2 Schoppen Wein

 



Heute war ich nicht nur bei der " Edeka " - Filiale, um dort Brötchen zu kaufen, sondern bei dem örtlichen Fischfachgeschäft Hering und Zander. So startete ich mit dem Fahrrad in Richtung " Waldstraße ". gegen 9.30 Uhr war nur wenig Betrieb im Ortskern. Deshalb befand sich lediglich eine Handvoll Kunden im Geschäft. Nur vor dem Fischgeschäft hatte sich eine kleine Menschenschlange gebildet. Das liegt an der sehr überschaubaren Verkaufsfläche und nicht daran, dass der dort angebotene Fisch besonders günstig ist.

Nein, eher das Gegenteil ist der Fall. Dieses Nahrungsmittel ist mittlerweile zum Luxusgut geworden. Es liegt überwiegend an den überfischten Weltmeere. Auch in der Ostsee ist nicht mehr ausreichend Fisch vorhanden. Hier sind deshalb nur noch weniger Fischer tätig, weshalb ein geringes Angebot die Preis in die Höhe schnellen lässt.

Nun, wir haben Urlaub und unsere später selbst belegten Fischbrötchen sind um mehr als die Hälfte billiger als jene, die an den Ständen angeboten werden. Durchschnittlich kostet dieses 4,50 Euro. Bei sechs Brötchen hätten wir mindestens 27,00 Euro berappen müssen. Wie in allen Gastronomiebereichen hat sich der übliche Verkaufspreis für ein Fischbrötchen mit Matjes - oder Bismarckhering von 3,50 Euro in den Vor - Corona Jahren auf mindestens 4,50 Euro erhöht. Für weitere mit Brathering,  Krabben Lachs, Rollmops, Makrele sowie Bratfisch garnierte Brötchen hat der Kunde ab 0,50 Euro bis zu 4,50 ( Krabben ) auf den Tresen zu legen.

Teuer?

Jein! Wie in sämtlichen Sektoren der Wirtschaft sind die Kostenstrukturen im gastronomischen Gewerbe stark gestiegen. Diese Entwicklung beeinflusst selbstredend die Verkaufspreise, denn die gestiegenen Vertriebskosten werden auf den Kunden umgelegt.

Dieses ist betriebswirtschaftlich nachvollziehbar, allerdings kann es in der Regel zu einem Umsatzrückgang führen. Ein Trend, der für die Gastronomieeinrichtungen existenzbedrohend ist. Bereits einige Zeit nach dem offiziellen Ende der Corona - Restriktionen schlossen mehr als 69.000, davon zirka 11.200 Inhaber geführte Betriebe, für immer ihre Türen. Mit den Rückzahlungsforderungen aus den Corona - Hilfetöpfen dürfte deren Zahl noch weiter steigen. 

Keine optimalen Voraussetzungen also, um einen gastronomischen Betrieb weiter zu führen.

Das gilt auch uneingeschränkt für die in Prerow noch existierenden Gastronomieeinrichtungen deren Anzahl seit unserem ersten Urlaub hier im Jahr 2012 sich ständig verringert hat. Übriggeblieben sind beinahe nur jene Gaststätten, die ihre Konzepte an die allgemeine Entwicklung angepasst haben. Und hierzu zählt das an dem Übergang zur Prerower Seebrücke gelegene " Binnen un´ Buten ". Ein sich als Fischrestaurant sehende Gastronomie, die in einem höher preisigen Segment einzustufen ist.

Die Vorspeisen sind laut aktueller Karte ( Juni 2026 ) mit durchschnittlich 10 Euro ausgepreist. Die Salatteller kosten hier von 9,90 ( klein ) bis zu 20,90 ( groß ). Fischgerichte werden ab 17,90 Euro bis zu 27,90 Euro angeboten; Fleischspeisen ab 19,90 ( Sülze ) bis 25,90 ( Ochsenbäckchen ). Die beiden vegetarischen Gerichten kosten 19,90 Euro ( Bandnudeln ) und 23,90 Euro ( Aubergine ). Für den " kleinen Hunger " gibt es drei Gerichte ab 13,90 bis 17,90 Euro.

Desserts sind ab 6,80 Euro bestellbar.

Auch für die " Lütten " ist eine Speiseauswahl auf der Karte zu finden, die eine Preisspanne von 8,90 Euro bis 10,90 Euro aufweisen.

Die Getränkeauswahl reicht von 3,50 Euro ( 0,3 l Köstritzer Pils ) bis zu 7,90 Euro ( 4er " tasting - Set " ) über eine reichliche Auswahl an Säften, Tee - Sorten und Kaffee - Variationen, sodann Schnäpse, Aperitifs, Whisky, Liköre bis hin zu der separaten Weinkarte, in der sich diverse Sorten ab 7,20 Euro je 0,2 l Glas finden.

https://www.binnen-un-buten.de

Vor einigen Jahren gab es all dieses wesentlich günstiger. So auch in der Corona - Phase, als ab 2020 eben jene unangenehmen Begleiterscheinungen den Urlaub belasteten.   

In jener Zeit trafen wir regelmäßig ein Paar aus Chemnitz, das - so zirka 10 bis 12 Jahre jünger als wir - für 14 Tage in der Vorsaison einen Prerow - Aufenthalt in einer Pension gebucht hatte. Schätzungsweise mussten die Beiden dafür um die 100 - bis 120 Euro berappen.

Irgendwann rechneten wir uns die Urlaubskosten für die Chemnitzer vor:

- Unterkunft =                                   1.400 - 1.680 Euro

- Restaurantbesuche =                      1.000 - 1.150 Euro

- Verpflegung =                                    200  -   300 Euro

- Kurtaxe =                                                       112 Euro

-  Fahrtkosten =                                    160  -  200 Euro


Summe:                                            2.872  -  3.442 Euro 


Vielleicht beliefen sich die Ausgaben für den Urlaub in Prerow auf dem Darß vor 5 Jahren irgendwo innerhalb dieser Spanne? 

Wir kamen damals bei 3 Wochen Aufenthalt mit knapp der Hälfte der Summe(n) aus.

Nun waren die Wohn - und Lebensbedingungen bei uns andere. Und dieses spielt denn wohl auch eine gewichtige Rolle bei der Urlaubsgestaltung. Wir legen keinen besonderen Wert auf Hotel - und Pensionsanlagen, auf Restaurantbesuche sowie jeden Abend zwei 0,5l Glas Bier und zwei Schoppen Wein. 


 GRAILS  -  Soft Temple -  Burning Off Impurities - 2007:













 

 

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