Der Feigenkaktus lebt


 


Als wir im April 2019 von Dresden nach Eching bei München umzogen, war in dem Unzugsgut auch ein Feigenkaktus. Der stand bis zum Dezember 2025 auf dem Balkon des 2. Stocks,  Dort entwickelte er sogar einige Male Blüten. Die im Sommer gelb leuchteten. Dann traf ihn der Frost. Ich hatte vergessen, das imposante Gewächs luftdicht einzupacken, weil ich mir den mühsame Transport in das Zimmer ersparen wollte.

Der Feigenkaktus zeigte sich einige Tage wie in Wachs gegossen, ehe seine einzelnen Triebabschnitte fielen danach ab, ehe der Hautstamm in sich zusammensackte. Das war´s. Er hatte sein Leben ausgehaucht. Das dachte ich, als ich die Monate später vertrockneten Teile aus dem Kübel entfernte.

Doch unter der braunen Masse lag tatsächlich noch ein kleiner grüner Kaktusrest. Ich klaubte diesen vorsichtig mit den Handschuhen heraus und legte ihn später in ein Wasserglas. Und? Ja, es geschah das biologische Wunder. Aus Trieb wuchsen feine, helle Wurzeln hervor.

Vor einigen Tagen pflanzte ich den übrig gebliebenen Kaktusrest in einen Topf mit Erde. Beim Betrachten des Setzlings erkannte ich, dass dieser größer geworden war. Bis dieser vielleicht jene mehr als 1 1/2 Meter Höhe erreicht, gehen viele Jahre ins Land. 

Doch, der Feigenkaktus lebt! 




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