Wie gewonnen, so zerronnen!


 


Heute las ich eher zufällig dieses hier:

https://www.mallorcamagazin.com/nachrichten/lokales/2026/01/14/147205/funf-einbruche-einer-nacht-polizei-nimmt-auf-mallorca-zwei-jahrige-serientater-fest.html

Ja, auf " Malle ", dem Sündenpfuhl aller nordwesteuropäischer Sauf - und Fresstouristen, dem 17. Bundesland, da ist immer etwas los. Und das nicht nur im noch frischen Jahr 2026. 

Vor knapp 3 Dekaden war es auch schon so. Da marodierten ganze Banden durch die Insel, besetzten nicht bewohnte Häuser ( Okupas ) oder ließen das Objekt leer räumen, um die Möbel auf dem Festland zu veräußern. Wer keinen privaten Wachhund in Gestalt eines bezahlten, dafür aufmerksamen Nachbarn hatte, der war im Allerwertesten gekniffen.

So erging es damals auch einem Ehepaar auf Delmenhorst - Heidkrug. 

Das erhielt irgendwann nach dem Kauf einer Ferienimmobilie einen Anruf von der örtlichen Guardia Civil, dass in dem gerade erst erworbenen Haus bei einem Einbruch sämtliches Mobiliar ausgeräumt wurde. Da war es von Vorteil, dass der kleine, aber feine Verkehrsflughafen der Freie und Hansestadt Bremen tatsächlich einen Direktflug nach Palma de Mallorca anbot. Schon damals! So packte das benachbarten Ehepaar seine Sieben Sachen und düste mit dem Klipper ( nicht nach Ibiza ) nach Malle.

Während in den heimatlichen Gefilden herrschte norddeutschen Schmuddelwetter; auf der Baleareninseln indes empfing sie strahlender Sonnenschein sowie über 25 ° C. Beste Bedingungen also, um auszuspannen. Doch der gelernte, dann erwerbsunfähige Maurer und die ungelernte Bürokraft hatten etwas anderes zu tun als sich auf die faule Haut zu legen. Auf sie wartete eine Menge unangenehme Arbeit.

Zunächst inspizierten sie das komplett leer geräumte Wochenend - und Ferienhaus. Die Einbrecher hatten nicht eine Steckdose belassen. Das Eigentum glich beinahe einem Rohbau. Nachdem sie in mühevoller Kleinarbeit sämtliche Gegenstände - soweit es irgendwie ging - inventarisiert hatten, legten sie diese der Dienststelle der Guardia Civil. Diese wurde mit der gestellten Strafanzeige in das Spanische übersetzt und anschließend per Fax den Dienststellen in Barcelona auf dem Festland übermittelt. Dieser immense Aufwand wurde von dem Delmenhorster Ehepaar allerdings in der Hoffnung betrieben, dass sich einige Gegenstände, vor allem die teuren Küchengeräte vielleicht doch irgendwann auffinden lassen.

Eine erforderliche Hausratversicherung hatten sie nämlich nicht abgeschlossen, da diese ihnen zu teuer war. 

Es blieb letztendlich bei dem Wunsch, die Einbrecher könnten ermittelt werden und das Mobiliar tauche wieder auf. Nach mehr als einem Jahr erhielten die Eheleute S. aus Delmenhorst ein Schreiben der Guardia Civil, in dem sinngemäß mitgeteilt wurde, dass die Täter nicht gefasst werden konnten und die aufgeführten Gegenstände auch nicht aufgetaucht seinen. Das Verfahren wurde deshalb eingestellt.  

Frustriert von dem Einbruch und den damit verbundenen Ereignissen verkaufte das Paar das mallorquinische Objekt wieder und verbrachte künftig den Urlaub in einer Hotelanlage. Später erfuhren die beiden Geschädigten, dass es sich um eine Einbruchdiebstahlserie gehandelt hatte, innerhalb derer Dutzende betroffene deutsche Immobilienbesitzer einen Gesamtschaden von mehreren Millionen DM beklagten. Die professionell arbeitende Bande wurde nie gefasst. Von den mehren Tausend Gegenständen, die die Täter insgesamt erbeuteten, tauchte kein einziges wieder auf. Profis eben!

Da erscheinen die beiden, in dem obigen Artikel beschriebenen jungen Männer eher als Dilettanten. 

Merke deshalb: Im Leben ist nur eines sicher, nämlich der Tod. Und wer meint, dass es im Ausland, hier: auf Malle keine Kriminalität gibt, der irrt gewaltig. Gerade in den Touristenhochburgen, in den fette Deutsche - so wie das Delmenhorster Ehepaar - ungeniert ihren Wohlstand protzig zur Schau stellen möchten, weckt dieses be der verarmten Inselbevölkerung Begehrlichkeit. Die Konsequenz sind massenhaft verübte Einbrüche, Raubdelikt oder diverse Betrugshandlungen. Das nennt sich dann Umverteilung, aber auch: Wie gewonnen, so zerronnen?

 

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