Wo sind die Bratwürste?
Es ist jetzt schon wieder ein Monat her, dass wir den letzten Tag in Prerow an der Ostsee verbringen durften. Während die Sommerferien in den meisten Bundesländern im vollen Gange sind, die Flughäfen und Flieger voll, die Autobahnen noch voller und viele Ferienorten zum Bersten gefüllt sind, weil Millionen die Sommermonate dafür nutzen, um die eigenen vier Wände für einige Tage verlassen zu können, bleiben uns nur die Reminiszenzen an jene vier Wochen im Juni 2026 an der See,
Zu den Erkenntnissen, die wir mit nach Hause nehmen konnten, zählt das sich radikal veränderte kulinarische Angebot in dem Badeort auf der Halbinsel Fischland - Darß - Zingst. Zwar sind die Fischgerichte immer noch in ausreichender Zahl erhältlich, doch die Einheitspreise ( wie beispielsweise Zanderfilet mit Bratkartoffeln für 27,50 Euro )
Da fragt sich so mancher Gast, in welcher Form hier ein Gegenwert besteht. 27,50 Euro für einen viertel Zander mit nicht immer einwandfrei gebratenen Kartoffeln und einen kleinen, gemischten Salat? Nö, nicht mit uns!
Allerdings sehen das nicht alle Prerow - Besucher so. Während der ersten beiden Juni - Wochen stellten wir fest, dass die geöffneten Restaurants gut besucht waren. Essen gehen ist demnach bei jenen Urlaubern immer noch angesagt, deren Aufenthalt aus der Einnahme eines Frühstücks bis spätestens 9.30 Uhr, anschließend einigen Kilometern Radfahren auf dem E - Bike, ein wenig Sightseeing mit anschließender Einkehr in ein ( oder demselben ) Restaurant besteht. Jenes Klientel schert sich innerhalb der 4 bis 7 Tagen Kurzurlaub nicht um solche " Mondpreise ".
Dem übrige Teil der Touristen bleibt indes nur der Gang zu einer der spärlich geöffneten Essstände, Imbissbuden oder in die Supermärkte, wo es Speisen und Getränke zu manierlichen Preisen gibt. Doch die Zahl der Buden hat seit unserem ersten Prerow - Urlaub kontinuierlich abgenommen. Links und rechts des Strandübergangs zur Seebrücke sahen wir bis weit in den Juni hinein verschlossene Stände. Und - das ist nicht nur für uns - der ärgerliche Realzustand: Der einst vorhandenen, ursprüngliche Bratwurstverkauf existiert überhaupt nicht mehr.
Da stellt sich denn so mancher Gast mit überschaubaren Budget die sich aufdrängende Frage nach dem Warum. Diese zu beantworten, fällt zwar nicht unbedingt leicht, doch die nicht all wissende KI bei Tante Google hatte tatsächlich einige Gründe im Petto:
- Gemeindliche Planungen: Umbau und Neugestaltung von Bereichen wie dem Dünenhaus an der Seebrücke oder Strandaufgängen führen regelmäßig zu veränderten Pachtverträgen und dem Wegfall alter mobiler Standorte. [1]
- Qualitative Aufwertung: Die Gemeinde setzt im Rahmen des Tourismus vermehrt auf feste, modernere Konzepte und Strandbars anstelle von einfachen, rein mobilen Bratwurstbuden direkt auf den Promenaden.
Nun hat nicht jeder das Kleingeld, um für zwei bis vier Personen eine halben Broiler ( mit Beilage ) von satten 19,90 Euro auf den Tisch des " JOHO " - Restaurants balancieren zu lassen. Auch so gepriesene " Ackerfritten " ( ? ) in der rot - weißen Form für 5,90 Euro je Portion lassen einem Normalo ins Grübeln kommen. Industrieverpackte Saucen je 2,00 Euro dürften von Preisgefüge genauso bedenklich sein, wie vier Fischstäbchen ( Käpt´n IGLO lässt vielleicht grüßen ) mit Kartoffelstampf gehen nicht immer für satte 7,90 in die kleinen Mägen. Zudem könnten dem vegetarisch orientierten Gast Salate - Kreation ab 12,90 sogar sauer aufstoßen.
https://joho-broiler.de/karte-joho-broiler-bar/
Es geht gleich weiter mit einem Novum. In dem Restaurant " Schlemmereck " kosten die Speisen und Getränke offenbar nichts, denn die herzu übliche Rubrik auf der ins Netz gestellten karte bleibt leer:
https://www.schlemmer-eck-prerow.de/speisekarte/
Dafür hat sich der imaginäre Fehlerteufel hier einige Male eingeschlichen:
" Da in unserem Betrieb bzw. bei unseren Lieferanten auch gluten-, milch-, ei-, sellerie- und nusshaltige Lebensmittelverarbeitet werden, kann trotz aller Sorgfallt ein Übergang von Spuren an dieser Stelle nicht ausgeschlossen werden "
- Zitatende - aus: a.a.O.
Und zum Schluss noch eine nette Episode zum wieder aufkommenden Thema Akademiker - Arbeitslosigkeit:
Auch hier sind die angebotenen Speisen und Getränke preislos:
https://www.imcafenu.de/speisen/
Dafür die " Homestory " ohne Auffälligkeiten, bei denen sich Herrn Duden im Grabe umdrehen könnte.
Na, bitte, Frau Kollegin, da sage noch einer, wir wären keine Generalisten. Jura kann und darf nahezu alles. Angefangen von verstaubten Aktenbergen durch Menschen leere Gebäudegänge rollen bis zu Fehlurteilen, aber auch Gedichte schreiben sowie leckeren Kuchen backen.
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