päckchen manchmal halb angefangen in meiner " Buden ". Qualm, das bedeutete einen gewissen intellektuellen Touch. Das war einst zur Imagepflege erforderlich. Das Selbstdrehen gehörte zu vielen StudentInnen, wie die lange Haarpracht, die zerrissenen Jenas und der " Schlabberlook ". Zigaretten rauchen war ein Teil der so großen Freiheit, die es trotz oder gerade wegen der sonst spartanischen Lebensweise in Übermaßen gab. Die Diskussionen im miefigen Raum, in verräucherten Kneipen oder in der eigenen verqualmten Bude bis weit nach Mitternacht geführt wurden, waren begleitet von vielen Päckchen in verschiedenen Farben. Ob blau-schwarz, rot-blau oder blau - rot, in den PVC- eingeschweißten Einheiten lauerte mit jeder Zigarette, die daraus gedreht wurde, auch ein weiterer Sargnagel.

Es war im Frühjahr 1984. Ich hatte mir wieder einmal eine derbe Erkältung eingefangen. Husten, Schnupfen, Fieber. Dennoch wagte ich es mit einem Kommilitonen nach Hamburg zu dem Auswärtsspiel des SV Werder Bremen gegen den Hamburger SV zu fahren. Da saßen wir dann ab 20.00 Uhr und mussten mit ansehen, wie unsere Werderaner zwar gut mit spielten, aber trotzdem 2:0 verloren. Die Erkältung wurde jedoch nicht deshalb schlimmer, aber es hatte zumindest indirekt mit diesem Spiel zu tun. So quälten wir uns dann mühsam jene 110 Kilometer mit einer 0:2 Niederlage zurück.

Am nächsten Morgen ging es mir noch schlechter, als in den Tagen vor dem Bundesligaspiel. Den Donnerstag darauf verbrachte im im Bett. Eine Tasse heiße Zitrone mit Honig nach der Anderen trinkend. Der Freitag war ähnlich und als ich dann am Freitagmittag meine Taschen für die obligatorische Fahrt nach Heeßen zu meinen Eltern startete, ging es mir immer noch nicht besser. Das änderte sich auch nicht am Wochenende. Am Sonntagabend verließ ich am späten Nachmittag die heimatlichen Gefilde und kehrte am Sonntagabend zurück in das Studentenwohnheim. Irgendwann merkte ich, dass ich seit Donnerstag nicht eine igarette gedreht oder geraucht hatte. Mein Verlangen danach war nicht mehr vorhanden. Ich hatte mir quasi über Nacht das Rauchen
abgewöhnt. Am Montagnachmittag verschenkte ich meinen restlichen Tabak und die dazu gekauften Blättchen an eine Kommilitonin. Diese nahm die milde Gabe dankend an, weil sie noch knappere Finanzen hatte, als ich.

Die weiteren Tage, Wochen und Monate hielt ich den Nichtraucherstatus durch. Bis heute eben. Wnn ich mir überlege, welche Beträge ich dadurch gespart habe und das meiner Gesundheit damit ein mehr als guter Dienst erwiesen wurde, darf ich retrospektiv dem HSV dafür danken, dass er mir die Lust am auchen verdorben hatte und mit seinem maroden Volksparkstadion, den zugigen Sitzplätzen auf eiskalten Holzpritschen die bereits abgeklungene Erkältung so richtig wieder aufgefrischt hatte.

Als ich kürzlich vor der Kasse stand und mir die Tabakpreise ansah, kamen jene Erinnerungen an die blauen Päckchen von " Drum ", die einst 1,75 DM kosteten, aus denen sich 50 Zigaretten drehen ließ und die zusammen mit den 40 Pfennig Zigarettenpapier, pro " Fluppe " mit 4,3 Pfennig zu Buche schlugen. Mensch, was waren das noch für paradisische Zustände für Raucher.

Mittwoch, 4. November 2009

Some kind of magic mushrooms - Teil III.



Inzwischen ist der Herbst 2009 auch in den vielen Wäldern, Feldern und Gärten angekommen. Die Bäume, Sträucher, Pflanzen verändern ihr Blattkleid, ihr Aussehen und ihre Größe. Was noch vor einigen Monaten in unterschiedlichem Grün mit farbigen Fruchtständen dem Menschen visuelle Freude bereitete, das verabschiedet sich langsam aber sicher in den bevorstehenden Winter, in die von der Natur so vorgesehene Ruhezeit. In der tristen Jahreszeit, dem Spätherbst und den Wintermonaten ohne Eis und Schnee, kommen denn im warmen Zimmer sitzend, dem ein oder anderen früh Geborenen diverse Erinnerungen an die eigne Kindheit und Jugendzeit wieder. An so manches Erlebnis, dass im Laufe der vielen Jahre schon fast in Vergessenheit zu geraten schien.

Da waren für mich, für uns, als Kinder der Provinz, dem sehr überschaubaren Lebenskreis zwischen Elternhaus, Schule und Freizeit, in einer ländlichen Umgebung,die Herbstmonate nur als Durchgangsstation für den sehnsüchtig erwarteten Winter. Einer Zeit eben, in der die Schlitten ab spätestens Mitte November heraus geholt werden durften, in der eine Schneeballschlacht immer die Regel, denn die Ausnahme war und innerhalb derer auch typische Erkältungen auf dem Tagesplan standen. Ob nun Schnupfen, Fieber, Husten, ob kalte Füße, eiskalte Hände und leicht vereistes Haar und der Mütze, das alles war der Winter. Oft machte er uns Freude, manchmal gab es aber auch Ärger, weil die Klamotten klatsch nass waren.

Vor diesen Winterfreuden lang aber eben der Herbst. Über viele Jahre der Schulzeit waren die mit ihm verbundenen Aufgaben, Arbeiten und Verpflichtungen nahezu identisch. Auf dem gepachteten Ackerland mussten wir mit helfen, die angepflanzten Gemüsesorten abzuernten, im Garten waren es die Beete, Sträucher, Obstbäume, die ihre Früchte bereit hielten, in der Schule musste buntes Laub, mussten Blätter auf die vorgegebenen DIN A 4 oder DIN A 3 - Zeichenblöcke aufgeklebt werden. Die künstlerische Ader spielte dabei nur eine sekundäre Rolle. Hauptsache der Stoff wurde abgearbeitet, der Lehrplan erfüllt, die SchülerInnen beschäftigt und mit notwendigem Wissen für den späteren Beruf versorgt.

Es waren dann sehr oft die Kleinigkeiten, die Nebensächlichkeiten, die Episoden, die im kindlichen Mikrokosmos, der allerdings längst stark reglementiert wurde, dann über viele Jahre in Erinnerung blieben. Wenn ab Oktober die Herbststürme über die Stoppelfelder wehten, im November die Nebelbänke zwischen der Schule an der Aue in Heeßen, dem Harrl in Bad ilsen und den Dörfern Ahnsen, Luhden und Schermbeck eine Sicht nicht über 20 m ermöglichten, wenn ab Mitte bis Ende November dann der auerfrost Einzug hielt, dann saßen wir manchmal in der Küche, in einem beheizten Schlafzimmer oder bei unseren Großeltern im Wohnzimmer und erzählten uns Schauergeschichten. Dabei hatten die Lügen nicht nur ganz kurze Beine, die Dichtkunst durfte nicht nur den großen Meistern von Goethe,Schiller bis Claudius gehören und das Aufgeschnappte erhielt mittels eigener Phantasie einen völlig anderen Sinn, nein, hiermit vertrieben wir uns auch die langweiligen Zeiträume, innerhalb derer bis zum 1. Advent, dem Nikolaustag und Heilig Abend für uns eben nichts geschah.

Ab Mitte der 60er vereinbarten die beiden deutschen Staaten für Rentner bestimmte Besuchs - und Reiseerleichterungen. Der " Dicke ", der einstige WiWu-Bundeskanzler Ludwig Erhardt, später dann sein Ex-NSDAP-Nachfolger Georg Kiesinger und der " Spitzbart " aus Ost-Berlin gestatteten den Rentnern in der DDR, auf Einladung versteht sich, einen Besuch in dem " goldenen " Westen.
Der Bruder und dessen Ehefrau aus Ellerfeld im Voigtland, aus Sachsen eben, waren dann für einige Wochen bei unseren Großeltern zu Besuch. Unsere Tante Martha und der Onkel Georg hatten zwar nicht sehr viel zum Verschenken mit gebracht, dafür zeigten sie sich sehr herzlich und entpuppten sich als phantastische Pilzkenner. So wanderten wir denn einige Male durch den Harrl und brachten dabei Körbe weise Pilze mit. Aus dieser Beute bereitete Onkel Georg dann nach heimischer Art eine exzellente Pilzpfanne vor.

Die Jahre danach ließen aus vielerlei Umständen - auch weil wir als Jugendliche andere Interessen verfolgten - den Kontakt abbrechen. Was allerdings blieb, war das latent vorhandene Wissen über Pilze und ihre Zubereitungsmöglichkeiten.

Als ich dann den all jährlichen herbstlichem Treiben mit herunter fallenden Blättern durch einen massiven Einsatz des Besens, der Kehrschaufel und eines großen Weidenkorbs paroli bieten wollte, geriten sie wieder in mein Blickfeld: die Fliegenpilze, die Amanita muscaria var. muscaria oder vulgär ausgedrückt: die Schwiegermutterpilze. Sie hatten sich inzwischen zu wahren Monstren entwickelt, deren Hut nun so platt, wie eine Nordseeflunder war und mindestens 20 cm Durchmesser aufwies. Immer noch ästhetisch im Wuchs und in der Gesamtheit einem Mini-Märchenwald entsprechend.

So, wie er sich auf dem bereits beschriebenen Inlet der " Peach " Doppel-LP und CD der Allman Brothers Band zeigt. Eine eigenartige Idee des Künstlers, der mir bis dato eher unbekannt war. Ich holte deshalb das Album aus
dem Plattenarchiv und las darauf: " Wonder Graphics " - " J. F. Holmes D. Powell ". Das waren wohl die geistigen Urheber jenes Phantasie-Kunstwerks, auf dem viele Menschen ähnliche Kreaturen, genau so viele Pilze und sonstigel Fabelwesen zu betrachten sind. Die Ära der Allman Brothers Band begann ja bereits mit den 60er. Den großen Erfolg hatten sie indes in den frühen 70er.

Deshalb nochmals zu den beiden legendären Auftritten in Billy Grahamś Fillmore East.
Das Fillmore hatte schon ungezählte Interpreten und Gruppen gesehen, quais von den Allman
Brothers, über Mountain bis hin zu Frank Zappa. Hendrix spielte dort, Led Zeppelin gab sich die Ehre, auch Jazzer, wie Dizzy Gillespie traten dort einst auf. Rund um gesagt: Fillmore East, aber auch Fillmore West, waren Teil einer kurz auf keimenden Subkultur, die dann einige Jahre danach von der Musikindustrie gnadenlos ausgequetscht, kommerzialisiert und mit gigantischen technischen Aufwand zu einer Gelddruckmaschine umfunktioniert wurde.

Wer sich als Musiker in die Fänge der bereits damals vorhandenen Spezies von skrupellosen Managern, Moneten geilen Plattenfirmen und im Schlepptau mit zeihenden Rechtsa
nwälten begab, der konnte darin umkommen. Janis Joplin, Jimi Henrix, Jim Morrison sind hierfür nur Beispiele.
Die dicke Kohle wurde indes nicht durch Live-Auftritte, durch Tourneen oder über Rundfunk - und Fernsehsendungen gemacht, sondern über diverse Tonträger. Damals waren Eintrittskarten zu den Konzerten der eroen des Rock & Pop - Busines noch erschwinglich. Das Fillmore East knöpfte den Besuchern ein paar Dollar ab.

Wer heute, also 40 Jahre später seine/n Liebling/e live erleben möchte zahlt locker 120 - 150 Dollar oder 80 bis 150 Euro für den Spaß, der längst keiner mehr ist.
Die Tonträgervermarktungsindustrie geht seit vielen Jahren der
mäßigen Umsatzzahlen immer mehr auf dem Zahnfleisch. Die neuen Medien und Kommunikationsmittel ermöglichen es eben innerhalb von wenigen Minuten seinen Musikgeschmack auch ohne teure industrielle Produkten zu befriedigen. Deshalb wird bei den Auftritten gnadenlos abgesahnt.

Jener irrsinnigen Entwicklung war es deshalb geschuldet, dass die beiden Fillmores dicht machen mussten. Nun, der gute Bill Graham konnte die heutigen Entwicklung nicht mehr erleben, er verunglückte 1991 bei einem Hubschrauberabsturz in den USA: Wolfgang Grajonca, so sein bürgerlicher Name, schrieb in des Musikgeschichte. Er bleibt unvergessen, weil er es für einen winzigen Zeitraum verstanden hatte, Weltstars für wenig Knete auftreten zu lassen.

Die Allman'schen Film
ore Konzerte durfte er jedoch noch lange genießen, so wie ich dank der beiden Doppelalben.

Die Band steigt mit dem " Statesboro blues " ein. Nach etwa 4 Minuten kündigt Gregg Allman das Stück " Done somebody wrong " an. Es ist ebenfalls " nur " vier Minuten lang. Ihm folgt ein Bluesklassiker, den ich bereits von anderen Interpreten um die Ohren gefetzt bekommen hatte und der sich häufiger auf Live-Alben wieder findet " Stormy monday blues ". Der Titel ist mit 8 Minuten 31 Sekunden das längste Stück auf der ersten LP-Seite.

Auf der Rückseite befindet sich das Stück " You don't love me " und stellt mit 19:06 zunächst den improvisationstechnischen Höhepunkt dar. Ein langes Gitarrensoli von Duane Allman, der in der Tat hier wie von einem anderen Stern spielt und ein nicht enden wollender Schluss geben dem Freund von XXXL-Titel mehr als nur einen Geschmack, auf das, was noch kommen wird.
Seite drei des Albums startet mit " Hot 'Lana ", einem ABB - Klassiker. Kurz und knackig nach 5: 10 Minuten ist der Titel durch.
" In memorry of Elizabeth Reed " stellt sich in einer Länge von " nur " 12:46 dar. Ebenfalls ein oft gespielter Song der Allmans.

Den Schluß bildet " Whipping post ". Ein in epischer Länge von 22:40 ausuferndes Stück,mit dem sämtliche Bandmitglieder ihre einstige Klasse aufzeigen. Duanes Gitarrenspiel - ein Ohrenschmaus.

Das " Peach " - Doppelalbum setzt sich aus zwei Komponenten zusammen.
Die Studioseite und die Stücke aus den " Fillmore " - Konzerten:

  1. "Ain't Wastin' Time No More" (Gregg Allman) – 3:40 (c)
  2. "Les Brers in A Minor" (Dickey Betts) – 9:03 (c)
  3. "Melissa" (Gregg Allman/Steve Alaimo) – 3:54 (c)
  4. "Mountain Jam" (Donovan Leitch/Duane Allman/Gregg Allman/Dickey Betts/Jai Johanny Johansen/Berry Oakley/Butch Trucks) – 33:38 (a)
  5. "One Way Out" (Marshall Sehorn/Elmore James) – 4:58 (b)
  6. "Trouble No More" (McKinley Morganfield) – 3:43 (a)
  7. "Stand Back" (Gregg Allman/Berry Oakley) – 3:24 (c)
  8. "Blue Sky" (Dickey Betts) – 5:09 (c)
  9. "Little Martha" (Duane Allman) – 2:07 (c)
(a)Recorded live at the Fillmore East, New York City, New York, March 12 & 13, 1971.
(b)Recorded live at the Fillmore East, New York City, New York, June 27, 1971.
(c)Recorded at Criteria Studios, Miami, Florida, September through De

In einer remastered Version kann der Allman Brothers Band - Hard-Core-Fan eine koplette CD mit sämtlichen " Fillmore " Titeln erhalten.


1. Statesboro Blues
2. Trouble No More
3. Don't Keep Me Wonderin'
4. Done Somebody Wrong
5. (They Call It) Stormy Monday
6. One Way Out
7. In Memory Of Elizabeth Reed
8. You Don't Love Me
9. Midnight Ride
Disk: 2
1. Hot 'Lanta
2. Whipping Post
3. Mountain Jam
4. Drunken Hearted Blues

Wie bereits erwähnt, bestand die Formation aus:

Die Gruppe galt als ein wahrer Live-Knüller, denn die Improvisationen des Duane Allman zusammen mit Dickey Betts waren wohl mit das Beste, was der Rock zu jener Zeit anzubieten hatte.

Tja, und dann waren eben diese Pilze: Wehe, wenn sie getrocknet wurden und in so mancher Pfeife ihren Abnehmer fanden. Nun, das ist sehr, sehr lange her. Inzwischen mokiert sicch der vernüftige rwachsene über jene Sauf - und Drogenexzesse unter den Jugendlichen. Immerhin ist eins geblieben: Jeder probiert sich aus. Und dieses Recht muss der Jugend eben zugestanden werden. Das knall harte Erwachsenenleben ist noch lang genug.
" Eat a peach " - lautet auch heute noch meine Lebensauffassung. 37 Jahre nach der Veröffentlichung jenes exzellenten Albums.

OPEL - Endlich ein Ende einer unendlichen Geschichte?


Die heutigen Frühnachrichten brachten es haargenau auf den Punkt: Die Adam pel GmbH wird nicht von GM an Magna verkauft. Basta! Stattdessen möchte der US - Konzern General Motors die Tochter in Rüsselsheim und mit ihren Niederlassungen in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern nun doch selbst abwickeln. Denn auf etwas anderes, als einen schleichenden Stellenabbau und sogar die Insolvenz wird es nicht hinaus laufen.

Was haben sich die einstigen Großkoalitonäre nicht so alles von dem Magna:Deal versprochen und dieses als hohle Versprechungen in die Medienwelt posaunt. Es plärrten einst wechselweise: Merkel, Steinmeier,Koch,Beck,Rüttgers, Althaus ( der jedoch eher weniger ) und sonstige vermeintliche Experten. Es gibt zunächst um den Erhalt der Standorte, dann um einen Teilabbau der noch vorhandenen Arbeitsplätze in einem sozial verträglichen Rahmen. Schließlich, nämlich kurz vor der Wahl, da ging es lediglich um Stimmen.

Ich wette, dass nicht wenige der jetzigen Opelaner CDU, also Merkel gewählt haben, damit sie ihren Arsch gerettet bekommen. Ein ebenso großer Teil der Belegschaft wird dann auch wohl " Fressewelle " ihre Zweitstimme übertragen haben. Damit beide Protagonisten es dann richtig richten. Malocher-Denken eben! Diese kürzsichtige Handlungsweise rächt sich nun. Was schon unter der Bush-Regierung längst beschlossene Sache war, wird nun bei Obama fort gesetzt. GM bleibt der Eigentümer bei Opel und zieht damit die Konsequenzen aus dem Jahrzehnte langen eigenen Versagen. Wenn schon kleine PKW bauen, dann bitte schön mit eigenen Mitteln.

Opel wird eventuell in abgespeckter Form weiter existieren, so lange es Detroit will. Opel wird auch weiterhin Gewinne transferieren, so lange es GM nicht schafft, selbst welche zu erwirtschaften. Opel bleibt aber auch ein Produzent von Fahrzeugen, die eigentlich niemand so richtig benötigt. Der Raubtier-Kapitalismus kennt hierfür seine eigenen Gesetze.

Bereits vor mehr als einem Jahr begann das Herumgeeiere um Finanzhilfen, Staatsbürgschaften und Lohnverzicht. Das gesamte Brimborium einer öffentlichen Diskussion des Für und Wider eines Eingreifens des Bundes in den auf Insolvenz hin steuernden Konzern wurde breit getreten. Es wurde palavert, verhandelt und nach außen hin gelogen. Jetzt dürfte endlich eine unendliche Horrorgeschichte eines nicht endlich existierenenden Autoherstellers besiegelt sein. Unter:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/opelchronologie100.html

gibts mehr zum Schmunzeln.

Des Michels liebster Gartenschmuck.

Der trübe Novemberanfang lässt einem eher Freiluftfan und Natur verbundenen Mitfünfziger leider keine Wahl: " Wenn Petrus grollt, nimm Rachengold! " und verziehe dich lieber in die warme Stube. Der Werbeslogan der 60er und 70er aus dem einst noch schwarz-weißen Kanal der ARD, dürfte heute noch seine Gültigkeit haben. Der 11. Monat des Jahres verläuft in der Regel - trotz oder gerade wegen der Klimaerwärmung - in kühlen, nassen Wetterschüben, verbunden mit Wind. Ab und zu gibt es auch die obligatorischen Nebelwarnungen, an die sich kaum ein Autorennfahrer auf den BABs hält und munter in irgendein Stauende hinein brettert.

Was schon nach Gründung des Konstrukts BRD von der aufkommenden, durch die Amis vorgegebenen, Reklame so alles an Schwachsinn medial verbreitet wurde, ließ so manchen Hobby-Poeten freie Bahn. Deshalb kalauerten wir zu Werbeslogan schon mal:

" Im Herbst und Winter ist ' s halt,
auf Feld und Wies'n nass und kalt.
Geht Dir vor Frost und Nässe Einer flöten,
nimm " Klosterfrau " für die Klöten! "

Nun, die Zeiten der flachen Werbesprüche sind zwar noch nicht vorbei. Trotzdem war die damalige Zeit des so genannten Wiederaufbaus schon recht eigenartig. Nicht nur, dass viele Alt-Faschisten wieder in Amt und Würden waren, die Industrie und der Handel, ja sogar die größten Teile der Wirtschaft, in der Hand derjenigen waren, die dem Trommler und Massenmörder aus Braunau am Inn einst als Steigbügelhalter dienten, nein, auch die westdeutsche Freizeitkultur veränderte sich kaum. Es wurde immer noch jenem typisch allemanischen Bräuchen gefrönt, die unter dem Oberbegriff " Gemütlichkeit " zu subsumieren sind.

Neben dem zunehmenden Hang zu exzessiven Fress - und Saufgelagen, der aufkommenden Reisewut verbunden mit Prahler - und Protzerei, spielte die Vereinsmeierei wieder eine tragende Rolle in der spießig - miefigen BRD-Gesellschaft. Als Auswuchs jenes normierten Verhaltens der sich freiwillig Unterjochenden, galt der Schreber - oder Kleingartenverein. Die zunehmenden Ansprüche an die eigene Lebensqualität fanden auch hier ihren Niederschlag. Wurde in den 50er und 60er Jahren noch - der puren Not gehorchend - in den meisten Parzellen Obst -, Gemüse - und Kräuterbeete angelegt, wurden im Herbst hieraus von Äpfeln bis Zuckerrüben so ziemlich alle verwertbaren Sorten geerntet und dann mittels Einwecktechniken für den bevor stehenden Winter und das Frühjahr konserviert, so begann ab den 70er ganz allmählich ein Umdenken.

Der Kleingarten und/oder der Garten mutierte zu einem Ausstellungterrain für Nippes, Kitsch und Käse in allen nur erdenklichen Variationen. Was die Geschmacksverwirrungen qua Nierentisch, Tütenlampe und Cocktailsessel vorgaben, konnte vom bundesdeutschen Spießer flugs auf sein inzwischen erworbenes Eigentum an Grund - und Boden und / oder dem gepachteten Stück im Kleingartenmileu umgesetzt werden. Es wurden alsbald Schmuckzäune gezogen, die Laube zu einem bewohnbaren Domizil verändert und die Zuwegung mittels Pflasterung befestigt. Der Bauboom kannte auch hier keine Grenzen.

Während sich die Wohnräume, insbesondere das Heiligtum der under-upper - bis upper-middleclass Protagonisten, das Wohnzimmer, sukzessive von der ersten Kitschwelle in Form von vergoldeten Teetischen aus Leichtmetall mit darauf aufgestellten Kitsch-Kunstfiguren, wie einem Laterne haltenden Plastikzwerg, einem Souvenier vom Rhein als Schneegestöber - Schüttel - Landschaft mit Haus in Hartplastikschale und flüssigem Inhalt oder oder einem Blattgold-Imitat - Set, bestehend aus Zigarren/ Zigarettenetui, Feuerzeug und Aschenbecher, ganz seicht verabschiedete, um neuen uniformen Wohnverunstaltungsgegenständen Platz zu machen, rüsteten die Schrebergärtner immer weiter auf.

Die Parzelle erhielt einen Zierteich nebst Mini-Springbrunnen, Wasser spuckenden Metallfrosch oder PVC-Storch, die Bepflanzungen wurden immer exotischer und die bewohnbare Laube war längst ein High-Tech-Kondomium. Es flackerten nicht nur in der Vorweihnachtszeit Lämpchen, Blinker und Birnen, es drehten sich nicht nur zum Herbst, bunte Rädchen und es prangten schon im Frühling unterschiedliche Plastikblumen auf den Fensterbrettern innerhalb und außerhalb des Ersatzheimes.

Eine besondere Art der geistig umnachteten Zurschaustellung des biederen Geschmacks stellt der Gartenzwerg dar. Jenes mystische Geschöpf, dass als Mutation zwischen Troll und Heinzelmännchen einzuordnen ist. Jene gesamtdeutsche Abart des visuell umgesetzten Wunsches, der in jedem Schrebergärtner latent vorhanden ist, die laut Satzung vorzunehmende kleingärtnerische Nutzung möge in Rat und Tat von einem anderen Wesen erledigt werden, das ihm dabei die ständig zur Seite stehende Ehefrau, deren Körpervolumen mit der Anzahl der Ehejahre sich vergrößert, endlich abspenstig machen. Der Gartenzwerg ist der Prototyp des verkitschten Daseins jener damals mehrheitlich konservativ bis reaktionär denkenden, oft auch handelnen Durchschnittsmichel. Er verkörpert jene Bodenständigkeit, die einst den Teutonen zwar in nahezu sämtliche Länder dieser Erde verschlug, die ihn aber spätestens nach 3 Wochen zurück zu Herd und Heim brachte.

So ranken sich aber nicht nur Mythen um jenes Fabelwesen, sondern ganze Industriezweige verdienten damals klotzig an der sofortigen Umsetzung der bierseligen Spießigkeit in Laube und Hütte. Es wurden wahre Brigaden, Armeen oder Kompanien gefertigt, verkauft und aufgestellt. Es gab ausgestellte Riesen und zwergenhaften Zwerge, es wurden rote Gartenzwerge mit schwarzer Zipfelmütze, blaue Zwerge mit grüner Mütze oder sogar Gamsbart tragende Unikums verkloppt. Je exotischer der Zwerg, desto biederer der Geschmack des ihn Aufstellenden. Zu den wesentlichen Errungenschaften der BRD-Leidenskultur gehört mit Sicherheit das Deutsche Gartenzwergmuseum im thüringischen Gräfenroda.

Hier kann der Fan klein-bürgerlichen Kultursinns sich so richtig nach Herzenslust satt sehen.

Die 80er, die Wiedervereinigungsjahre und die Nachmilleniumsdekade, die mit einem rapiden Interessenverlust der nachfolgenden Genrationen an jenem Biedermannsgenre einhergehen, macht aber auch vor der Haustür des Winter festen und subtropischen Temperaturen erprobten Relikt aus Holz, Steingut oder Plastik nicht halt. Das durch die globalisierende Kurzzeitkultur mit samt ihren Massenkommunikationsmitteln geprägte Umfeld, lässt den Gartenzwerg ganz sanft in die Dauerrente gehen. Er verabschiedet sich jedoch nicht mit einem großen Konzert, nicht mit einer Abschiedsparty oder einem Festbankett vom Grill, nein, er geht auf Wiedersehen sagen, in dem er den Ausdruck deutscher Tugenden, die einst mit Fleiss, Verlässlichkeit und Unterwürfigkeit zu charakterisieren waren, mittels des Deutschen Grußes dokumentiert.

Also: Heil Dir Deutschland, wache gut über Deine verrenteten Gartenzwerge und denke dabei an die Aufbaujahre, als ein Schlager-Schnulzenplärrrer namens Bill Ramsey undeutsch deutsch sang:


Dreißig Meter im Quadrat
Blumenkohl und Kopfsalat!
Wer so einen Garten hat
fühlt sich wohl in der Stadt!
Eine Braut ist auch schon da
und die Braut ist nett!
Ich wäre schon komplett
wenn ich das eine hätt'!

Adelheid
Adelheid
schenk' mir einen Gartenzwerg!
Adelheid
Adelheid
einen kleinen Gartenzwerg!
Adelheid
Adelheid
bitte tu ein gutes Werk

und schenk' mir für mein Rosenbeet einen kleinen Gartenzwerg
und schenk' mir für mein Rosenbeet einen kleinen Gartenzwerg!

Dreißig Meter im Quadrat
ja da sind wir ganz privat.
Wo die roten Rosen stehn
könnte ihn wohl jeder sehn

unsern kleinen Gartenzwerg! Wär' er doch schon hier!
Dies kleine Souvenir
das wünsch' ich mir von dir!

Adelheid ...

Dienstag, 3. November 2009

Ein blauer Montag noch vor dem Werkstor.




Der Montag ist ja bekanntlich der erste Tag der Woche. Für den gemeinen Mitarbeiter sowie auch für den Manager oder den Unternehmer, den Selbständigen oder den Freiberufler. Der Montag ist immer noch jeder Tag in der Woche, der deshalb vielen der Besagten so schwer fällt, weil das Wochenende davor zu mindestens für einen großen Teil der Bevölkerung zu Ende gegangen war. Trotzdem wälzen sich ab dem frühen Montagmorgen Kilometer lange Autokolonnen von Nord nach Süd, von Ost nach West oder umgekehrt. Eine weitere Arbeitswoche beginnt, damit am Ende des Monats das notwendige Geld zum Überleben in diesem Staat auf dem Konto ist. Manchmal wird es jedoch nicht überwiesen, weil der Arbeitgeber inzwischen pleite ist. Dieser Grund kommt seit vielen Jahren immer häufiger zum Tragen, wenn es plötzlich in den Nachrichten heißt: " Der Betrieb X, die Firma Y, der Hersteller von Z hat Insolvenz angemeldet ".

Eine besondere Art der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mussten die 188 Beschäftigten der Firma KS Kolbenschmidt Pierburg AG in dem Werk, der Niederlassung in Hamburg erfahren. Als sie am 02. 11. 2009 pünktlich zum Arbeitsbeginn durch das Werkstor schreiten wollten, wurde ihnen der Zugang, der Zutritt eben, durch herbei gerufenen Werkschutz einfach verwehrt. Das Erstaunen war so groß, dass die Mitarbeiter zunächst gar nicht wussten, wie ihnen geschah. Dann dämmerte es den Mitarbeitern langsam: Das Werk ist geschlossen worden.

Was bereits im Juni 2008 angedeutet wurde, was im Juli 2009 dann konkret wurde, dass zeigt sich nun im November 2009 konkret. Der Ableger des Konzerns KS Kolbenschmidt Pierburg AG, der zum Teil Zulieferer für Automobilteile ist, speckt ab. Bereits im Hauptwerk in Neckersulm wurden 500 Arbeitsplätze abgebaut. Das verlief allerdings regelkonform. Was nun in Hamburg abgelaufen ist, entspricht einen früh kapitalistischen Schurkenstück. Das Werk wurde quasi über Nacht dicht gemacht. Ohne Vorankündigung, ohne den Betriebsrat zu informieren, ohne Sozialplan.

Der Konzern beschäftigt weltweit 12.700 Mitarbeiter und brachte es in 2008 zu einem Gesamtumsatz von 2.05 Mrd. Euro. Es handelt sich somit um keine Klitsche, keinen Krauter, keine Kaschemme. Deshalb muss der Umgang mit den Beschäftigten in Hamburg doch schon sehr verwundern. Andererseits waren die Gepflogenheiten der Baden-Württemberger schon des öfteren sehr merkwürdig, wenn es darum geht, Arbeitnehmerrechte zu beachten. Ob nun Lidl oder Schlecker, die Umgehungsvarianten der Milliardäre sind vielseitig, was die Aushebelung von Arbeitnehmeransprüchen betrifft. Die Bewohner im Ländle zeigen dort meist eigenwillige Auffassung, so wie in übrigen Lebenbereichen auch.

Wenn ein Werk eigentlich über Nacht dicht gemacht wird, dann steht vielleicht sogar mehr dahinter, als es für einen Außenstehenden erkennbar ist.

Ein Jubiläum zum Lachen: Die ZDF-Hitparade feiert sich selbst und den 40. Jahrestag ihrer ersten Sendung. ( Teil II. )






Auf der zweiten Compact Disc des 6er - Sets " 40 Jahre - ZDF Hitparade " befindet sich als Lied Nummer 1, das Stück " Und dabei liebe ich euch beide " von Andrea Jürgens. In den 80er Jahren, der Hochzeit der AIDS-Hysterie, wäre ein solcher Titel sicherlich auf den Index der Kohl` schen Jugendschutzbeauftragten gelangt. Vielleicht hätte sich der einstige Bundesinnenminister " Old Schwurhand " Friedrich Zimmernann höchst persönlich eingeschaltet, weil er diesen Titel als Gefahr für Leib und Leben des bundesdeutschen Durchschnitts-Piefkes ausgemacht und sodann wegen subversiver Tätigkeit deren Verbreitung untersagt hätte. Neben ihm käme aber auch Dr. Heiner Geißler, der einstige Minister für Jugend, Familie und Gesundheit als Rächer der verletzten Grundwerte in dem Kabinett der Propagandisten einer geistig moralischen Erneuerung in Betracht. Es könnte dann flugs der damalige Bundesjustizminister ( who ? ) Hans A. Engelhard mit seinem ergrauten Mode-Vollbart gewesen sein, der ein Gesetz zum Verbot dieses Stückes zur Verabschiedung in den Bundestag hätte einbringen lassen können.
Nun,
alles Hätte, Wäre, Könnte, ist indes nur Schall und Rauch, wenn dieser Titel bereits seit 1978 auf die Westdeutschen qua Dauerberieselung in den öffentlich-rechtlichen Sendern Einzug gehalten hat. Ein nachträgliches Verbot würde unisono kaum mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel in Einklang zu bringen sein, denn die Zahl derer, die jenen Jürgen' schen Schlager kennt und für bare Münze nimmt, sinkt seit Jahren beständig, weil die Zahl der AIDS-Infizierten weltweit steigt.
Eine solche Hypothese muss Jürgens ind
es weder real zu befürchten gehabt haben, denn hatte sie auch Substanz, denn ihr gutes Stück besingt sie die Leiden eines Scheidungskindes: Auszug:
" Ich bin zu klein um das zu verstehen.
Doch ich würd' uns gern zusammen sehen.
Denn schließlich liebe ich euch beide.
Ich bin doch eurer beider Kind.
Warum nur könnt ihr nicht entscheiden,
daß wir bald wieder eine Familie sind. "


Die zucker süße Andrea Elisabeth Maria Jürgens ( nur der adlige Verteidigung
sminister im Merkel' schen Schreckenskabinett führt mehr Vornamen ) wurde als sehr spät Geborene am 15. des Wonnemonats Mai im Jahre 1967 auf die Menschheit los gelassen. Sie trällerte zunächst in der Wanne-Eickel' schen Provinz herum, ehe ihr dann 1978 der gute DTH eine Chance zum Singen gab. Es folgten noch einige Lieder mit nur sehr mäßigem Erfolg und sehr, sehr dürftigen Qualitätsmerkmalen, so u.a. auch: " Ich zeige dir mein Paradies ", " Ein Herz für Kinder " ( das sie als musikalisches Pendant zur Springer-" BLÖD "-Zeitungs--Kampagne " auf den Markt warf ) und " Mama Lorraine ", ehe sie mit Beginn der 90er auf verkaufstechnisch in den Untergrund abtaucht. Heute arbeitet sie im Schlagerbusiness und veröffentlichte 2008 ein Album.

Immerhin gab es auch in den ausklingenden 70er Jahren Ansätze, gesellschaftskritische Themen in die Schlager-Soße mit einzubinden. Wenn auch nur vereinzelnd.

Das zweite Stück stammt von Berhard Brink. Einem müden Ritter von trauriger Gestalt aus der dritten Liga der Schlagerinterpreten. Sein Stück " Liebe auf Zeit ", dass 1977 veröffentlicht wurde, reiht sich nahtlos in jene schmerzvollen Herzspitzendiskrepanzen-Titelgarde ein, die weniger durch inhaltliche Substanz aufhorchen ließen, sondern eher durch ihre beliebige Austauschbarkeit. Berndhard Brink wurde am ehesten mit dem Hyper-Begriff " Liebe " fertig, bevor er sich weiteren nichts sagenden Themen rund um den Alltag der verschmäht schmachtenden Frauen kümmerte. Er selbst kam aus der tiefsten emsländischen Provinz, aus Nordhorn, dass fast nur einen Steinwurf von der holländischen Grenze entfernt liegt und damit in Sichtweite zu jener Musikszene aus dem Holland der 70er liegt, die andere Akzente setzte, als das bundesdeutsche Schlager-Gewürge. Er wurde am 17. Mai 1951 geboren, versuchte sich sage und schreibe 16 Semester an der juristischen Fakultät in Berlin; doch fand er an der dortigen FU keine so rechte Einstellung zu der Jurisprudenz und und wurde hier zwangsexmatrikuliert - so etwas Fieses hat es bereits damals schon gegeben.
Dafür widmete er sich bereits den seichteren Gefilden, weit weg von Mord, Totschlag und Erregung öffentlichen Ärgernisses. Das waren indes seine bescheidenen Sangeskünste.
Mit inhaltsleeren Stücken, wie " Ich hör'ein Lied ", " Liebe kann man nicht verbieten ", " Ich bin noch zu haben " oder " Ich hab'gedacht, du liebst mich " schwadronierte er - mit eher bescheidenen Charterfolgen - in der Bundesmuttiś sterilem 3- Raum - Umfeld umher. B.B. versank dann in den 80er vollends im luftleeren Raum des Schlagergenres, bekam in den 90er erneut eine Chance als Moderator diverser Musiksendungen, deren Inhalte sich auf das Abspielen von deutsch-deutschen Quark mit Soße reduzieren lässt und setzte seinem ziel - sowie hirnlosen Schaffen mit dem Mitwirken in " Isch kandidiere " die vorläufige Flachsinnskrone auf. B.B. ist C-Promi auf Lebenszeit, dazu verurteilt, seinem nicht vorhandenem Talent dank systemimmanenter Verblödungstendenzen immer noch als Nischen-Steher im Medienzirkus frönen zu dürfen und ohne Arbeit dazu auch noch mehr als das Altersruhegeld zu verdienen.

Es folgt " Dschinghis Khan " mit dem Brüller " Dschinghis Khan " aus dem Jahre 1979. Einem wild-stampfenden, pseudo-asiatischen Kasaschok-Remix, der alsbald auf Platz 1
der deutschen Charts kletterte. Der Macher Ralph Siegel, besser bekannt als " Mr. Grand Prix ", hatte wieder einmal das richtige Händchen und kreierte eine Retorten-Band.

Zu Dschinghis Khan gehörten:

Nach dem Grand Prix-Auftritt 1979 folgte die nächste Tanzakrobatik-Nummer mit dem sinnhaften Titel " Genghis Khan ", ein naher Verwandter des einstiegen, blutrünstigen Tyrannen aus der tiefen Mongolei, der den Europäern das Fürchten lehrte. Noch im selben Jahr legte Siegel mit dem Disco-Stampfer " Moscow " einen Titel zum Zwecke des Rahmabschöpfens in den Zeiten des Punk-Rock-Gehämmeres nach. Der Erfolg gab ihm auch hier recht. Das Sextett verschwand jedoch sang und klanglos in den 80er im Nirvana der Bedeutungslosigkeit, weil sich NDW und New Wave längst auf dem immer defizieleren Musikmarkt durchsetzten. Dem Opa Siegel tat's indes keinen Abbruch, er klimmperte weiterhin auf dem Klavier neue Melodien für Millionen von einfältigen Unterhaltungssuchenden, deren Bestreben darin besteht, sich mit Heile-Welt-Gejabbel den Alltagsfrust vom Leib zu halten. Dass der Khan sank war wohl dem Umstand geschuldet, dass sich mit Leslie Mandoki ein Künstler in dem zusammen gewürfelten Haufen befand, der des flachsinnigen Gehämmeres einst überdrüssig wurde und seinen eigenen Stil fand und weiter entwickelte.
Er produ
zierte Ende der 90er mit namhaften Größen des Rockgenres exzellente Alben, die einen muskalischen Tiefgang verzeichneten, von dem Siegelś Khan Lichtjahre entfernt war. Vergessen wir deren musikalischen Wirken als einen Wimpernschlag im unendlichen Zeitgefüge.

Nun kommt ein vergreist - vereist - verschweißt sich selbst feiernder Roland Kaiser. Ein Irricht im Moor, es flackert empor, lösch aus des Lebenslichts Quell, dann siehst du, es wird um den Kaiser wieder sehr hell. Ein Interpret, dessen irrationales Wirken bereits in den 70er begann. Der Titel " Sieben Fässer Wein " stammt denn - folgerichtig - aus dem Jahr 1977. Damals kannte ihn nur eine verschwindende Minorität im BRD-Gesellschaftsklamauk namens deutschsprachige Musik. Immerhin gehört er zu den mit erfolgreichsten Interpreten der letzten 30 Jahre. Kaiser, eigentlich Roland Keiler, scharrte permanent hervorragende Musiker um sich, die jene mehr als bescheidenen Texte zumindest musikalisch aufpeppen. Jenseits seines Schaffens engagiert sich der Großverdiener in diversen sozialen Einrichtungen. Eine lobenswerte Kehrtwende, der ansonsten auf Moneten, Publicity und eitler Selbstdarstellung fixierten Berufskolleginnen - und kollegen.

Tja, dann kommt jene Nachtigall der bundesdeutschen Schlager-Vögel namens Marianne Rosenberg. Der untote Disco - Sauf - Party - Brecher " Er gehört zu mir " ist es zwar nicht , mit dem sie uns die Ohren voll stopfen möchte, sondern der aus dem Jahre
1976 stammende Titel " Lieder der Nacht ". Nun die gute Marianne hat es zuvor nicht sehr leicht in ihrem Leben gehabt. Als 3. von insgesamt 7 Kindern des einstigen Bundesvorsitzenden des Zentralrats der Sinti und Roma Otto Rosenberg begann sie im zarten Alter von 15 Jahren ihre Sangeskarriere. Ihr erster Titel war " Mr. Paul McCartney ", einer trällender Hommage an des Ex-Beatle. Mit ähnlich bescheidener Qualität geht es dann noch im selben Jahr mit " Wie weiß ich, dass es Liebe ist " weiter. ie legte dann ein Jahr später den eher Angst einflössender Song " Fremder Mann " nach. Obwohl ihre Lieder nie den großen Erfolg erzielen konnten, hatte sich die gute Marianne ab Mitte der 70er in die Schlagerherzen der Hausfrauen und VW-Bandarbeiter sowie Verkäuferinnen gesungen. Das Lied-Trio " Er gehört zu mir ", " Lieder der Nacht sowie " Marleen " brachten deshalb ordentlich Kohle in ihre Schlagerkasse. Ab den 80er verschrieb sie sich dann kurzzeitig der NDW und der Punk-Bewegung. Danach verblasste ihr Stern am matten Schlagerhimmel, ehe sie 1988 ein Re-Mix von " Er gehört.. " auflegte, dann ein solches 1994 von " Marleen " und 2004 von beiden Übertiteln.
Werś verkraften kann, dürfte sich auch das monotone Medley ihrer bis dato gezwitscherten Stücke auf CD anhören - im Vollrausch, auf " Malle ", im Juli bis August des Jahres 2010, weil: Untote leben ewig!

Unter Nummer 6 gibt sich wieder " Sir " Peter, der Alexander, der Große mit " Schwarzes Gold " die Ehre. Da über seine Person nun schon mehr als genug geschrieben wurde, so
llte der Text jenes Traktats aus dem Jahre 1979 etwas genauer unter die Lupe genommen werden. Suche, und Du wirst im WWW finden:

" Unter
den Nägeln noch Kohlenstaub
so kam er von der Arbeit nach Haus
müde und
von all dem Lärm fast taub
und so ging es tagein und tagaus.

Unten im Berg
da war immer Nacht

und er bracht dort die Kohle raus
doch wenn man fragte
warum er's macht
sah er stolz und auch glücklich aus -
und er sprach:


Schwarzes Gold
ist das Herz der Nacht
und solang es schlägt

wird die Welt sich dreh'n
wird es weitergeh'n.

Schwarzes Gold
ist wie E
delstein
der im Dunkel liegt
doch im Feuer glüht
und die Menschen wärmt.

Mit seinem Mädchen
da lebte er

in einem Reihenhaus dort im Revier.
Frühmor
gens ging er und kam erst spät.
doch die Nächte gehörten nur ihr

Manchmal da war ihre Sehnsucht groß

und sie hasste den Alltagstrott
wenn sie dann Weinte
dann sprach er bloß
wir sind die Kinder vom Kohlenpott
ich und du.


Schwarzes Gold
ist das Herz der Nacht
und solang es schlägt
wird die We
lt sich dreh'n
wird es weitergeh'n.

Schwarzes Gold
ist wie Edelstein

der im Dunkel liegt
doch im Feuer glüht
und die Menschen wärmt.

Schwarzes Gold
tief im Berg versteckt
und wer nach dir sucht
hat dich oft verflucht
denn d
ein Preis ist hoch.

Schwarzes Gold

Millionen alt
ist so kalt wie Eis

doch es brennt so heiß
wie der Sonnenschein.

Und jeden Morgen da zog er los
in die endlose Nacht unter Tag.
sie hat gewusst
die Gefahr ist groß
auch wenn er mit ihr nie davon sprach
und eines Tages stand die Zeche still

und er kam nicht mehr zu ihr heim.
Sie sagte sich
dass es Gott so will
und nur heimlich hat sie geweint
und dachte:

Schwarzes Gold

ist das Herz der Nacht
und solang es schlägt
wird die Welt sich dreh'n
wird es weitergeh'n.

Schwarze
s Gold
ist wie Edelstein
der im Dunkel liegt

doch im Feuer glüht
und die Menschen wärmt.

Schwarzes Gold
tief im Berg versteckt
und wer nach dir sucht

hat dich oft verflucht
denn dein Preis ist hoch.

Schwarzes Gold
Millionen alt

ist so kalt wie Eis
doch es brennt so heiß
wie der Sonnenschein. "

Amen! Oh, mei,der Peter ist ja so 'n zeitgerechter Sozialromantiker gewesen. " Eines Tages stand die Zeche stillt ". Wie wahr! Denn die Kohle brauchte niemand mehr, weil sie woanders billiger abgebaut oder das Öl ihr den Rang als Mittel der Versc
hwendungssucht abgelaufen hatte. Dieses Lied ist dennoch Balsam auf die geschundenen Seelen der " Pütt-Malocher " oder jener östlichen Pendanten zwischen Leipzig und der Lausitz, wo Monster die Erde aufwühlten ( oder besser: noch wühlen ) und die Bewohner der Örtchen ihre Hab und Gut verlieren, weil sie enteignet werden. Einst war es der Manchester-Kapitalismus, der die Menschen zu Sklaven der industriellen Revolution machte, dann folgte die Kohle, Stahl und Eisen - Ära, heute ist es die Globalisierung. Ofen aus, Franz und Arthur gehen nach Haus - Klappe zu, Affe tot oder in China wieder aufgebaut.
Sicherlich wird der große Peter es mit seinem Zeigefinger-Lied so nicht gemeint haben. Schicksal, Kohle, traue Gott nur, wenn Du ihn siehst!

Es folgt unsere gute Juliane, die Werding mit " Mann muss das Leben eben nehmen, wie es ist. " Basta! Sicher, s
icher, nehmen wir es auf die Schulter, knebeln einen dicken Tampen darum und versenken es in die Nord - oder Ostsee. Julia ist eine echte Philosophien, auch wenn sie das Fach nie studiert hat. Ihre Plattitüde macht einem auch nach 33 Jahren so richtigen Angst, gibt aber dem Ängstlichen wiederum Mut. Hilfe zur Selbsthilfe sind die biederen Liedchen der Süßen von damals auch heute nicht. Im Jahre 1976, dem Jahr, als die RAF noch ihr Unwesen trieb, gabś schon schlimmere Empfehlungen, als jene von der guten Juliane. Aus meinen studentischen Anfangsjahren kann ich sie zwar nicht allesamt wieder hervor bringen, aber Sprüche, wie: " Geh'doch nach drüben, wennś dir hier nicht passt! ", " Du siehst das viel zu intellektuell, du solltest dir mal die Haare schneiden!" und " Ihr Ratten und Schmeißfliegen seit die fünfte Kolonne von Goebbels. Ihr seit die Kinder, die Nachfolger, die Hilfstruppen von Stalin!", waren so selten nicht. Nun ja, ich habś überlebt, so wie jenen Schlagermüll aus den Zeiten zwischen " Berufsverbot, Gesinnungsschnüffelei und Observationen durch den Verfassungsschutz ".

Es folgt der Tattergreis " Howie " Howard Carpendale. Sein " Ti ámo " bedeutet aus dem Italienischen übersetzt, so viel wie: " Ich liebe Dich" Das muss per se nichts verwerfliches sein. Das Original, gesungen von dem Dröhn-Tenor Umberto Tozzi, ist ind
es um Lichtjahre besser, als jener Muckefuck-Ersatz unseres " Howie " aus dem Jahre 1977. Das die BRD-Schlagerszene beim abkupfern von internationalen Hits auch die blumigen Umschreibung des Herzens oder die einstigen Papagallo-Tänze der italienischen Jungmänner, als ein Teil des Begattungsrituals, nicht verschmähten, wird bei der Eins zu Eins - Situation in der Gegenüberstellung schwulstiger Gefühlsanwandelungen in den beiden Sprachen deutlich:

Ti amo'! = Ich liebe Dich!

Die 9. Lachnummer stammt von einer der schillerndsten Figuren im deutsche Show - und Schlager-Gemüsegarten: Gunter Gabriel eigentlich Günther Caspelherr . Seine gefährl
iche Aufforderung: " Komm'unter meine Decke " hat er im Jahre 1975 zum Besten gegeben. Der Text möchte den Sieg eines finanziell eher Gescheiterten,dafür aber verwegenen Liebhaber suggerieren, der den nach Sinn in ihrem eigenen Leben, aber ziellos agierenden jungen Damen, statt des dicken Geldbeutels, einen guten Liebhaber verspricht. Wer's glaubt! Der inzwischen jenseits der 100 Kilogramm daher kommende G.G. ist am 11. Juni 1942 in Bünde Westfalen geboren und veröffentlichte 1973 sein erstes Album. Sein Hang zur Country Music und zu dem großen Vorbild Johnny Cash legten ihm - trotz des bescheidenen Talents - im Verlaufe der Jahrzehnte ungezählte Fans zu Füßen. Sein Gassenhauer " Hey Boss, ich brauch 'mehr Geld " aus dem Jahre 1974 wurde zur Malocher-Hymne der Strebsamen aus den 70ern. Gabriel selbst bekam für seine folgenden Alben nicht nur Lob, einen hohen Bekanntheitsgrad sondern auch sehr viel Deutschmark, die er allerdings in den vielen Lebensjahren verprasste und verzockte. In den 80er kam der rapide persönliche und wirtschaftliche Abstieg. Seine vier Ehen, aus denen er vier Kinder hervor brachte, scheiterten; wohl auch deshalb, weil der dicke G.G. ständig soff. Er begab sich in den ersten Jahren des neuen Jahrtausend in eine Alkoholentzugstherapie. Sein künstlerischen Schaffen bleib nach dem Abstieg in den 80er überschaubar.
G.G. ist sicherlich mit seinem Country-Sing-Sang nicht der schlechte
sten Einer, dennoch der bescheidene Ruhm und das damit leicht verdiente Geld schien ihm den Kopf vernebelt zu haben.

Der Titel 10 heißt " Blue Bayou " und wird von einer Lerche namens Paola gezwitschert. Die Interpretin wurde als Paola del - Mendico am 05, Oktober 1950 in St. Gallen / Schweiz geboren und versuchte sich ab 1969 im Schlagersumpf zu behaupten. Mit dem Stück von Roy Orbinson " Blue Bayou " gelang ihr 1978 ein relativer Erfolg. Leider trifft auch hier die Feststellung zu, dass das Orginal um Welten besser ist, als die eingedeutschte Coverversion, auch wenn sie von einer gebürtigen Schweizerin geträllert wird. Paola ehelichtet später den Schweizer Fernsehmoderator Kurt Felix mit dem sie danach die Nonsens-Sendung " Verstehen Sie Spaß " den bundesdeutschen Mattscheiben-Fetischismus um die Augen rieb und dort ob ihre geringen Sangesqualitäten des öfteren auch mit eigenen Lieder um deren Ohren pfeifen ließ. Biederer Text und schmalzige Arrangements halfen ihr dennoch, dank der öffentlich rechtlichen Rundfunk - und Fernsehanstalten sich bis heute finanziell zu sanieren. Die Gegenleistungen bleiben unisono unter dem Rechtskonstitut " Schlechterfüllung " zu subsumieren.

Die Schna
pszahl 11 nimmt erneut der Tony, der Marshall, mit " Auf der Straße nach Süden " ein. " Schnaps, das war sein letztes Wort, dann trugen ihn die Englein fort! ", könnte auf hier zutreffen; wobei das Wort " Englein " mit Anstaltsmännlein zu ersetzen wäre. Tony ist der Prototyp des BRD-Wuchtbrummer-Sangesakrobaten. iner inzwischen längst ausgestorbenen Spezies, deren großer Verdienst es damals war, die trübe, triste Malocher -und Verwaltungswelt ein wenig aufzuhellen. Aus dem Fernsehen wurde nicht nur ein Desinformationsmedium, aus dem einstigen Radio nicht nur ein formatierter Dudelfunk, nein, aus den Protagonisten der Unterhaltung vom tiefen Tal der Trostlosigkeit, konnte der Farb-TV-Quantensprung plötzlich eine knallig-bunte Heerschar von jährlich auftauchenden Fratzen und Bleichgesichtern machen, in dessen Mitte ein kosmopolitischer Touch a ĺa Roberto Blanco, Mirelle Mathieu oder auch eben Tony Marshall zumindest optisch als Bereicherung anzusehen war. Marshall " Wyatt Earps " Titel " Auf der Straße nach Süden " ist die deutsche Adaption des Welthits " Looking for freedom ", der 1978 durch den Schauspieler und Sänger David Hasselhoff besungen wurde. Immerhin gibt es zwischen dem Original in textlicher Hinsicht kaum gravierende Differenzen: Schön schmalzig eben!

Das grausige
Dutzend machen die " Gebrüder Blattschuß " mit ihrem Gassenfeger " Kreuzberger Nächte " voll. Die Berliner, einst vom BRD-Leib abgenabelt und nur durch die zerfurchten Autobahnen oder per alliierter Rosinenbomber-Geschwader über den Luftweg zu erreichen ( die DB und ihr sozialistischer Pendant, die DDR Reichsbahn waren bereits damals unbezahlbar ),hielten sich immer schon für etwas Besonderes. Deshalb lebten die Berliner über viele Jahre in einer Art von Kondomium, womit die stadteigene Musikszene entsprechende Blüten trieb. Die Formation " Gebrüder Blatschuß " gründete sich 1976. Ihr gehörten einst: Beppo Pohlmann, Jürgen von der Lippe, Harald Gribkowsky, Harald Wolff, Hans Marquardt und Hans Werner Olm an. Immerhin sind einige aus dem Blödel-Sextett heute noch aktiv. Der Meister des Vorläufers der heutigen Comedy-Schwachsinnssendungen, Jürgen von der Lippe, spukte ab den 70er bis 90er in diversen Nischen des öffentlich rechtlichen Proporzfunks herum. Sein Leib - und Magensender war über viele Jahre der WDR, ehe er sich - für wesntlich mehr Knete versteht sich von selbst - von den Privaten abwerben ließ. Auch die weiteren Ex-Blattschüsse haben sich dem Spaß an den Verdummungswitzen nicht mehr nehmen lassen und geistern bisweilen in einigen Randsendungen herum. Die " Kreuzberger Nächte " bleiben 1978 ein Thekenbrüller, der nach dem Genuß einiger " Jägermeister " und doppelt so vieler Bier zu einem, leichten Tinitus erzeugenden Lied aus den quäkenden Lautsprecher so mancher Eck - und Stehkneipe wurde. Immerhin hat das Lied textlich mehr zu bieten, als die schmalzigen Standardreime der Schlagervermüllungsanlagen außerhalb Berlins. Im Jahre 1979 nahm sich der grand signeur Siegel der Gruppe an und kritzelte einen Nonsenssong aufś Papier, mit denen die " Gebrüder B. " allerdings Schiffbruch erlitten; sie belegten den letzten von 12 Plätze in der GPdEdlS - oder so ähnlich. Im Jahr 1980 gabś dann noch den Quark mit Soße - Song " Früh-Stück ". Na, denn, frühstücken wir mal, allerings nicht bei Tiffany, sondern im wilden Kreuzberg der 70er Jahre.

Die Formation zerstob in den 80er in alle musikalischen Untiefen des Nonsens . Das heutige Duo tritt unregelmäßig in einigen Blödelsen
dungen auf.




Der 13. Song wird von einem Interpreten namens " Bruce Low " gesungen. " Die Legende von Babylon " ist sicherlich nicht sein bekanntester Titel. Der auf Texas-Ranger und Bush-Cowboy. Sein Outfit ließ schon damals erahnen, dass hier ein verquasteter Contry & Western - Fetischist seine Kaugummi-Balladen zum Besten geben will. Der Titel " Die Legende von Babylon " wurde 1978 veröffentlicht, da war der gute Bruce, der 1913 als Sohn eine Calvinisten - Prediger in Paramaribo / Suriname geborene Niederländer, der dort unter dem eigentlichen Namen Ernst Gottfried Bielke aufwuchs, bereits zarte 65 Jahre alt und reif für den Ruhestand. Bruce Low widmete sich schon sehr früh der Musik.Später sorgte er bei Auftritten im ÖR-TV für den pseudo-amerikanischen Kitsch - ouch, wenn er mit seinem Stenson ", die Gitarre in der Hand und einige gleichgesinnte Musiker im Rücken, seine klischee-haften Stücke von Marboro, Lagerfeuer und weitem Land herunter dudelte. Die Zeiten , in denen der " big brother ", der gute " Onkel Sam " jenseits des Großen Teichs mit der Hillibily-Festtagsnummer große Massen hinter dem Pantoffelkino hervor holen und in die Hallen bringen konnte, waren längst passe'.
Low verstarb 1990 in München, nicht etwa in Texas seiner erträumten Wahlheimat.


Das nächste Stück " Lucille " wird von dem Verblödungssendungsdauergast Michael Holm gesungen. Im Orginal ist es einer der ungezählten Titel, die aus den USA kommend , dort von Kenny Rogers ( früher noch mit seiner Band " First Edition " zusammen spielend ) ebenfalls adaptiert, die heimatsprachlichen Hitparaden bevölkerten. Wenn der Interpret Rogers schon schmalzig singt, dann hört sich das eingedeutschte Plaggiat noch wesentlich grauenvoller an. So ist es auch im Holmś Versuch, bei einem solchen geblieben. Schlagermusik auf dem Level einer geöffneten Dose " big beans ", die zusammen gerührt mit Schinken, Speck und einer Mehlpampe, jene Melange ergibt, die als Grundlage jenes Furz-Intermezzos genommen werden kann, dass dem Gesinge der amerikanischen Heimatlieder entspricht. Nur zum Ausstellen geeignet.

Weitergeht es im gleichen Qualitätsstandard mit Johnny Hill. Ein weiterer Pseudo-Texaner, dessen Stenson jedoch noch nicht so vergiltb ist, wie der vom längst verblichenen Bruce Low. Der verkappte Johnny, als Ferry Gillning in Graz, Österreich, am 27. 07. 1940 geboren, gehörte zunächst zu den austauschbaren C & W - Immitatoren, deren bescheidene
Sangeskünste sie allenfalls in Massen-Verdummungssendungen der - einst das Alleinverblödungsrecht für sich reklamierenden - öffentlich rechtlichen Anstalten zu bestaunen waren. Ob nun Lou van Burg mit seinem " Goldenen Schu(ieß ", der gute Peter Frankenfeld mit ( Verg(p)iß mein nicht " oder der Harribo-Quasselkopp - Vorgänger der Gottschalk'schen Verarsche " Wetten..daß ( Quatsch ), der Frank Elstner, hier waren sie zu sehen und leider auch zu hören. Hill gehörte in der Tat zu den dort Eingeladenen und gab mit seinen Nonsens-Lieder den richtigen Stimmungsmacher ab. Das hier eingespielte Stück " Ruf Teddybär ein - vier " handelt von einem Trucker - Truck Stop lässt herzlich grüßen - der nach 8 Stunden Dauerfahrt auf der Autobahn zufällig auf seinem CB-Funkgerät die Stimme eines Jungen hört, der als Rollstuhlfahrer jeden Tag vor dem Funkkasten verbringt. Na, als der Schmerz-Leid-Titel 1979 veröffentlicht wurde, fanden die LKW-Fahrer immerhin noch einen Parkplatz, um die Ruhezeiten einzuhalten und mörderische Staus von 50 Km Länge waren nur in den Ferienzeiten zu befürchten. Hillś Lied brachte ihn später nicht davon ab, zu jeder Volksmusikantensendung aufzuspielen, denn neben dem erfolglosen C & W - Adaptionen versuchte er sich auch mit Seemanns - und Heimatlieder. Qualität kommt hier wohl nicht von Quälen, denn sonst würden solche Quadratschwachköpfe kein Geld mit Schund verdienen können.

Die Nummer 16 verheisst nichts Gutes, außer der CD-Hörer stellt flugs den Fol
getitel ein. Es gibt sich Cosat Cordalis die Ehre und..., ich hätte es unsiono erahnt, er plärrt von seiner " Anita ". Cordalis wurde am 01. 05. 1944 in Elantia / Griechenland geboren, spielte bereits mit 6 Jahren Gitarre und kam als 16 Jähriger nach Frankfurt, wo er Konstantinos, zunächst - brav, brav, der Junge - beim Goethe-Institut die deutsche Sprache lernte. Später versuchte er sich in dem Beruf als Schlagersänger, nachdem er zuvor mit seinem erreichten Abi ein Philosophiestudium begonnen hatte. Die Griechen sind sicherlich musikalisch begabter, als der Teutone, dennoch kann ein blendendes Aussaehen nicht darüber hinweg täuschen, dass ein begrenztes Talent nicht automatisch die drei Mś ( Moneten, Mädchen,Musik ) in das Leben spült. So quälte sich Herr " Anita Cordalis in diversen Fernsehunterhaltungsshows durch, um irgendwann bei dem Oberverblödungsformat " Ich bin ein Star, holt mich hier raus " ( dem Dschungel-Camp ) zu verrecken. Immerhin zeigte er eine soziale Ader und spendete sein Honorar von " lumpigen " 28.000,-- € einem Kinderheim. Die gute " Anita " trällerte er bereits im Jahre 1976 mit wachsender Begeisterung über 3 Monate in den Hitparaden der BRD. Ein grausamer Gassenhauer ohne Reset-Taste, denn er konnte diesen Erfolg nicht wiederholen. Dafür hat er mit seiner Familienplanung gesorgt, dass sein Name auch noch im Jahre 2025 Schnulzen im ÖR und Buntfernsehen verbreitet. Schlimm!

Es folgt wieder das Retortenprodukt " Dschinghis Khan ", das dieses Mal mit " Moskau " aufwartet. Wie schon geschrieben, der Kasaschok war damals, nämlich im Jahre 1979 durchaus populär, auch wenn der Westen die Aufrüstung mittels Pershing zur Friedenssicherung gegen die bö
sen Mächte jenseits des Eisernen Vorhangs favorisierte. Immerhin dürfte der durchaus peppige, melodiöse Renner so manchen " Sowjeets " - Hasser und " Linken " - Fresser dazu bewogen haben, ihn zu erwerben und auch abzuspielen, anderenfalls waäre das Lied nicht in der Hitparde vertreten gewesen.

Schlag, auf Schlagersahne fo
lgen auf 18 der Roland Kaiser, 19 der Tony Marshall und 20 der Peter " der Große " Alexander mit: " Schach matt ", " Bora Bora " und " Feierabend ".
Des Kaisers neues Kleid heisst sinniger Weise " Schach matt " und lässt sich aus dem Jahre 1979 allerdings nur unter " ferner liefen " finden. Mit Platz 32 und 11 Wochen Börsen notierte, konnte er hiermit keine Krone erringen. Nun, der Text lädt auch nicht unbedingt zum Mitsingen ein: Er verlor ein Spiel durch eine raben-schwarzhaarige Frau, die ihn matts setzte und später wohl ermatten ließ. Werś mag?
Der Titel " Bora Bora " vom Plärrer Tony stammt aus dem Jahre 1978. Da Tony nebst Familie ständig klamm war, musste er zunächst diese Volksverdummungstitel trällern. Der jetzige Opernsänger und Theaterakteur besang damals jene Insel im Süd-Pazifik, die zu den Gesellschaftsinseln gehört und auf der die USA einst einen Stützpunkt unterhielten, von dem aus sie gegen Japan Krieg führten. Tony wurde deshalb zu ihrem Ehrenbürger ernannt. Auch wenn das Stück eher nur mässig erfolgreich war.
Wieder der Alexander zum Schluß dieser CD, noch seine Vorsänger, machen den Silberling zu einem qualitativ hochwertigen Zeitzeugen der bundesdeutschen Schlagerhistorie, dazu sind viel zu viele Nieten, Nullen und Narren auf der CD vertreten. Immerhin erlöst der Wiener mit seinem Charme und dem noch besseren Schmäh, den Gemarterten, in dem er einfach fest stellt " Feierabend ". Leider galt das nicht für >DTH <, der über das Jahr 1977 hinaus, den ZDF-Schmarrn " Hitparade " noch weiter durch seine Selbstdarstellerorgien und seinem Endlos-Dampfplaudereien nerven konnte.



Donnerstag, 29. Oktober 2009

Geschmacksverstärker, Geschmacksverwerter, Geschmacksverwirrer - Wie die Lebensmittelindustrie aus " Schiete " viel Geld macht.


Nur das hamburger Nachrichtenmagazin zählt in großen Ansätzen zu den Häusern, aus denen investigativer Journalismus noch eine echte Chance erhält.
Sicherlich hat der " SPIEGEL " oder " DER SPIEGEL " oder aber nur " SPIEGEL " seit seiner Gründung schon bessere Tage, Wochen, Jahre erlebt. Die großen Enthüllungen, wie die Bestechungsaffäre im Bundestag in den 50er, die " Spiegel "-Affäre in den 60er oder der Fall " Traube " in den 7oer gehörten neben der " Flick-Kohl-Spendenskandal "-Story zu den Highlight des journalistischen Wirkens des Magazins.
Es lohnt sich auch heute noch, die wöchentliche Ausgabe zu lesen, denn so manche kleinere oder größere " Schweinereien " werden mit ihr veröffentlicht. Wenn eine Istitution der Vierten Gewalt geballte Kompetenz hat, dann das hamburger Haus.

Nach so viel Lobhudelei, kommt ein weniger appetitliches Themas: das Nahrungsmittelgeschäft zur Sprache.

Ein Artikel über die illusionäre Welt der Produzenten von Apfelsinenextrakt bis Zitronensurrogaten brachte mich schon früh morgens ins Grübeln. Was so an Chemie, Giftstoffen und Vitaminersatzstoffen in den Produkten der zum Bersten befüllten Verkaufsstände jeder Filiale eines der Discountgiganten versteckt, vermag der treu - konsumierende Industriebürger wohl kaum zu erahnen. Die Herstellermafia hat indes längst den richtigen Dreh gefunden, um dem einkaufenden Durchschnittsmichel in der BRD für verschwindend geringe Kosten, einen gesalzenen Preis abzuverlangen.

Der desinformierte Regalvorbeigeher oder Auslagengrapscher wird schon kurz vor dem Betreten des vermeintlichen Billigheimer-Tempels von den angebotenen Waren erschlagen. Nach dem marketing mäßigen Slogan: " Wer die Wahl hat, hat die Qual! " stürzen jene ungezählten Lebensmittelartikel wie ein Tsunami auf den her gelockten potentiellen Kunden ein. Die Spannbreite reicht von Äpfeln aus Israel bis Zimt aus Indien, von Ananas aus Venezuela bis Zanderfilet aus Grönland oder von Artischocken aus Ägypten bis Zungenragout aus Gardelegen in der Altmark. Der Globalisierungsfaktor spielt auch hier eine tragende Rolle. Was noch vor weniger als drei Jahrzehnten nur in den perma bereisten Urlaubsländern, wie Österreich, Italien, Spanien, Griechenland, Jugoslwien oder Frankreich auf den Esstisch des Restaurants, der Eckkneipe oder des Appartements kam, gilt heute längst zum üblichen Küchenreportoire.
Die Eß - und Kochgewohnheiten haben sich eben verändert. Ebenso der Geschmack der Gaumenfreunde.

Auf jenen individuellen Geschmack setzt aber auch die Lebensmittelindustrie. Sie gibt jährlich viele Milliarden Euro dafür aus, damit dem möglichen Kunden, dem Konsumenten und später dem Esser eine Vielfalt von Geschmacksrichtungen suggeriert werden kann, die ihn schließlich davon überzeugen soll, das gekaufte Produkt erneut zu erwerben.
" Ich kaufe, also bin ich. ", formulierte es einst Pascal Bruckner, jener Philosoph, Literat und Gesellschaftskritiker, der in Anlehnung an die Theorien des Nationalökonomen und Philosophen Karl Marx jene Globalisierungskritik vertritt, die seit einigen Jahren wieder populär geworden ist.

Dass dieser Kaufrausch aber auch mit erheblichen Nachteilen verbunden ist, zeigt nun jener " SPIEGEL " - Artikel auf. Hierin werden die mannigfachen Geschmacksillusionen kritisch unter die Lupe genommen, denen ein naiver, weil nicht informierter, Kunde tagtäglich aufgesessen ist, wenn er den Einkaufswagen im Supermarkt um die Ecke gefüllt hat.
Der Autor zeigt deutlich auf, welch schmaler Grat zwischen einem echten und einem manipulierten Stück Leberkäse, einem echten und einem Stück Ersatzkäse oder einer eigen gekochten und einer Dosensuppe besteht.
mittels Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel und Surrogaten, wir eine chemisch einwandfreie Ware hergestellt, die zu niedrigen Verkaufspreisen angeboten, dennoch exorbitanten Profit erbringt.
Die Lebensmittelmonopolisten, wie Nestle'geben deshalb so viel Geld für die Lebensmittelchemie, deren Forschung und Erfoschung sowie die Vermarktung jener Designerprodukte aus, weil sei hieraus eben ein wesntlich größen Betrag als Gewinn erzielen können. Viel bringt eben auch Viel, so müsste die Devise dabei lauten.

Es gibt für den eher kritischen Konsumenten dennoch einige Möglichkeiten, die industriellen Panschprodukte nicht im eigenen Magen gelangen zu lassen: Wer bewusster einkauft, wer nicht jeden Chemiemüll konsumiert und wer nicht nur auf den Preis sieht, der lebt zwar nicht ad iinfinitum, wird sein irdisches Dasein in der globalisierten Industriegesellschaft eher gesünder fristen dürfen, als der Trendsetter, der Wellenreiter und Chemeifetischist, der die Billig-Pizza zwecks Stillen des Hungers in den günstige Mini - Backofen schiebt, dazu noch einen Danone - Fruchtjoghurt verzehrt und hiernach einige Biere sowie Zigaretten verbraucht.

Über Geschmack lässt sich im Fall des " SPIEGEL " - Berichts dann eben nicht mehr streiten.