Das Burgunder - Kaninchen
Gestern Morgen erschrak ich beim Gang durch den überschaubaren Garten. Neben der Zwergbirke lag ein Tier. Das erkannte ich zunächst an dem hellen, rötlich - weißen Fell. Beim näheren Hinsehen erkannte ich ein Kaninchen, eines ohne Kopf. Woher das kopflose Tier herkommen konnte, war für mich zunächst eher unklar.
Aus der Nachbarschaft?
Tatsächlich. Das Kaninchen gehörte zu einem der Neubau gegenüber. Dort lebt ein jüngeres Ehepaar mit seinen beiden Kindern. Der Vater hatte an der Seite einen Holzstall gebaut, in dem das Tier gehalten wurde. Wie es ausgerechnet in unseren garten gelangte, bleibt allerdings unklar. Es könnte am Tag davor , am Freitag also, aus dem Stall gesetzt worden sein und ist vielleicht in Richtung der Rasenflächen und der Wiese vor der Häuserzeile gehoppelt.
Die Halter werden es alsdann aus den Augen verloren haben?
Bei unseren hierzu vorgenommenen Überlegungen fragten wir uns, ob die Behausung für das Kaninchen nicht zu klein und der gewählte Standort in dem lediglich Handtuch großen Garten überhaupt geeignet ist. Wir kamen dabei zu dem Ergebnis, dass die Haltung des Kaninchens eigentlich gar nicht möglich ist.
Nun, gut, da lag es jetzt in unserem garten und war tot. Das tote Burgunder - Kaninchen stellte damit für uns ein Problem dar - ein Entsorgungsproblem nämlich.
So holte ich einen Plastesack aus dem Keller und legte den Rumpf hinein. Danach stopfte ich den Müllsack in die Bio - Tonne. Dort gehört aber weder der Kadaver, noch der Plaste - Müllsack hinein. Was also weiter tun?
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich, das kopflose Burgunder - Kaninchen im Mallershofer Holz zu entsorgen. Dort könnte sich dann ein Fuchs oder auch ein anderer Aas - Vertilger daran vergnügen. Natur ist halt Natur und die ist eben oft sehr grausam.
Gegen 16.00 Uhr fuhr ich dann mit dem E - Bike in Richtung des Waldstückes. Die Trockenheit der letzten Wochen, gepaart mit einigen heftigen Niederschlägen, hatte die Wirtschaftswege in eine Huckelpiste mit unzähligen Schlaglöchern verwandelt. Die Fahrt zum Holz geriet zum Abenteuer. Bereits nach der Hälfte der Strecke, die zudem in einigen Abschnitten mit Grobkies ausgebessert wurde, rutschte mein 25 Kilogramm - Gefährt hin und her. Das Fahren geriet zum Eiertanz und ich musste den Fahrradlenker mit aller Kraft festhalten.
Nach knapp 20 Minuten hatte ich eine geeignete Stelle im Wald gefunden. Ich stellte mein Fahrrad an den Rand des Weges, schloss es ab und legte einige Meter im Gehölz zurück, ehe ich eine geeignete Steller fand, an der ich den Kadaver unter abgebrochenen Fichtenzweigen ablegte. Nach knapp einer Stunde und zirka 9 Kilometern war meine Mission beendet.
Kurz danach stellten wir uns aber die Frage, um welche Kaninchenrasse es sich gehandelt haben könnte. Es existieren ja derer eine ganze Reihe:
https://kaninchenwiese.de/anschaffung/welche-kaninchenrasse/
Der Fellfarbe und der Größe nach zu urteilen, war es wohl ein Burgunder - Kaninchen, das in jener Nacht von Freitag auf Samstag das Leben in unserem Garten ausgehaucht hatte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Burgunder_(Kaninchenrasse)
Der Marder hatte hier vermutlich wieder zugeschlagen?
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