Chips für Fische

Die englische Küche ist nicht dafür bekannt, dass sie besonders schmackhafte Gerichte vorweisen kann. Das mag an der einst - vorwiegend isolierten - Insellage geschuldet sein. Kulinarische Einflüsse vom Festland fanden somit kaum ihren Platz in der dortigen Esskultur. Diese blieb über Jahrzehnte für den Freund gehobener Gaumenfreuden eine absolute Zumutung. Dank der - auch dort eher lästigen - Migration hat sich der Zustand erheblich verbessert. Dennoch ist des Engländers liebstes Gericht ein Kreation, deren ausreichender Kalorienwert zwar gegeben sine könnte, jedoch für den Kontinentaleuropäer ob des vor Speisefett nur so triefenden Zustandes, sofort einen unappetitlichen Gesamteindruck macht. Das heimliche Nationalgericht nennt sich Fish & Chips. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Fish_and_Chips

Das wegen seiner nach wie vor großen Beliebtheit bei den Insulanern zu sich genommen, sehr simple Gericht, verursacht wegen der gigantischen Anzahl an jährlich verzehrten Portionen, die mittlerweile auf 380 Millionen geschätzt werden, Probleme bei dem Anbau von Kartoffeln. So werden die englischen Hersteller der exorbitant hohen Nachfrage längst nicht mehr gerecht. Einige Hunderttausend Packungen der Pommes Frites ähnlich Kartoffelstäbchen müssen deshalb importiert werden. Das erfolgt nolens volens über den Seeweg. Und dieses wiederum in den standardisierten Containern.

Und just ein solcher, mehr als 6.000 Euro teurer Container, der die Maße von mehr als 12 Metern Länge, knapp 2,40 Metern Höhe, bei einer Breite von etwa 2,50 Metern, löste sich von einem der Riesen - Transportschiffe und fiel in den Atlantik, genauer, den Ärmelkanal. Dort brach er irgendwann auseinander, so dass sich der Inhalt, nämlich einige Tausend Packungen Chips in das Salzwasser ergoss. Die wiederum an den Landbereich des Ortes Eastbourne ( https://de.wikipedia.org/wiki/Eastbourne ), der zur Grafschaft Sussex gehört, angespült. Hier entstand bald ein Meter hoher Wall aus Chips. 

Die Bewohner des Seebades griffen schnell zur Selbsthilfe und reinigten den Strandabschnitt von der glibberigen Pampe, die vor allem für Robben zu einer lebensbedrohlichen Gefahr geworden wären.


Das die Pampe nicht nur den Blick auf den Strand und das Meer beeinträchtigt, sei hier nur nebenbei erwähnt. Touristen und Badegäste gibt es noch nicht, weshalb sich diese nicht über den unansehnlichen Zustand des Strandes beschweren können. Chips & Fish wird in England zwar dennoch weiter verkauft, wenn auch in Eastbourne in dieser Form.

   

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