Vorsicht! Querende Kraniche!

 


Als ich im Oktober 1994, also nicht ganz 5 Jahre nach der so genannten Wende - zum ersten Mal das neue Bundesland Mecklenburg - Vorpommern durchfuhr, war mein damaliges Ziel ein Dorf , das der Gemeinde Moltzow angegliedert wurde und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zugehört. Der heutige Ortsteil nennt sich Schwinkendorf und soll noch 528 Einwohner zählen. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwinkendorf

Schwinkendorf war zu jener Zeit noch eine eigenständige Gemeinde und existierte vornehmlich von den landwirtschaftlichen Betrieben sowie einem ortsansässigen Reiterhof. Die einige Jahre zuvor noch in Erinnerung an jenen Kurzaufenthalt verbliebenen Eindrücke waren mir vor zirka 10 Jahren einen Blog wert. 

https://lobster53.blogspot.com/2016/12/wo-liegt-denn-schwinkendorf.html

Nun sind einige Ereignisse, die mir während des Besuchs auf dem Reiterhof in Schwinkendorf noch in Erinnerung verblieben sind, nicht mehr vollständig und jederzeit abrufbar, was eben auch meinem Alter geschuldet ist. Das gilt jedoch nicht für die Spaziergänge, die mich damals entlang der überwiegend noch brach liegenden Felder, Äcker und Wiesen führten, die zu DDR - Zeiten von der LPG bewirtschaftet wurden. Das Dorf, die Region stand vor dem Wandel. Ein entsprechender Beitrag hierzu ist im Netz abrufbar:

https://coolis.de/2025/04/11/schwinkendorf-ein-ddr-dorf-im-wandel-portraet-aus-dem-jahr-1988/   

Was mich einst, also vor mehr als 3 Dekaden, bei diesen Spaziergängen faszinierte, waren die Tausende Kraniche, die sich auf den Äckern niedergelassen hatten und dabei einen ohrenbetäubenden Lärm verursachten. Die Vögel hatten die abgeernteten Felder aufgesucht, um hier nicht nur Nahrung aufzunehmen, sondern in jenen Tagen, vielleicht auch Wochen, Kraft für dem Weiterflug in die südlichen Länder sowie nach Nordafrika zu tanken. Sie kamen aus ihren angestammten Brutgebieten in Skandinavien, den baltischen Ländern sowie Polen und den westlichen Teilen Russlands.

Weil es dort nach einem kurzen Sommer schon bald kälter wird, zieht es die Kraniche in die Länder mit einem milderen Winter. Dieser Kranichzug endet zunächst nicht nur in einigen Regionen Mecklenburgs, sondern ebenso in Niedersachsen sowie Brandenburg.

https://www.kraniche.de/de/rastplaetze-in-deutschland.html     

Allerdings brüten vereinzelte Paare  auch auf dem Darß. Und just einige dieser hier gebliebenen Vögel begegneten uns während der vorgestrigen Radwanderung durch den Darßer Wald. Sie stolzierten stoisch aus einem Feuchtgebiet entlang des Radweges kommend, einige Meter parallel zum Weg, um diesen danach zu überqueren. Dabei schien das Trio an uns wenig Interesse zu haben, sondern setzte seinen Weg auf der gegenüber liegenden Seite fort. Die eher scheuen Tiere schienen sich offensichtlich an den hier regelmäßig auftretenden Menschen gewöhnt zu haben. 

Es waren Exemplare der Gattung des Europäischen Kranichs ( grus grus ). Von denen zirka 20.000 - etwa ein Drittel der geschätzten Gesamtpopulation - zum Brüten in Deutschland bleiben.

 https://www.bfn.de/artenportraits/grus-grus

Na, da hat der Mensch in seinen Bemühungen, die Natur vor ihn zu schützen, doch ein gutes Werk getan?



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