Es war ein mal....




Der Silvesterabend bei den deutschsprachigen Fernsehprogrammen war mal wieder zum Schießen. Ein Fehlschuss folgte dem anderen. Wem das Gedudel der Volksmusik und Schlageraffen im Ersten zuwider war, der hatte die Chance zur ebenfalls alimentierten Konkurrenz zu zappen. Und wem das Alles nicht in Wallung brachte, der hätte den Alleinunterhalter Raab bei RTL ertragen können. Auch die weiteren privaten sowie öffentlich - rechtlichen Programme boten Altbekanntes. Was die Ödnis des Fernsehguckens nicht gerade aufheben konnte.

Alle Silvesterabende wieder kredenzen die beiden Dickschiffe des deutschen Fernsehens die identischen Sendungen. Zwar mussten die Mainzelmänner am letzten Tag des Jahres 2025 nach Hamburg umziehen, weil der Berliner Senat die Zuschüsse für die geplante Veranstaltung vor dem Brandenburger Tor aus Haushalts politischen Erwägungen gestrichen hatte, doch das änderte nichts an den eher drittklassigen Musikbeiträgen, die von dem Duo Infernale Kerner / Kiewel im Dampfplauderton angekündigt wurden.

Die leicht bessere Sendung des ZDF wollten sich am Silvesterabend nur gerade mal 2,47 Millionen Zuschauer antun, dass sind nur lumpige 14, 1 % aller TV glotzenden im Land antun. Diese blamable Quote des ZDF nahm ein Mitarbeiter der " Berliner Zeitung ( BZ ) " zum Anlass, um über die Zukunft Trächtigkeit des Fernsehen im Allgemeinen und die der öffentlich - rechtlichen Sender im Besonderen zu sinnieren. Das liest sich dann so:

 https://www.berliner-zeitung.de/panorama/das-deutsche-fernsehen-schafft-sich-ab-und-merkt-es-nicht-einmal-li.10014293

In den kritischen Ausführungen des " BZ " - Journalisten ist sehr viel Wahres enthalten. Weshalb sich nicht nur an jenem Silvesterabend die Frage nach der Zukunft des Fernsehens stellt. Dass sich die Print - Medien und das Fernsehen nicht unbedingt wohl gesonnen gegenüber stehen, sei dabei vernachlässigt. 

Für die Mehrzahl der Zwangsgebührenzahler ist ein solches Silvesterabend ein reines Vergnügen, denn das Fernsehprogramm macht es ihnen leicht in der Umsetzung des Wunsches, die Glotze einfach öfters abgeschaltet zu lassen. Das spart Strom, das vermeidet Frust und hat den Vorteil, dass die Fernsehfürsten grundsätzlich darüber nachdenken könnten, ob ihre Existenz in dieser Form als noch zeitgemäß dargestellt werden darf.

Aus der Zeit gekommen sind wohl jene aufgeblasenen Veranstaltungen, wie die ZDF - Silvestershow eine davon ist, die zunehmend wenige Zuschauer interessieren, obwohl auch diese über die eingetriebenen Gebühren auch von denen mitfinanziert werden. Der überwiegende Teil der Bevölkerung zeigt dafür nur wenig Verständnis. Aus dieser Majorität werden ständig Forderungen laut, solche gekünstelten Sendungen künftig abzuschaffen. Vollkommen berechtigt wird daraufhin gewiesen, dass hier ständig Minderheiten bedient werden, während die Bevölkerungsmehrzahl sich bestenfalls desinteressiert zeigt und das Fernsehgerät erst gar nicht anschaltet.

Das war vor gut 6 Jahrzehnten anders. Da ließen sich Millionen Zuschauer bis Mitternacht von einer aus Konserven sowie eingespielten Tanzgruppenauftritten zusammen gewürfelten Silvestershow berieseln, ehe sie durch gepanschte Bowlen - Variationen, den obligatorischen Sekt, kombiniert mit einer Sättigungsgrundlage, bestehend aus selbst zubereiteten Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen beseelt sich in den Tiefschlaf begaben. Damals hieß es bei uns schon: " Was machst Du Silvester`" Die Antworten fielen zumeist vage aus. Auf keinen Fall hieß es " Fernsehgucken "

  Es war einmal....?

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