Die rasenden Wohnmobile
Ab Ostern bis Pfingsten sowie von Mai bis Oktober sind sie in Massen unterwegs, die Halter der rollenden Wohnzimmer. Die so genannte weiße Flotte beabsichtigt in jenen Zeiträumen selbst den entlegensten Europa - vielfach auch darüber hinaus - unsicher zu machen. Wenn in den Hauptferienmonaten Juli und August sich zudem noch Millionen PKW - Fahrer mit Gepäck bis auf das Dach dazu gesellen, wird es nicht nur oft sehr eng auf den vielen Straßen sowie Autobahnen, sondern darüber hinaus unfallträchtig.
Das gilt vor allem dann, wenn zu den Blechlawinen, die sich gen Süden, Norden, Osten oder Westen wälzen, Hunderte von Baustellen eine freie Fahrt für freie Bürger zu einem Stau ohne Ende werden lassen.
Häufig kracht es dabei mehrfach auf ein und derselben Strecke, weil Fahrer für einen kurzen Moment unachtsam waren.
So auch am gestrigen Samstagabend als auf der BAB 9 in Richtung Berlin zwischen den Anschlussstellen Rudolphstein und Bad Lobenstein ein Wohnmobil beinahe ungebremst in ein Stauende raste und bei der anschließenden Kollision neun Fahrzeuge ineinander gepresst wurden. Das Fazit dieser Dummheit war verheerend: 34 Verletzte Personen oder Kinder, ein geschätzter Sachschaden von 350.000 Euro und eine erneute fünfeinhalb stündige Vollsperrung der Autobahn. Über die Google KI ist dieses zu erfahren:
" Unfallhergang auf der A9
- Ort: Zwischen den Ausfahrten Rudolphstein und Bad Lobenstein in Fahrtrichtung Berlin.
- Ursache: Der Wohnmobil-Fahrer übersah das Ende eines durch einen früheren Unfall (umgekippter Pferdeanhänger) verursachten Staus.
- Folgen: Neun beschädigte Fahrzeuge, darunter zwei Kleinbusse mit Kindern und Betreuern; 34 leicht bis mittelschwer Verletzte.
- Einsatz: Fünfeinhalb Stunden Vollsperrung der A9; ca. 350.000 Euro Sachschaden. "
Hinter den nüchternen Zahlen verbirgt sich zumeist in Folge dessen für die Geschädigten eine Odyssee zwischen Arztbesuchen, Anwalts - und Gerichtsterminen, verknüpft mit weiteren Kosten sowie einen enormen Zeitaufwand. Oft bleiben zudem körperlich sowie psychische Beeinträchtigungen. Nachdem die nicht selten von den Medien aufgeblasenen Meldungen zu einem solchen Ereignis nicht mehr aktuell verbreitet werden, bleiben die Betroffenen im System der Aufarbeitung allein. So könnten diese sich durchaus die Frage stellen, warum sie ausgerechnet in dem Unfall verwickelt wurden. Die Antwort darauf ist zumeist vage. Die Plattitüde des " zur falschen Zeit , am falschen Ort " könnte dabei zutreffend sein.
Und der Zufall spielt gerade dann noch eine gewichtige Rolle, wenn die Unfallhäufigkeit gerade in diesem Zeitraum rasant ansteigt. Allerdings gilt gerade dieser Straßentyp als sicherste Verkehrsanbindung, um zu einem ausgewählten Ort zu gelangen.
Wobei Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Wohnmobilen immer wieder spektakuläre Schlagzeilen nach sich ziehen. So wie diese etwa:
" B77 bei Kropp (Juli 2026): Ein Wohnmobil fuhr auf der Bundesstraße 77 fast ungebremst in ein Stauende. Dabei wurden drei Fahrzeuge aufeinandergeschoben und zehn Menschen verletzt. [1, 2]
A3 bei Limburg (Juni 2026): Ein 43-jähriger Familienvater fuhr mit seinem Wohnmobil nahezu ungebremst auf einen Lkw am Stauende auf der A3 auf. Der Fahrer starb an der Unfallstelle, seine Frau und die Kinder wurden schwer verletzt. [1] "
Nun, die nicht all wissende KI gibt nur jene Informationen aus dem Netz wieder, die dort irgendwann eingestellt wurden. Sie benennt dabei aber auch die hierzu festgestellten Ursachen, die da wären:
- Unaufmerksamkeit und Ablenkung
- Übermüdung wegen zu langer Fahrtstrecken
- Längerer Bremsweg bei Vollbeladung
Tatsächlich verkennen die Fahrer der rollenden Wohnzimmer, dass die Wohnmobile ein vollkommen anderes Verhalten in bestimmten Verkehrssituationen aufweisen. Es ähnelt eher dem eines Klein - LKW, denn eines Personenkraftwagens. Und wer regelmäßig in jener kurzen Zeitspanne des Jahres auf den Bundesautobahnen unterwegs ist, kann davon ein Lied singen. Da rasen die Nutzer der zur weißen Flotte zuzuordnenden Fahrzeuge locker mit 130 bis 140 Km/h an einem vorbei und scheren sich einen feuchten Kehrricht an dem Gebot der Höchstgeschwindigkeit von " nur " 100 Km/h.
Freie Fahrt für rasende Wohnmobilisten?
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