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Dienstag, 3. Januar 2017

Spuren im Schnee



 Bereits einen Tag nach Neujahr ist der Winter - endlich? - in Sachsen, aber auch in den benachbarten Freistaaten Bayern und Thüringen eingezogen. Es schneite. Zuvor war es kalt. Der Schnee blieb also liegen. Doch nicht sehr lange. Dennoch musste ich den liegen gebliebenen Schnee weg fegen. Auch in der sächsischen Landeshauptstadt besteht eine Räumpflicht des Hauseigentümers / der Mieter. So holte ich mein Räumwerkzeug von der Terrasse und fegte. Solange, bis der Gehsteig, der eher wie ein grauer Flickenteppich aussieht, einigermaßen vom Schnee befreit war.

Einen Tag darauf droht nun der Winter 2016 / 2017 mit einem heftigen Sturm. Es sollen Windböen bis zu 90 Km/h auftreten. Na, das geht ja noch. Da habe ich schon viel schlimmere Stürme erlebt. Ein gebürtiger Norddeutscher kennt solche Wetterlagen. Und dieses nicht erst seit dem Katastrophenwinter 1978 / 1979.
Bereits am 13. November 1972 fegte eine Orkantief mit dem wunderbaren Namen " Quimburga " über die Niederlande, Notdeutschland und Teilen des Vereinigten Königreichs hinweg und hinterließ eine breite Schneise der Verwüstung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Orkan_Quimburga

Einige Wochen später begann das große Aufräumen. Für mich als Bundeswehrsoldat auf Zeit ( vulgo damals: Z - Sau ) auf 2 Jahre, hieß dieses: Freiwillige an die Front. Für jeden halben Freitag Arbeitseinsatz gab es einen Tag Sonderurlaub. Das hört sich wie die das Erreichen der ersten Stufe der klassenlosen, kommunistischen Gesellschaft an. War es aber nicht. Denn es war Knüppelarbeit. In einem schieren Chaos von Zehntausenden umgeknickten, flach gelegten und zerschmetterten Fichten in der Lüneburger Heide, wusste eigentlich kein Einsatzführer, was er da auf die Schnelle ändern könnte.

So ging das Jahr 1972 im Sturm - Chaos zu Ende.

Irgendwann hatte ich meine Fahrerlaubnis auf zivilen Wege und damit kostenpflichtig erworben. Ich kaufte mir einen gebrauchten, weinroten Renault R4 und war fortan unabhängig. Ein Stück Freiheit in einem unfreien Umfeld. Ich war stolz genug, um zu erkennen, dass ich mir damit jenes Stück Unabhängigkeit gegenüber dem Elternhaus und meinem Arbeitgeber, der Bundesrepublik Deutschland, erkauft hatte. Und da mich der Ehrgeiz auf damals schon befiel, fuhr ich mit dem R 4 jene Strecke von Munster / Lager auf die Autobahn 7 bei Soltau und von dort bis Hannover Langenhagen / Flughafen bis zur Auffahrt an der A 2 in Richtung Dortmund, um dann bei Bad Eilsen die Abfahrt zu nutzen, die mich über die B 83 zum elterlichen Haus zu gelangen.

Und just die umgedrehte Richtung musste ich dann eines frühen Morgens so gegen 4.30 Uhr nehmen, um wieder in die Kaserne der KTS II / III in Munster/Lager zu gelangen. Regulär wären das zirka 1 3/4 Stunden Fahrtzeit gewesen. Doch an diesem frühen Montagmorgen wurden es das dreifache an Zeit für die knapp 160 Kilometer.  In den Abendstunden hatte es nämlich heftig zu schneien begonnen. Es schneite und schneite und schneite - ohne Unterlass.
Als ich dann los fuhr hatte sich eine kniehohe Schneedecke gebildet. So machte ich mich im zweiten Gang mit 30 Km/h auf den Weg. Beräumt waren die Straßen damals nicht. Warum auch, es fuhren zu jener Zeit nicht einmal 1/10 der heutzutage zugelassenen Fahrzeuge. Deshalb gab es in der Provinz, in der Ödnis der niedersächsischen Pampa auch keinen Winterdienst.

Mein französischer Lastenesel zuckelte mit mir und einer gepackten Tasche im Schneckentempo zu der Autobahnauffahrt in Richtung Hannover. Bei spärlicher Beleuchtung bahnte sich der R 4 seinen Weg durch die weißen Straßen, deren Verlauf zumindest noch anhand der schwarz - weißen Begrenzungspfähle zu erkennen war. Eine einzige, eine einsame Spur, hinterließen wir, mein getreuer Freund, der ja von der Konstruktion her, ein Sommerauto war, und ich. Auch auf der Autobahn war weit und breit kein Fahrzeug zu erkennen, dass mir den Weg hätte vorzeigen können. Wir beide waren vollkommen alleine. Lonesome rider, eben,

Erst nach mehr als einer Stunde, ich war bereits heile in Hannover angelangt, überholten uns einige Fahrzeuge. Von einem Räumdienst war immer noch nichts zu sehen. Erst in der Peripherie der niedersächsischen Landeshauptstadt begann der Winterdienst mit seiner Tätigkeit. Ein Schneepflug fuhr vor mir und beseitigte einen Teil der Schneemassen.
Dann erreichte ich die A7. Und dort zuckelte ich brav hinter einer Kolonne von Räumfahrzeugen her. Die weiße Pracht wurde mit Schmackes an die Leitplanken gedrückt, um die Freie Fahrt für freie Bundesbürger zu garantieren. Diese beschränkte sich jedoch an jenem Montagmorgen im Februar des Jahre 1973 auf weniger als 50 Km/h.

Ich kam dann endlich gegen 10.00 Uhr morgens am Kompaniegebäude an. Mit mir einige wenige Soldaten. Der Rest war noch unterwegs. Um 12.00 Uhr war Antreten befohlen. Ich begab mich aber schon vorher zum Spieß und meldete mich " verspätet " zum Dienst. Dann führte mich mein Weg zur Dienststelle, dem S 3 im Stabsgebäude. Mein Vorgesetzter hatte sich schon bei der Kompanie erkundigt und zeigte sich heilfroh, dass ich erscheinen konnte.

Winter 1973: Erst der Sturm, dann der Schnee. Pah, was sind da die 90 Km/h des jetzt angesagten Sturms und die wenige Schneeflöckchen dazu? Nichts, wenn damals der Orkan mit Spitzengeschwindigkeiten von 245 Km/h über das platte Norddeutschland hinweg jagte.
Wie alles im Leben, ist auch dieses Wetterereignis relativ. Weshalb Winter nicht gleich Winter sein muss.

Gut´s Nächtle mit:  " Randy Pie " aus Hamburch und dem 1974er " Winter Song ":






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