Montag, 11. Dezember 2017

Wenn es Liebe ist - lieber nicht!


Aus den Untiefen des aus Zwangsgebühren gefüllten TV - Meeres, steigen dann und wann Luftbläschen hoch, die sofort nachdem sie an die Oberfläche gelangen, mit einem leisen " Plopp " zerplatzen. Es sind Erscheinungen, die weit unten, also vom Bodensatz der anspruchslosen Unterhaltung aus kommend, von einem Fabelwesen abgesondert werden, dass da Fernsehfilm heißt. Dieses Tier entpuppt sich alsbald als Bestie, wenn es jeweils Pupse ablässt, die an der Oberfläche zerplatzend, zu stinken beginnen.

Das sehr breite Genre des Fernsehfilms lässt sich zwar in unzählige Untergruppen nahezu atomisieren, doch einst bleibt dabei dem kritischen Glotzer immer erhalten, die existenzielle Frage nach dem " gut oder schlecht ".

Da kam das Rentnerprogramm, das ZDF, im letzten Jahr auf die revolutionäre Idee, einen dieser TV - Filme zu senden, der sich mit dem gesellschaftlich eher stiefmütterlich behandelten Problem der Liebe im gereiften Alter, befassen sollte. Mal ganz nebenbei gesagt, dass es diese auch geben kann, ohne gleich den gesamten Güllewagen der Bunt - Blöd - Medienformate auf das Feld der medialen Berichterstattungen auszukippen, dürfte jeden Durchschnittsbürger klar sein.

Liebe, eher nicht gesteuert von Trieben, im gesetzteren Alter indes kann - ganz nüchtern besehen - dazu führen, dass sich so mancher Gockel, der seine Tage mit der Jagd nach dem jüngeren  - zumeist weiblichen - Geschlecht vergeudet und dabei der Illusion unterliegt, seine Altersfurchen im Gesicht, seine schrumpelige Haut unterhalb des Kinns oder sein " Hüftgold ", dezent in einer zwei Konfektionsgrößen zu klein gekauften Designer - Jeans verstecken zu können, gründlich ins Abseits manövriert. 

Nicht nur die selbst ernannten Promis, die dann die Klatschspalten irgendwelcher Schwachsinnsmedien füllen, sind jenem Trugschluss erlegen, sondern auch der ganz normale Otto von nebenan.
Dieser wird indes von den Machern solcher Fernsehfilme oft als beruflich erfolgreich, damit sehr wohlhabend und nahezu sorgenfrei beschrieben.

Dieser Macher - Mann wird in jenem ZDF - Fernsehfilm " Wenn es Liebe ist " als kurz nach seinem Ruhestand stehenden Kaminbauer Simon Stadler ( Harald Krasnitzer ). Er hat die Betriebsnachfolge geregelt, denn Simon S. ist ein nachdenkender Unternehmer, einer aus der alten Garde der seinen beruflichen Erfolg mit Umsicht, Weitsicht und Nachsicht gestaltet hat.

Doch sein berufliches und privates Glück lässt sich nicht noch nach dem Eintauchen in den wohl verdienten, finanziell gut abgesicherten und auf hohem Niveau gelebten Ruhestand durchplanen.
Nach sage und schreibe 35 Ehejahren knirscht es plötzlich im Gebälk des bürgerlichen Lebenskonstrukts. Doris ( Jutta Speidel ) lernt zufällig einen anderen Mann kennen, von dessen Vitalität sie nahezu geblendet wird.

Es entsteht ein Dauerkonflikt innerhalb des Trios, der in den wesentlich jüngeren Altersgruppen auf völlig unterschiedliche Weise ausgetragen und nicht immer beendet wird. Aber, statt die Fäuste fliegen zu lassen, zieht sich der Kaminbauer in sein spießbürgerliches Schneckenhaus zurück. Wie immer in solchen piefigen Filmen, besteht dieses aus einem opulenten Eigentum mit großzügigem Garten, prall gefüllten Konten und einer private Altersvorsorge. Da kann eigentlich nichts passieren. Jedenfalls finanziell nicht.
Doch, dass sich seine Angetraute, die nach " glücklichen " 35 Ehejahren, plötzlich in eine Sinnkrise fällt, sich ausgerechnet einem Arzt und Abenteurer hingibt,kann der Herr Stadler nun nicht nachvollziehen.

Heiße Liebe im hohen Alter ist immer etwas heikles, weil da ja nicht nur die Pferde mit den Protagonisten durchgehen, sondern zudem dieses - zumindest dann, wenn es eine reifere Frau betrifft - in der medialen Öffentlichkeit als nahezu lächerlich abgestraft wird.

Doris Stadler ( von der bayrischen Vielzweckwaffe Jutta Speidel gemimt
 https://de.wikipedia.org/wiki/Jutta_Speidel) beginnt also mit dem abenteuernden Mediziner  Johannes ein Techtelmechtel beginnt, zieht sich ihr Mann eben auf sein Altenteil zurück. Dann äußerst sie noch den Wunsch, mit dem Verehrer nach Peru auswandern zu wollen, um dort ein Entwicklungsprojekt mitzugestalten. Da wird doch der Schweinsbarten in dem Ofen verrückt. Mit satten 65 Lebensjahren ins außereuropäische Entwicklungsland? Nun, die Anden sind auch so hoch wie die Alpen. Aber Fön gibt es dort nicht. Dafür bettelarme Bewohner, die ihr Überleben kaum garantieren können. 

Nun, ja, warum in die Ferne schweifen, wenn das Schlechte liegt so nah?

Aber, die Alltagsproblem des Fußvolks mit einer schmalen Rente interessieren solche Schinken nicht die Bohne. Eure Armut kotzt mich an! Genau, ZDF - Romanzenredaktion, genau. Und deshalb lief das Machwerk auch im xten Aufguss bei " RomanceTV ", einem Sender mit Mikro - Zuschauerquoten. Dafür wurde die Krassnitzer - Speidel Klamotte aber zuvor in der Hauptsendezeit beim Rentnerkanal abgeorgelt.

Bald ist ja Weihnachten. Die DVD zu diesem Schund gibt´s auch noch zu kaufen. Im ZDF - Store, oder wie der Laden heißt.
Schon beim Gedanken, diese Möglichkeit zu bekommen, läuft es mir eiskalt dem alten, aber noch nicht krummen Rücken herunter.
Und wenn ich dazu die Tittelbach´sche Rezi lese - auch!



  http://www.tittelbach.tv/programm/fernsehfilm/artikel-4295.html


Karmic Society - Raumpatrouille Orion - Live - Album: Dark Star - 2010:



Junge, das war noch Fernsehen. Schwarz - Weiß aus der heißen Röhre und mit echten Schauspielern. Motto: " Atan, Hyper Space plus Schlafende! Rücksturz zur Erde! " mit einem " Rowenta " - Bügeleisen als Kontrolleinheit, tollen Frauen - Frisuren und Multi - Kulti ohne Probleme im Schiff.

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