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Donnerstag, 9. Februar 2017

Black Sabbath´s Abgesang?



Es muss irgendwann im März / April des Jahres 1970 gewesen sein, als ich während der Mittagspause in dem Musik - und Fahrradfachgeschäft Werner Pelzig sie zum ersten Mal sah, die Langspielplatte der britischen Hardrock - Formation " Black Sabbath ". Ein düsteres Cover, auf dem sich eine vollkommen in Schwarz gekleidete Frau vor einem Steinhaus stehend auf einer wild wuchernden Fläche befindet. Bei dem Gebäude handelt es sich um die " Mapledurham Watermill ", die in frt Gtafschaft Oxfordshire an der Themse im Süden Englands liegt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mapledurham_Watermill

Ansonsten sagte mir das Cover reinweg gar nichts. Ebenso wenig der Name " Black Sabbath ". Wohl aber das rechts daneben prangende Label " Vertigo ", denn unter diesem erschien bereits eine Band, deren Single ich inzwischen erworben hatte, nämlich  " Jucy Lucy " mit dem Fetzer " Who Do You Love ".
Später sollten weitere folgenden, denn  "Vertigo " mischte unter dem Werbeslogan: " Das Label für progressive Popmusik " für ein paar Jahre den Markt auf.


http://rateyourmusic.com/list/alabaster/record_label_list__1__vertigo/

Ich sah mir die weitere Auslage an und ging dann zurück zu meiner Lehrstelle in der Lange Straße in Bückeburg. Einige Monate später besuchte mich ein Bekannter und brachte einige LPs und Single mit, die ich mir mal anhören sollte. Darunter, " Colosseum " und ihr " Valentine Suite ", " Affinity " sowie eben auch " Black Sabbath "´s erste LP.

Zu dieser Zeit war ich noch auf Beat und Pop eingestellt. Meine Single - Kollektion umfasste Stücke von " Creedence Clearwater Revival ", den Equals ", den " Rolling Stones ", den " Beatles ",  " Donovan ", " The Who ", den " Small Faces " usw. usf. Schöne Hits, allesamt zum mit summen, mit singen ( allerdings nur phonetisch ) oder mit pfeifen. Einprägsame Lieder, deren Spieldauer sich so zwischen 3 bis 4, aller höchstens 5 Minuten einpendelte. Diskotheken - Musik eben. Die typische, zeitgemäße Unterhaltung, bei Coca Cola, Fanta, O - Saft ( mit Schuss ), gedimmten Licht und mit dem anderen Geschlecht in der Nähe. Nichts revolutionäres, also.

Nun legte der Bekannte aus der Nachbarschaft diese LPs auf. Schon allein das Betrachten jener Cover von einst, ließ für mich ein eher mulmiges Gefühl aufkommen. Unabhängig davon, dass ich  mir mit meinen 120 Deutsche Mark, von denen ich 60 DM zu Hause abzuliefern hatte, kaum solche Massen an Langspielplatten leisten konnte, waren mir auch 19 bis 22 DM für jene LPs zu viel Geld. Ich wartete deshalb auf meinen nächsten Geburtstag oder darauf, dass ich aus der Nachbarschaft wieder einmal eine Platte geschenkt bekam, weil sich von dort, ein Jugendlicher ohne Stereoanlage diese bei mir anhören wollte. Oder ich schnüffelte bei den Sonder - Angeboten in den speziellen Ständern herum, denn da gab es schon LPs ab 12,95 DM.

Nun, der Nachbar legte bald auch " Black Sabath " auf und drehte an dem Lautstärkeregler. Zunächst kam Nichts. Schweigen, absolute Ruhe. Nicht einmal das übliche Knistern war zu vernehmen. Dann waren Geräusche, die ich als prasselnden regen für mich einordnete, zu vernehmen. Gefolgt von einer Glocke, die irgendwo im Hintergrund läutete. Plötzlich dröhte, schepperte und vibrierte es im Zimmer. Ohrendbetäubende Gitarrenriffs zerfetzten die andächtige Stille, die bei uns ( ein weiterer Bekannter war inzwischen auch dazu gekommen, der ein riesigen Tonbandgerät - Klopper von " Uher " mitgebracht hatte, um bei mir aufzunehmen ) eingetreten war. Dann röhrte, ja, schmetterte eine Stimme diesen Text in den Raum:

What is this that stands before me?
Figure in black which points at me
Turn around quick, and start to run
Find out I'm the chosen one
Oh no

Big black shape with eyes of fire
Telling people their desire
Satan's sitting there, he's smiling
Watches those flames get higher and higher
Oh no, no, please God help me

Is it the end, my friend?
Satan's coming 'round the bend
people running 'cause they're scared
The people better go and beware

No, no, please, no

Es folgten weitere, für meinen aktuellen Geschmack, ellenlange Stücke und zwar diese:

  1. Black Sabbath (Tony Iommi, Bill Ward, Geezer Butler, Ozzy Osbourne) – 6:21
  2. The Wizard (Iommi, Ward, Butler, Osbourne) – 4:23
  3. Behind the Wall of Sleep (Iommi, Ward, Butler, Osbourne) – 3:37
  4. N.I.B. (Iommi, Ward, Butler, Osbourne) – 6:16
  5. Evil Woman (Wiegand, Wiegand, Wagner) – 3:22
  6. Sleeping Village (Iommi, Ward, Butler, Osbourne) – 3:48
  7. The Warning (Aynsley Dunbar, Moreshed, Dmochowski, Hickling) – 10:34
  8. Wicked World (Iommi, Ward, Butler, Osbourne) – 4:43

Vielleicht trog meine Wahrnehmung einst auch, denn die Stücke gingen beinahe nahtlos in einander über. Wüste Gitarren - Soli, mörderisch wütende Bass - Figuren und ein Reibeisengesang, der von knallenden Schlagzeug - Variationen  begleitet war.
Die Truppe von:



mit dem Namen " Black Sabbath " ( was so viel, wie Hexentanz bedeuten soll ).

https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Sabbath_(Album)

Nun, gut, ich war weder damals positiv überrascht, noch packte mich eine abgrundtiefe Abneigung zu jener " Lärm - Orgie "; ich war einfach nur irritiert. So, wie der Nachbar mit dem teuren TB auch. Er nahm weder diese LP, noch weitere aus dem Progressiv - Label - Stall " Vertigo " auf. Allenfalls Rod Stewart konnte ihn da erwärmen und meine biedere Single - Auswahl.

Viele Monate später legte ich dann eine " Black Sabbath " - Single mit dem Titel " Paranoid " auf. Die Truppe um Osborne musste wohl den Marktbedingungen - wie es davor und danach üblich war - Tribut zollen und einen kastrierten Song in einer tanzbaren Version auf den Markt werfen, um Kohle einzufahren. Die B - Seite nennt sich " The Wizard " und ist beinahe doppelt so lang.
Auch Jahre danach begleitet mich die Band um Osborne und dem als " Riff - Gott " hoch gejubelten Toni Iommi in meinem musikalischen Leben. Es landeten eine Vilezahl von LPs auf den Tellern meiner Plattenspieler.

So Ende der 1080er verlor ich das Interesse an der Truppe und wandte mich, in einem Anflug von Nostalgie, zusammen mit der Oldie - Sendung bei Radio ffn dann zeitweilig den bekannten Titeln aus den 1960ern und 1970ern zu.

Inzwischen hatte sich " Black Sabbath " ein immer neues, personelles Hexen - Kleid angezogen. Ich bekam dieses und auch die Auflösungen der Band, nicht mehr so richtig auf den Schirm.

Vor einigen Tagen vernahm ich aus den Nachrichten, dass sich die Band auf Tournee befunden hatte und ihr letztes Deutschlandkonzert im Januar in Köln ablieferte, ehe sie sich am 4. Februar 2017 in ihrer Heimatstadt Birmingham von ihren dortigen Anhänger endgültig verabschiedeten.


https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Sabbath#Das_Album_13_und_The_End_.282011.E2.80.932017.29

Tja, alles hat einmal ein Ende. Und - ganz ehrlich: Wer will schon als Hardrock - Opa mit über 70 auf der Bühne stehen und alte Stück im neuen Gewand oder im xten Aufguss, kredenzen? Nur die " Rolling Stones "! Die vielen Tonträger, die ich mir inzwischen zugelegt habe, reichen aus, um in einer stillen Stunde - nur mit Kopfhörer, diese selbstverständlich auf Zimmerlautstärke gestellt - mir den Ozzy ( nicht Ossie, oder so ) in die Gehörgänge zu pfeifen. Einen permanenten Live - Auftritt, so, wie einst in den 1970ern in Hannover, würde mir eher nicht mehr einfallen.

Man(n) wird eben älter, gelle.




1 Kommentar:

Octapolis hat gesagt…

So isses... Es gibt Musikarten, da will man die Protagonisten nicht über ein bestimmtes Alter hinaus erleben. Der letzte AC/DC-Auftritt in Dresden war so ein Moment.---