Freiburger Fußballfans unerwünscht!


 

Die Spielzeit 2026 / 2027 aller europäischen Ligen ist ja bereits im vollen Gange. Auch die drei namhaften UEFA‑Wettbewerbe haben ihren Spielbetrieb längst aufgenommen. Der dritte Spieltag der sogenannten Königsklasse wurde gestern Abend abgeschlossen. Aus deutscher Sicht verlief er so lala. Ein Sieg ( Borussia Dortmund schlug den aserbaidschanischen Vertreter Sabah FC knapp mit 2:1), zwei Remis ( der VFB Stuttgart trennte sich zu Hause von Atlético Madrid 1:1, der FC Bayern München spielte 2:2 gegen den FC Arsenal London ) und eine zu erwartende Niederlage der Leipziger in Madrid ( 1:4 ).

Nun wird der Fußballzirkus in der Euro League fortgeführt. Hier sind zwei Vertreter aus der ersten Liga angetreten. Die noch sieglose TSG Hoffenheim ( 0:2 in Griechenland gegen OFI Crete; 2:3 zu Hause gegen Besiktas Istanbul ). Die Kraichgauer müssen um 21.00 Uhr gegen den Olympique Lyon spielen. Angesichts der bisher eher schwachen Auftritte der TSG eine Herkulesaufgabe. Ganz anders steht Bayer Leverkusen da. Die gewannen beide Begegnungen zu Null, nämlich 2:0 gegen den slowenischen Klub NK Celje sowie auswärts mit 4:0 gegen den polnischen Verein Lech Poznan. Bayer 04 Leverkusen trifft heute auf den kretischen Verein OFI Crete. 

Im dritten Wettbewerb, der Conference League, misst sich am Donnerstag der SC Freiburg mit der AS Monaco. Und just bei den eher gemäßigten Fans aus dem Breisgau hat sich dabei erheblicher Frust aufgestaut. Denn: 

  • Aufenthalts- und Bewegungsverbot: Gilt am Spieltag von 8:00 Uhr bis Mitternacht für bestimmte Bereiche in Monaco sowie im nahegelegenen Nizza und dem Département Alpes-Maritimes.
  • Alkoholverbot: Im gesamten monegassischen Staatsgebiet von 14:30 Uhr bis 19:15 Uhr untersagt (Nizza ist davon ausgenommen).
  • Kleiderordnung: Es gilt das Verbot, Fankleidung oder Symbole des SC Freiburg im öffentlichen Raum zu tragen.
  • Stadionkontingent: Im Stade Louis II sind insgesamt nur 850 Fans des SC Freiburg zugelassen. Fans vor Ort können laut Clubangaben individuell oder in Kleingruppen zu Fuß zum Stadion gelangen

Huch, was ist denn da los? Als Begründung für diese restriktiven Maßnahmen haben die monegassischen Behörden angebliche Krawalle von Freiburger Anhängern bei Auswärtsspielen in Frankreich, so bei dem OGC Nizza, RC Lens, dem FC Nantes oder den LOSC Lille, angeführt.

" Hintergrund der Repressalien ist laut Mitteilung der Behörden die Überzeugung, die Freiburg Fans seien bekannt dafür, in großer Zahl anzureisen und häufig Störungen der öffentlichen Ordnung zu verursachen. Außerdem sei es bei Anhängern des SC üblich, in erheblichem Maße Alkohol zu konsumieren.

Im diesbezüglichen Erlass des monegassischen Staatsministers wird das mit einigen Vorkommnissen bei früheren Spielen des SC Freiburg in Frankreich begründet, unter anderem mit der Europa-League-Partie in Nizza im November letzten Jahres. Auch bei dieser Partie war es den SC-Fans verboten worden, sich als solche zu erkennen zu geben. "

- Zitatende - aus: https://www.swr.de/sport/fussball/sc-freiburg-as-monaco-conference-league-einschraenkungen-fans-100.html

Ja, da hat es 2022 mal Radau zwischen den Fans des SC Freiburg und denen des FC Nantes gegeben.

https://www.sportbuzzer.de/fussball/bundesliga/uefa-bestraft-den-sc-freiburg-geldbusse-und-fan-ausschluss-auf-bewaehrung-A6E6A6DC6C3EEB7BA5BDE2F22C.html

Und auch bei den Begegnungen zwischen den Freiburgern und dem RC Lens gab es vor zwei Jahren unschöne Szenen:

https://www.badische-zeitung.de/sc-freiburg-fan-musste-beim-playoff-hinspiel-in-lens-wegen-eines-steinwurfs-ins-krankenhaus

https://www.faszination-fankurve.de/news/74641/bundespolizei-hielt-gaestefans-aus-frankreich-stundenlang-fest

Allerdings sind auch die Anhänger der französischen Klubs keineswegs Waisenknaben. Da fliegen regelmäßig die Fetzen:

https://www.tagesspiegel.de/sport/fans-prugeln-sich-bei-lens-gegen-lille-auf-dem-spielfeld-4574614.html

https://www.kicker.de/nizza-krise-eskaliert-fans-schlagen-spieler-und-sportdirektor-1171558/artikel

Okay, die bürgerkriegsähnlichen Bilder aus einer Reihe von französischen Städten in der letzten Woche schrecken die piekfeinen Monegassen natürlich ab, wenngleich jene Krawallo nichts mit dem Fußball und einer ähnlich gewaltbereiten Fanszene zu tun haben dürften, doch daraus wird nunmehr eine Art von Präventionspolitik abgeleitet, die sich allerdings ausschließlich gegen die Freiburger Anhänger wendet, ohne die eigenen Krawallos einzubeziehen. Einen Sinn ergeben sie schon allein deshalb nicht. Wenn dieses Vorgehen auch von anderen Städten dupliziert wird, dürfte zwar Ruhe vor den Stadien herrschen, doch die Fankultur wird damit nachhaltig negativ beeinträchtigt.

Freiburger Fans unerwünscht? Demnächst könnten weitere Vereinsanhänger folgen?


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

" Eine Seefahrt, die ist lustig. " - nur nicht in den 60er Jahren zum AOK - Erholungsheim auf Norderney.

" Oh Adele, oh Alele, ah teri tiki tomba, ah massa massa massa, oh balue balua balue. " und die Kotzfahrt nach Wangerooge.

Letztes Lied - Mascha Kaleko und die traurige Wahrheit über den Tod.