Spatzennest ausgeräumt

 


Weil der Winter mit seinen frostigen Temperaturen dem Feigenkaktus auf dem Balkon den Garaus machen würde, hatte ich bereits Ende November eine Plane über das stachelige Gewächs gezogen. Wenn der ewige Westwind mit seinen Böen dort herum zerrt, kann es vorkommen, dass sich diese anhebt und der Kaktus plötzlich blank steht. Bei den Minusgraden würde dieses dann seinen sicheren Tod bedeuten. Deshalb kontrolliere ich in unregelmäßigen Abständen die aufgezogene Plane.

Das war auch am gestrigen Nachmittag der Fall. Dabei erkannte ich einige Federn, dazu Rest eines Spatzennestes und ein beschädigten Vogelei. Beim näheren Hinsehen wurde mir klar, dass die vorgefundenen Federn von einem Spatzennest unterhalb der Regenrinne stammten. Dort hatte wohl eine Räuber sein Unwesen getrieben.

Beim Zusammenkehren der diebischen Hinterlassenschaften fragte ich mich, wer denn der Täter gewesen sein könnte. Das Tier musste klein gewesen sein, denn sonst wäre es diesem nicht gelungen, das Spatzengelege auszuräumen. Das Vogelpaar baut nämlich sein Nest unterhalb der Dachrinnenkante, inmitten der Dachsparren hinein. Dort ist den späteren Jungvögeln ausreichend Schutz geboten. Elstern, die ja gerne ganze Nester ausräubern, kommen bis dort nicht hin.

Mein Verdacht richtete sich gegen einen kleinen Räuber, nämlichen einen Hermelin ( https://de.wikipedia.org/wiki/Hermelin ) oder aber ein Mauswiesel ( https://de.wikipedia.org/wiki/Mauswiesel ). Diese gailen und aggressiven Jäger könnten von ihrer Größe aus, locker unterhalb der Dachrinne das Spatzennest erreichen.

Wer auch immer das Gelege ausgeplündert hatte, der Winzling war nicht nur sehr geschickt, sondern leistete ganze Arbeit. Der Nestbau hing nur noch in Fragmenten aus dem Dachsparren heraus. Da werden die Spatzen ein neues Zuhause bauen müssen.

So ist die Natur eben: Fressen und gefressen werden!

 


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