Falsch geklebt


 


Es gibt im umgangssprachlichen Bereich eine Vielzahl von doppeldeutigen Begriffen, die sich zudem in zusammengesetzter Form manchmal als irreführend darstellen lassen. Kürzlich file mir bei der Hinfahrt zur " REWE " - Filiale das Wort " Klimakleber " ein. Zwar ist beinahe allen Deutschen, die regelmäßig Nachrichten sehen oder hören, der aus zwei Substantiven bestehende Begriff geläufig, doch dieser ergibt bei einer näheren Betrachtungsweise eigentlich keinen Sinn.

Was die Medienmeute irgendwann zu einem dann auch noch negativ behafteten Verhalten als Umschreibung dafür konstruiert hat, ist demnach unsinnig. Wie soll das Klima denn geklebt werden können. Mit " UHU", " Pattex ". Vielleicht sogar " Pritt "? Mit " Kittifix ", " Mökopur " oder " Duanso Rapid "? Manche Klebstoffe  sind zwar preisgünstiger, wie beispielsweise " " Stanger Kraftkleber ", eigenen sich indes nicht für alle Materialien.

Wie dem auch immer sei, Klebstoffe - kurz: Kleber - haben mit dem Klimawandel sehr wenig zu tun. Was eigentlich damit umschrieben werden soll, ist jenes - durchaus verständliche, wenn auch strafbare - Handeln einiger jüngerer Klima - Aktivisten, die sich mittels Spezialklebestoffes auf Straßen - bzw. Betonpisten festklebten, um auf ihr Ansinnen aufmerksam machen zu wollen.

Dass diese später dafür von der Justiz in zweierlei Hinsicht belangt wurden und dadurch ihre private sowie berufliche Zukunft gefährdete, sei hier nur am Rande erwähnt.

So ergaben sich für mich schon kurz danach arge Zweifel, ob dieses der richtige Weg war, um auf die drohende Klimakatastrophe hinzuweisen. 

Aber, bitte, in einer relativ offenen Gesellschaft darf es auch solche Irregeleiteten geben.

Beim Befahren der Straße erblickte ich im Rückspiegel einen größeren PKW, der viel zu dicht auffuhr. Ich ignorierte den uns beinahe am dem Heck sitzenden BWM und bog auf den Kundenparkplatz des Einkaufsmarktes ein. Der lästige Begleiter folgte mir. Er parkte sogar neben uns ein. Als ich ausstieg schaute ich den Fahrer mit einem leicht fragenden Blick an. Er beugte sich zur Frontseite unseres Fahrzeugs herunter und erklärte mir dann, dass er beim TÜV arbeiten würde und sich beim Hinterherfahren gewundert habe, warum das Fahrzeug keine Prüfplakette habe. Häh, wieso, hat es doch.

Die wäre erst vor zirka 14 Monaten erteilt worden, erklärte ich ihm. " Dann frage ich mich, was die Kollegen da gemacht haben. ", sagte er Kopf schüttelnd. " Wieso, das ist ein E - Auto ", antwortete ich ihm. " Auch E - Autos müssen zum TÜV ", gab er mir zurück.

Ja, das stimmt. Der vermeintlich TÜV - Mitarbeiter hatte ja völlig recht. Aber, was wollte er dann von mir? Nun, des Rätsels Lösung zeigte sich mir bei einem anderen Stromer. Beim genaueren Hinsehen, fiel mir sofort auf, dass dessen Prüfplakette auf dem Heck - Nummernschild prangte und nicht wie bei uns vorne.

Und jetzt?

Der unvermeidliche Weg führt zur Zulassungsstelle, bei der eine neue Prüfplakette angefordert werden kann. Das ist die Antwort auf jene Frage, die sich der Fahrzeughalter in einem solchen Fall stellen sollte, wenn die Prüfplakette falsch geklebt worden ist.



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