Donnerstag, 24. Mai 2018

Chaos - City



Dritter Tag des Versuchs, eine 250 Kilogramm - Fliegerbombe in Dresden - Löbtau zu entschärfen.Die betroffenen Stadtteile sind teilweise evakuiert worden. Die Zufahrtsstraßen bleiben gesperrt. Auf der Bahnstrecke Dresden - Chemnitz geht nach wie vor nichts.

Dennoch versuchten wir es ab 6.30 Uhr doch einen Zug am Hauptbahnhof zu suchen, der meine bessere Hälfte in die Richtung ihrer Dienststelle bringen könnte. Doch die Hoffnung stirbt auch an jenem Donnerstagmorgen zuletzt; aber, sie starb auch dieses Mal einen langsamen Tod, denn auf der Rückfahrt schlichen wir mit einer Unzahl anderer, wohl auch genervter Autofahrer, durch die nicht betroffenen Stadtgebiete, die dafür aber völlig überlastet waren.

Im trauten Heim wieder angekommen und um eine erneute Erkenntnis reicher, dass das Informationssystem der Deutsche Bahn auch im Jahre 2018 nach Chr, und trotzt der digitalen Revolution, auf dem Stand der Neandertaler verblieben ist. Die DB - App., eine Hommage an vermeintliche Verbesserungen in der Auskunftswillig - und Fähigkeit, sie ist allenfalls ein Spielzeug für Gehörgeschädigte.

Nun, gut. Der Donnerstag war eh gelaufen. Also entschieden wir uns zu einem Garteneinsatz und fuhren zunächst zum " Toom " - Baumarkt in das benachbarte Freital. Wir waren seit dem gestrigen Abend zu der Überzeugung gekommen, dass der Bau eines Hochbeets, den anzupflanzenden Kürbis, der uns später ja die Früchte für die leckere Kürbissuppe mit Ingwer und / oder Shrimps wachsen lassen soll, ein sicheres Refugium gegen alle Fressfeinde erhalten muss.

Gesagt, getan.

Gegen 10.00 Uhr und nach dem Abflauen des großen Verkehrschaos auf der Raserstrecke Wiesbadener Straße, fuhren zum Baumarkt. Doch statt des erhofften Hochbeets " Alexandra " stellten wir einen weißen Orleander ins Auto. Das Gestell " Alexandra " gab es in diesem Markt ebenso wenig, wie im Dresdner Ableger " Auf der Gompitzer Höhe ". Zunächst entschlossen wir uns zwei Restposten des billigeren Pendanten mit dem Namen " Linda " zu erwerben. Diese Idee hatte zuvor auch ein junger Mann, der dann offensichtlich den entscheidenden Fehler beging, sich den Rat einer " Toom, " - Mitarbeiterin einholen zu wollen, weil der Verkaufsstand mit eben jenem Artikel nahezu leer war. Nun hatten wir die beiden letzten Hochbeete " Linda " auf unserem Einkaufswagen liegen. Doch so ganz überzeugt waren wir von dieser Kaufabsicht nicht. Nach kurzer Überlegung entschlossen wir uns, die beiden ergatterten " Lindas " wieder an den enttäuschten jungen Mann abzugeben. Der freute sich riesig.

Mit der falschen Ware zuckelten wir dann in Richtung " Toom " - Filiale nach Dresden - Gompitz. Einem Stadtteil, der nicht von der Fliegerbombenentscharfüng betroffen war. Tja, und hier erhielten wir die heiß begehrte " Linda " gleich in einer anderen Farbe und sogar vierfach.

Ein fast perfekter Tag, wäre da nicht die ärgerliche Bombenentschärfung. Und diese lief nun wahrlich nicht perfekt ab. Aus den Nachrichten erfuhren wir, dass die Bombe inzwischen durch eine kontrollierten Eingriff Ausbrennen würde. Die Evakuierungsmaßnahmen seinen deshalb nicht beendet und die vielen Straßensperrungen auch nicht aufgehoben.

Ich erinnerte mich an ähnliche Ereignisse in Bremen. Einst, also in den 1980er und 1990er Jahren, mussten in schöner Regelmäßigkeit Fliegerbomben aus dem II. Weltkrieg entschärft werden. Der Ablauf davor war nahezu identisch. Evakuierung, Straßensperrungen und Verkehrschaos. Der einstige " King Of The Match " hieß Warrelmann. Er war Sprengmeister und der Herr der Dinge. Nun, Warrelmann machte seinen Job immer mit vollem Einsatz. Und diese waren stets ohne Beanstandungen. Doch eines Tages musste Warrelmann seinen Dienst quittieren. Er hatte etwas Illegales im Zusammenhang mit Geld getan. Und das durfte der " Bombenkönig " von Bremen nicht.

Doch der Warrelmann vom 22.05. - 24.05.2018 hieß nicht  Warrelmann, er ist auch kein Bremer, sondern Sachse und der tat sich offensichtlich mit der Bombenentschärfung sehr schwer,
Doch: Nicht jede Bombe ist so, wie die andere und sie ähneln deshalb nicht, wie ein Ei dem anderen.

Und so fuhren keine Autos durch Löbtau, Friederichstadt und dem südlichen Vorstadt. Es fuhren keine Züge nach Chemnitz. Und die Deutsche Bahn informierte darüber nicht.

Als unser DHL - Zusteller heute Mittag klingelte, fingerte ich routinemäßig im Briefkasten, um zu prüfen, ob dort Post lag. Der DHL - Subunternehmensmitarbeiter unterbrach meine Bemühungen mit den Worten: " Briefpost gibt es heute nicht, weil die Wernerstraße auch gesperrt ist. "

" Diese unfähigen Schwachköpfe! ", entfuhr es mir daraufhin. Der Zusteller grinste und wünschte mir noch einen schönen Tag.

Kurz danach rief meine bessere Hälfte bei der " Blumenrng " - Filiale in Chemnitz an. Sie wollte nur klar stellen, dass sie die bestellten Balkonpflanzen wohl erst am Montag abholen werde. " Wir haben uns schon gewundert, dass Sie nicht gekommen sind.", bekam sie zur Antwort. " Aber, schön, dass sie angerufen haben. Wir werden die Pflanzen bis dahin ordentlich pflegen. Wir wussten ja nicht, dass Sie aus Chaos - City kommen. "

Als sie mir den Wortlaut des Gesprächs wieder gab, lachte ich schallend los. " Chaos - City ", das ist der richtige Begriff für den Ablauf der Bombenentschärfung an jenen Tagen im Mai 2018. Mehr als
20 Jahre, nachdem " Bomben - Harry " gesagt bekam, dass er künftig keine Bombe mehr entschärfen darf:


http://www.taz.de/!1343708/

R. Kelly - " Gotham City " - " Soundtrack Batman & Robin " - 1997:





Tiger B. Smith: " Help For A Blind Man " - " Whe´re The Tiger Bunch " -  1974:



Kommentare:

Octapolis hat gesagt…

Moin! Hast du hier irgendwie die Tapete gewechselt? Es sieht so anders aus... ;o)

Lobster53 hat gesagt…


Jau, Herr Kollege! Ich wollte eigentlich einen kleinen Spruch wegen der seit dem 25. Mai 2018 geltenden EU - Datenschutzvorschriften einstellen und hatte stattdessen die Schnapsidee,zunächst dat Outfit aufzuhübschen.

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