Emma adieu, scheiden tut nicht weh?


 


Wer als jetziger Eisgrauer vor mehr als 50 Jahren eine weitergehende Ausbildung oder sogar ein Studium aufnahm, kam als politisch Interessierter an einer aufkommenden Strömung nicht vorbei. Sie nannte sich Feminismus, oft auch Emanzipation oder auch  Frauenrechtsbewegung. Hieraus entstand eine Zeitschrift mit dem Namen " Emma ". 

Herausgeberin war und ist die am 03.12.1942 in Wuppertal geborene Alice Sophie Schwarzer. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Schwarzer

Ihres eigenen Lebenslaufs entsprechend kreierte sie in Begleitung von weiteren Gleichgesinnten das Projekt 1976 und ließ aus dem am 26. Oktober 1976 gegründeten Eigenverlag am 27. 01. 1977 die erste Ausgabe drucken. Der " Emma " ( abgeleitet aus dem Begriff Emanzipation ) folgten bis Ende dieses Jahres einige Hundert Ausgaben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Emma_(Zeitschrift)

Nun wird die Druckausgabe wohl für immer eingestellt. Dieses wohl nicht nur aus Kostengründen, denn der Verkaufspreis von damals 3,00 DM ( https://www.hdg.de/lemo/bestand/objekt/druckgut-emma-nr-1.html ) hat sich mit 11,80 Euro ( im " " Emma " - Shop ) bzw. 8,80 Euro als Online-Ausgabe nahezu verachtfacht. Der damit verbundene kontinuierliche Rückgang der Verkaufszahlen von 25.000 ( 34.000 ) dürfte allerdings nur einer der Gründe für das Einstellen der Printausgabe sein. 

Die Zeiten haben sich radikal gewandelt. Die Leserschaft der reinen " Frauenzeitschrift " mit ihnen. Es mag demnach auch den Generationsunterschieden geschuldet sein, dass die reine " Frauenzeitschrift " nicht jene aktuellen Themen aus dem Komplex LSBTIQ für sich vereinnahmen kann, wenn sie sich ausschließlich als solche definiert. 

Sei´s drum, " Emma " verabschiedet sich von den Auslagen der Kioske sowie anderer Verkaufsstellen und geht in Rente. Scheiden tut weh? Nö, die Zeitschrift dürfte seit vielen Jahren so unnötig wie ein Kropf sein. 

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